Homosexueller Pfarrgemeinderat in Kaprun

11. April 2012, 12:28

44-Jähriger zum dritten Mal wiedergewählt - Pfarrprovisor hat "kein Problem damit"

Salzburg - Markus Casna (44) ist seit elf Jahren Pfarrgemeinderat in Kaprun im Salzburger Pinzgau, seit 19 Jahren lebt er mit seinem Partner zusammen. "Meine Homosexualität ist bei uns kein Problem und auch kein Thema", sagte der Leiter des Kirchenchors am Mittwoch im APA-Gespräch. Die Leute im Ort wüssten über seine Homosexualität Bescheid, und auch Pfarrprovisor Michael Blassnigg (51) stehe zu ihm. Dass der Pfarrer von Stützenhofen (NÖ) die Pfarre wegen eines neu gewählten, homosexuellen Pfarrgemeinderates verlässt, empfinden Casna wie auch Blassnigg als zwischenmenschliches Problem. "Vor Gott sind ja alle Menschen gleich", betonte Casna.

Der Werbefachmann sieht sich in dem 3.000-Einwohner-Ort Kaprun voll integriert und akzeptiert. Er hat seine Beziehung zu seinem Freund vor zwei Jahren in einer eingetragenen Partnerschaft besiegeln lassen. Auch bei der Pfarrgemeinderatswahl 2012 war die gleichgeschlechtliche Beziehung kein Hindernis. "Wir haben uns ja schon vor Jahren geoutet. Ich bin heuer zum dritten Mal und an fünfter Stelle gewählt worden, von 16 Kandidaten. Wir sind eine aufgeschlossene Gemeinde, es gibt keine Ressentiments. Pfarrprovisor Blassnigg und auch Pfarramtsleiter Toni Fersterer unterstützen mich. Wir sind eine lebendige Gemeinschaft, bei uns gibt es 60 Ministranten."

"Habe mich überreden lassen"

Die Aufgeschlossenheit der Kapruner führt Casna auch auf den Tourismus zurück. Die ganze Welt komme zum Skifahren auf den Gletscher. Vielleicht spiele die Seilbahnkatastrophe vom 11. November 2000 (mit 155 Toten, Anm.) eine Rolle, die Gemeinde habe sich mit tiefgreifenden Problemen auseinandergesetzt und sei dadurch für vieles offener geworden. "Ein Jahr nach dem Unglück waren Pfarrgemeinderatswahlen. Der damalige Dechant - er war 75 Jahre alt - hat zu mir gesagt, er würde mich gerne als Pfarrgemeinderat sehen. Er hat gewusst, dass ich in einer homosexuellen Beziehung lebe. Da habe ich mich überreden lassen", erzählte der 44-Jährige.

Der Pfarrprovisor von Kaprun hebt das große Engagement hervor, das Casna an den Tag legt. "Er ist kreativ, bringt viel ein, layoutet auch das Pfarrblatt. Er ist ein voll engagierter Mensch, ich muss schauen, dass er sich nicht übernimmt", sagte Blassnigg, Pfarrer von Niedernsill im Pinzgau, zur APA. Casnas Homosexualität stelle für ihn kein Problem dar. Dass der Pfarrer von Stützenhofen, Gerhard Swierzek, gehen will, bezeichnete der Salzburger Seelsorger als harten Schritt sowohl für den Pfarrer auch als für den betroffenen Pfarrgemeinderat. "Wenn man mit Homosexualität nicht umgehen kann, ist es vielleicht das Gescheiteste."

Zur Entscheidung von Kardinal Christoph Schönborn, die Wahl des homosexuellen Pfarrgemeinderates Florian Stangl (26) in Stützenhofen zu bestätigen, äußerte sich Pfarrprovisor Blassnigg positiv: "Wenn man den Menschen sieht, sieht man anders. Das Kirchenrecht wird sich auch einmal ändern, es dauert halt länger." Und Markus Casna meinte: "Wir brauchen in unserem Leben Regeln, Gesetze, auch Kirchengesetze. Die sollen aber menschlich sein. Die Beichte ist im Mittelalter erfunden worden, das Zölibat ist auch eine Erfindung der römisch-katholischen Kirche."

Dass Schönborn den Menschen vor das Gesetz stelle, wertete Casna "als massiven Schritt nach vorne für uns alle. Das ist fast ein Ostergeschenk". Die Pfarrerinitiative sei auf einem guten Weg, er sei zuversichtlich, dass der Durchbruch gelinge, auch wenn es noch etwas länger dauern könne. "Wir brauchen auch die Frauen in der Kirche. Vor Gott sind alle gleich. Damit wäre für die Christenheit ja alles geklärt." (APA, 11.4.2012)

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Und ÖVP-Gemeindevertreter

ist er auch noch!

NA UND?????

Wen scherts?

na bitte, geht doch. die praxis widerlegt die theorie.

Der Zustand der kirche ist wirklich traurig!

Es ist einfach unverständlich, wie jemand der einen so verwerflichen Lebenstil führt 11 (!!!) Jahre völlig ungehindert im Pfarrgemeinderat sitzen kann. Was sind das für Pfarrer, die so wesentliche kirchliche Gebot mißachten. Es bleibt nur zu hoffen, dass bei den nächsten Bischofsernennungen wieder aufrichtige Personen ernannt werden. Der Pfarrer von Stützenhofen kann als Vorbild dienen! Hartes Durchgreifen ist das Gebot der Stunde. Wer nicht zur Umkehr bereit ist, muss sofort gehen. Nur so kann die Kirche wieder glaubwürdg sein.

