Land Kärnten inseriert gesetzeswidrig in FPK-Blatt

28. Jänner 2013, 16:57
  • Landeshauptmann Gerhard Dörfler beim FPK-Wahlkampfauftakt für die Landtagswahl in Kärnten: In den "Kärntner Nachrichten" ist sein Konterfei allgegenwärtig.
    foto: apa/eggenberger

    Landeshauptmann Gerhard Dörfler beim FPK-Wahlkampfauftakt für die Landtagswahl in Kärnten: In den "Kärntner Nachrichten" ist sein Konterfei allgegenwärtig.

Gesetz sieht Inserate in Tages-, nicht in Wochenzeitungen vor - "Seit vielen Jahren gängige Praxis"

Klagenfurt - Stellenanzeigen des Landes Kärnten werden in der "Kärntner Landeszeitung" wie auf der Website des Landes veröffentlicht. Wie APA-Recherchen ergaben, erscheinen Hinweise auf die Ausschreibungen in Form von Inseraten in den Kärntner Tageszeitungen wie auch im FPK-Wochenblatt "Kärntner Nachrichten". Laut Kärntner Objektivierungsgesetz sind jedoch nur Inserate in den "regionalen Tageszeitungen" vorgesehen.

Warum auch in der blauen Wochenzeitung inseriert wird, ließ sich im Amt der Kärntner Landesregierung bei den zuständigen Mitarbeitern nicht eruieren - lediglich, dass diese Inseratvergaben "schon seit vielen Jahren" gängige Praxis seien. Die Kärntner Landesregierung, in der die FPK die absolute Mehrheit hat, ist jedenfalls der einzige Jobinserate-Kunde des FPK-Blatts, wie eine Nachfrage bei der ABC-Werbeagentur, der Herausgeberin, ergab.

68.000 Euro pro Jahr

In der Ausgabe der "Kärntner Nachrichten" vom vergangenen Freitag sind zwei Inserate des Landes platziert. Nach der auf der Website der ABC-Werbeagentur veröffentlichten Preisliste ergäbe sich für die zwei Inserate eine Rechnung mit 1.308 Euro netto. Vorausgesetzt, dies ist ein üblicher Auftragsumfang und man geht davon aus, dass die Zeitung wöchentlich erscheint, ergäbe sich durch die Inserate des Landes ein Jahresnettoumsatz von 68.000 Euro.

Ein Mitarbeiter des Landes sagte zur APA, man halte sich genau an das Objektivierungsgesetz und an die Weisungen. Landesamtsdirektor Dieter Platzer glaubte sich zu erinnern, dass die Weisung, auch in den "Kärntner Nachrichten" zu inserieren, aus der Ära des verstorbenen freiheitlichen Landeshauptmanns Jörg Haider stammt. Ausschließen könne er jedoch nicht, dass sie bereits in den 1990er Jahren von Christoph Zernatto (ÖVP) kam. Warum ein ÖVP-Politiker in einem freiheitlichen Blatt inserieren sollte? Das konnte Platzer nicht beantworten, einen parteipolitischen Zusammenhang bei der Inseratenpraxis sah er keinen. Das Gesetz schließe jedenfalls nicht dezidiert aus, dass in Wochenzeitungen inseriert werden dürfe, so Platzer.

Der derzeit zuständige Personalreferent ist Harald Dobernig (FPK). Seit September 2012 ist er für Personal allein zuständig, vorher waren die Agenden zwischen ihm und dem ÖVP-Landesrat - zuerst Josef Martinz, dann Achill Rumpold - aufgeteit. Dobernig war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Ein Sprecher des FPK-Politikers betonte, dass die Praxis, in den "Kärntner Nachrichten" zu inserieren, auch unter Personalreferenten anderer Couleur geübt worden sei.

Die ABC-Werbeagentur, die 2011 laut Firmenbuch einen Bilanzverlust von 435.000 Euro erwirtschaftete, steht im Eigentum von Armin Kordesch, seiner Frau und von Helmut Prasch. Kordesch leitet die Werbeagentur als Geschäftsführer, Prokurist Prasch fungiert laut Website als Chefredakteur der "Kärntner Nachrichten". Beide sind langjährige freiheitliche Weggefährten. Kordesch war einmal Landesgeschäftsführer, Prasch saß für die FPÖ im Bundesrat und war Landesparteisekretär. Inhaltlich sind die "Kärntner Nachrichten" auf die Bewerbung der FPK ausgelegt. Von sieben Bildern auf den ersten drei Seiten der aktuellen Ausgabe ist FPK-Landeshauptmann Gerhard Dörfler sechsmal zu sehen. Aktiver Kärntner Politiker einer anderen Partei findet sich auf den insgesamt 24 Seiten kein einziger. (APA, 28.1.2013)

  • Berechnen Sie Ihr Brutto- oder Netto-Gehalt mit dem Brutto-Netto-Rechner von derStandard.at/Karriere
Share if you care
Posting 26 bis 75 von 91
1 2 3

~ Unser Geld für unsere Leut' ~ ... Der ehrlichste Wahlslogan in der Geschichte der zweiten Republik.

