Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Sorgte für Aufregung im Bund Deutscher Burschenschaften: Kai Ming Au, chinesischstämmiges Mitglied der "Burschenschaft Hansea Mannheim".
Noch vor ein paar Jahren hat Christian Becker nur gelacht über die Österreicher. "Die waren der Inbegriff der Rechten, aber sie hatten keinen Einfluss", sagt der ehemalige deutsche Burschenschafter. "Wir haben sie einmal im Jahr auf dem Burschentag in Eisenach bestaunt, so wie man seinen Großvater verwundert anschaut."
Mittlerweile aber haben die einst Verlachten die Führungsrolle im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) übernommen.
Auf einem außerordentlichen Burschentag in Stuttgart wurde die Wiener Teutonia zur Vorsitzenden gewählt, eine Verbindung, die das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextrem einstuft. Laut internen Dokumenten des Burschentags soll sie von der Danubia München, einer ebenfalls extrem rechten Verbindung, bei der DB-Führung unterstützt werden. "Den völkisch-nationalen Verbindungen ist damit die Machtübernahme geglückt", sagt Becker. Gerade einmal 4000 Mitglieder haben österreichische Burschenschaften noch, Alte Herren inklusive. Eine unbedeutende, machtlose Minderheit? Das DÖW sieht das anders: "Burschenschaften haben im Vergleich zu ihrer Größe einen überproportionalen Einfluss", sagt Andreas Peham, Rechtsextremismus-Experte des DÖW. "Mit der FPÖ halten sie sich quasi eine eigene Partei."
Burschenschafter sind zudem stark in staatsnahen Betrieben, staatlichen Forschungszentren und in Universitätsräten vertreten. Bereits ab den späten 1940er-Jahren seien sie per Proporz etwa in der verstaatlichten Industrie untergekommen, sagt Peham - teilweise auch auf Tickets der SPÖ, da dieser die eigenen Akademiker fehlten.
Während die österreichischen Burschen traditionell als besonders rechts gelten, war das in Deutschland nicht immer so. Exburschenschafter Becker war 23 Jahre Mitglied der Burschenschaft Raczek zu Bonn. Vergangenes Jahr wurde er ausgeschlossen, nachdem er die Initiative "Burschenschafter gegen Neonazis" gegründet hatte. Als Becker 1988 den Raczeks beitrat, hatte der Bund Mitglieder "aus allen Teilen der Gesellschaft, von SPD bis CDU", wie er sagt. Heute gilt der Bund als einer der rechtesten.
Ihre Geschichte sei symptomatisch für die Entwicklung der Burschenschaften in den vergangenen Jahren, meint er: weg aus der Mitte, hin zum rechten Rand. Schuld sind laut Becker zwei Entwicklungen: In den 90er-Jahren litten Burschenschaften unter massivem Mitgliederschwund, in zahlreichen Verbänden waren kaum oder gar keine Aktiven mehr. Gleichzeitig gingen die deutschen Behörden massiv gegen rechtsextreme Vereinigungen vor: Die Wiking-Jugend wurde verboten, genau so wie die Freiheitliche Deutsche Arbeiter-Partei.
Die Aktivisten verloren ihre Strukturen - und kamen auf die Idee, dass sie in den Burschenschaften neuen Halt finden könnten. Seither sind Rechtsextreme erfolgreich in deutsche Burschenschaften eingesickert.
Seit Jahren schwelt in Deutschland bereits ein Streit zwischen den liberalen und den zunehmend rechtsradikalen Bünden. 2011 eskalierte der Konflikt, als unter anderem die Raczeks eine Art Arierparagrafen für Burschenschafter forderten. Der Grund: Der Burschenschaft Hanse Mannheim hatte den chinesischstämmigen BWL-Studenten Kai Ming Au aufgenommen.
Mittlerweile sind schon 17 Bünde, darunter die Hansea, aus der DB ausgetreten. Die Vorsitzübernahme der Teutonia wird den Zerfall wohl beschleunigen. Auf dem Akademikerball, ehemals WKR-Ball, am Freitag in Wien werden dennoch viele deutsche Gäste tanzen - nicht aber FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, wie dieser via "Kronen Zeitung" wissen lässt. (Tobias Müller, DER STANDARD, 29.1.2013)
Polizei hatte Demonstration "vorsorglich" wegen drohender Zwischenfälle untersagt - das sei nicht zulässig, so die Verfassungsrichter
Auch die stellvertretende ÖH-Chefin Janine Wulz hat der FPÖ-Politiker angezeigt
Protestveranstaltungen rund um Ball in der Wiener Hofburg - FPÖ kritisiert Polizei - Neun Festnahmen und vier Leichtverletzte - mit Video
Umfangreiche Platzverbote sollen die Besucher des von der FPÖ ausgerichteten Akademikerballs und die angekündigten Gegendemonstranten voneinander fernhalten. Die Polizei stellt ein Großaufgebot.
