Korruption
Strasser-Prozess: Staatsanwaltschaft verzichtet auf Berufung
"Angemessene Strafe gefunden" - Strafmaß kann sich nun nicht mehr erhöhen
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"Angemessene Strafe gefunden" - Strafmaß kann sich nun nicht mehr erhöhen
Manche Juristen meinen, das Urteil gegen Strasser sei zu streng, andere halten es für angemessen
Ehemaliger Rechnungshof-Präsident lobt Korruptionsstaatsanwaltschaft - Strasser-Verteidiger: Man hätte ihn freisprechen müssen
Richter: Kein Zweifel, dass Strasser eine monetäre Leistung für Einfluss auf Gesetzgebung gefordert hat - Elektronisch überwachter Hausarrest ausgeschlossen, Urteil nicht rechtskräftig
Oberster Gerichtshof entscheidet über Nichtigkeitsbeschwerde - Schriftliches Urteil Mitte März
Für Gesetzgeber in Straßburg gelten höhere Ansprüche
Nicht nur über eine mögliche Anklage Karl-Heinz Grassers könnte demnächst entschieden werden - auch gegen andere Ex-Minister wird ermittelt
Alle schwarzen Regierungsmitglieder halten sich bedeckt zum Strasser-Urteil
400 mitgehörte Telefonate des Ex-Innenministers wurden verschriftlicht - Urteil nicht rechtskräftig
Der 48-jährige Georg Olschak führt straffe Verfahren
Am Freitag wurde noch einmal Strassers Geheimdienst-These überprüft
Von Witzen über "Ernst-Haft" bis zu seriösen Beiträgen
Animalisch ging es am Freitag im Wiener Landesgericht her: Beim Bestechungsprozess gegen Ernst Strasser schilderte dessen Lebensgefährtin, warum der Exinnenminister auf Agentenjagd gehen wollte.
31-Jährige hatte bestritten, nach Auffliegen der Bestechungsaffäre noch Kontakt zu Strasser gehabt zu haben - Telefonprotokolle beweisen das Gegenteil
Nach Videokonferenz mit als Lobbyisten getarnten Journalisten soll Verfahren in erster Instanz abgeschlossen werden
Damit verschiebt sich auch die geplante Urteilsverkündung
Videobefragung am 11. Jänner bleibt für Medien und Zuschauer unsichtbar - Urteil für selben Tag geplant
Staatsanwältin Maruna vermutet, dass Strasser-Assistentin "nicht unbeeinflusst" ausgesagt hat, und fordert neue Ladung
Anklägerin misstraut Zeugin, Ex-Minister attackiert Staatsschutz
Früherer Rivale im EU-Parlament, der EP-Abgeordnete Othmar Karas, belastete Strasser schwer
Ex-Fraktionskollege: Wie keiner zuvor habe der frühere EU-Mandatar wegen eines Antrags interveniert
Frühere Büromitarbeiterinnen Strassers und Verfassungsschutz-Chef Gridling waren geladen
Juristen sind uneins, was die Bewertung der Strasserschen Interventionen betrifft
Britische Journalisten wurden für 13. Dezember erneut geladen
Während Ernst Strasser in seinem Bestechungsprozess versucht, neue Widersprüche aufzuklären, ist die Chance auf das Erscheinen eines der Aufdeckerjournalisten gestiegen
Ehemalige Mitarbeiterinnen Strassers sagten aus - BVT-Direktor Gridling erfuhr erst nach Aufkommen der Strasser-Affäre von Geheimdienstverdacht
Jonathan Calvert und Claire Newell widersprechen Richter und übermittelten Erklärung, warum sie am Montag nicht vor Gericht erscheinen
Ex-Innenminister betonte, stets "Schutz meiner Klienten" und "Wohl Österreichs" im Sinn gehabt zu haben
Nachdem Jonathan Calvert in Stellungnahme Aussagebereitschaft signalisiert hatte - "Sunday Times"-Anwalt hatte in Mail an Gericht noch auf umfassenden Schutz der Zeugen bestanden