Ehrlicher wäre "Euer Geld..."

Wundert das jetzt irgendjemanden der Leser hier?

Mehr FPK Stories zum Kopfschütteln www.blogplus.at/tag/fpk

Hoffentlich ist bald Schluss mit dieser Partei die sich wie die Mafia organisiert und ähnlich finanziert.

Hauptsache

HC Strache feiert sich als Saubermann und Aufdecker aber auf seine Kärntner Gesinnungsgenossen angesproche kommt grad mal: "Lasse mir Kärnten nicht anpatzen"!

und

diverse richter werden auch da nichts anrüchiges sehen... dann sag nochmal einer, die justiz sei nicht ám rechten auge blind...

yeahhh

ihr geld für unsere leut...

unglaublich

Was mich am allermeisten erschreckt ist, dass diese Leute anscheinend glauben dass solche "Missbrauchsfälle" ihr Gottgegebenes Recht ist.
Null einsicht, null Verantwortungsbewußtsein - stattdessen "wir derfn des"!

Mittlerweile wäre es deutlich weniger Aufwand, zu schreiben, was in Kärnten eigentlich gesetzeskonform gemacht wird anstatt umgekehrt.
Das wär wohl nur ein sehr kurzer Artikel.

Das darf man alles nicht so eng sehen, Hauptsache ist wohl, daß die Militärmusik für Kärnten gerettet ist.....
Man fasst es nicht, aber immer wenn FPK draufsteht ist Korruption drin.....

völlig richtig

Inserieren auf Steuerkosten dürfen nur Sozialisten in ihren Zeitungen aber keine anderen, wo kämen wir da hin

Bitte konkret..

Welche "sozialistische" Partei hat in Kärnten in einer eigenen Zeitung inseriert und die Zeitung so gestaltet, dass es eine reine Jubelbroschüre auf die eigene Partei darstellt?

platzer, you made my day

"Das konnte Platzer nicht beantworten, einen parteipolitischen Zusammenhang bei der Inseratenpraxis sah er keinen."

FPK : Wir nehmen euer Kärnten aus - garantiert ungeniert !

versprochen-gehalten!

90% der Schlagzeilen um Kärnten...

beeinhalten die Worte "FPK" und "gesetzeswidrig".

Evtl. sollte Wien in diesem Fall doch einmal das Bundesheer mobilisieren, wenn in diesem Bundesland der Rechtsstaat scheint's auf verlorenem Posten steht, um seine Masstäbe noch durchsetzen zu können.

mal schauen ob der spöler kaiser mit seinem korruptionsvorwürfen besser durchkommt als der fpkler dörfler.

lei-lei bereiten wir uns das superschlammschlacht-jahr vor ;-)

Bin

ich froh, dass HC am Sonntag gesagt hat, dass in der FPK alles sauber läuft. Sonst würde ich mir wirklich denken, die sind dort kriminell.

Einen Bilanzverlust erwirtschaftet man nicht innerhalb eines Jahres.

Der Bilanzverlust stellt die kumulierten Jahresergebnisse eines Unternehmens dar. Diese Gesamtsumme kann natürlich durch Sanierungsmaßnahmen "verfälscht" sein.

Es macht mich fertig, wenn Journalisten über angebliche Unternehmensergebnisse schreiben und keinen Tau von Bilanzierung haben. Und der Standard schreibt das einfach so von der APA ab.

"Das konnte Platzer nicht beantworten, einen parteipolitischen Zusammenhang bei der Inseratenpraxis sah er keinen."

Naja, APA halt. Was will man erwarten?

verstehe nicht ganz, wie das gemeint ist. die apa gibt ja nur wieder, was er gesagt hat - und dies enthüllt einen tiefen abgrund.

"einen … nicht"
oder
"keinen"
aber nicht
"einen … keinen"
Alles klaro? ;-)

Komisch, auf einmal ist es im Forum ganz Still um jene FPÖler geworden, die sonst immer gerne von der Inseratenaffäre des Herrn Faymann schreiben.

Aber die Sache ist generell ein gutes Sittenbild.

Querfinanzierrung, Gedächtnislücken, schlechtes Wirtschaften (-435.000 €), Vetternwirtschaft......

Ich frage mich eigentlich nur wie viele KärntnerInnen diesen Typen das nächste Mal wieder ihre Stimme geben werden und weiß schon jetzt, dass es erschreckend viele sein werden.

Zum Glück gibt es diesmal eine gute linke Alternative und ihre Chancen sind besser als jemals in den letzten 20 Jahren.

aus ehrlichem Interesse:

welche ist die gute linke Alternative?
Ich sehs nämlich wirklich nicht.

