Neun von zehn WU-Studierenden für Zugangsregeln

  •  ÖH-Vorsitzender der WU, Christian Tafart: "Es ist an der Zeit, dass etwas passiert."
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    ÖH-Vorsitzender der WU, Christian Tafart: "Es ist an der Zeit, dass etwas passiert."

  • WU-Wien: Kapazitätsprobleme aus studentischer Sicht
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    WU-Wien: Kapazitätsprobleme aus studentischer Sicht

Hohe Drop-out-Raten, zu wenig Budget: Die WU Wien leidet besonders unter Überlastung. Eine Studie zeigt nun, was die betroffenen WU-Studierenden wollen: 88 Prozent sagen, die ÖH der WU solle sich für "faire Zugangsregeln" und mehr Masterplätze einsetzen

Wien - Für das Burgtheater ist Warten auf Godot ein gutes Stück. An der Wirtschafts-Uni (WU) aber bitte nicht, meint der dortige ÖH-Vorsitzende Christian Tafart (AktionsGemeinschaft WU). Er fühlt sich manchmal wie ein Akteur des absurden Stücks von Samuel Beckett, will es aber endlich vom Uni-Spielplan entfernt sehen. Die Studierenden hätten zu lange vergeblich gewartet, dass die Regierung die überlastete WU wirksam entlaste oder ausbaue, sagt Tafart im Standard-Gespräch: "Es ist an der Zeit, dass etwas passiert."

Was aber soll passieren, wenn es nach den Betroffenen, den 23.584 WU-Studierenden, geht? Um das zu erfahren, hat die dortige ÖH eine für die WU repräsentative Erhebung unter 320 aktiven Studierenden zum Themenkomplex "Kapazitätsprobleme aus studentischer Sicht" beim Sozialforschungsinstitut Brunmayr durchführen lassen, die dem Standard vorliegt.

  • Wie sind WU-Studierende von den Kapazitätsproblemen betroffen? Fast sieben von zehn WU-Studenten sagen, sie sind von Kapazitätsproblemen betroffen (30 Prozent sehr, 39 Prozent eher ja), ein knappes Drittel wenig bzw. gar nicht. Allerdings glauben 87 Prozent der aktuellen Studenten, dass nachfolgende Kohorten noch stärker unter Engpässen stöhnen werden.
  • Wo werden die Kapazitätsprobleme erlebt? Im Schnitt nennen an die zwei Drittel der Befragten künstliche K.-o.-Prüfungen und keinen Platz in BWL-Spezialisierungen bzw. im Master-Studium.
  • Was sind die Ursachen für die vorherrschenden Kapazitätsprobleme? Vier von fünf Studenten (84 Prozent) meinen, die Regierung "will keine Lösung" , 70 Prozent finden, es "drängen zu viele an die WU". Für fast zwei Drittel (25 Prozent sehr, 40 eher) ist die "politische Reformverweigerung schuld" daran, dass 43 Prozent der Studienanfänger an der WU noch im ersten Semester wieder ausscheiden.
  • Welche Zwischenlösungen werden für sinnvoll gehalten? Zur kurzfristigen Entschärfung der WU-Engpässe setzen 61 Prozent der WU-Studenten sehr oder eher auf "Zugangsregeln für das Bachelor-Studium" , 38 Prozent lehnen das sehr oder eher ab. Für den Master will jede/r Zweite (52 Prozent) Zugangshürden, fast so viele (47 Prozent) sind allerdings dagegen. Tafart fordert auf dieser Ebene daher den Ausbau der Kapazitäten, "denn die allermeisten WU-Studierenden planen ein Master-Studium. Die Engpässe im Studium und auch beim Übergang in den Master kommen einem Studierverbot gleich. WU-Studenten wollen zielstrebig studieren und verlangen Qualität im Studium."
  • Was soll die ÖH der WU tun? Sich um Verbesserungen bemühen (94 Prozent), ist nicht überraschend. Dass aber fast neun von zehn WU-lern (88 Prozent) von ihrer ÖH verlangen, sie soll für "faire Zugangsregeln" kämpfen, schon eher. Tafarts Lesart: "Die Leute an der WU freuen sich natürlich nicht über Zugangsregeln, aber sie wissen, dass es so wie jetzt nicht geht. Wenn die Studierenden sagen, sie wollen Zugangsregeln, dann ist das für mich ein klarer Auftrag. Diese müssen aber fair sein. Wir sind eine lösungsorientierte ÖH. Wunsch ist der freie Hochschulzugang - vor allem aber sind es ausfinanzierte Unis. Die Hauptforderung an die Politik bleibt: Es muss einen Ausbau der Kapazitäten geben, denn auch wenn man die Türen zumacht, sind die Studierenden ja trotzdem noch drin." (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 28.1.2013)
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die WU hat etwa gleichviele GRAS-Wähler wie die TU, fast doppelt soviele VSSTÖ Wähler wie die Uni Graz

