AK rät zur Prüfung der Zinsaufschläge

3. April 2012, 12:27

Das allgemeine Zinsniveau sei gesunken, die Aufschläge dagegen bei einigen Banken gestiegen

Wien - Die Arbeiterkammer (AK) rät Kunden bei Neukrediten zur Vorsicht bezüglich der Zinsaufschläge. Das allgemeine Zinsniveau gemessen etwa am 3-Monats-Euribor sei in den vergangenen Monaten gesunken, die Aufschläge dagegen bei einigen Banken gestiegen. Einmal ausgemacht, würden diese Zuschläge über die gesamte Laufzeit mitgeschleppt, so Gabriele Zgubic, Leiterin der Konsumentenpolitik in der AK Wien, heute, Montag, in einer Pressemitteilung. "Steigen dann noch die Zinsen, wird der Kredit empfindlich teurer." Geraten wird zu einem genauen Vergleich und zum Verhandeln.

Der Zinssatz für einen Kredit setzt sich aus einem Zinssatz am Kapitalmarkt wie etwa dem 3-Monats-Euribor plus einem Aufschlag zusammen, dessen Höhe die Bank festlegt.

Eine Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag der AK hat für den Zeitraum Juni 2011 bis Februar 2012 Steigerungen der Aufschläge bei einigen der untersuchten Kreditinstitute ergeben. Bei manchen blieben sie unverändert, einige Banken hätten keine Aufschläge gemeldet oder dies nur teilweise getan. Die Erhöhungen der Ausgabeaufschläge bei Hypothekarkrediten lagen bei vier Banken zwischen 0,605 Prozentpunkten und 0,02 Prozentpunkten, geht aus der Aussendung hervor. Bei Konsumkrediten beträgt die Bandbreite demnach bei fünf Instituten 0,750 Prozentpunkte bis 0,125 Prozentpunkte.

Deutliche Mehrbelastung

Ein um 0,1 Prozentpunkte erhöhter Zinsaufschlag bedeute bei einem 100.000-Euro-Kredit mit einer Laufzeit von 20 Jahren eine Mehrbelastung von insgesamt rund 1.250 Euro, heißt es in der Pressemitteilung. Bei einem Konsumkredit über 20.000 Euro mit fünfjähriger Laufzeit schlage sich ein um 0,2 Prozentpunkte höherer Aufschlag mit 110 Euro nieder.

Wenn Banken an der Kredit-Zinsschraube drehten, sollten Kreditnehmer beim Vergleichen und Verhandeln besonders hartnäckig sein. Der Aufschlag und damit der gesamte Soll-Zinssatz seien verhandelbar, allerdings stark von der Bonität des Kreditkunden abhängig. Geraten wird, mehrere Angebote einzuholen. Die Banken müssten ein Musteroffert aushändigen, der Kunde habe zudem ein Recht auf einen kostenlosen Kreditvertragsentwurf.

Die Anpassungen bei den Zinsen sollte man sich vom Bankberater genau erklären lassen, denn die Zinsgleitklauseln bestimmten, wie oft und wann der Vertragszinssatz an die Leitzinsen angeglichen wird. Achten sollten die Kunden unter anderem auch auf Nebenkosten.(APA,3.4.2012)

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14 Postings
Es ist komisch, dass die AK nicht eine klare Stellungnahme gegen neue Kredite ausspricht

Schliesslich ist die Neuverschuldung von Privathaushalten, und die sogenannten "Konsumkredite", eines der Hauptprobleme.

Die Empfehlung sollte daher lauten: Möglichst keine Kredite (=Schulden) aufnehmen. Dann spielen auch die Zinsen keine oder nur geringere Rolle.

Wer nur geringe Schulden hat ist deutlich freier und kann viel selbstbewusster auftreten, als wie Leute (="Zinssklaven") die täglich "roboten" müssen, um ihre laufenden Zinszahlungen und Kreditraten abdrücken zu können. Die AK fördert aber diese Zinssklaverei, statt sich dagegen auszusprechen. Zumindest symbolisch könnten sie sich dagegen aussprechen.

Man

bedankt sich beim Pöbel also jetzt
für die laufende Bankenrettung.
Wie nett!

Bankensteuer

case closed

Keine Konsumkredite

Die Arbeiterkammer sollte einmal klar die Empfehlung aussprechen, dass Konsumkredite nicht aufgenommen werden sollen.

ausser man hat das Geld und kann es jederzeit zahlen, bzw. möchte ad hoc nicht gleich den kompletten Betrag ausgeben.
Ich spreche nun speziell die zins- und gebührenfreien Konsumkredite von Mediamarkt & Co an, wo man exakt den Kaufpreis durch 36 Monate geteilt zu zahlen hat.

"man hat das Geld" 21,5% mehr bezahlen

Die Leute die "das Geld haben", die zahlen sofort und bar, die anderen lassen sich von solchen Mediamarktangebote zu einem Kauf hinreißen, welche sie sich nicht leisten können.

Weiter unten verlinke ich ein Mediamarkt-Beispiel.

Da werden dann aus Euro 979,- nach 3 Jahren 1189,44, was 21,5% sind!
- von "günstig" kann da nicht die Rede sein.

Jährliche "Verzinsung" sind das dann 6,5%

http://www.mediamarkt.at/mcs/speci... 0201,.html

es handelt sich in Ihrem Fall um eine ganz andere Finanzierungsschiene, jene, die ich meinte, war/ist die derzeitige (ab und zu) gebotene Variante von Mediamarkt Österreich.

Hierbei wird tatsächlich der reine Kaufpreis durch z.B. 36 Monate geteilt, und Sie zahlen nur den Kaufpreis, ohne Bearbeitsgebühren/Zinsen/etc.

Das weiss ich so genau, weil ich so eine Aktion genützt habe.

Wer aber das aktuelle (3.4.2012) Angebot durchrechnet, der wird diese Ratenkäufe nicht machen.

damit haben Sie recht, ich würde dies auch nicht tun, die neue Variante ist extrem teuer.

Wenn die Zinsen steigen dann würde ich das so interpretieren, dass die Banken das Risiko der Kreditvergabe höher einschätzen.

Sicher, mehrere Angebote einholen und vergleichen sowie verhandeln sind selten eine schlechte Idee, aber so lange die Aussichten für die generelle wirtschaftliche Lage sich nicht verbessern bleibt die Kreditvergabe mit höherem Risiko behaftet.

die Zinsen sind gefallen, die Aufschläge sind gestiegen. Und ja, das hat mit den höheren Risikokosten der Banken zu tun.

Ich meinte Zinsen für den "Endkonsumenten", die sind gestiegen relativ zum allgemeinen Zinsniveau.

sie lesen eine belangsendung der finanzindustrie - wir bitten sie sich weiterhin kräftig zu verschulden - wir akzeptieren inzwischen auch die arbeitsleistung ihrer kinder als sicherheit - da wir dringenst angehalten sind neues geld zu produzieren um damit alte zinsen zu bezahlen - wir bitten um tatkräftige unterstützung.

so wie es uns der staat vormacht und dadurch immer weniger geld für primärausgaben zur verfügung hat?

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