Ein Mensch im Bild
Ja, was ist denn das?
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Wo vorher das Zeichen deutscher Ehre und Treue prangte, verkündete eine helle weiße Fläche nur Unschuld - Von Beppo Beyerl
Wo vorher das Zeichen deutscher Ehre und Treue prangte, verkündete eine helle weiße Fläche nur Unschuld - Von Beppo Beyerl
Für sie bedeutete jedes Loslassen eine Veränderung ihrer Umgebung und damit der ganzen Welt. Vor einem Jahr, am 18. Oktober 2009, starb die New Yorker Künstlerin Nancy Spero
Walter Benjamins berühmte Allegorie vom "Engel der Geschichte": Wie können wir sie für unsere fragmentierte und globalisierte Welt in Bewegung versetzen?
"Don Carlos", flüstert er, "Don Carlos" - Juli Zeh über den Infanten von Spanien, gemalt von Alonso Sánchez Coello - Ein Vorabdruck
Die Frau auf dem Foto, Frau H. (1923-2005), ist jahrzehntelang unsere Nachbarin gewesen
Finstere Tage. Dennoch das Gefühl, dass der Dialog mit ihm einfach weitergeht. Weil es eine Schande wäre, wenn etwas "abreißen" würde. Claus Philipp über Christoph Schlingensief
Er war das Glotzermännle, so nannten wir ihn, er glotzte die Welt an, doch die Welt sah nicht zurück, sie übersah ihn, der hier auf dem schäbigen Bahnhof in Deckung ging
Im vergangenen Jahr feierte Herr Hermanek aus Hernals einen runden Geburtstag
Auf mich zeigend sagte ich "Martina" , auf sie deutend "Non". Tarzan und Jane im digitalen Zeitalter
Jene Zeitungsseite, von der ich bis zum Vorjahr geglaubt habe, dass sie das erste Fotodokument über mich enthielte, vergilbt zusehends.
Mit 13 verliebte ich mich in eine Feministin. Meine Angebetete zählte zu diesem Zeitpunkt 222 Jahre und lag bereits 184 unter der Erde
Auch ein Hausmeister muss mal raus. Aber Kurt kann nicht wegschauen. Er sieht sie einfach: die Arbeit
Im Juli vor sechs Jahren wurde der weltberühmte Dirigent Carlos Kleiber in Slowenien begraben, ganz ohne letzte Ehre des offiziellen Österreich. Franzobel über einen, der die Wiener nicht gebraucht hat.
Gustav Mahler (1860 bis1911) wurde nur 51 Jahre alt - Er hat einen Teil der Musikwelt niedergerissen und in den Ruinen Baustellen errichtet
"Frau Fekter" , habe ich geschrieben, "man kann nicht verlangen, dass ich ein Schreiben an Sie mit der Floskel ,Sehr geehrte‘ beginne."
Es ist alles ein Abenteuer, wenn ich einen Satz beginne, ich weiß nicht, wie er enden wird, und trotzdem wage ich es - Alois Hotschnig über den in Zagreb lebenden kroatischen Übersetzer Sead Muhamedagić
Der Schriftsteller Multatuli ist einer der berühmten Vergessenen - In den Niederlanden wird er dieses Jahr groß gefeiert und fast täglich zur Auferstehung gebracht
Na bumm, dachte ich mir. Der Mann gefällt mir. Ich werde ihn nicht mehr aus den Augen lassen. Doch das erwies sich als schwierig.
Unsere erste Begegnung fand in einem Wirtshaus statt. Dort saßen wir zufällig nebeneinander am Tisch - Das ist nun tatsächlich schon 25 Jahre her
Über Karl Valentin - Für Friedrich Achleitner zum Beginn seiner 81. Sonnenumrundung
Immer wieder schaue ich ihre Fotos an. Ich frage mich, was ich über sie weiß. Hatten sie Freundinnen? Wohlgehütete Geheimnisse?
