Oklahoma geht das Gift aus

Wegen eines Exportverbots der EU ist in dem US-Bundesstaat nur noch eine Hinrichtung möglich

Oklahoma City - Dem US-Staat Oklahoma geht ein Medikament für die Giftspritze bei Hinrichtungen aus. Ein Gefängnissprecher sagte am Mittwoch, es stehe nur noch eine Dosis Pentobarbital zur Verfügung. Das Mittel wird zum Tode Verurteilten als erste von drei Substanzen verabreicht.

Der einzige Hersteller, das dänische Unternehmen Lundbeck, verbietet aber den Vertrieb in den USA zur Verwendung bei Hinrichtungen. Zudem hat die Europäische Union ein Exportverbot für Medikamente verhängt, die bei der Todesstrafe verwendet werden. Möglicherweise müsse Oklahoma auf eine andere Substanz ausweichen, die bisher nicht bei Hinrichtungen angewandt worden sei, sagte der Sprecher.

In den USA entscheiden die einzelnen Staaten über die Anwendung der Todesstrafe. In Oklahoma sind heuer drei Menschen hingerichtet worden. Vergangenen Dienstag der 57-jährige Michael Selsor, der 1975 wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. 60 Menschen sitzen in den Todeszellen. Der US-Staat mit 3,8 Millionen Einwohnern hat im Verhältnis zu seiner Bevölkerung seit 1976 mehr Todesstrafen vollstreckt als jeder andere. (Reuters, DER STANDARD, 4.5.2012)

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