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Wien - Zum kurzfristigen Spekulieren sind die Papiere wohl nicht geeignet. Die Republik Österreich wird ab nächstem Jahr Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 70 Jahren verkaufen, wie die Chefin der Bundesfinanzierungsagentur (Öbfa) Martha Oberndorfer im Gespräch mit dem Standard erklärte. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt bereits im Parlament. Bisher beträgt die Maximaldauer 50 Jahre.
Österreich folgt damit dem internationalen Trend hin zu längeren Laufzeiten. Jene Staaten, die noch über eine gute Bonität verfügen, wollen die aktuell niedrige Zinslage ausnützen. In Großbritannien und den USA wird sogar über die Ausgabe von 100-jährigen oder ewigen Anleihen diskutiert.
Neuland würde man damit nicht betreten. Die Briten gaben bereits gegen Ende des Ersten Weltkrieges unbegrenzt laufende Bonds aus. Diese laufen so lange, bis sie der Käufer kündigt. Ein kleinerer Teil davon ist noch immer im Markt.
So weit will Oberndorfer aber nicht gehen. Für 100-jährige oder noch länger laufende österreichische Papiere habe sie noch keine Nachfrage festgestellt. "Für 70-jährige aber sehr wohl." Österreich wäre damit das erste Euroland, in das man derart langfristig investieren kann.
Bilanzrisiken ausgleichen
Diese Entwicklung hänge auch sehr stark mit der gestiegenen Lebenserwartung zusammen, sagt Oberndorfer. Ein Baby, das heute geboren wird, hat gute Chancen, 100 Jahre alt zu werden. Dadurch müssen Lebensversicherungen und Pensionskassen - klassische Käufer von Staatsanleihen - Polizzen mit längeren Laufzeiten anbieten. Um in der Bilanz nicht erhöhte Risiken aufzubauen, investieren sie die eingesammelten Prämien in ebenso lang laufende Anleihen.
Auch die europäische Schuldenkrise - siehe Spanien oder Italien - hat das Thema langfristige Refinanzierung wieder stärker in den Fokus gerückt, wie Oberndorfer erläutert. Kurzfristig kann man sich zwar Zinsen ersparen, wenn man nur drei- oder sechsmonatige Anleihen verkauft. Längerfristig geht man damit aber höhere Risiken ein. Verschlechtert sich die Budgetlage eines Staates, kommt er an der Zinsfront schnell unter Druck.
Österreich habe seine diesbezügliche Strategie aber nicht ändern müssen, wie die Öbfa-Chefin sagt. "Unsere Finanzminister hatten immer einen längerfristigen Fokus."(Günther Oswald, DER STANDARD, 3.5.2012)
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"Ein Baby, das heute geboren wird, hat gute Chancen, 100 Jahre alt zu werden. Dadurch müssen Lebensversicherungen und Pensionskassen - klassische Käufer von Staatsanleihen - Polizzen mit längeren Laufzeiten anbieten"
Also das ist der Grund. Wegen der längeren Lebenserwartung *lol*
ist tatsächlich ein Bedarf für so lange Laufzeiten da. Wenn es den nicht gäbe, würd sich eh kein Investor ohne ordentlichen Risikoaufschlag so ein Teil kaufen und damit hätte es auch weniger Sinn für den Staat, sowas rauszubringen.
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