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Chicago - Seine Erfindung ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Der 1915 in Chicago geborene Eugene Polley entwickelte in den 1950er Jahren die erste kabellose TV-Fernbedienung. Er starb am Sonntag in einem Krankenhaus in der Nähe von Chicago, wie sein ehemaliger Arbeitgeber mitteilte, die US-Elektronikfirma Zenith. Polley wurde 96 Jahre alt.
Polleys "Flash-Matic" war bei ihrem Debüt im Jahr 1955 eine Sensation. Ab nun brauchte niemand mehr von seinem Sessel aufzustehen, wenn er das Programm umschalten wollte. Und die Fernsehwelt dankte es ihm: Polley und sein Mitstreiter Robert Adler bekamen 1997 für ihre bahnbrechende Erfindung einen "Emmy Award" verliehen.
Ein einfacheres Zeitalter
Insgesamt meldete Polley in seinen 47 Berufsjahren 18 US-Patente an. Er arbeitete an Autoradios genauso mit wie an der Video-Disk, dem Vorläufer von DVD und Blu-ray. Die "Flash-Matic" blieb aber seine wichtigste Erfindung.
Viel mehr als Kanäle wechseln und den Fernseher ein- und ausschalten war damit allerdings nicht möglich. Die "Flash-Matic" besaß einen großen Taster und funktionierte im Grunde wie eine Taschenlampe: Sie sendete einen gebündelten Lichtstrahl aus, der auf einen von vier Sensoren in jeder Ecke des Fernsehgeräts traf. Der Nachteil: Die Sensoren reagierten auch auf andere Lichtquellen, zudem musste man recht genau zielen.
Ein großartiger Funktionsumfang war aber ohnehin nicht nötig: Zu der Zeit habe es nur drei oder vier Kanäle gegeben, merkte der Hersteller Zenith an. Das Unternehmen gehört mittlerweile zur koreanischen LG Electronics. Spätere Fernbedienungen benutzten Ultraschall. Bei den heutigen Geräten mit ihren Dutzenden Knöpfen und Funktionen ist Infrarot üblich. Am Ende bauen sie aber alle auf der Idee von Eugene Polley auf. (APA/red, derStandard.at, 23.5.2012)
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