Bei dem Blödsinn, den Sie da schreiben kann man sich wirklich nur an den Kope greifen und forh sein, dass man aus einem Verein, der solche Gläubige wie Sie drinnen hat schon längst ausgetreten ist.

Eine heuchlerische Bande ist das. Nicht allesamt wie ma ja gerade oben lesen konnte aber doch viel zu viele mit (immer nocht) viel zu viel Macht.

Das katholische Ideal zu Sexualität ist: Sex nur in der Ehe und nur mit der Intention, ein Kind zu zeugen. Also kein gleichgeschlechtlicher Sex, aber auch kein ehelicher Sex mit Empfängnisverhütung oder an "sicheren" Tagen.

Wer sich daran nicht hält, übertritt also ein kirchliches Gebot.

Was man vielerorts beobachten kann, ist, dass sich manche gegen das eine Gebot entscheiden (und z.B. Empfängnisverhütung betreiben und als "nicht so schlimm" betrachten), aber denen, die sich gegen das andere Gebot entscheiden, einen "verwerflichen Lebensstil" vorwerfen. Das finde ich verwerflich.

Keine Sorge,

die Kirche wird nicht untergehen.
Im schlimmsten Fall wird sie sich weiter spalten.
Die ganz "linken", die ganz "rechten" und die in der Mitte.
Traurig genug.
Sie wird vielleicht auch weiter schrumpfen. Auch traurig.
Dann wird ein neuer Geist kommen und sie wird wieder wachsen.

Die beiden Extrempositionen, die wir in dieser Geschichte gezeigt bekommen: "jeder soll doch beliebig machen was er will, denn Gott liebt uns" und "alle die anders denken, fühlen, handeln als ich werden in der Hölle schmoren" (das ist wohl mehr oder weniger Ihre Position?) sind langfristig zum Scheitern verurteilt.

@r12

vorweg, ich bin kein katholik.
der bibelvers von mose: für GOTT ist es ein Greuel, wenn der mann mit dem manne schläft usw..
wird von katholischen kirchenfürsten und pfarrern anders bewertet?
menschliche meinungen bzw. entscheidungen werden vor GOTT nicht bestehen können.
grundsätzlich soll jeder mensch einen anders denkenden, fühlenden menschen achten bzw.begegnen.
gläubige menschen sollen menschen die in sünde leben auf irrwege hinweisen und die wichtigkeit der umkehr zu GOTT aussprechen.
wer verurteilt oder richtet, wird doppelt und dreifach
verurteilt bzw. gerichtet werden!

Sarkasmus-Markierung nicht vergessen!

Ja, wirklich traurig, ABER ...

Zitat aus orf.at:
"In der Donnerstag-Ausgabe der Tageszeitung „Kurier“ meldet sich nun eine Frau zu Wort, die eine Ex-Geliebte des Geistlichen sein will. Der Pfarrer war von 2003 bis Ende 2005 als solcher in Pressbaum (Bezirk Wien-Umgebung) tätig. In diesem Zeitraum soll er drei Monate lang mit einer 55-jährigen Frau zusammen gewesen sein, das behauptet die Frau."

Wenn das wirklich stimmt, dann ist Ihre katholische Vorzeigeperson wirklich eine traurige Erscheinung. ;-)

Was hätte ich an einen Aprilscherz gedacht

aber, da wir heute den 11. April schreiben und angesichts der Niedertracht und der fast schon obszönen Arroganz Ihres Hetz-Kommentars muss ich wohl annehmen, Ihr geistiger Erguss ist ernst gemeint. Vor ungefähr einem halben Jahrhundert hätte man Ihnen Beifall dafür geklatscht (von seiten der Inquisition) - heutzutage ernten Sie dafür (im besten Fall) ein Kopf schütteln.

... heutzutage ernten Sie dafür (im besten Fall) ein Kopf schütteln.

Sie meinen, "die Kirche" wäre schon so Tolerant, dass Erzengel Lucifer im Baptisterium der Vorsitz anzubieten wäre?

halbes Jahrtausend

Inquisition - nicht Weltkrieg :-)
Ist also schon ein Wengal her...

Dann suchen Sie mal auf Youtube nach "Boys Beware"

Ironie? Hoffe ich zumindest...

Nein, der meints wirklich ernst!

der kommt aus dem k*euz.net-Fundizirkel

19 jahre in einer festen beziehung

wo ist das verwerflich?

neidisch?

das ist der Pfarre doch sicher auch...

der kardinal muss den menschlichen weg

jetzt konsequent weitergehen: komm,für wiederverh., einstellung verh.priester,frauen priesterweihe. dann hat er bewiesen, dass er zuerst auf den menschen und jesus schaut, dann erst auf das gesetzbuch.

Wenn er tatsächlich offen dafür eintreten würde, dann wäre er die längste Zeit Kardinal gewesen.

Und was Jesus zu allem gesagt hätte ist sowieso äußerst fraglich. Zumindest zu wiederverheirateten Geschiedenen gibt es eine klare Aussage von Jesus: Er bezeichnet sie als Ehebrecher (Matthäus 5,32).

Insofern hält sich die katholische Kirche brav an die Lehre Jesu.

In Salzburg gibt es einen Erzbischof (einen relativ liberalen), der aber nicht Kardinal ist.

In Wien gibt es auch einen Erzbischof (nicht liberal), der zwar Kardinal, aber für Salzburg gar nicht zuständig ist.

geht doch!

also anscheinend gibts ja auch noch normale Leute. Dass es in dem Fall ausgerechnet in den sprichwörtlichen Bergtälern vernünftig zugeht, gefällt mir aber besonders :-)

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