Rosa Rettung

  • Rosé-Champagner, kein preiswertes Produkt.
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    Rosé-Champagner, kein preiswertes Produkt.

Tradition bleibt traditionell, Rosé rosa, sagt Luzia Schrampf

"Rosé ist gerettet", zeigt sich der Weinfreund erleichtert, nachdem er las, dass die EU den Rückzug in puncto Roséherstellung antrat. Im Sinne der gern strapazierten Chancengleichheit auf dem globalen Markt wurde vorgeschlagen, dass der rosa Wein auch ein Verschnitt von roten und weißen Weinen sein dürfe, entgegen der europäischen Tradition, was einigen Staub aufwirbelte. Künstlich befeuert wurde die Debatte von jenen Medien, die routinemäßig die EU bejammern: Diese vergreife sich an "unserem" Rosé, führe Ehrliche an den Rand des Abgrunds und Tüchtige in die ewige Verdammnis.

Dass man sich vorher keinen Deut darum kümmerte, wie das Getränk tatsächlich entsteht, das sich an Hundstagen wie diesen so angenehm trinkt, findet sich auf einem anderen Blatt. Dass er selten Gegenstand penibler Qualitätsstrategien, sondern oft Nebenprodukt der Rotweinerzeugung ist, stört nicht. Die "Saignée"-Methode, bei der ein Teil des Mostes abgezogen wird, bewirkt eine natürliche Konzentration in Rotweinen. Und bevor der abgezapfte Saft unentlohnt in den Gulli fließt, wird er zu Rosé verarbeitet. Das ist a) erlaubt und b) so schlecht oder so gut wie der daraus entstehende Wein.

Noch eines: Rosé-Champagner, kein preiswertes Produkt, wird häufig durch Mischen von roten und weißen Weinen hergestellt. Traditionsgemäß und legal. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/17/07/2009)

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2 Postings

Schilchersekt ist nur von Blauer Wildbacher Traube.

Auch Uhudlersekt ist keine Cuvee mit Weißwein.

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