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Der Wiener Communitysender Okto lud zur ersten Redezeit, Thema der Diskussionssendung: "Die sprachlose Republik".
"In Österreich wird nicht mehr diskutiert, sondern nur noch verlautbart", sagte eine selbst sehr diskussionseifrige Dusl. Besonders Politiker versuchen, den "öffentlichen Diskurs abzuschaffen", meinte Kabarettist Werner Schneyder. Dusl vermisse Club 2 oder auch Phettbergs nette Leit-Show. So viel Nostalgie ging Falter-Journalistin Doris Knecht zu weit: "Auch der Club 2 war manchmal stinkfad. Die Frage ist, was erwartet man prinzipiell, wenn Leute zusammen sitzen?"
Der Einwurf gab der Debatte den nötigen Zunder: In der Folge meinte Historiker Lothar Höbelt etwa, dass die Kronen Zeitung "gut gemacht" sei, worauf Phettberg erstens beantragte, "Höbelt rauszuschmeißen" und zweitens ganz allgemein meinte, dass "wir Österreicher ein Trottelvolk" sind.
Die Runde beklagte weiters das fehlende Feuilleton in Österreich. "Warum ist das so?", fragte Dusl. "Keine Ahnung", antworte Schneider. Knecht: "Die Leute haben keine Meinung mehr."
Von nun an wird im Rabenhof jeden Sonntag ab 20 Uhr diskutiert, zu sehen jeweils am folgenden Samstag ebenfalls um 20 Uhr auf Okto (im Kabelnetz auf Kanal 8). Detail am Rande: Noch etwas ist anders als früher beim Club 2. Die Gäste sitzen nicht auf braunen Ledersofas, sondern auf orangeroten Stofffauteuils. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.04.2006)
in internetforen habe ich leider bemerkt, dass linke gern diskutieren, aber wie sektierer, nur untereinander. meinung die der temporären pragmatik nicht entspricht oder diese hinterfragt, ist ja konterproduktiv.
man bekommt keine antworten mehr. es kann sogar passieren, dass der ganze linke zirkus in eine anderes forum abwandert um endlich ruhe zu haben.
so ist das eben, die einen "verlautbaren", die linken fallen fallen mit ihrer einheitsmeinung, wie heuschrecken über einen her.
wenn ihr im internet so nicht mehr bestehen könnt, setzts euch halt auf eine bühne, am besten ohne publikum ... (die forderung ist bezeichnend) zeitversetzt wird die kollektive durcheinandergeredete verlautbarung im fernsehen gesendet.
mfg
johann potakowskyj
da die linken die intellektuellen (=soziale und politische Vorgänge hinterfragt, analysiert, kritisiert)sind, die rechten zum mob/pöbel (=bestimmte Gruppe von Personen, die vom Sprecher oder Beobachter mit gemeinsamen negativen Attributen versehen werden, oder sich gemeinsam ohne erkennbare Führung gemäß einer Agitation verhalten) gezählt werden, ist es wohl klar warum eine diskussion öd wird. zumindest für den linken.
ich keinen fernseher habe, bleibt mir wohl beides erspart.
ja natürlich, wer links kritisiert muss ja wohl ein mieser rechter sein - genauso wie halt joerg haider schon alle, die ihn kritisieren - als miese linke bezeichnet.
wie sich die geister doch trotz gegenseitiger polarisierung gleichen. solange sich hier alle als dieser oder jener clan fühlen und nicht über den schatten des historischen österreicherdaseins springen können ...
.. so lange wird das hier leider nichts mit der echten demokratie hier - und auch nichts mit der vergangenheitsbewältigung.
mfg
johann potakowskyj
ja,stimmt, die demonstrative haltung des pöbels gegenüber der regierung hat mich auch in erstaunen versetzt. ein wahres feuerwerk brennt im ösi, vor lauter demonstrationen erzittert das rechte regierungslager. jeder der sich mit diesem zustand einverstanden erklärt (auch menschenrechtlich) ist für mich entweder ein sehr einfacher geist oder er zieht kapital daraus.
saufen Sie doch, was, wann und wieviel sie wollen. Aus einer pointierten Bemerkung Phettbergs eine eigene Suada gegen die "linke Elite" abzuleiten, das kann man weder dem Alkohol noch der Nüchternheit anlasten. Da stimmt schon bei der Grundsubstanz, die dadurch manipuliert würde, etwas nicht.
In diesem Sinne: Prost, und möge Ihr Goldhamster nicht unter Ihrem Frustrationslevel leiden.
ich war schon seinterzeit arenabesetzer und vor einiger ezit auch sehr aktiv im widerstand gegen diese sagenhafte regierungkoalition.
linke meinen mit diskutieren was anderes. schon in der jugendbetreuung fordern sie die kids auf überall zu diskutieren und schon gehts nicht um die eigene meinung des jugendlichen sondern darum, den standpunkt der jeweiligen linken gruppe so zu verbreiten.
die jeweilige "eigene kollektive meinung und das eigene kollektive aktuelle thema" holt man sich von ideologisch gebildeten gelehrten ab.
wie bei diskussionen in chineschen schulklassen muss sich jeder entschuldigen, wenn seine meinung von "falscher eigener erkenntnis" getragen und nicht mit den bedürfnissen des kollektives abgestimmt sind.
mfg
jta
als ob die rechten eine eigenständige, selbst durchdachte meinung hätten - bei denen ist das ja noch viel schlimmer....
ihre meinungen sind auch nur zusammengesetzt aus vielen anderen meinungen dies schon gab, geht wohl jedem menschen so, vor allem im politishen bereich.
ist tatsächlich das Einzige, das man hört. Vor allem von regierender Seite her hat sich das so entwickelt. Diskussionskultur gibt es daher auch keine mehr. Viele Leute haben tatsächlich keine (eigens gebildete) Meinung mehr, sondern lassen sich von politischen Parteien willfährig und gemütlich steuern. Da kann es einem schon vorkommen, als wäre das eine Republik der Trottel. Da gab es in den 70er und 80er Jahren einige Sciencefiction Filme, die einen solche satten und einfältigen Staat darzustellen versuchten (zB "Rollerball", vor kurzem ausgestrahlt). Alle sind darin zufrieden, unter der Vorraussetzung, nie die Herrschaftsstruktur in Frage zu stellen...
"wir sind ein trottelvolk" - sensationell diese intellektuelle großleistung, gewürzt mit ironie und leiser kritik.
warum nur ist es hierzulande so beliebt sich durch österreich-beschimpfungen als intellektuell zu präsentieren? ich halte das eher für masochistisch.
Das ist eine Tatsachenfeststellung. Allerdings ist es nur eine Teilmenge der Wahrheit. Die ganze Wahrheit ist, dass der Mensch, statistisch gemittelt, ein absoluter Trottel ist - und dass jeder von uns einen mehr oder minder gebändigten Trottelanteil in sich hat.
Ich glaube weiters zu erahnen, dass die gesamte Schöpfung eine Trottelei sondersgleichen ist; allerdings steht der schlüssigen Verifizierung dieser Mutmaßung mein eigenes Trottelsein epochal im Wege.
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