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Wien - Ein Bericht im STANDARD vom Vorjahr über eine geistig und körperlich behinderte junge Frau in Wien, die mehr als fünf Monate auf eine notwendige Zahnbehandlung warten musste, hat viele Reaktionen hervorgerufen.
Angehörige und Ärzte bestätigten, dass es für Patienten mit besonderen Bedürfnissen so gut wie keine Behandlungsmöglichkeiten unter Vollnarkose gibt. Betroffen davon sind auch Kinder, deren Gebisse so kaputt sind, dass man ihnen eine Behandlung bei Bewusstsein nicht mehr zumuten kann.
"Der Kassenvertrag ist von 1957 und beinhaltet weder Kinder-, noch Behindertenbehandlung, das ist pervers", kritisiert Claudius Ratschew von der Zahnärztekammer. "Die Sozialpolitik hat kein Interesse an dem Problem, weil Behinderte und Kinder keine Wähler sind."
In Wien ist die einzige Anlaufstelle derzeit das Klinikum in Hietzing mit entsprechend langen Wartezeiten, in der Jugendzahnklinik werden nur Sedierungen vorgenommen.
Für die Eltern und pflegenden Angehörigen heißt das, sich wochenlang auf die Suche nach einem Zahnarzt zu machen, der bereit ist, die Behandlung in einem Krankenhaus durchzuführen. Zahlen muss man diese dann privat: Zwischen 500 und 700 Euro pro Stunde kostet eine Vollnarkose, Spitalskosten kommen dazu.
Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SP) versprach nach dem Bericht, nach einer Lösung zu suchen. Am Montag sicherte ein Sprecher ihres Büros auf Nachfrage zu, noch im ersten Halbjahr 2013 werde eine entsprechende Einrichtung für Patienten mit Behinderung im Krankenhaus SMZ Ost eingerichtet.
Für die wenigen niedergelassenen Mediziner, die sich zu Behandlungen bereiterklären, bedeutet das finanzielle Einbußen. Eine Ärztin in Wien-Hietzing behandelt mehrmals pro Woche Patienten mit Behinderung, über Mundpropaganda verbreitet sich ihr Name unter Betroffenen.
Weil sie sich schon einmal öffentlich über die bestehenden Einschränkungen beschwert und dafür Ärger von Behörden erlebt hat, möchte sie anonym bleiben. "Mein Engagement steht über meinen finanziellen und rechtlichen Ängsten", stellt sie klar. "Aber es ist existenzbedrohend."
Für die Behandlung behinderter Menschen brauche es eine spezielle, teure Ausstattung. Viele kämen bereits mit großen Schmerzen zu ihr, weil sie überall sonst abgelehnt wurden. "Diese Menschengruppe ist wehrlos und hat keine Lobby", fasst die Ärztin zusammen. Oftmals verbringe sie einen ganzen Tag damit, ein Spital zu finden. "Ich bringe alles mit, sogar meinen eigenen Anästhesisten - und trotzdem ist es fast unmöglich", ärgert sie sich.
Eine ihrer Patientinnen, 31, ist seit einem Arbeitsunfall geistig schwerbehindert und spastisch. "Die Reha kostet Millionen, aber an einer Zahnbehandlung scheitert es?", fragt sich die Ärztin. Sie hat mit anderen Kollegen den Verein ipunkt gegründet. Mit dem Wilhelminenspital gebe es gute Gespräche für eine Kooperation.
In Salzburg wird Ärzten ab heuer der doppelte Tarif von der Kassa bezahlt, wenn sie behinderte Patienten in einer Kassenambulanz behandeln. Niedergelassenen wurde das vom Hauptverband verweigert, obwohl die Kasse gezahlt hätte. Begründung: Gleichbehandlung aller Patienten. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 29.1.2013)
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....warum packen die Angehörigen den Betroffenen nicht ins Auto und führen ihn 50km nach Ungarn, wo dutzende Zahnkliniken mit modernsten Sedierungsmöglichkeiten ausgestattet sind!? Kosten sind niedrig und werden von der KK teilrückerstattet....
