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vergrößern 1024x640Vorsicht, liebe Leser: Das ist nicht die neue Xbox.
Es sind aufregende Zeiten für Gamer. Gleich zwei neue Konsolen stehen vor der Türe und mit ihr eine neue Generation von Videospielen. Leserinteresse und Medienberichterstattung schaukeln einander gegenseitig auf, jeder Hinweis, jede noch so kleine Info ("Information" wäre schon zu lang) kann, muss, will verwertet werden. Und dann passiert's: Eine Falschmeldung wird übernommen, kursiert durchs Netz und findet sich im Handumdrehen auf den ganz kleinen und ganz großen Nachrichtenseiten wieder. Und lässt alle Journalisten, die ihr nicht widerstehen konnten, richtig blöd aussehen.
Genau das ist vergangene Woche im Strom der Xbox 720- und PlayStation 4-Meldungen geschehen. Ein Internetnutzer wollte beweisen, wie einfach es ist, sich als Insider auszugeben und mit erfundenen Informationen in die Schlagzeilen zu gelangen. Per Email erreichte er als vermeintlicher Microsoft-Mitarbeiter gleich eine Reihe namhafter Games- und Technologieseiten und setzte das Gerücht in die Welt, dass Microsoft neben der neuen Xbox auch an einem Gaming-Tablet namens X-Surface arbeitet (Anm.: Der GameStandard hat die Meldung nicht gebracht, ist aber wie jede Zeitung auch nicht vor Enten gefeit.).
In einem Blog-Eintrag deckte er seinen Schwindel schließlich auf und stellte jene Medien, die darauf hereingefallen waren, bloß. Während sich die meisten Journalisten "sehr professionell" verhielten, sah er sich gezwungen einen der Journalisten namentlich zu nennen, weil dieser angeblich besonders aggressiv auf die Falschmeldung reagierte. Dem gewitzten Urheber dieser Zeitungsente zufolge wäre damit eines bewiesen: Anonymen Quellen ist nicht zu trauen und Journalisten, die anonyme Quellen zitieren, seien ihrer Jobbezeichnung nicht würdig.
Nun, so richtig diese These erscheinen mag, so falsch wäre sie. Denn, dass sich Quellen (Insider) in Zeitungsberichten "anonym" äußern können, ist eine absolute Voraussetzung unserer Medien- und Meinungsfreiheit. Wären Menschen nicht in der Lage, ihre Identität zu schützen, wäre investigativer Journalismus oft gar nicht möglich. Der Vorfall zeigt gewiss, dass Medien noch genauer bei der Hinterfragung ihrer Informationsquellen vorgehen müssen. In der Regel jedoch geschieht das auch. Und es wäre fatal zu glauben, dass als "anonym" gezeichnete Quellen den jeweiligen Journalisten nicht bekannt sind. Im Gegenteil: Selbst einem international gesehen relativ kleinem Medium wie derStandard.at werden regelmäßig Informationen zugesteckt - und oftmals nicht von Personen, die einem unbekannt sind, sondern man nur allzu gut kennt. Herr oder Frau Falschmelder hat absolut Recht, wenn es darum geht, dass man seine Quellen kennen sollte. Nur aufgrund der einen oder anderen Falschmeldung pauschal zu verurteilen, schießt übers Ziel hinaus.
Klar, würde man alles als Nachricht verkaufen, was im Internet zu lesen ist, hätte die nächste Xbox nicht nur ein passendes Tablet, sondern auch einen Projektor für Hologramme. Aber wie langweilig wäre nicht nur die Zeitungswelt, sondern unser gesamtes kommunikatives Leben, wenn man immer nur offizielle Pressemitteilungen berücksichtigen würde. Der Mensch tickt nicht so. Und das ist auch der Grund, weshalb Informationen durchsickern und große Geheimnisse vorab ans Tageslicht gelangen. Wo es ein großes Interesse gibt, wird auch getuschelt. Und anstatt dieses Getuschel zu ersticken, sehe ich die Aufgabe der Journalisten darin, diesen Gerüchten nachzugehen, sie zu filtern, zu bewerten und zu berichten. Vielleicht ist ab und an eine Falschmeldung dabei, aber würde man per se nicht über inoffizielle Informationen schreiben, entgingen den Lesern vermutlich die mitunter spannendsten Geschichten.
