Mord an drei Kindern: Tirolerin muss in der Schweiz lebenslang in Haft

Frühestens nach 15 Jahren ist Entlassung möglich

Horgen -  Eine gebürtige Tirolerin, die wegen der Tötung ihrer drei Kinder in Horgen (Kanton Zürich) vor Gericht stand, ist am Dienstag zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die 39-Jährige wurde des mehrfachen Mordes und der vorsätzlichen Tötung schuldig erkannt.

Die Frau hatte nach jahrelangem Leugnen im vergangenen Dezember gestanden, in der Nacht auf 24. Dezember 2007 ihre siebenjährigen Zwillinge erstickt zu haben. Während des Prozesses erklärte sie sich außerdem verantwortlich für den Tod ihres erstgeborenen Kindes. Bis zu diesem Geständnis war man von einem Fall von plötzlichem Kindstod ausgegangen. 

Frau muss Therapie absolvieren

Während des Strafvollzugs hat die Frau eine ambulante Therapie zu absolvieren. Damit folgte das Gericht dem Antrag der Anklage. Diese hatte eine stationäre Maßnahme, wie die Verteidigung sie verlangte, abgelehnt.

Bei einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe kann der oder die Inhaftierte frühestens nach 15 Jahren einen Antrag auf bedingte Entlassung stellen. Da die nun Verurteilte bereits fünf Jahre in Haft ist, könnte sie in zehn Jahren ein solches Gesuch einreichen.

Bereits Anfang 2010 hatte das Zürcher Geschworenengericht die Frau wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Kassationsgericht hob später das Urteil wegen ungenügender Verteidigung auf. Weil das Geschworenengericht inzwischen abgeschafft ist, war neu das Bezirksgericht Horgen zuständig. (APA, 29.1.2013)

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