...ich möchte noch eine tragische Konsequenz dieser Situation aufzeigen: Natürlich kümmern sich auch andere Spitäler mit Zahnambulanz um die Behinderten (selbst erlebt mit meiner Tochter), allerdings gibt es dann keine adäquate Behandlung mehr, sondern nur noch "Radikalextraktion". So nach dem Motto: "Naja, bei der ists eh nicht so schlimm, wenn sie keine Zähne mehr hat".
vielleicht sollte man schreiben für behinderte menschen die beim zahnarzt eine vollnarkose brauchen.... aber dann wirkt die schlagzeige weniger reisserisch.
zumal ich nicht denke, dass jeder behinderte vor allem körperlich behinderte die benötigt, denen reicht oft eine behindertengerechte praxis ohne stufen usw.
...Sie haben im Prinzip schon Recht. Ich glaube nur, dass das Thema eine reisserische Schlagzeile "verträgt". Lainz(KH Hietzing) ist mit unglaublich lieben und umsichtigen Menschen ausgestattet (persönliche Erfahrung mit meiner behinderten Tochter, die Vollnarkose braucht). Es ist aber die EINZIGE Stelle in Wien, wo das "auf Krankenschein" gemacht wird. Das ist in der Tat erbärmlich und "schreit zum Himmel". Daher ist reisserisch ok. So nebenbei: Für Nichtbehinderte Phobiepatienten ist die Lage ebenfalls tragisch und die Nacht-Zahnarztsituation bzw. Wochenende/Feiertage ist ebenfalls eine Zumutung.
Auch die Zahnbehandlung von Nicht-Behinderten soll besser werden.
Kurios: In Deutschland kosten z.B. Kronen nur 2/3 wie in Österreich. Die deutschen allg. Kassen zahlen aber einen Festbetrag dazu, Österreich nichts.
Wer in Österreich für einen vitalen Zahn eine Füllung braucht, muß die Betäubungsspritze selbst bezahlen, ansonsten wird ohne örtliche Betäubung herumgebohrt, in Deutschland ist das in der Behandlung enthalten.
Im benachbarten Ungarn kostet eine Krone weniger als die Hälfte wie in Deutschland, 3 km über der Grenze, und die Qualität ist genauso gut. Da ist zu Österreich noch mehr Abstand ...
Dasselbe mit der professionellen Zahnreinigung.
Dann hat er Ihnen das geschenkt.
Ich habe extra Rechnungen bekommen. Ich habe mich in Österreich zweimal im Urlaub behandeln lassen (ich bin Auslandsösterreicher), die Zahnbehandlung wird aufgrund des Krankenkassenabkommens übernommen, die Spritze wird von der Kassa nicht bezahlt, sagte die österr. Ärztin.
Er schenkt mir dann aber dauernd diese Leistung. neulich hat e rbeim Anprobieren einer Krone sogar vorgeschlagen, das unter Lokalanästhesie zu machen, weil es angenehmer für mich sei. Und das war nun wirklich eine kurze Angelegenheit.
meinen Kind mit besondern Bedürfnissen wurden unter Vollnarkose im KH Lainz die Milchzähne gezogen. Ich kann Lainz, welches eine spezielle Abteilung dafür hat, nur empfehlen. Wir wurden, man glaubt es kaum, wie Menschen behandelt. Danke nochmals an das Lainzer Team
für jede menge von asvg-pensionisten und -innen, die alle paar jahr ihre kur beantragen und bezahlt kriegen, obwohl sie das gar net brauchen. aber das geht einfach und unbürokratisch, dafür haben die kassen geld.
Mein letzter wollte mir dafür unbedingt eine Vollnarkose bei ihm in der Praxis andrehen, da ich es als Angstpatient schlimmer habe.
Kostenpunkt in etwa 700€.
Habe abgelehnt, dann kam er mit Schauermärchen was so ziemlich das letzte ist was man in Zusammenhang mit einer Wurzelspitzenresektion hören möchte.
Zahnarzt gewechselt, ohne gemacht verteilt auf mehrere Sitzung, hat nicht weh getan. Spitze.
Daher mein Mitgefühl an alle, die es noch schlimmer erwischt
könnens der Urstrumpftant erzählen, dass Ihnen IhrZahnarzt wegen einer Wurzelspitzenresektion eine Vollnarkose einreden wollte. Wenn man die rechtliche Situation kennt weiß man, dass das rechtliche (abgesehen vom medizinischen) Risiko, unverhältnismässig hoch ist. Wegen 700€ geht das kein denkender Mensch ein.
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