Japanmakaken im Gleichtakt

Bisher war unbekannt, dass es auch bei Primaten zu Synchronisierungen kommt

Tokio/Wien - Menschen neigen unbewusst oft dazu, Bewegungen an diejenigen des Gegenübers anzupassen. Gehen wir beispielsweise mit jemandem die Straße entlang, synchronisiert sich im Laufe der Zeit meist die Schrittfrequenz. Diese Form der unbewussten Anpassung gilt unter Verhaltensbiologen als Zeichen für eine Bindung: Die ähnliche Taktung soll unbewusst die Beziehung zu unserem Gegenüber stärken - oder anbahnen.

Dass auch Affen diese Form der nonverbalen Beziehungshilfe nutzen, war bisher unbekannt. Doch nun berichtet ein japanisches Forscherteam um Autor Yasuo Nagasaka (Riken Brain Science Institute in Tokio), dass auch Japanmakaken sich synchronisieren können - spontan und ohne sich abzustimmen.

Für ihre Studie im Fachjournal "Scientific Reports" brachten die Wissenschafter Japanmakaken zunächst bei, einen Knopf zu drücken. Im ersten Experiment wurden dann zwei Affen in einen Versuchsraum verfrachtet, und beide begannen, den jeweils vor ihnen befindlichen Knopf zu drücken. Bei der Auswertung der Daten stellten die Forscher dann fest, dass die Affen im Laufe des Experiments ihre Bewegungen so verlangsamten oder beschleunigten, dass sie zu denen ihres Gegenübers passten.

In einem zweiten Versuch überprüften die Forscher, ob die Affen auch auf einen nur per Video präsenten Partner so reagierten - was tatsächlich passierte. Warum die Affen ihr Verhalten synchronisieren, sei indes noch nicht klar, so die Verhaltensbiologen. (tasch, DER STANDARD, 29.1.2013)

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