was tatsächlich "fehlt" ist eine starke fachschaftenliste oder etwas in der art, stattdessen AG WU. das aber schon für eine neoliberale agenda zu halten ist, denke ich, übertrieben

mit neoliberalismus meinen sie vermutlich die Chicagoer Schule - an der WU? die ist noch nicht einmal an den US-Unis Standard. international ist von hayek vielleicht der bedeutenste neoliberale aus österreich, aber auch den finden sie an der WU eher nicht vertreten - da gibts andere unis in österreich

Die Volkswirtschaft / Sozioökonomie der WU hat alle Themen von Migration über Geschlechterarrangements bis Gesundheitsmanagement - nur keine neoliberalen Idee

finden sie Ideen von Leopold Kohr an der WU? ;)

selten.

Leopold Kohrs beitrag ist aus heutiger wissenschaftlicher sicht ein randthema. in den letzten 20 jahren gab es kaum arbeiten die auf seine forschung aufbauen.

wollte man alle diese randthemen, die vor allem aus wirtschaftshistorischer sicht interessant sind, ausführlich behandeln bräuchte man deutlich mehr geld für die WU.

Ansichtssache, manch einer hält in heute für aktueller den je. ;)

hat auch seine berechtigung.

aber die wu ist eine Uni, und soll vor allem das unterrichten was wissenschaftlich haltbar ist und das auf dem aktuellen stand.

würde das Institut für Regional- und Umweltwirtschaft an der WU mehr zu Leopold Kohr machen, müsste man auf anderes verzichten - zu aktuelleren methoden, zu anderen, teils neueren denkern.

das institut bietet z.B. "Lottery by Birth - Problemstellungen globaler ungleicher Entwicklung" - sollte man das streichen und um platz für einen schwerpunkt nur zu Leopold Kohr zu schaffen?

mancher!

aber er spielt halt im wirtschaftswissenschaft aktuell soviel eine rolle, wie der aderlass in der modernen medizin.
sehr überspitzt ausgedrückt.

naja, es wäre vielleicht eher als würde man auf der meduni einen ganz kurs zu den arbeiten von André Frédéric Cournand machen.

ja, als "miterfinder" der Herzkatheteruntersuchung wichtiger mensch, nobelpreis usw

aber medizin ist nicht nur kardiologie, und innerhalb der kardiologie gibts einfach unglaublich viel, auch sehr viel neues. und bei Herzkatheteruntersuchung gibts eben auch sehr viele andere die sehr wichtige beiträge geleistet haben teils ebenfalls nobelpreis (Werner Forßmann, Andreas Roland Grüntzig usw)

den namen erwähnen wenn es passt ist eine gute sache, zu dem menschen aber einen ganzen kurs zu machen aber vermutlich übertrieben.

ich glaub mal,

dass viele leute ein falsches bild der BWL -in meinem fall IBW- haben. gut hab vor 15 jahren am BWZ absolviert. aber IBW ist eigentlich eines der vielfältigsten studien die man machen kann, wenn man sich auch mit den dahinterliegenden theorien auseinandersetzt.
natürlich gibts auch mehr als genug kollegen, die sich das leben leicht machten und eben auch leichte übungen genommen haben.
ich hatte als spezielle finanzmathematik. wenn man sich die modelle mal genauer anschaut, und man musste das, hat man eigentlich einen relativ gute ahnung von teilchenphysik. die "freifächer" waren auch extrem interessant. von "umweltökonomie" (VdB) bis hin zu politikwissenschaften -natürlich auf sparflamme- konnte man sehr viel belegen.

ja.

vielen ist auch nicht klar, dass das BWZ eigentlich mathematik-lastiger ist, die WU buchhaltung- und kostenrechnungslastiger (gibt natürlich noch mehr unterschiede).

was heisst (weiss aber auch kaum wer), dass man am BWZ eher kapitalmarktheorie oder ökonometrie machen kann, weil eben mathematik-lastig.

was eigentlich vermuten lässt, die neoliberalen wären eher am BWZ zu finden wären als an der wu (was natürlich auch nicht so stimmt).

aber wen interessiert die wirklichkeit wenn man eh schon ein gemütliches vorurteil hat mit dem man sich die welt erklären kann.