Dir älteste Partei Österreichs habe ich gemeint.

Die einzige bundesweit kandidierende linke Partei.

Sie werden schon herausfinden welche ich meine ;)

fällt "gängige praxis" unter "organisierte kriminalität"?
#weilsimmerschonsowar

gesetzeswidrig oder konform?

Ich fordere Schnellgerichte für politische Fehltritte und währenddessen einen Zwangsurlaub (bzw. einen Sachwalter)!

Es wird in Österreich immer einen Grund geben, NICHT ins Häfen zu wandern!

Der eine ist zu schön und zu reich, der andere zu ahnungslos und zu d€ppert.

Beati pauperes spiritu!

Die Partei, die gerade an der Regierung ist,

inseriert fröhlich in ihrer eigenen Zeitung (das beschränkt sich allerdings nicht nur auf die FPK/FPÖ!!).

Jedem Demokraten sollte es da die Zehennägel aufstellen. In Österreich war "des scho imma so" und ein Zusammenhang kann da auch nicht erkannt werden. :(

jetzt müssen die herren der fpk noch schnell ein paar kröten vom land in die parteikasse transferieren, denn nach der wahl wirds hoffentlich nicht mehr möglich sein in nordslowäänien!

die FPK wird leider auch die nächste wahl gewinnen

willkommen in kärnten

die werden sicher auch wieder frei gesprochen.....

Morgiges Statement der FPK:

Es ist Fasching, lasst uns unsere Heimat und unser Brauchtum feiern, weil es schon immer so war und auch immer so sein wird!

Lei, lei!

Euer Geld für unsere Zeitung...

gibt es irgentetwas in Kärnten das nach Gesetz läuft? Scheinbar ist das Land schon vollkommen FPÖisiert und damit in rechtsextremen Dreck und Korruption untergegangen

Des is hoit "Part of the game"...

(c) spindelegger

... weil es immer schon so war ...

Von mir aus könnte man dieses unwahrscheinlich dumme 'Weil es immer schon so war' gleich zum Unwort des Jahres 2013 wählen.

Ist dies nun ein Aufruf zur Gesetzlosigkeit?

"Gängige Praxis" sollte eigentlich Strafverschärfung bewirken. Aber die Polit-Kasperl können sowieso machen, was sie wollen.

"Gängige Praxis" sollte eigentlich Strafverschärfung bewirken.

Richtig!

Wird regelmäßig ein Vorteil aus einer fortgesetzten Straftat lukriert, nennt man das "gewerbsmäßig", schön, dass der Hirnederl das zugibt! Gewohnheitsverbrecher!

Es wäre echt ein Traum, wenn FPK und ÖVP auf keine Mehrheit mehr kämen. Für mich ist das leider schwer vorstellbar, weil es den Kärntnern um so viel anderes geht als diese unzähligen Korruptionsfälle. Weil es immer so war.

Wenn ich dieses "seit Jahren gängige Praxis" noch einmal höre...

Immer dieses "Des woar immer scho so!" der Leistungsträger, die dann mit dem Blick auf die letzten 150 Jahre die Pläne von Kaiser Franz Joseph als Zukunftsstrategien ansehen!

Gute Nacht!

Wurscht!

@ bildungsferneschicht schreibt immer todernste Sachen, die natürlich Ironie sein sollen!
Die Kärntner Nachrichten sind so unbedeutend, liest eh kein Mensch!
Die abgebildeten Dofler und Kurt sind so unsympathisch, schaut eh keiner hin!

Praktikanten-Tag bei der APA?

"einen ... Zusammenhang ... sah er keinen."

Also habe ich doch recht,

mir war klar, dass es für Kärntner Landeshauptleute keinerlei Einschränkung beim Geldausgeben gibt. In diesem Kärnter Lande gilt - wie in Bayern übrigens auch - das allseits bekannte "Mir san Mir" Prinzip.

Ich frage mich

was wir machen, wenn die Kärntner so doof sind und diesem Gesindel wieder eine Mehrheit geben?

Seltsame Frage

Natürlich werden die Kärtner diese Ganoven wieder wählen. Es sind noch 500 Millionen zu verschleudern, das können diese braunen Burschen doch eh am allerbesten von allen.

34 Tage noch.
Wie die Zeit vergeht...

Wahrscheinlich

ist wieder einmal irgendeiner von den Kärntner Fuzzis zu deppert, den Inhalt eines Gesetzes zu verstehen. Der Chef hat's ja vorgemacht, wie man mit dieser Argumentation ungestraft davonkommt.

ohne ein liebhaber der braunen kärntner landestracht zu sein, muß doch gesagt sein, daß es alle parteien auf diese weise anstellen, der partei geld zuzuschanzen - und wenns kleingeld ist, wie es inserate nunmal sind...

Posting 26 bis 75 von 91
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.