Sprachförderung im Kindergarten: Wie Chanel und Efe Deutsch lernen

Reportage | Rosa Winkler-Hermaden
24. Jänner 2013, 05:30
  • Martin, Chanel, Efe, Davina und Vivian (v. li.) besuchen das letzte Kindergartenjahr.
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    foto: derstandard.at/winkler-hermaden

    Martin, Chanel, Efe, Davina und Vivian (v. li.) besuchen das letzte Kindergartenjahr.

  • Einmal pro Woche lernt Renate Guldan mit den Kindern.
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    Einmal pro Woche lernt Renate Guldan mit den Kindern.

  • Guldan setzt auf Montessori-Materialien.
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    Guldan setzt auf Montessori-Materialien.

  • Ein Koffer voller Lernunterlagen.
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    Ein Koffer voller Lernunterlagen.

  • Chanel - ihre Eltern kommen aus China - will Bingo spielen.
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    Chanel - ihre Eltern kommen aus China - will Bingo spielen.

Jedes dritte Wiener Kind unter sechs hat Deutsch-Probleme - Auf 50 Kinder kommt eine Sprachassistentin

"Wo ist Renate?", fragt der fünfjährige Efe und zappelt von einem Bein auf das andere. An einem Tag pro Woche ist im Kindergarten in der Embelgasse alles anders als sonst, denn am Donnerstag kommt Renate Guldan zu Besuch. Die Kinder warten schon ungeduldig vor der Tür. Da betritt die 53-jährige Pädagogin endlich das enge Vorzimmer. Mit sich schleppt sie einen Koffer voll Montessori-Materialien, die beim Erlernen der Sprache helfen sollen. Im Kindergarten der St.-Nikolaus-Stiftung in Wien-Margareten werden 25 Kinder aus sieben Nationen im Alter von drei bis sechs Jahren betreut. Kein einziges von ihnen hat Deutsch als Muttersprache.

Soll die Sprachförderung im Kindergarten ausgebaut werden? Oder ist es besser, Vorschulklassen einzurichten? An der Frage, wie die Kinder beim Erlernen der Sprache gefördert werden sollen, scheiden sich die Geister. Integrationsstaatsekretär Sebastian Kurz (ÖVP) fordert Vorschulklassen, Anfang Jänner sprang auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) auf den Zug auf. Bisher hatte die SPÖ diese Maßnahme mit dem Argument, keine Ghettoklassen bilden zu wollen, stets zurückgewiesen.

Steine und Plastiktiere

Sprachlehrerin Guldan packt die Utensilien aus, legt Spielkarten, Filzteppiche, Steine und bunte Plastiktiere auf den Tisch. Fünf Kinder unterrichtet die Sprachassistentin, nämlich jene, die ab Herbst in die Schule gehen sollen und noch Sprachdefizite aufweisen. In der alltäglichen Kommunikation haben sie keine Probleme mehr, geht es aber um grammatikalische Feinheiten, stehen die Kinder an. Die Pädagogin bittet die ersten drei Kinder zu sich in den kleineren, ruhigeren Raum des Kindergartens. Efe kommt aus der Türkei, Davina aus Nigeria, Chanel aus China. Die Kinder sind zwischen fünf und sechs Jahre alt.

Zur Volksschule zugelassen werden sie nur, wenn sie ausreichend Deutsch sprechen. Der Wiener Stadtschulrat baut die seit 2008 existierende Maßnahme heuer weiter aus, was zu heftiger Kritik von Sprachwissenschaftlern führte. Die Professoren Rudolf De Cillia und Hans-Jürgen Krumm von der Universität Wien warnten vor Separation und sehen in eigenen Vorschulklassen für Migrantenkinder eine Diskriminierung.