Dritter Nationalratspräsident kritisiert Gegner aus der "linksextremen Szene"
"Ich wurde nie befragt", kritisiert Gewaltopfer Albrecht Konecny
Er sage nicht "aus politischen Gründen" ab, sondern wegen eines Urlaubs, sagt der FPÖ-Chef
Ball der Burschenschaften sorgt trotz Veranstalterwechsels für Kritik - Gegendemos relativ jung, aber rasch gewachsen
Radikalität der Schlagenden hat eine lange Tradition
Der "Erste Wiener Akademikerball" der FPÖ, Nachfolgeveranstaltung des WKR-Balls, stößt auf breite Kritik. Nicht nur, dass die Hofburg angemietet wurde, auch der günstige Termin sorgt für große Verwunderung.
Oberösterreichischer Abgeordneter Podgorschek blitzte bei Unabhängigem Verwaltungssenat ab
Hofburgchefin Renate Danler hat die Aufregung um den Burschenschafterball nie verstanden - Der neue FPÖ-Ball in ihrem Haus ist für sie eine völlig andere Veranstaltung
Die Polizei für Demonstrationen gegen den umstrittenen Ball verantwortlich zu machen, ist ein Symptom blinder Wut - Von Michael Simoner
Disco, deutsche Balltouristen, Deckel am Kopf und ein Uniformskandal - Ein derStandard.at-Lokalaugenschein vom Burschenschafterball
Im Endeffekt sind aber beides komisch angezogene Clowns mit politisch merkwürdigen Ansichten und viel zu viel Einfluss.
Die einen himmeln hält dollfuss an, die anderen halt den anderen, der durch dollfuss erst möglich gemacht wurde.
in Österreich gibt es - wenn wir jetzt im deutschnationalen Spektrum bleiben - die Mädelschaften wie die Freya in Wien. Aber soweit ich weiß gibts die noch nicht so lange. Bei den katholischen Verbindungen gibts diese Damenbünde schon länger, selten auch gemischt. In Deutschland ist die Sache auch hier etwas anders, es gibt viel mehr konfessionslose, nichtschlagende und gemischte Bünde.
einer Burschenschaft sein. Hier wird Zusammenhalt, Kameradschaft, körperliche Ertüchtigung, und die gegenseitige Unterstützung praktiziert. Es werden gesellschaftliche Werte und Traditionen vermittelt und weitertrasportiert, sowie schwächere gefördert. Die in einer Burschenschaft entstandenen Verbindungen sind für das folgende Berufsleben von unschätzbaren Wert! Ich würde auch heute wieder beitreten.
Ich finde folgendes interressant: Alle diese sogenannten Werte könnten eigentlich auch innerhalb einer intakten Familie und eines freundschaftlichen Umfelds erworben werden.
Aber gerade Menschen nahe des rechten politischen Spektrums beschwören dann zwar stets vehement die Erhaltung der traditionellen Kernfamilie, suchen diese Werte aber auch tendenziell eher in Verbindungen wie den Burschenschaften. Auch für die Wehrpflicht werden diese Werte immer als Argument angeführt. Was bedeutet das eigentlich?
Ja freilich, wo kämen wir den hin ohne Freunderlwirtschaft in Österreich? Es könnten ja kompetente Leute in verantwortungsvollen Positionen unterkommen, was wir Nepotisten natürlich verhindern müssen, weil sonst könnte ja mal was weitergehen im Land!
Eigentlich sollte in einer akademischen Ausbildung das freie Denken gefördert werden und nicht das sinnfreie Nachbeten rechtsradikaler Gesinnungen belohnt werden.
Eigentlich sollten alle Mitgliedern von Burschaften die akademischen Titel aberkannt werden!
Zusammenhalt, Kameradschaft, körperliche Ertüchtigung, und die gegenseitige Unterstützung praktiziert.
Und warum brauche ich dafür eine Burschenschaft? Mit ein Bisserl Common Sense kommt man da auch so drauf.
Verbindungen für das folgende Berufsleben habe ich durch gute Arbeit, nette Kollegen und hilfsbereite Freunde auch.