Re Chicagoer Schule

an der WU leider nicht vertreten...Und das nennt man Vielfalt?

findet es wenn man es machen will?

ja, natürlich. es gibt seminare die sich kritisch mit den arbeiten von z.b. Gary Becker auseinandersetzen. stehen jedem offen, sind aber für studenten der betriebswirtschaft nicht verpflichtend.

vertreten es "viele der Studenten"?

nein. das, was die Chicagoer Schule von anderen strömungen in der volkswirtschaftslehre unterscheidet (z.b. analyse der kriminalität mit volkswirtschaftlichen methoden) ist zu speziell um im betriebswirtschaftsstudium zu behandeln. und und die studenten der sozioökonomie (die sich mit den themen tiefer auseinandersetzen müssen) stehen den ideen meist kritisch gegenüber.

das Problem ist doch, dass Studenten heutzutage fast nur noch Kurse wählen, die ihnen möglichst schnell, möglichst viele ECTS Punkte ohne großen Aufwand beschaffen.
Zu erwarten dass mehr als ein verschwindent kleiner Teil mehr weiß als in den Pflichtvorlesungen behandelt wird, halt ich für sehr optimistisch.
Mir hat nicht erst ein BWL Absolvent die Welt als Kartonfabrik geschildert...von daher bin ich eher Pessimist was die Eigenweiterbildung der WUler angeht =/

den vorwurf kann man 80% der absolventen..

jeder studienrichtung machen.

tut mir leid. da ist ein BWLer nicht unterschiedlich zu einem mediziner, juristen, germanisten uswusf.

ich wollt hier auch gar nicht zwischen WUlern und anderen unterscheiden.

mit der kurswahlstrategie "bierbrauen für praktiker" statt "forschungsmethoden" kommt man speziell an der wu nicht durch.

sehr viel ist pflichtprogramm, d.h. man kann wählen von wem man sich ein thema erklären lässt, oder teils auch unter welchem blickwinkel / schwerpunkt. man kann das meiste aber nicht abwählen.

der bwl-student auf der wu soll eh nicht "die welt" erklären - wer das will muss sozioökonomie studieren (gibt nicht nur bwl auf der wu). dort bekommt man einen guten überblick über die welt - aber auch da: viel pflichtprogramm, ob sie "Theorien sozioökonomischer Entwicklung" machen können sie sich nicht aussuchen.

gutes interesse ne?

>600 postings bis hier lassen hoffen, dass nicht nur getrollt wird.

gehn wir doch mal davon aus, dass wir eine kritische wettbewerbssituation haben, und addieren wir den anspruch der akademischen bildung, etwas wesentliches zu einem sektor (bzw fakultät) beizutragen, und auch führende/leitende positionen anzustreben. führend as in: einer der besten in der sache; leitend as in: andere machen was du sagst, weil du kompetent bist.

überdenken wir die kriterien:
privatuni - die familie muss reich sein, oder im idealeren sinn, man hat schon kommerzielle erfolge hinter sich und kann sich eine weiterbildung leisten.
öffentlich - was haben die beschränkungen und rausprüfen für eine filterwirkung? welche art mensch dominiert am ende?

Frage mich warum man zum lernen des Prozentrechnens

eine Uni braucht?

weil man ja auch powerpoint koennen muss

Two birds with one stone!

Wir haben in Österreich mehrere Probleme im Bildungssystem,die m.M.n. alle auf einmal gelöst werden könnten,allerdings mit dem entsprechenden unpopulistischen politischen Willen. Zum ersten ist das Verhältnis Studierende-Lehrende eine Katastrophe, zum anderen wissen junge Akademiker (post doc) nicht,wie und wo Arbeit finden.Zum andren haben wir angeblich einen Fachkräftemangel.Weiters werden die Abforderungen in den Volkschulen so hoch geschraubt,dass kaum jemand noch die Nerven und die Gesundheit behalten kann,Akademiker zu werden.Und die lieben WU-Studenten wollen noch mehr ZUgangsbeschränkungen.Umgekehrt sollen MigrantInnen die Vakanzen besetzen.WAS STIMMT DA NICHT,BITTE?! - AUSBAU des Lehrkörpers und Hebung der Qualität,nicht von Zugang

"Neun von zehn WU-Studierenden für Zugangsregeln"

Sprachvergewaltigung!!

