Wiederbetätigungsprozess gegen "Objekt 21" startet am 23. Oktober

Drei Verhandlungstage im Landesgericht Wels - "Partyzentrum" mit NS-Symbolen

Wien -  Sieben Mitglieder des - laut Eigendefinition - "Freizeit- und Kulturvereins 'Objekt 21'" müssen sich ab 23. Oktober wegen Wiederbetätigung vor dem Landesgericht Wels verantworten. Die vor zwei Jahren aufgelöste Vereinigung hatte u.a. in einem Bauernhof im Bezirk Vöcklabruck ein "Partyzentrum" mit NS-Symbolen eingerichtet. Das Haus gehörte ausgerechnet dem Vater von Regisseur Stefan Ruzowitzky, der für sein KZ-Drama "Die Fälscher" einen Oscar erhielt. Er war die unliebsamen Mieter erst mit einer Delogierung Ende 2012 losgeworden.

Bei den sieben Angeklagten, von denen sich zwei auch wegen Vergehen nach dem Waffengesetz verantworten müssen, soll es sich um den harten Kern des "Objekt 21" und um amtsbekannte Rechtsextreme handeln. Der Prozess umfasst alle Personen, die in diesem Zusammenhang identifiziert und ausgeforscht werden konnten, so die Staatsanwaltschaft am Montag zur APA. Die Beschuldigten dürften zudem Teil einer größeren kriminellen Organisation gewesen sein, auf deren Konto zahlreiche Straftaten - von Brandstiftung über Raub bis hin zu Menschenhandel - gehen. Derzeit arbeitet die Justiz Anzeigen gegen rund 35 Verdächtige ab, einige mussten sich bereits vor Gericht verantworten.

In der Wiederbetätigungs-Anklage bezieht sich die Staatsanwaltschaft auf die Jahre 2008 bis 2010. In diesem Zeitraum sollen die Beschuldigten an Veranstaltungen teilgenommen haben, bei denen die NS-Ideologie verherrlicht wurde. In ihrem Partyraum seien Nazi- bzw. SS-Devotionalien aufgehängt gewesen, die Grillstelle im Garten war in Form einer "schwarzen Sonne" - eines NS-Symbols - angelegt und am Eingang die Reichskriegsflagge gehisst. Zudem habe man entsprechendes Propagandamaterial bereitgehalten und dem Verbotsgesetz widersprechende Lieder gespielt. Hinzu kommen das Vorzeigen nationalsozialistischer Symbole und Tätowierungen sowie Hitlergrüße. Für den Geschworenenprozess sind vorerst drei volle Tage anberaumt, ein Teil der Angeklagten leugnet die Vorwürfe. (APA, 7.10.2013)

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