Staatshilfe nach geplatzten Immoblasen sinnvoll

Günther Oswald, 10. April 2012, 18:05

Hohe Privatverschuldung verlängert in der Regel Krisen

Wien - Wenn sich ein Häuslbauer übernimmt und seinen Kredit nicht mehr bedienen kann, ist das Pech für ihn. Der Staat wird wohl kaum als Retter in letzter Not einspringen. Wenn hunderttausende oder Millionen an Häuselbauern auszufallen drohen, dürfen sie sich berechtigte Hoffnung auf Unterstützung machen. In diesem Fall ist es nämlich für den Staat sehr wohl sinnvoll, helfend unter die Arme zu greifen. Darauf macht der Internationale Währungsfonds (IWF) in einer aktuelle Analyse aufmerksam, in der Immobilienkrisen in Industriestaaten über mehrere Jahrzehnte untersucht wurden.

Allgemein lässt sich zunächst feststellen: Krisen, denen ein starker Anstieg der Privatverschuldung (Haushalte und Unternehmen) vorangeht, fallen härter aus und dauern länger. Am Beispiel der letzten großen Krise zeigt sich: Zwischen 2002 und 2007 stieg die Privatverschuldung in den Industrieländern gemessen am gesamten Haushaltseinkommen von 39 auf 138 Prozent an. In Dänemark, Island, Irland, den Niederlanden und Norwegen kletterten die Werte sogar auf über 200 Prozent. In den vier Jahren nach 2007 brachen die Häuserpreise dramatisch ein - in Irland um 41 Prozent, in Island um 29 Prozent, in Spanien und den USA um 21 Prozent. Damit es in solchen Situationen nicht großflächig zu Privatpleiten, Zwangsversteigerungen und einer damit verbundenen Abwärtsspirale kommt, ist die Wirtschaftspolitik gefordert. 

Transferzahlungen

Mit Transferzahlungen an Arbeitslose konnte in den 1990er-Jahren der Ausfall von Hypothekarkrediten in Skandinavien begrenzt werden. In den USA war Präsident Franklin D. Roosevelt in den 1930er-Jahren nach der Weltwirtschaftskrise mit seiner Home Owners Loan Corporation (HOLC) erfolgreich. Diese Einrichtung half Haushalten, die von einer Zwangsversteigerung bedroht waren, indem sie ihnen eine langfristige Refinanzierung ihrer Kredite anbot.Gelobt wurde vom IWF auch Island, das 2008 knapp vor dem Staatsbankrott stand. Dort wurden zunächst alle Inhaber von Fremdwährungskrediten vorübergehend vom Schuldendienst befreit.

Dann wurde von den Behörden ein Programm zur Umschuldung entworfen. Die kurzfristigen Lasten wurden gesenkt, die Zahlungen in die Zukunft verschoben, indem die Restlaufzeiten der Kredite verlängert wurden. Rund 50 Prozent der Hypothekenzahler profitierten von den Maßnahmen. Allzu großzügige Hilfsprogramme können aber auch negative Folgen mit sich bringen und "die Gesundheit des Finanzsektors" untergraben, warnen die Experten vom Währungsfonds. (Günther Oswald, DER STANDARD, 11.4.2012)

wer Hypothekarkredite hat, streikt nicht

es kommt billiger diese Art der Streikunterdrückung zu finanzieren.

Außerdem stehen diese Werte in den Büchern der Bank und brauchen nicht berichtigt zu werden. - Die Bank wird also dadurch nicht gefährdet.

Und nicht zuletzt heizen Immobilienblasen den Markt an. Die Mieten steigen ins unerlässliche und die Leute dürfen bis 35 bei der Mama wohnen (Spanien, Griechenland)

Das System arbeitet permanent gegen die Mehrheit der Menschen, diese haben aber keine Macht mehr.

so gehts eben in der finanzwelt

in die zukunft verschieben. das ist immer gut. die zukunft wirds schon richten.

Es schaut so aus das wer keine Schulden macht schön langsam der Blöde ist, wei er letzendlich für die Schulden die andere gemacht haben aufkommen muß.

genau, fragt sich nur für wen sinnvoll...

sie sprechen mir aus der Seele.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.