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Die Krenwurzel erst unmittelbar vor dem Genuss schälen und, sozusagen aufrisch, über Schinken, Eier und so fort reißen.
Eier, Schinken, Pinzen, zum Drüberstreuen ein bisserl was Siaßes und, na ja gut, a wengerl an Chokolad': Mit dem ostersonntäglichen Frühstück wird das Fasten gebrochen, es ist also nur gut und recht, dass man sich dabei so viel Kalorien hin einschiebt wie eben nur zu ganz heiligen Zeiten.
Kompromisslose Genießer werden sich zuvor freilich in die Au, an einen Bachlauf oder sonst in ein Feuchtgebiet verfügen, um den eigentlichen Wohltäter der heiligen Fresserei in entsprechender Frische auszubuddeln. Genau, die Krenwurzen.
Mit ihren fleischig glänzenden Blättern ist sie jetzt schon ganz gut im Dickicht zu erkennen. Und wer sich die Mühe einmal angetan hat, der wird es nicht mehr anders wollen: Frisch dem Frühlingsboden entrissen, entwickelt die weiße Wurzel einen solch schamlos ungestümen Biss, dass einem alles andere nicht mehr genügen wird. Schließlich ist der Kren ganz explizit dazu geschaffen, den Gallenfluss anzuregen und, von der schieren Bosheit seines Wohlgeschmacks einmal abgesehen, bei der Verdauung behilflich zu sein.
Ein handelsüblicher Spaten tut beim Buddeln gute Dienste. Danach gut waschen, erst unmittelbar vor dem Genuss schälen und, sozusagen aufrisch, über Schinken, Eier und so fort reißen. Auweh! Das bringt die Säfte ins Fließen, dagegen ist ein reißender Frühlingsbach nichts als ein Rinnsal! (corti, DER STANDARD, 7.4.2012)
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Nix da. Morgen Abend gehts los, da werden Würscht, Speck und Zungen gesotten, daß es nur so eine Freude ist. Aber diesen Spezialkren, der nur in Feuchtgebieten vorkommt, haben wir leider nicht. Wir nehmen den, der hier auf jedem Acker und jeder Wiese wie Unkraut aus dem Frühlingsboden schießt.
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