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Santa Maria - Die Unglücksdiskothek Kiss in Santa Maria im Süden des Landes hatte keine aktuelle Betriebsgenehmigung der Feuerwehr. Das ist bisher die einzig sichere Erkenntnis, die die Behörden nach der Brandkatastrophe haben.
Die Besitzer der Disco räumten am Montag ein, dass die Betriebserlaubnis im August 2012 abgelaufen war. Die Verlängerung sei beantragt, aber bisher noch nicht genehmigt worden.
Die Justiz ordnete eine vorläufige Untersuchungshaft von fünf Tagen für vier Personen an. Die beiden Besitzer der Disco stellten sich freiwillig. Zwei Mitglieder der Band wurden festgenommen. Die Musikgruppe hatte während ihres Auftritts in der Nacht auf Sonntag eine pyrotechnische Show-Einlage präsentiert, wodurch das Feuer in dem Nachtclub in Santa Maria vermutlich ausgelöst wurde.
Die Musiker der Band äußerten aber Zweifel, dass der Brand durch den als "Sputnik" bekannten Effekt entstand, der nur bei einem bestimmten Lied genutzt werde. Sie berichteten von einem Kurzschluss in Kabeln an der Decke. Die Band habe bereits einen anderen Song gespielt, als das Feuer ausgebrochen sei.
Die Feuerwehr erklärte, dass zum Zeitpunkt der Katastrophe eine wichtige Tür abgeschlossen war. In der Diskothek kam es zu einer Massenpanik. Zeugen berichteten zudem, dass die Sicherheitsleute des Nachtclubs am Anfang nur Besucher hätten herauslassen wollen, die auch ihre Rechnung bezahlt hatten. In Brasilien ist es üblich, dass man Eintritt, Getränke und Essen auf einem eigenen Zettel vermerken lässt und erst beim Verlassen der Diskothek bezahlt.
Erst als sie den Rauch in der Disco bemerkten, gaben sie den Weg frei. Allerdings wurde die Flucht durch Absperrgitter erschwert, die vor dem Eingang aufgestellt waren. Viele Menschen stolperten über diese Gitter.
Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Feuerwehrleute und Besucher verzweifelt Körper aus dem völlig verqualmten Eingang ziehen. Die Bilder zeigten auch viele auf dem Boden liegende Leichen. Sie wiesen aber keine Brandverletzungen auf. In der Diskothek konnten bis zu 2.000 Besucher feiern. Wie viele Menschen tatsächlich in dem Gebäude waren, war weiter unklar.
Auf den Friedhöfen in der Universitätsstadt Santa Maria wurden am Montag indes die ersten Opfer beigesetzt. In Brasilien müssen Bestattungen grundsätzlich etwa 24 Stunden nach dem Tod erfolgen. In dem Land gilt eine dreitägige Staatstrauer.
Die Nachricht von dem Unglück sorgte weltweit für Bestürzung. Die Teilnehmer des Gipfels der EU und der Staaten Lateinamerikas und der Karibik gedachten in Chile der Opfer der Tragödie. Eine für Montag in Brasilia geplant Feier anlässlich von 500 verbleibenden Tagen bis zum Anpfiff der Fußball-WM in Brasilien wurde abgesagt.
Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich tief betroffen, dass so viele junge Menschen bei der Tragödie den Tod fanden.
Nach jüngsten Angaben starben 233 junge Menschen bei dem verheerenden Brand. Die Diskothek war zu einer tödlichen Falle geworden, als um 2.30 Uhr am Sonntagmorgen ein Feuer ausbrach. Die meisten Opfer starben durch Rauchvergiftung. Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben des Zivilschutzes um 120 junge Männer und 113 Frauen. Mehr als 100 Menschen sind noch in Krankenhäusern. Die Mehrheit leide an Rauchgasvergiftung, etwa ein Fünftel der Verletzten habe Brandwunden erlitten, sagte Gesundheitsminister Alexandre Padilha.
Präsidentin Rousseff war nach der Nachricht über die Tragödie direkt von Chile nach Santa Maria geflogen. Dort sprach sie in einem Gymnasium mit Familien und Freunden der Opfer.
Bisher wurde noch nichts über mögliche Ausländer unter den Opfern bekannt. Die 270.000-Einwohner-Stadt Santa Maria ist etwa 300 Kilometer von Porto Alegre entfernt und Standort einer der größten öffentlichen Universitäten des Landes. Der Süden Brasiliens beheimatet auch die größte Gemeinde deutscher Auswanderer. Viele von ihnen kamen vor Generationen nach Brasilien. (APA, 28./29.1.2013)
Polizist konnte Suizid verhindern - Bei Großfeuer waren 235 Menschen gestorben
Nicht funktionierende Feuerlöscher, zu wenige Notausgänge: Nach dem verheerenden Brand in einem Nachtklub gibt es immer mehr Vorwürfe gegen die Betreiber. Einer wurde am Montag festgenommen
Vermutlich hätte man dort noch ein oder zwei Angestellte gebraucht, damit die jungen Leute nicht durch Davonschleichen dem Zahlen beim Ausgang entgehen konnten.