Davinas schwarze Rastazöpfe wippen mit ihren ruckartigen Bewegungen mit. Der Förderunterricht gehört für sie und die anderen Kinder hier längst fix zur Kindergartenwoche dazu. Sie blickt konzentiert auf den Stapel Karten vor sich. Sprachassistentin Guldan zeigt auf eine Karte und fragt: "Was siehst du hier?" Davina antwortet: "Eine Katze!" Guldan: "Richtig. Jetzt denk dir irgendeine Zahl aus und sag mir die Mehrzahl von Katze." Davina überlegt nur kurz: "Dreihundertundsechzig Katzen", platzt es aus ihr heraus.

Ekmek heißt Brot

Nun ist Chanel an der Reihe. Sie hat eine Karte vor sich liegen, auf der ein Brot abgebildet ist. Beim Bilden der Mehrzahl tut sie sich noch schwer. "Bröte?", fragt das Mädchen vorsichtig. "Es heißt Brote", korrigiert Guldan. "Brote", wiederholt Chanel. Plötzlich wird Guldan zur Schülerin. Sie fragt Chanel, was Brot auf Chinesisch heiße: "Miànbāo", sagt Chanel wie aus der Pistole geschossen. "Und auf Türkisch?" "Ekmek", auch Efe weiß es sofort.

Guldan erklärt, dass es für die Kinder wichtig sei, den Bezug zur Muttersprache herzustellen. Durch die Muttersprache werde die Sprachbasis gelegt, alles weitere gehe dann einfacher. "Muttersprache ist die Sprache des Herzens", sagt sie. Zahlreiche Studien geben Guldan recht.

Ein Drittel aller Kinder wird gefördert

Guldans Sprachunterricht im Kindergarten in der Embelgasse wird von der MA 10 finanziert. Sie ist eine von rund 100 Förderassistentinnen, die in Wiens Kindergärten unterrichten. Bei einem Drittel aller Kinder im Alter von viereinhalb bis fünfeinhalb Jahren wurde im vergangenen Jahr ein erhöhter Sprachförderbedarf festgestellt. Insgesamt besuchten in diesem Zeitraum 15.000 Kinder das letzte Kindergartenjahr. Das bedeutet, auf eine Sprachassistentin kommen rund 50 Kinder.

Die Sprachassistentinnen werden nach Bedarf in den Kindergärten eingesetzt und unterstützen die Kinder mit mangelnden Sprachkenntnissen vor Ort. Darunter auch Kinder mit deutscher Muttersprache. Die Pädagoginnen kümmern sich nicht nur um sprachliche Fähigkeiten, sondern auch um die motorische, soziale und emotionale Entwicklung der Kinder.

Hase mit A

"Haaaaase", spricht Efe Pädagogin Guldan nach. In der Embelgasse geht es weiter mit A-Übungen. Vor den Kindern liegen Tafeln, darauf abgebildet sind Gegenstände, die ein A enthalten. Die Kinder sollen erkennen, ob sich das A am Anfang, am Ende oder in der Mitte des Wortes befindet. Efe weiß die Antwort nicht. Renate beruhigt: "Das ist eine schwere Übung." Efe hat während des Unterrichts schon mehrmals erwähnt, dass er müde ist. Nach nicht ganz einer Stunde ist die erste Gruppe fertig, draußen wartet bereits die Jause.

Für ein zweites Kindergartenjahr

"Wir würden uns wünschen, dass Frau Guldan jeden Tag da ist." Susanna Haas, die pädagogische Leiterin der St.-Nikolaus-Stiftung, ist froh über Guldans wöchentliche Deutschstunden. Sie ist überzeugt, dass man bei der Sprachförderung im Kindergarten ansetzen muss. "Das System funktioniert gut, fein wäre es, wenn die Sprachförderung früher passiert." Denn je jünger die Kinder sind, desto höher sei die Bildungschance. "Man kann keine Wunder bewirken", sagt sie. Aber die Sprachmelodie würden die Kinder auf jeden Fall verinnerlichen. Einem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr steht Haas offen gegenüber.

Der für die Kindergärten zuständige Wiener Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) spricht sich jedoch dagegen aus. Er plädiert für mehr Ressourcen für die Frühförderung von Kindern und sieht das als zielführender als ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr. Die Wahlfreiheit der Eltern stehe im Vordergrund.