Neun von zehn von den neun von zehn Studierenden merken das eh nicht.

Extrem schade

Wie man gerade an der WU sehen kann, ist die österreichische Bildungspolitik katastrophal:

Einerseits sieht man einen möglichst freien und allgemeinen Zugang zu hoher Bildung auf dem Papier als gesellschaftlichen Fortschritt an (sehe ich auch so), andererseits ist man aber dann in der Praxis nicht bereit, die entsprechenden Mitteln und Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, auf gut Deutsch: toll reden aber null dahinter.

Wissen ist heutzutage der entscheidende Wettbewerbsfaktor in unserer globalen Welt, wer heute planlos in diesen Fragen agiert wird morgen als Land die Rechnung präsentiert bekommen.

Wie auch immer man zum öffentlichen Bildungswesen steht, die Sache ist zu ernst um nur "Durchwurschteln" zu betreiben.

niemand ausser linksgerichteten

demagogen sieht unbeschränkten hochschulzugang auch nur auf dem papier als gesellschaftlichen fortschritt. auch die oecd empfiehlt vollkommen andere dinge

die OECD empfiehlt Österreich:

- Studium attraktiver machen: nur 24% der 15-jährigen wollen studieren, damit ist Österreich schlusslicht in der OECD.

- deutlich mehr Geld für Hochschulbildung. In Österreich sind die Bildungsausgaben von 1995 bis 2004 nur um 8% gestiegen, OECD-Durchschnitt war 42% Steigerung

- deutlich weniger Geld pro Schüler / Student einsetzen, Länder wie die Niederlande oder Südkorea bilden ihre Kinder deutlich besser aus mit geringeren Ausgaben pro Schüler

- abbrecherrate beim Studium reduzieren - nur 65% der studienanfänger in Österreich schaffen auch den abschluss. OECD-Durchschnitt ist 71%, Irland hat z.B. 83%.

- mehr echte naturwissenschaftler ausbilden.

http://www.oecd.org/edu/highe... 316551.pdf

und das ist auch alles richtig so ;)

nur fehlen da noch 1-2 sachen

der bericht zu österreich ist 17 seiten lang, das kann ich hier nicht alles posten.

was ich allerdings nicht bei der OECD gefunden habe: dass das problem von österreich der freie hochschulgang wär, zu niedrige studiengebühren, oder irgendetwas in der art.

im gegenteil, die OECD sieht das problem, dass in österreich das familiäre umfeld stark beeinflusst ob jemand studiert (haben die eltern studiert bzw. verdienen gut, dann studiert auch das kind, sonst nicht) und eben viel zu wenig studieren - selbst wenn die intellektuelle leistungsfähigkeit da ist fürs studium wirds dann doch HAK, HTL bzw. berufsausbildung

sieh nochmal nach...

...da sollte z.b. irgendwo stehen, dass der anteil der privatfinanzierung gehoben werden soll ;)

folgendes könnte ich anbieten, geht aber nicht wirklich in die richtung:

"private spending in Austria rose faster than
public spending between 1995 and 2004"

"Among the EU19 countries, only the Netherlands and
the United Kingdom have annual tuitions fees that
represent more than USD 1 100 per full-time national
student"

die erklärung ist vielleicht das hier: "Note that private spending originates both in households and other private entities and can go to private as well as public institutions"

private finanzierung darf man eben nicht mit studiengebühren gleichsetzen - das können auch spenden von unternehmen, ehemaligen usw. sein

das ist jedem bewusst...

...aber studiengebühren gehören ebenfalls zur privaten finanzierung

die OECD Meinung interessiert mich in Bildungsfragen in etwa so sehr wie der Mantafanclub in Umweltfragen....

das ist mir schon klar...

...dass bei leuten wie dir ideologie viel wichtiger ist als zahlen und fakten. sonst würdet ihr nicht auf solche abstrusen modelle kommen

mir neu dass wir uns dutzen; wüßt ich kein "abstruses" Modell dass ich genannt haben könnte; betrachtet die OECD Bildung aus einem rein Wirtschaftlichen Gesichtspunkt, was absolut unzureichend ist.
Universitäten haben das Humbold'sche Bildungsideal zu gewährleisten und keine OECD Ideen umzusetzen.