Es zahlt sich übrigens aus, Leute als Sicherheitspersonal anzustellen, die in so einer Situation nicht deppat werden; da schließlich Menschenleben auf dem Spiel stehen können.
Fast identlsch mit dem Brand im Santika-Nachtklub in Bangkok in der Silvesternacht 2008/09. Auch dort hatte die Band auf der Bühne kleine Feuerwerkskörper abgeschossen, wovon einer in der Decke steckenblieb. Dadurch entstand ein Brand, viele Besucher konnten durch Rauchentwicklung und fehlende Notausgänge nicht rechtzeitig flüchten. Mehr als 60 Menschen starben.
Man kann nur hoffen, dass die Behörden in allen Ländern wachsamer werden bei solchen Veranstaltungen. Auf die Einsicht der Betreiber kann man sich wohl nicht verlassen.
http://en.wikipedia.org/wiki/Lame... Horse_fire
Immer dasselbe, nie wird irgendetwas daraus gelernt.
Mit dem hier auch: http://en.wikipedia.org/wiki/The_... tclub_fire
Einfach nur erschuetternd.
Hab mir dasselbe gedacht. Das Video, das frueher gepostet wurde, spiegelt einen so extremen Alptraum wider, vor allem ab da, wo die Leute versuchen, aus dem sogenannten Haupteingang rauszukommen. Stattdessen sind sie alle aufeinander gedrueckt. No words.
Leider sind die Maßnahmen betreffend Brandschutz in Brasilien katastrophal. Egal ob Veranstaltungsorte oder Wohnhäuser. Brandschutztüren, Fluchtwege, Notbeleuchtung, Feuerlöscher usw. sind teilweise gar nicht vorhanden. Auch bei Neubauten. In dem neu errichteten Gebäude in dem ich wohne, glaube ich nicht lebendig bei einem Brand hinauszukommen. Dafür gibts an jeder Ecke eine Überwachungskamera. Wie sich die Betreiber/Baufirmen an den Behörden vorbeischummeln ist für mich nicht nachvollziehbar.
Dieser traurige Vorfall wird einige Wochen eine bürokratische Hysterie auslösen und dann leider wieder nichts bewirken.
frequenzy in st.pölten vor glaub ich 2 jahren, waren ich und hunderte andere auf dem weg zum "nightpark", muss so um mitternacht gewesen sein.
offensichtlich hat sich irgendjemand was getan: DURCH die menge, die dicht gedrängt bei geschätzten 6 meter breite - abgegrenzt durch diese typischen festivalzäune - beim eingang in einer schlange standen, drängte sich eine rettung.
bei 6 metern breite war nicht viel platz zum ausweichen, im endeffekt wurden wir so stark an die seitenzäunegedrückt dass wir diese umwarfen.
20 meter zaun umgeworfen, die leute lagen übereinander und angstschreie überall.
das gefühl keine kontrolle über die masse zu haben und sich aus so einer situation nicht befreien zu können, ist schrecklich - u gibts in Ö leider.
war vor jahren bei rock im park ebenfalls in so einer situation...haben dann auch den zaun eingerissen - aber man merkt (zumindest in deutschland) einen riesenunterschied zwischen vor-loveparade veranstaltungen und denen danach.....es muss leider immer erst was passieren bevor sich was ändert, hoffe das auch in diesem fall!
In Innsbruck wurden dazumal beim Air & Style Jugendliche zu Tode gedrückt, weil die Ausgänge zu eng bemessen waren.
Aus diesem Anlassfall gab es etwas später eine Razzia der Feuerpolizei in mehreren größeren Innenstadtlokalen. Freitag Abend zur Prime Time wurde auch eine Zwangsräumung durchgeführt. Lokale durften erst wieder aufsperren, nach dem zusätzliche Notausgänge errichtet und gekennzeichnet wurden (Notbeleuchtung).
Die Frage ist, ob die Behörden in Brasilien ebenfalls stark genug sind, Zwangsschließungen bei Nichteinhalten der Sicherheitsvorschriften vorzunehmen.
das ist in innsbruck nicht schlecht gehandhabt worden. trotz der traurigen tatsache, dass erst eine katastrophe passieren musste. wenigstens wurde daraus gelernt. das war nicht nur an dem einen freitag, da wurden noch eine zeitlang razzien durchgefuehrt wg menschenmenge, notausgaengen etc.
mich erschreckt, auch wenn das meist in verschiedenen laendern war (bali sei ausgenommen, da das ein gezielter anschlag war), wie extrem sich diese tragoedien immer aehneln (pyro, rauch, miniausgang) . solang das nicht vor der haustuer passiert, machen sich wohl wenige clubbesitzer gedanken. (nein, das ist uebertrieben, hoffentlich und augenscheinlich nicht allzu wenige).
