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Hätte der spanische König ein Benimm-Buch für Monarchen, verbesserte Ausgabe von 2012, zur Hand gehabt, dann hätte er unter Elefant gefunden: "Geht gar nicht. Weder selbstbezahlt noch eingeladen." Der Beruf Monarch ist eben auch nicht mehr das, was er einmal war. Da hätte unser Kaiser Franz Joseph schön g'schaut, wenn ihm die Neidgesellschaft etwa seinen 9999. Rehbock madig gemacht hätte.
Sie haben es heutzutage viel schwerer, die öffentlichen Herrschaften. Sie dürfen fast gar nichts mehr: Sie dürfen sich von einem Unternehmer nicht auf "Gruppenreisen" mit Sekretär, Bruder und "4. Person" einladen lassen (Roberto Formigoni, Präsident der Lombardei - und viele andere mehr, etwa der den Deutschen so teure Expräsident Christian Wulff). Auch wenn sie danach glaubhaft versichern, dass zu Reiseende eh abgerechnet worden sei.
Trotz ihrer schweren Berufe dürfen sie auch nicht für ein bisschen nette Gesellschaft bezahlen oder bezahlen lassen (Strauss-Kahn), und man dreht ihnen einen Strick daraus, wenn sie nicht darauf achten, dass die nette Gesellschaft nicht minderjährig ist. Selbst wenn das garantiert ist, soll sie für ihren Strip kein Nonnenkostüm tragen (beides Berlusconi).
Die Nonne ist heute Abgeordnete im lombardischen Parlament. Alles legal, und ist doch schön, wenn man für Familie und Freunde etwas tun kann. Was ja auch an österreichischen Universitäten vorkommen soll. (guha, DER STANDARD, 18.04.2012)
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oder auch nicht...
es ist das merkmal eines weltoffenen menschen, dass er die zeichen der zeit erkennt. was vorgestern üblich, gestern noch tolerierbar war, ist eben heute nicht mehr möglich.
wenn ein politier das nicht erkennt und seine gestrigen lässlichen sünden heute großspurig rechtfertigt, dann lebt er im gestern. solche führungskräfte sind teuer, weil sie gestrige entscheidungen treffen, die heute falsch sind und morgen viel kosten werden....
manche ändern sich eben nicht, weil sie die zeit verschlafen.
von Philip Czech (auf Google Books) beschreibt auf Seite 337 die Konflikte der Bevölkerung des Blühnbachtals gegen die Jagdausübung Erzherzog Franz Ferdinands, und die kritische Haltung der Presse.
Die Jagd diente dem Adel immer schon dazu die Bevölkerung zu unterdrücken, und spätestens seit 1848 wurde das immer wieder von der Presse im Rahmen ihrer Möglichkeiten kritisiert.
Natürlich konnte der Adel seiene Jagdleidenschaft intensiver ausleben, doch ohne Kritik auch der Presse war das schon damals nicht möglich.
Weil sie ihm mehr oder weniger de fascto eh schon gehörten.
Und die Vorhänge Richtung Michaelaplatz hat er auch immer zugezogen, damit er das ''hässliche'' Jugenstilhaus nicht sehen muß (so wie er den Zeitenwandel nicht sehen wollte und in einen Weltkrieg geschlittert ist und in den Untergang der Monarchie).
Wir erleben auch einen Zeitenwandel, mal sehen wo wir landen werden.
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