Ego halbieren

Kolumne | Mia Eidlhuber
8. Februar 2013, 18:45

Die Frage, warum wir Kinder in die Welt setzen, würde ich mittlerweile ungeschminkt wie folgt beantworten: weil wir Egoisten sind. Mit einem eigenen Leben und sehr eigenen Vorstellungen vom Leben. So und so soll es sein. Nicht anders. Kinder müssen da mit unseren Vorstellungen mit, ob sie wollen oder nicht. Aber sie wollen eh. Eine Zeit lang zumindest. Wir sind ja ihre Eltern. Erst dann kommt die Pubertät.

Wenn sich jetzt zwei Eltern, zwei Vorstellungen vom Leben auseinanderdividieren, landen die betroffenen Kinder plötzlich in zwei auseinanderdividierten Leben und immer öfter in zwei unterschiedlichen Kinderzimmern. So eine Halbe-halbe-Regelung, in der die Kinder 50 Prozent bei der Mutter und 50 Prozent beim Vater sind, produziert aber von vielem doppelt so viel: Wohnungsschlüssel, Bonuseltern, Turnsackerln, Wertvorstellungen, iPods, Vorschriften, Wanderschuhe, Karatezeug, Handschuhe, Fiebersäfte, Skibrillen etc.

Im besten Fall auch: doppelt so viel Liebe (immer gut), doppelt so viel Aufmerksamkeit (oft gut, manchmal weniger) und doppelt so viel schlechtes Gewissen (definitiv gar nicht gut) - von den angehörenden Ressource-Menschen eines Patchworks ganz zu schweigen. Deren Zahl verdoppelt sich nämlich auch. Mindestens. Neue Halb-Tanten, Stief-Cousins, Patchwork-Großeltern. Was sich nicht verdoppelt, ist der Zugriff aufs eigene Kind. Der halbiert sich. Dem wird ein bisschen der Riegel vorgeschoben. Denn von den anderen 50 Prozent des Lebens seines Kindes weiß man nur mehr halb so viel.

Dem eigenen Ego gefällt das - erraten! - weniger gut. "Ah, verstehe. Auf der Rückfahrt. Mit dem Freund der Schwester der Freundin vom Papa." Keine Ahnung. Nie gehört. Kenn ich nicht. Die gute Nachricht: Dem Kind geht es gut. Was heißt gut? Bestens. Die schlechte Nachricht: Der Job von Eltern ist es, sich überflüssig zu machen. Zumindest sagt das Paulus Hochgatterer, österreichischer Kinderpsychiater und Schriftsteller, im STANDARD-Familienmagazin "Family" (erscheint wieder am 23. Februar). Also üben wir uns schon ein bisschen darin. Zumindest 50 Prozent der Zeit. Das eigene Ego wird das verkraften. (Mia Eidlhuber, derStandard.at, 27.1.2013)

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Ockhams Rasiermesser

wenn man Unbekannte in eine Erklärung einführen muss wird die Erklärung unwahrscheinlicher.
Russels Teekanne verdeutlicht die Beweislastumkehr bei der Frage nach der Existenz Gottes.
Die göttliche Vaterfigur ist halt um nichts wahrscheinlicher, als das fliegende Spaghettimonster.
Wenn man sich die Entstehung des Cargokultes ansieht...

Das in der ursuppe wo alle Moleküle für Leben vorhanden waren Leben entstanden ist, ist nicht unwahrscheinlich. Wenn es nicht passiert wäre könnten wir die Frage nicht stellen.

Dann ist der Zufall also keine Unbekannte, sondern eine genau definierte Rechengröße? Na dann, nur zu: Rechnet mal schön! ;)

Nicht unamüsant: Einerseits argumentieren sie recht sachlich, und doch können Sie's nicht lassen, dem Leben zu unterstellen, es hätte/bräuchte einen "Sinn".

sie stellen fragen als unbeantwortet hin, die längst beantwortet sind.
und an eine nicht-existenz eines gottes zu glauben heisst einfach seinen verstand zu benutzen

Sie setzen Ihren Verstand ein und setzen den Zufall einer Konstanten gleich?
Wow!

...und mit Gott können Sie nicht rechnen?
Wie das?

warum wir kinder bekommen?

"weil es immer schon so war", würde wohl michael spindelegger sagen....
bei allen anderen sind sicher egoistische motive im vordergrund. man will ja alles ausprobiert haben...diese erfahrung nicht missen...

Neid?
Schlechtes Gewissen weil Sie nichts zum Fortbestand der Bevölkerung beitragen?

Wenn Sie schon auf alle Eltern verallgemeinern, was an und für sich schon ziemlich unnötig ist, dann hätten Sie aber auch was anderes finden können wie "Egoismus". Der erklärt nämlich nicht die schlaflosen Nächte und anderen Unannehmlichkeiten die man (mit Freude) auf sich nimmt, und die Leute wie Sie nicht teilen müssen.

warum wir kinder bekommen?

in bio nicht aufgepasst???

Das wäre die Frage: 'WIE wir Kinder bekommen'? gewesen

man(n) muss doch nicht gleich den ganzen plan umsetzen. das üben macht doch spass ;)

viele kinder sind genau durch solche .....

freiwilligen übungen entstanden! ;)

man soll halt beim üben nicht hudln ^^

dachte da gehts ums a team

So ein reinfall aber auch

Wie war das noch mal mit Einleitung, Hauptteil, Schluss usw.? Motivation? These, Antithese, Synthese?

Naja, Struktur hat einem Text ja noch nie gut getan.

Mir scheint Ihnen und den 7 Grünstrichlern ist nicht so recht bewusst was eine Kolumne ist...

Wieso, darf man in einer Kolumne wirre Texte schreiben, wo der Leser sich bis zum Schluss Fragen über den eigentlichen Inhalt stellt?

der eigentliche Inhalt ist in ein paar Worten gesagt:

Patchwork(Flickwerk)-Familie = gut
Vater-Mutter-nicht-geschieden-Kind/er-Familie = schlecht, weil die armen Kinder so beengt sind und so wenige zweit dritt und viert Mamis, Onkels, Tanten, Geschwister usw. haben.

nein, das ist, das was sie, aufgrund ihrer persönlichen position (patchwork -> kann nur schlecht(er) sein), wahrnehmen.

Riesen Bahnhof.

Geht es da um Fußball ?

Spielzüge, oder so? Diese schwarz weiß Grafik lässt es mich vermuten ...

Resi

nö. um mia eidlhuber.

schätz ich mal

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