Schuleinschreibung bis 25. Jänner

Die älteren Kinder in der Embelgasse werden Reformen der Sprachförderung im Kindergarten nicht mehr treffen. Noch bis 25. Jänner haben ihre Eltern Zeit, sie für die Volksschule im Herbst anzumelden. Die Entscheidung, ob sie in die Volksschule kommen oder noch ein Jahr Vorschule absolvieren müssen, liegt in der Hand der Direktoren. Sie müssen bei der Schuleinschreibung feststellen, ob die Kinder in der Lage sind, dem Unterricht zu folgen. Entscheiden sich die Schulleiter gegen eine Aufnahme, folgt als Alternative für Kinder mit Sprachdefiziten die Vorschule - und damit die Trennung von jenen Kindern, die Deutsch bereits beherrschen. Vielleicht sind das ja Efe, Chanel und Davina. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 24.1.2013)

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Bist du das den Betroffenen echt neidig? An einem einzigen Tag pro Woche kommt eine sog. "Sprach-Assistentin", die dann offenbar im Fließbandsystem alle Kinder der Gruppe nacheinander in Dreiergruppen drannimmt. Über deren Ausbildungshintergrund ist nichts zu erfahren - vermutlich, weil es in ganz Ostösterreich keine geregelte Ausbildung im Bereich vorschulischer Deutsch-als-Zweitspracherwerb gibt und auch sonstwo maximal Kurzlehrgänge.
Mit einem unerprobten Konzept bzw. Konzepten, die sich anderswo schon längst als suboptimal für vorschulische Förderung im Bereich Deutsch als Zweitsprache erwiesen haben.

Es ist tatsächlich eine grobe Sauerei: In Österreich werden nahezu ausschließlich jene gefördert, die Schwächen haben. Stärken sind uninteressant.
Das zieht sich durchs ganze Schulsystem.
Wieviele unnötige Stunden müssen teilhochbegabte Kinder und Jugendliche mit Fächern verbringen, die für sie jenseitig sind, einfach um nur durchzukommen. Das geht dann bei den anderen Fächern, die interessieren, ab. Fazit: Bei den Fächern, die ungeliebt sind, geht es sich dann grad so aus. Bei den eigentlichen Interessensgebieten wird man mangels Zeit zum Erarbeiten auch nur durchschnittlich.

naja, dafür zahlen die mit den Schwächen dann später Steuern, mit denen ein Gratisstudium für die mit den Stärken finanziert wird. Ich würd jetzt net wissen wollen, wer da wirklich wen finanziert.

Übrigens ist das so in einem Sozialstaat: Die Stärkeren sind für die Schwächeren mitverantwortlich. Ich wünsch mir da kein anderes System - weil am End gehör ich irgendwann auch zu den Schwachen.

stat. austria (auch eurostat.) belegt das das lebenseinkommen von akademikern weit über dem der ungelernten arbeiter liegt
an steuern reinvestiert der akademiker mehr als der ungelernte ( dies verstärkt sich auch noch weil der gebildete empirisch risikofreier also gesünder lebt)

es geht net ums Sozialsystem. Es geht darum Stärken von Schülern zu fördern. Ist ja wohl auch in ihrem Sinne, wenn einer in einem Fach wirkklich gut ist, dort dann einen gescheiten Beruf erlernt und ordentlich Steuern zahlt, als er kann alles nur durchschnittlich und zahl nur durchschnittlich Steuern.

außerdem wird die hauptenergie

auf die verhaltenskreativen verschwendet, anstatt dort einmal tacheles zu reden. psychohygiene kennen und lange ohren kriegen die experten nur, wenn sie die wörtchen migro, ordnung und disziplin hören, da werden sie hellwach.
schon aus dem grund muss man die fpö wählen, um diese menschen zu ärgern, falls das überhaupt möglich ist.

Wenn Sie sich unbedingt die USA zum Vorbild nehmen wollen, dann fangens doch bitte mal damit an Ihre Arztrechnungen selbst zu bezahlen.