das humboldsche bildungsideal

hat nix mit unbeschränkten zugang gemein

die Ideen der OECD auch nicht, sondern richten sich nach Wirtschaftsinteressen, somit sind alle Aussagen des Verreins auf die Universitäten und Schuldbilung bezogen vollkommen und absolut uninteressant.
Das sagt dann noch nichts über die derzeitige Situation aus, wobei die Unis bekanntlich keine Finanzierungsprobleme hätten wenn man sich einfach an die EU Vorgaben von 2% des BIPs halten würde. (deckt die Forderungen aller Unis fast doppelt ab)

dass die unis dann keine finanzierungsprobleme hätten

bezweifle ich hier stark

der unterschied zu jetzt wären 0,6% vom BIP, rechnen sie selbst nach und schaun sie nach wieviel die Unis fordern um ihren Betrieb unter den derzeitigen Bedingungen weiter führen zu können.
Es wär genug, das sagen ihnen unsere Witzfiguren von Politiker nur ungern, dann kann man die Probleme nicht mehr auf die pösen auf die Unis drängenden Studenten vorallem aus Deutschland schieben...die noch dazu über eine gewisse Umwegrentabilität dem Standort sicher mehr Geld bringen, als sie die Unis kosten. ;)

"um ihren Betrieb unter den derzeitigen Bedingungen weiter führen zu können."

Sie kennen Unis nicht von Innen, oder? Die derzeitigen Bedingungen sind nämlich einfach nur zum heulen, und es wird immer schlimmer.

also ganz ehrlich

der status quo ist untragbar. und ich sehe ehrlich gesagt auch überhaupt nicht ein, warum man in DIESES system mehr geld reinpumpen sollte. ob jetzt das niveau der disziplinen am boden ist und die studenten nicht fertig werden oder das niveau am boden ist und halt ein paar mehr fertig werden --> es ändert nix an der zahl der de fakto akademiker (maximal der offiziellen akademiker). das löst keineswegs irgendein problem

das ist aber ein Problem der Verschulungen mit der ein sinkendes Niveau einhergeht.
Die "Halbverwirklichung" des Angloamerikanischen Systems unter anderen Vorraussetzungen...das hat nur teilweise etwas mit Finanzierung zu tun.

Dass die finanzierung auf mit 2% suboptimal wäre, bestreite ich nicht, aber hier wäre es auch lang an der Zeit die Standorte, vorallem Wien das für die BUNDESuniversität Wien nicht viel beiträgt, zur Kasse zu bitten. (aber das erleb ich nicht mehr)

Das sinkende Niveau kommt nicht durch eine Verschulung

sondern eher daher, dass es keienrlei Beschränkungen gibt. Matura ist nachgeschmissen und dann darf man auch schon studieren.

ich sehe da nicht in der verschulung das hauptproblem

in amerika haben die vielerorts ein niveau, von dem wir nur träumen können (im schnitt, natürlich gibts auch einige ausreisser). ich weiss, es gibt hier die theorie, dass ami unis bis auf die elite unis schlecht wären, das ist aber einfach nicht richtig. in jedem fall sind sie nicht schlechter als die österreichischen. und der niveauverfall ist ja nicht erst seit der bolognaeinführung. wie lang gibts das jetzt effektiv? 10 - 15 jahre? die probleme mit massen und dem niveau waren vorher schon da

die USA sind in der Masse teils noch ärger wie wir,

da kommen nur 50% am ende des colleges mit einem abschluss raus.

die USA war uns aber früher weit voraus - von den heute 55 bis 64 jährigen haben über 30% ein studium gemacht, das ist mehr als doppelt soviel wie bei uns (14%). damit ist auch das verständnis für die sinnhaftigkeit eines studiums in der bevölkerung dort eine andere.

das problem der umsetzung von bologna bei uns:

unsere unis wurden so umgerüstet als wären wir die usa. die usa hat oft finanziell sehr schlecht ausgestatteten schulen mit wenig unterichtsstunden usw. dafür aber finanziell starke unis (ohne community colleges) die das dann ausgleichen.

bei uns ist es aber genau umgekehrt: finanziell starke schulen, schwache unis. da passt das system nicht.

auch* statt auf

das ist doch spin-doctoring. unbeschränkt und die liegende acht, alles oder nichts, wie schön kann man volksabstimmungen drauf bauen.

es geht sehr wohl um die soziale durchlässigkeit im erreichen akademischer karrieren, und man sollte hier nicht mit den berühmten ausnahmen und entsprechenden celebrities kommen, sondern priorität hat partizipation aus allen bevölkerungs- und identitätsgruppen, um das innovationspotenzial zu erhöhen, und positiven einfluss nach überall zurück zu geben.

die eurokrise ist ein krise der spaltung, identitätsbesoffenheit und des ständedenkens. eine feindschaft von klassen und ethnien, die zusammen arbeiten hätten müssen.
die latte wurde längst höher gelegt, kommen wir auf die art denn drüber?

gerade bei uns...

