US-Film-Industrie will weitere Filehoster stürzen

  • Grafik von Paramount Pictures zeigt die nächsten Ziele im Feldzug gegen Urheberrechtsverletzungen.
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    Grafik von Paramount Pictures zeigt die nächsten Ziele im Feldzug gegen Urheberrechtsverletzungen.

Fileserve, MediaFire, Wupload, Putlocker und Depositfiles nächste Ziele für Urheberrechtsklagen

Die Motion Picture Association of America (MPAA) will nach Megaupload gegen weitere Fileshoster wegen Urheberrechtsverletzungen ins Feld ziehen. Laut CNET hat Paramount Picture die Dienste Fileserve, MediaFire, Wupload, Putlocker und Depositfiles als nächste Ziele ins Visier genommen (und in einer Grafik veranschaulicht).

Gegen Geschäftsmodelle

Laut Paramount sollen die fünf Filehoster 41 Milliarden Seitenaufrufe pro Jahr generieren. Die Content-Industrie richtet sich dabei gegen die Geschäftsmodelle der Anbieter. So wird den Seiten, auf die Nutzer Dateien hochladen und anderen Usern per Link zur Verfügung stellen können, vorgeworfen absichtlich Urheberrechtsverletzungen zu begünstigen. Die Anbieter würden das Veröffentlichen geschützter Inhalte noch mit speziellen Bonusprogrammen fördern, heißt es.

Filehoster in Deutschland legal

Zu einer anderen Einschätzung kam vor kurzem das Oberlandesgericht Hamburg im Streit zwischen Rapidshare und dem Rechtverwerter Gema. Demnach ist das Geschäftsmodell des Fileshosters legal. Die Anbieter müssten sich allerdings darum kümmern, dass geschützte Inhalte nicht veröffentlicht und über Link-Sammlungen zur Verfügung gestellt werden.

Filehoster in Panik

Seit der Razzia gegen Megaupload haben einige Filehoster als Panikreaktion selbst Maßnahmen ergriffen, um sich aus dem Blickfeld der Content-Lobby zu ziehen. So hat Filesonic die Funktion zum Dateitausch deaktiviert (der WebStandard berichtete). Einige andere Anbieter blockieren Nutzer aus den USA. Davon betroffen sind jedoch auch die zahlreichen Nutzer, welche die Dienste legal in Anspruch nehmen.

User betroffen

Die Filehoster werden entgegen der Darstellung der Content-Industrie zu großen Teilen für legale Zwecke verwendet. Diese Inhalte wären von eventuellen Abschaltungen oder Beschlagnahmungen ebenfalls betroffen. Im Zuge der Razzia gegen Megaupload wurden alle Server und die darauf befindlichen Nutzerdateien beschlagnahmt. Megauploads Anwälte ebenso wie Datenschützer bemühen sich seither um die Freigabe der Daten. (br, derStandard.at, 2.4.2012)

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