Reporter wollten unerkannt bleiben, verhüllte Aussage in Österreich jedoch nicht möglich - Gesprächsprotokolle wurden vorgeführt
Die beiden britischen Aufdecker-Journalisten, die die Lobbying-Affäre ins Rollen gebracht haben, werden am Montag nicht aussagen
In den Abhörprotokollen zeigt sich Ex-Minister Ernst Strasser gewillt, seinen Einfluss für "Klienten" einzusetzen
Als "streng, aber gerecht" beschreiben ihn Anwälte - ausschweifenden Redefluss mag er nicht so gern
Einst setzte der EU-Mandatar Mitarbeitern wegen einer Anlegerschutzrichtlinie zu, jetzt muss er dazu seiner Anklägerin Rede und Antwort stehen - dabei gerät Ernst Strasser in Erklärungsnotstand
Assistentinnen von Strasser schickten E-Mails an Karas und Ranner - Videos von zweitem und drittem Treffen wurden gezeigt
Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft "außerordentlich merkwürdig" - Angeklagter Ex-Politiker kündigt Fortsetzungsantrag an - "Ich vertraue voll auf die österreichische Gerichtsbarkeit"
Zweiter Verhandlungstag im Prozess gegen Ex-Innenminister wegen Bestechlichkeit
Von Verteidiger nominierter Entlastungszeuge hat vor Weihnachten keine Zeit mehr - Fortsetzung des Prozesses am 11. Jänner
Die Sprachkenntnisse der Durchschnittsösterreicher sind leidlich – und die der Führungskräfte nicht besser
Besprechung in Straßburg, 19. Jänner 2011
Was Ernst Strasser den vermeintlichen britischen Lobbyisten am 2. März 2011 in Brüssel über die von ihnen angestrebten Änderungen beim Anlegerschutz berichten konnte (Übersetzung aus dem Englischen):
Privater Ermittler oder korrupter Politiker? Am ersten Tag seines Bestechungsprozesses setzt Ernst Strasser den scheinbar eindeutigen Videos eine gefinkelte Agentenstory entgegen. Was dem Gericht ein Urteil erschwert
Strasser wollte vermeintlichen Agenten "Fallen stellen" - Ermittelte selbst, weil er befürchtete, von Polizei "ausgelacht" zu werden
Staatsanwältin: Delikt der Bestechlichkeit mit bloßer Zusage verwirklicht - Strasser: "Habe nicht damit gerechnet, dass ich in solche Schwierigkeiten komme"
CDU-Europaabgeordneter: Strasser-Vorschlag wäre auf Verwässerung der Elektroschrottrichtlinie hinausgelaufen - Rücktritt "war gut so"
Britische Journalistin verteidigt Recherchemethode
Wegbegleiter und Widersacher kennen Strasser als Mann mit vielen Gesichtern
Nach seinem Abgang aus der Politik stieg Ernst Strasser ins Beratungsbusiness ein. Bei der Investmentfirma VCP arbeitete er an einem Auftrag der Telekom, der den U-Ausschuss beschäftigte. Sein Firmengeflecht wird von der Finanz geprüft.
"Sunday Times"-Reporter hatten Aussage in Strasser-Verfahren von Verfahrenseinstellung abhängig gemacht
Im nächsten Schritt wandert der Akt ins Justizministerium - Keine inhaltlichen Angaben
Staatsanwaltschaft sieht in Strassers Verteidigungslinie eine "Schutzbehauptung"
Wegen Doppelgleisigkeit mit Strafverfahren in Wien
Protokolle von Ernst Strassers Gesprächen mit vermeintlichen englischen Lobbyisten liegen nun auf Deutsch vor
"Kurier" zitiert aus Protokollen
Leichtfertigkeit und Voreingenommenheit kann man dem Juristen nicht vorwerfen
Telefonat, 28. Februar 2011