"Nur was ich vergessen soll, vergesse ich nicht." 30 Jahre verbrachte Nelly Sachs, die Berliner Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin, im schwedischen Exil
Der Kanzler ist sechsundsechzig, er mag die kritischen Jungen im Land, die ließen ihn wichtige Wahlen gewinnen. Der Redakteur ist siebenundzwanzig, hat einen Kassettenrekorder mit
Klaus Adomeit war kein Philosoph, er tat Dinge, die eines Philosophen würdig gewesen wären
So viele Orte, Namen und Eindrücke ihm das Vergessen auch nahm, genügend Berggipfel, um zu benennen, wohin er nicht mehr musste, fielen ihm fast bis zum Ende ein
Was sich schon früh in seinem Leben manifestierte, war ein Hang zu Visionen, die ihn von Zeit zu Zeit anfielen - Über Joseph Cornell
Es ist gar nicht so leicht, keine Meinung zu haben, und trotzdem dauernd umzufallen - Das braucht Übung und Fingerspitzengefühl
Die hingestreckte, wie von einem Blitz gefällte Gestalt des Mannes, der, wie jener unbekannte Meister der Illusionsmalerei, in sein eigenes Bild Eingang gefunden hat
Ich kenne ihn. Das heißt, ich habe mich mit ihm beschäftigt, persönlich begegnet bin ich ihm nicht
Wir pflegten uns, wir trieben Sport und genossen die Landschaft, in der sich das Gesindel nicht verstecken konnte
Nein, mein Großvater war kein Held. Wie könnte er es auch sein, wenn das Allergrößte, das Allerhöchste, was man von ihm erwarten konnte, ein Witz war oder ein Scherz
Wäre es besser gewesen, meine Großmutter oder Jackson C. Frank gewesen zu sein - Ich muss entscheiden
Ob Falco die Freunde hatte, die er verdiente, vermag man nicht zu beurteilen - Fest steht, dass etliche, die sich seine Freunde nennen, auch gut an ihm verdienen
Die Bäckersfrau saß fast immer neben der Vitrine auf einem einfachen Holzstuhl. Sie trug eine bunte, verwaschene Kittelschürze
Worum ein Autor des 21. Jahrhunderts einen in Vergessenheit geratenen Erfolgsautor des 19. Jahrhunderts beneidet
Man muss dem Herrgott danken, dass man eine wie die Reni unter die Haube bringt
Er arbeitete von jeher als Knecht bei einem Bauern und ging jeden Tag zu Fuß die vier Kilometer vom Hof bis zur Ortsmitte und wieder zurück
Die Deckerle lebte unterhalb unserer Wohnung, und da sie genügend Zeit hatte, gab sie acht auf uns zwei Geschwister, während die Eltern in der Arbeit waren
Ein Wunschkonzert aus diffusem Fernweh und bloßfüßiger Wildheit: Adelheid Dahimène über Freddy Quinn
Was für ein Name! Wie Cher oder Madonna. Wie Jesus. Oder Che. An einen solchen Namen muss man einfach glauben. Und er war allgegenwärtig. Über Josip Broz Tito
Das Christkind kommt zum Naschmarkt. Langsam bahnt es sich einen Weg. Viele Menschen weichen ihm aus. Einer rempelt ihn an, entschuldigt sich
Jimi ist tot, Janis ist tot, aber Bob lebt und singt Weihnachtslieder - Und er lebt als Indiz dafür, dass man vom Gipfel auch wieder absteigen kann
"Hör niemals auf zu lernen" waren die letzten Worte, die ihm sein Vater zurief, als dieser von den SS-Schergen abgeführt wurde: das Leben des Adam Zielinski
Sie war ein äußerst großzügiger Mensch, stolz und jähzornig. Das Porträt meiner Mutter - Von Barbara Fischmuth
Wiltrut Stefanek will sichtbar leben und ihrer Krankheit in der Öffentlichkeit ein Gesicht und eine Stimme geben
Im Mai 1942 gehen zwei Frauen mit einem kleinen Mädchen spazieren. Dem Mädchen stehen die Knie wie Kugeln aus den Beinen
Niemand von uns hat erwartet, dass wir im Paradies ankommen würden. Wir sind die einzigen Menschen auf der Insel
Seine Fotos vom Leben der Anderen zeigen eine DDR abseits aller Inszenierungen: Harald Hauswald, ein Fotograf aus Ostdeutschland
Lena Amsel lebte schnell, wollte alles und das sofort. Über ein Leben voller Skandale und den Tod im Bugatti - Zum 80. Todestag
Ihre Kindheit verbrachte sie in Armut, hinaufgearbeitet bis zur Abgeordneten hat sie sich aus eigener Kraft
Wir waren nach Krakau gereist, ins Museum Czartoryski, wo es nach Bohnerwachs roch und billigen Nikotinschwaden - Von Andrea Maria Dusl
Das bin ich, schreie ich, und tatsche stolz mit dem Finger auf das Bild eines unschuldigen Kindes mit Bär - Von Kathrin Resetarits
Er selbst spielt gern seine Hauptrollen: Gockel mit Monokel, Untugendbolde. Eine große Karriere scheint ihm in die Wiege gelegt - Aber sie kommt nicht
Geronimos Gefangenschaft und die Schändung seiner Gebeine haben dazu geführt, dass das indianische Bewusstsein in das Bewusstsein der Weißen eingedrungen ist
Sie kam 1937 nach Buenos Aires - Heute noch weiß sie, was sie anhatte, als sie vom Schiff herunterstieg
Arno Geiger über die Österreicherin Ida Palme, die in den 30er-Jahren nach London emigrierte
Dine Petrik über die burgenländische Schriftstellerin Hertha Kräftner
Martin Pollack über Henryk Schendera aus Bóbrek in Galizien, der in die USA immigrierte
Der Schriftsteller Josef Haslinger beschreibt seinen Kollegen Ilija Trojanow als "Abenteurer der Spiritualität"
Anna Mitgutsch über die eigenwillige und unangepasste Bostoner Kunstmäzenin Isabella Stewart Gardner
Walter Famler über die lächelnde Ikone des Weltraumzeitalters, Juri Gagarins
Über eine junge Frau am Umschlag eines Fotobandes des italienischen Fotografen Luciano Ferrara - Von Clemens Berger
Adolf Holl über den kalabrischen Abt Joachim von Fiori, der bereits zu Lebzeiten genoss er ein hohes Ansehen als Zukunftsdeuter genoss
Kurt Palm über Adalbert Stifter und seine Ziehtochter und Haushaltshilfe Juliana Mohaupt