Er meint, dass sogar im Paradeeinwanderungsland USA das Erlernen der Amtssprache eine Bringschuld ist. Wer nicht Englisch lernen will, wird in den dortigen Schulen scheitern. Gratis Kurs gibts keinen.

wann haben sie wo und wielange in der USA gelebt?
meine Erfahrung ist eine andere

In den USA (wenigstens in den Grosstaedten mit grossen Migrantenanteil) gibts z.T. oeffentliche Schulen mit ganz unterschiedlichen Sprachfoerderungsangeboten: Immersionsuntericht, spezieller Sprachuntericht im Nachtmittagsprogramm etc. etc. Vom Ansatz her relativ flexibel und undogmatisch. Mangelnde Englisch-Kenntnisse zu Schulbeginn sind nicht zwangslaeufig ein Grund zum scheitern. mfg von einem Migranten mit Kindern im Pre-school Alter an der West Coast.

Was heißt da "sogar" - die USA galten noch nie als sehr soziales Land, dort gilt das Recht des Stärkeren, bzw. das Recht des Reicheren. Das ist klar, dass da Menschen mit Sprachproblemen nicht zusärtzlich geholfen wird, genauso wie anderen Menschen nicht sehr viel geholfen wird. Soll sich Österreich das als Vorbild nehmen?

Gerne, wenn ich dafür auch deutlich unter 10% Einkommenssteuer zahle

Dann sollten Sie einer der Topverdiener sein, oder nie krank werden. Ansonsten werden sie von diesem System nicht profitieren.

die

ursache liegt darin dass sprachheilpädagogiksrunden und logopädiestunden auf null gekürzt wurden, der großteil der kinder mit sprachfehlern sind aus österreich und hat mit migration nix zu tun.

meinen sie diesen Post ernst?!

Warum gibt es hier soviele grüne Punkte? Was in deren Ausbildung würde SprachheilpädagogInnen oder LogopädInnen denn befähigen, speziell mit Kindern zu arbeiten, die im Erwerb von Deutsch als Zweitsprache Probleme haben? Vor allem, wenn diese Kinder gleichzeitig gerade dabei sind, die Muttersprache zu erwerben, und sich dabei keine analogen Auffälligkeiten zeigen? (Wobei LogopädInnen heute auch selten nach der bloßen Drill- und Einübe-Methode arbeiten, sondern die Beziehungsarbeit schon bei weitem im Vordergrund steht. Aber meines Wissens sind diese zuständig für Kinder mit Schwierigkeiten, bestimmte Laute korrekt zu bilden, für mutistische oder teilmutistische Kinder, für stotternde oder stammelnde Kinder, "verwaschene" Aussprache usw.)

warum nicht?

Er hat recht. Die Sprachheillehrer wurden gestrichen. Und das schadet auch Kindern, deren Muttersprache Deutsch ist.

es geht hier nicht um Sprachfehler

Eben. Daher wären auch nicht in erster Linie SprachheilpädagogInnen und LogopädInnen zuständig. Denn deren Hauptaufgabe ist es, Kinder mit diversen Sprach- bzw. Sprech- oder Stimmstörungen zu behandeln. Wobei die Behandlung heutzutage auch anders aussähe als die im Artikel geschilderte - aber da wird ohnehin nicht behauptet, dass es sich um eine Sprachheilpädagogin oder Logopädin handeln würde. (http://buch.archinform.net/isbn/3-17... 923-4.htm) - Jedenfalls finde ich in einem 400-seitigen Lehrbuch der Sprachheilpädagogik und Logopädie so gut wie kein Kapitel, das sich mit dem Erwerb von Deutsch als Zweitsprache beschäftigen würde. Und haufenweise Artikel zu diversen Störungen (u.a. jenen von mir im Post oben angeführten.)

Das ist ein Fehler.

