Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA/ROBERT JAEGER
Vor zwei Wochen wurden auf den Homepages von vier Salzburger SPÖ-Ortsparteien sexistische Gästebuch-Eintragungen entdeckt, die nach Angaben der SPÖ fälschlicherweise unter der E-Mail-Adresse von Landesparteichefin LHStv. Gabi Burgstaller abgesandt wurden - der WebStandard berichtete . Ermittlungen hatten ergeben, dass die Mails von einem Computer in der Salzburger ÖVP-Zentrale stammten. Am Mittwoch erstattete Burgstaller eine Strafanzeige gegen unbekannte Täter wegen übler Nachrede, Ehrenbeleidigung und Urkundenfälschung erstatten, erklärte ein Pressesprecher der SPÖ.

ÖVP weist Vorwürfe zurück

Die Landesgeschäftsführerin der Salzburger ÖVP, LAbg. Gerlinde Rogatsch, wies die Vorwürfe zurück, dass die obszönen Postings von ihren Mitarbeitern stammen könnten. Sie lege für ihr Team die Hand ins Feuer, betonte Rogatsch. Sie sei aber an einer Aufklärung des Sachverhalts interessiert.

Auf Drängen der SPÖ hat nun die Volkspartei einen Experten der Salzburger Fachhochschule die Internet-Affäre prüfen lassen. Das Ergebnis: Man könne nicht ausschließen, dass die Diffamierungen von einem Computer der ÖVP-Zentrale in Salzburg ausgegangen waren. Die IP-Adresse gehört zu einem Zentralcomputer, an dem alle Terminals der Landespartei und der ÖVP-Teilorganisationen hängen. Möglicherweise hätten hausfremde Personen die Datenbuchsen im Haus verwendet, so Rogatsch.

"Nullergebnis"

SPÖ-Landesgeschäftsführer Martin Appeltauer bezeichnete die internen Ermittlungen der Volkspartei als "Nullergebnis", da die ÖVP weder einen Mitarbeiter ausgeforscht noch nachgewiesen hätte, dass einer ihrer Computer tatsächlich durch einen Hacker missbraucht worden wäre. Deshalb werde jetzt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Die Postings waren am 1. Oktober 2003 gegen 11.00 Uhr an die Internet-Adressen der SPÖ-Ortsparteien Golling, Wals-Siezenheim, St. Georgen und Elsbethen gegangen. In den Gästebüchern wurde den Genossen und Genossinnen zu ihrer Arbeit gratuliert. Allerdings mit dem Nachsatz: "Schade, dass es keine geilen Bilder von mir gibt." Als Absender wurde die E-Mail-Adresse von Gabi Burgstaller angegeben. (APA)