beim air&style war ich auch dabei...und jedesmal frage ich mich wieder wie man nur einen hauptausgang für soviele menschen verantworten konnte! heute mit dem zweiten aufgang ins stadion ist das gelände extrem schnell ohne gedränge zu verlassen...wie schon geschrieben - bei uns lernt man draus, obs in brasilien auf lange sicht zu änderungen kommt ist fraglich...
ich war auch bei jenem air&style. fast keine chance, rauszukommen, bis mich jemand durch den ausgang gezogen hat und dann ueber den huegel runter. ich bin allgemein sonst nicht sehr empfindlich, aber bis heute vertrage ich auch nicht annaehernd, wenn es grosses gedraenge gibt. und vorn hatte man schon gesehen, wie loecher in der menge waren, da, wo leute zammbrochen sind, aber das sieht ja hinten niemand, und da wird immer weitergedraengt und druebergetreten, die leute sind ja schon in panik. da denkt auch keiner mehr. ich hatte solches glueck!
ich war auch die 4 jahre davor beim air&style, selbe bedingungen, und es ist nicht zu einer massenpanik gekommen. aber gelernt wurde daraus, immerhin.
Sicher trifft die Sicherheitskräfte nicht die Schuld daran, dass das Unglück überhaupt passiert ist, aber wenn es wahr ist, dass sie erst einmal die Türen blockiert haben, damit Leute nicht rauskommen, ohne bezahlt zu haben, dann ist das schon.. schwierig.
… ich bei massenveranstaltungen, clubs, und konzertlocations immer wenn ich reinkomm ganz automatisch check wo die notausgänge sind und wie ich da am schnellsten wieder rauskomm... manchmal komm ich mir da paranoid vor, aber solche katastrophen zeigen, dass das keinesfalls irrational ist.
auch wenns einem dann vermutlich wenn der ernstfall eintritt eh wenig hilft, weil die masse bestimmt wo es hingeht…
schreckliche sache...
Da sind sie einer der wenigen die das tun, leider.
ca 70 % der Personen nehmen im Gefahrenfall instinktiv den Weg den sie gekommen sind, bzw den weg den die Masse geht. Das führt in Fällen von Massenpaniken dazu das bei sehrwohl vorhanden verschiedenen Fluchwegen diese nicht genutzt werden und manche "verstopfen" da sie überfrequentiert werden.
in jedem Platz mit größernen Menschenansammlungen sind Fluchtwegpläne ausgehängt, man muss sie nur begutachten
Roli
Stimmt aber dazu wird es in den seltensten kommen, da Sie vorher an ner Rauchgasvergiftung bewustlos werden.
darum ist der einfachste und effektivste Schutz vor Bränden RAUCHmelder.
Kostet für ein Haus ca 100 Euro, und rettet Leben
es geht in die richtige Richtung (OIB Richtline 2)
Roli
alle, alles chippen. smarte lösung. dann kann man sofort alle veranstaltungen die die obergrenze von 100 personen überschreiten, strafen. weiters kann man die smart danger herde lokalisieren und mittels leitsystemen informieren dass sie langsamer rauchen sollen. mochts weiter so.
Hab mir schon öfters gedacht die recht rigiden Bestimmungen bzgl Flucht- und Rettungswege, Materialbeschaffenheit, Notbleuchtung, Brandrauchabzug usf in Wiener Veranstaltungs- u.ä Räumen sind nicht nur lästig und kostspielig sondern haben Sinn. (obwohls an der laufenden Kontrolle auch etwas mangelt)
der Bettelalm stellte sich mir die frage was wäre wenn. Da gabs namlich eine Person die sich verletzte und kaum rausgeschafft werden konnte. Notausgänge konnte ich nicht wirklich finden. Nie vorher hatte ich je in einem Lokal derartige Gedanken. Sollen aber zwischenzeitlich umgebaut haben.
das stimmt. und ich geh darum auch nie mehr hin, also das ist schon ne weile her aber dort wars dermaßen gsteckt voll das ist abnormal.
da muss man sich ja ansaufen um das auszuhalten - für 5 meter zur bar sollte man aber 20 minuten wegzeit einplanen
Nein, es ist furchtbar, aber wenn man den Berichten glauben schenkt, waren wieder mal zuviele Menschen an einem Ort, der schlecht gesichert war, mit zu kleinen Ausgängen usw. - Es ist immer das gleiche: Buenos Aires, Duisburg usw.... und dann noch die Pyrotechnik, ist das unbedingt notwendig? Und wenn ein Malheur geschieht, bricht immer sofort die Panik aus, das lässt sich gar nicht vermeiden...
Pyrotechnikshows in geschlossenen Räumen sollten verboten werden.
Wie schnell die Stimmung umschlägt, bzw. die Katastrophe eintritt sieht man hier:
http://www.youtube.com/watch?fea... -9g#t=382s
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