Wichtig sind meiner Meinung nach aber zwei Dinge: Erstens, dass sich Autoren wie Leser darüber im Klaren sind, dass Gerüchte keine bestätigten Fakten sind, aber dennoch richtig sein können. Und zweitens, dass man als Journalist und Leser nicht aufhört, Meldungen zu hinterfragen. Ich hatte bisher allerdings das Gefühl, dass sich das Verhältnis "Neugier vs. Zweifel" gerade im Internet immer ganz gut selbst reguliert. Vielleicht haben manche auch einfach noch nicht realisiert, das Medien etwas Lebendiges und Nachrichten etwas Flüchtiges sind. Gerüchte, Meinungen, Fakten - die Zeit, in der Dinge in Stein gemeißelt wurden, ist vorbei. Auch offizielle Aussagen und Unternehmensberichte können schon morgen nicht mehr stimmen. Und wer sich von der Fülle an News und Berichten gequält fühlt, sollte Folgendes nicht vergessen: Wir haben die Freiheit zu entscheiden, welche Nachrichten wir lesen. (Zsolt Wilhlem, derStandard.at, 26.1.2013)
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Zsolt Wilhelm arbeitete sechs Jahre als Redakteur bei derStandard.at/web bevor er sich ganz dem Thema Games widmete und die Leitung des "GameStandard" übernahm. Den Blog nutzt er, um sich von der Seele schreiben zu können. Sonntags schläft er gerne aus.
Email: games@derStandard.at
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solltet ihr euch auch mal eurer "Verantwortung" bewusst sein!
Oder findet ihr es "normal" dass durch das bringen solcher SPEKULATIONEN sogar Aktien derart darunter leiden können, dass da ein paar Millionen Cash innerhalb von Stunden verpuffen!?!
Ja richtig, es geht um die Apple Aktie wo ihr 5 Artikel pro Tag herausposaunt habt wie schlecht doch nicht die iPhone5-Verkäufe sein müssen nur weil Apple bei einem Zulieferer die Bestellungen reduziert hat...
Dadurch entstand im Endeffekt ein REALER Wirtschaftsschaden...
voll gruen
auch moechte ich anmerken, dass man doch bitte an die kinder denken möge.
in diesem fall die kinder der appleaktien-besitzer, die sicher viel von dem grossen finanziellen leid dass nun über diese hereinbricht ausbaden muessen.
das gehört auch zur verantwortung von jounalisten, online offline und sonstwelche,dass sie für ihre mittel- und unmittelbaren opfer einen unterstützungsfonds einrichten, um das leid wenn schon nicht aus der welt zu schaffen doch ein bisschen abzufedern.
---
mein grossvater hat gerade gefragt ... aber wenn diese gerüchte über neue hardware oder gadgets in artikelform gebracht werden, dann bringt dass doch klicks auf diese artikel, oder ?
na also, hat er gesagt.
und hat auf eine beliebige werbung gekli
Ihr genannter realer Wirtschaftsschaden und und die Realwirtschaft sind trotzdem sehr unterschiedlich.
Das was an den Börsen so abgeht, hat mit der Realität schon länger nichts mehr zu tun. Apple geht es finanziell gut. Die Aktionäre haben sich ein wenig die Finger verbrannt. Das ist aber auch gut so. Die Aktionäre sollen ruhig mal wieder runter kommen von ihrem hohen Ross.
Gerade Apple verdient ein Haufen Cash durch Gerüchte. Die paar Prozent (in einer Zeit in der dir Aktie sowieso im Sinkflug ist) werden Apple nicht schaden, eher im Gegenteil.
Da sind andere Firmen weit mehr von negativen Gerüchte und Schlechtreden betroffen.
Ich glaub nicht, dass Apple der Zusammenbruch des PC-Sektors um ein Viertel wirklich wurscht ist ;) . Egal was für Ausreden sie offiziell dafür geliefert haben.
Auch weiss Apple, dass sie nur noch von den Verkaufsspitzen bei der Vorstellung eines neuen iPhones leben, weil die gross margin dieses Jahr um 12 Prozentpunkte zurückging. Und dieser gewohnte Ausreisser im Absteigen des Marktanteils des iPhones am Smartphonemarkt war diesmal spürbar kleiner.
Mitunter musst annehmen, dass ich der einzige mit nem Mac und der Fähigkeit des Lesens bin. Oder mach nur ich die PDF-Dateien mit den Quartalsberichten von Apple und die Quartalsberichte zum PC- und Smartphonemarkt von IDC und NPD auf?
Einerseits heben sie (mit völlig aus der Luft gegriffenen "Fakten") die Erwartungshaltung für das tatsächliche Produkt und andererseits nehmen sie den Überraschungseffekt, wenn das Produkt dann endgültig offiziell angekündigt wird.
und wenns mal wirklich um was geht (Politik, Wirtschaft, udg.) ists halt geschickte Propaganda.
Tut mir echt leid, aber wenn man was wirklich wissen will kommt man um Eigenrecherche nicht herum.
Alles andere hat nur Unterhaltungswert. Infotainment im ganz großen Stil. Und immer schön auf (EU-)Linie.
Die meisten Menschen sind nur zu faul um sich ernsthaft zu informieren oder es geht Ihnen zu gut.