...ist die soziale durchmischung seit dem einführen des unbeschränkten zugangs nicht wirklich besser geworden. hingegen in ländern mit zugangsbeschränkungen und/oder studiengebühren mit stip system kann man das problem als gelöst betrachten (die zahlen zeigen es)

irgendwann sollte man sich auch als linker mal von dogmen lösen und zur kenntnis nehmen, dass hier eine idee inferior gescheitert ist

es gab nie einen unbeschränkten zugang

nachdem die ressourcen beschränkt sind!
der fehler wurde nach wie vor in den randbedingungen und kriterien begangen.
wurde denn der zusammenhang zwischen talent und sozialverhalten nicht nur im hinterzimmer analysiert, sondern offiziell als zu förderndes thema priorisiert?
die erfolgsstatistik bei "unbeschränktem" zugang hat weniger mit talent und intelligenz zu tun, als mit strategie und sozialverhalten, und natürlich oder auch leider, wird genau dieses absichtlich nicht weiter gegeben, damit mehr erfolg herrscht, dann müsste man nämlich teilen und sich öffnen.

es ist so, als würdest du FÜR MEINEN standpunkt argumentieren

grad um nochmal die fronten zu klären: du bist schon gegen zugangsbeschränkungen, oder?

möchte hier auf deine absätze antworten

1) vollkommen richtig, ressourcen sind immer beschränkt, deswegen muss man auch die realität benennen und die beschränkung transparent machen (nicht durch knock out prüfungen)
2) sollte gemacht werden, wird von "freier zugang" proponenten stetig verweigert
3) der unbeschränkte zugang hat keine erfolgsstatistik sondern ist ein einziger verlustzug (ist das das gegenteil von siegeszug?)

du kannst deine argumente nicht zum "greater good" einbringen,

wenn du sie mit einer identität oder strategie gegen "links" verbindest, bloss weil halt alle auch die linken grosse fehler machen.

die bewertung des erfolgs von "unbeschränktem" zugang wird offenbar überhaupt nicht ehrlich angegangen, denn die simplen formeln sind nicht anwendbar wenn so viele einflüsse versteckt zusammenwirken.

es ist nicht der unbeschränkte zugang das problem, sondern die kriterien, die er übrig lässt, um der realität genüge zu tun. doch genau in diesen kriterien und umgebungsbedingungen haben wir verbesserungspotenzial, egal mit welchem system, und noch viel mehr in einer drastischen erhöhung der bildungsbudgets.
zb d studi dürfte in dieser umgebung nicht zum egoist und ausnützer werden, ist aber eher wahrscheinlich.

naja...

...an "unbeschränkt" gibts eigentlich nicht viel zu diskutieren. ein per definition unbeschränkter zugang KANN keiner realität genüge tun. das geht nicht. und genau darum gehts mir

du kannst kein system verbessern, das per definition ausschliesst, dass das system mal überlastet sein könnte, weil es diesen fall gar nicht berücksichtigt. das ist so, als würdest du als grundstandpunkt für brandschutz das axiom verwenden, dass es keinen brandschutz geben darf

sobald du notklauseln einführst, ist der zugang nicht mehr unbeschränkt. aber um beim brandbeispiel zu bleiben: natürlich kann man versuchen, während dem brand immer wieder dranzubauen (mehr geld), damit das haus nicht komplett verschwindet, aber am ende hast nur mehr einen trümmerhaufen

ich brauche eine subjektivistische idealvorstellung, um ein technisches ergebnis zu bewerten, weil diese nie vollkommen sein kann.
wozu soll irgend etwas aufwendiges veranstaltet werden, wenn es nicht einer menschlichen verwirklichung dient? und die ist immer subjektivistisch, dennoch gibt es die möglichkeit einen konsens zu finden.
die debatten verbergen das hinter sachzwängen, aber die technik ist das, was zu lösen ist, und dazu gehört das budget. keiner lässt sich gern öffentlich erwischen als ein "ich zahl das doch nicht", ausser ums von vornherein zum politprogramm zu machen.
aber die technischen grenzen zum zerpflücken eines ideals zu missbrauchen, ist doch kontraproduktiv, diese ebenen sind nicht kompatibel um aufgerechnet zu werden.

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