Von unschätzbarem Wert? Ja vielleicht wenn man Netzwerke hochziehen will um Politiker zu korrumpieren, oder Institutionen unterwandern will oder in sonstigen Machenschaften verwickelt sein will. Tja wenn man das will ist es fast unumgänglich...
Ich brauche niemanden, der für mich denkt und mir tradierte Werte als nötig mitgeben will, einfach weil sie immer schon waren. Meine eigene Moral ist mein Maßstab, nach der ich meine Werte ausrichte. Dazu brauche ich keine Verbindung.
Vor Jahren waren wir mit griechischen, englischen und
zypriotischen Studenten in einem Lokal im 7.Bezirk.
Aus einem Kellerraum kamen immer wieder blutüberströmte junge Männer, die notdürftig verarztet waren, und idiotisch-stolz grinsten. Meine Tochter und ich bemühten uns, den ausländischen Studenten zu erklären, warum die "Farbenträger" das machten, sich Narben zufügten, die Gesichter zerhackten...
Ist uns nicht geglückt....wie soll man denn auch so was plausibel machen?
Und warum wollen diese Kerle unbedingt alle "Deutsche Männer" sein - bis ins Grab! (ich beziehe mich auf das Begärbnis eines Mühlviertlers, zelebriert durch die Arminia Czernowitz.)
Mit welchen naiven Studenterln waren sie denn da unterwegs? Burschenschafter und Arierverrückte gibt es in England, Zypern und Griechenland.
Empfehle ihnen die Besuche von Fußballmatches genannter Nationen zwecks Wissenstransfer zum Thema Rechts, Student, Burschenschaft und Völkischer Ertüchtigung im 21. Jh.
dass sie auf ihre dummen traditionen und ihre wirren inhalte stolz sind. genau jene dinge, für die sie von etwas gefestigteren persönlichkeiten belächelt werden.
wie ein kleinkind, das stolz seinen eltern erzählt, dass es grad die gaaaanz unterhose vollgegackt hat und sich jetzt erwartet, dass die erwachsenen ihn für seine tolle leistung loben werden.
Geld regiert die Welt!http://www.workupload.com/image/oAMDjSd
das liegt zum Teil daran, dass die Burschenschaften das Deutschnationale pflegen, also Österreich als Teil Deutschlands betrachten (die Burschenschaften sind ja 1871 für die sog. Großdeutsche Lösung eingetreten, also der deutschsprachige Teil von Österreich-Ungarn soll Mitglied des Deutschen Reichs werden, eingetreten und vertreten diesen Standpunkt ja heute noch).
In Deutschland gibt es viel mehr Variation bei den Studentenverbindungen, auch bei Burschenschaften. Es gibt welche die bereits nach dem 2. WK das Fechten aufgegeben hatten, Wehrdienstverweigerer aufnahmen und - wenn auch sehr wenige - mittlerweile Frauen aufnehmen.
"(die Burschenschaften sind ja 1871 für die sog. Großdeutsche Lösung eingetreten, also der deutschsprachige Teil von Österreich-Ungarn soll Mitglied des Deutschen Reichs werden, eingetreten und vertreten diesen Standpunkt ja heute noch). "
Guter Mann, das, was Sie hier anführen, ist die "Kleindeutsche Lösung". Die GDL hätte alle Gebiete des Habsburgerreiches mit einbezogen.
kleindeutsch = deutscher Nationalstaat ohne österreichische Beteiligung und unter Preußens Führung (1866/1871 verwirklicht)
großdeutsch = deutscher Nationalstaat mit den deutschen Gebieten der Habsburgermonarchie (inkludiert die böhmischen Länder) und vermutlich unter Österreichs Führung
großösterreichisch/mitteleuropäisch = mitteleuropäisches Reich bestehend aus allen deutschen Staaten und der gesamten Habsburgermonarchie unter Österreichs Führung; Aufgabe des Nationalstaatsprinzips zugunsten eines multinationalen Imperiums
Unter der Großdeutschen Lösung, verstand man 1848 einen deutschen Nationalstaat in dem auch das Kaiserreich Österreich integriert wird und die Führung inne hat.
Im Gegensatz dazu forderten die Alldeutschen, die Führung durch Preußen.
bin mir jetzt echt net ganz sicher...
Stellst dich nur so an und trollst einfach herum? Oder ist das ernst gemeint?
Mah, ich hab den Unterschied zwischen den wirklich so langsam denkenden und den Trollen noch immer nicht heraussen...
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.