"Real eyes realize real lies!"
Kannst kaum besser beschreiben. Entertainment (nichtmal mehr Infotainment oder Edutainment, wie die Schlagwörter der 1990er lauteten um das Abkehren der Berichterstattung von Fakten zu verschleiern) statt Information. Ein Trauerspiel für Menschen, die Zwangsabos bejubeln.
Selbst die hochgelobten Designer von Apple haben ab und zu schwache Momente:
http://www.cio.com/article/4... #slideshow
Wenn ich Gerüchte lesen will, dann lese ich Blogs, die Österreich oder Heute Zettel.
Für mich ist der Standard.at ja quasi sowas wie ein Filter in der Annahme das jene Meldungen hier seriös zusammengetragen wurden.
Sollte der Standard.at jetzt auch anfangen aus Gerüchten Artikel zu basteln (immer mit dem Hinweis das es auch falsch sein könnte) dann würde das ja meinen Grund den Standard zu lesen irgendwie ad absurdum führen. Dann kann ich gleich nur die Blogs und Gerüchtezettel da draußen lesen.
... ist doch ganz einfach - oder? Man muss doch nur im Artikel angeben, aus welchem Kontext die (hier: anonyme) Info her, und ist. Wenn ich als Journalist den Autor kenne und ihn als vertrauenswürdig einstufe, heißt es eben: "... wie aus vertrauenswürdiger Quelle zu erfahren ist..." und wenn nicht dann so was wie: ".. aus unbestätigter Quelle haben wir erfahren...". Ist nicht so schwer.
Also nur nicht zu selbstkritisch werden, mit was wollt ihr denn dann noch die "Web-Sparte" hier füllen?
Außer mit Artikeln vom Apo???
Ihr macht doch nicht viel anderes als aus den windigsten Apple-Blogs die lausigsten Gerüchte abzuschreiben um möglichst viele Pageviews zu bekommen.
...machen es auch sich selbst zunehmend schwerer mit dem contentzwang. wo es vor 15 jahren noch normal war, dass die dienstagzeitung um die hälfte dünner war als die montagszeitung, die ihrerseits wieder die hälfte der wochenendeditition war, soll heute eine webedition jeden tag mehr info enthalten, als es früher nachrichten für einen monat gab. wo es vor nicht allzu langer zeit undenkbar war, dass seriöse medien zurückgreifen auf "randmeldungen" aus sun, mirror u.ä., ist das mittlerweile gängig geworden. vielleicht sollte generell wieder nachgedacht werden darüber, was genau der unterschied zwischen nachrichten und content ist.
beisst sicht halt bei online Medien mit dem Zwang den Inserenten Klicks/Pageviews zu liefern um die Preise zu rechtfertigen!
Drum wird halt auf Teufel-komm-raus jeder noch so inhaltsleere "Content" ins Medium gehievt!
Je weniger Arbeit damit verbunden ist, umso praktischer für den unterbezahlten Lohnschreiber!
Ich würde mir bei vielen Artikeln auch mehr Tiefe und Recherche und weniger "Headlines" wünschen, fürchte aber, dass es beim Wünschen bleiben wird.
Und: ja, ich bin zahlender Abonnent!
und wieviel "gesicherte" daten über den win8 verkauf hat derstandard hinter- und befragt? gerüchte werden als atemlos als fakten "verkauft", wahrscheinlich glaubend und annehmend, dass das das ist, was die leser wollen. es gibt soviel berichtenswertes aus aller welt, man müßte sich in der edaktion halt nur trauen. und wie ein artikel spannend, lustig, informativ und ansprechend aufgebaut sein kann, zeigt glu im motorrad-teil immer wieder auf.
Journalisten kann man sowieso fast (alles) erzählen. Die Berichte nach Messen, Keynotes etc, sind nichts anderes als gratis Werbung für die Konzerne.
Die meisten Journalisten werden auch von den PR Abteilungen betreut, die oft die Infos als letztes erfahren, damit eben nichts nach aussen sickert.
Wenn man die Zeit zurückdreht, gab es immer Gerüchte die gestimmt haben. Z.b. sind von der PS3 Slim und von der Super Slim Fotos ins Netz geraten. Ein computer generiertes Bild war noch niemals ein Beleg für ein Produkt.
Journalisten investigieren heute auch nicht mehr, sonst würden sie sich in den Bars bei Entwicklungsstudios herumhängen und versuchen etwas rauszufinden. Statt dessen wird jeder Quark aus dem Internet hundert mal verbreitet.
... fragt sich der Blog- und Gerüchteakkumulator /Web? Gefühlte 50-60% aller Berichte hier sind Zusammenfassungen von Gerüchten von irgendwelchen Blogs. Davon 80% Apple betreffend. Klicks sind nicht alles im Zeitungsleben... sollte man glauben.
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