Es geht um Sprachförderung und ich sehe einfach nicht ein, warum immer nur Kinder gefördert werden sollen, die nicht Deutsch als Muttersprache haben. Es gibt jetzt übrigens einen neuen Trend: Wenn es möglich ist, wird eine andere Sprache als Deutsch als Muttersprache genannt - weil es sich herumgesprochen hat, dass das Kind dann mehr Rechte auf Gratisförderung hat.

Hern's

Was wollen Sie eigentlich?
Und wenn das Kind dann in der 1. VS nicht deutsch kann, regen Sie sich auch wieder auf.

Also, wenn ich den Artikel so lese, nehme ich an,

dass da in den Kindergärten ehrenamtliche Helferinnen auch etwas zuwege bringen könnten.
Warum wirbt man nicht um solche Leute, damit die Kosten nicht so hoch werden?

ich bin eher skeptisch bei nicht ausgebildeten hilfsarbeiterInnen im Kiga

Naja... wenn man...

... die Wiener so reden hört... dann bin ich absolut davon überzeugt, dass die wirklich Deutsch lernen sollten XD

In Österreich wird Deutsch gesprochen.

Einwanderer und deren Kinder haben Deutsch zu lernen und zu sprechen.
Wem´s nicht passt - sein Problem.
Das Herumreden um den heissen Brei generiert die Probleme.

Geh bitte, beklagen Sie sich mit Ihrer Hetzerei beim Salzamt.

Dumpfbacken-Posting..

Sorry, ist leider zu 0% produktiv..

was stimmt daran nicht?

OK, es ist auf eine einfache Formel runtergebrochen, und Einwanderer dürfen natürlich auch Ihre Muttersprache sprechen - klar -
aber die Landessprache im Einwanderungsland Österreich ist Deutsch, so wie sie im Einwanderungsland USA Englisch ist.

Was daran nicht stimmt?

Es ist genau die vereinfachung das problem. In oesterreich ist deutsch landessprache, auch amtssprache und natuerlich unterrichtssprache, dennoch kann eine weltstadt (was wien gern sein moechte?) sich eben nicht so provinziell geben.
Die welt ist in bewegung und in veraenderung.
Die situation der migration betrifft doch nicht nur oesterreich, sondern viele europaeische laender.
Schauen sie mal nach frankreich, wie viele sprachen da gesprochen werden, nur ein beispiel. Der ton macht die musik. Schade dass die politik in oesterreich diesbezueglich nichts beispielhaftes anzubieten hat..

? -also ehrlich

Sorry, aber in Frankreich ist Französisch Landessprache, die jeder können muss, und zweitens gibt es dort noch viel größere Probleme durch Migration als bei uns.

Was meinst Du mit "Wien soll sich nicht so provinziell geben?" Ist die Forderung, dass Einwanderer die Landessprache beherrschen sollen, Deiner Mg. nach "provinziell"?

Wie lautet Dein Vorschlag - sollen die Einwanderer KEIN gutes Deutsch lernen...:)....?

Wie schon gesagt: mit der Aussage: "Red´s Deitsch" kann ich per se auch nicht so viel anfangen, aber es läuft trotzdem darauf hinaus und mir ist eine ehrliche Ansage lieber als Herumdruckserei- und DAS wollte Future1, glaube ich, zum Ausdruck bringen.

... und jedes zweite Kind hat grobmotorische, der andere Anteil feinmotorische Schwächen, der soziale Bereich weist ebenfalls imense Problematiken auf. Sprechen wir von der Wahrnehmung finden wir auch einen hohen Prozentsatz - es gibt etwas anderes auch als die Sprache - wir müssen das Kind ganzheitlich sehen und uns nicht nur auf einen Bereich alleine konzentrieren - Sprache und Bewegung hängen eng miteinander zusammen!

nonanet hat jedes Kind irgendwo eine "Schwäche"...

... bei allem Respekt, aber jetzt gehts mir zu weit. Mir scheint, da ist gerade wieder einmal ein System im Entstehen, das sich seine Klienten und Patienten selbst produziert.

ich verstehe die trenzerei nicht.

seit jahrzehnten gibts ghettoklassen in wien, seit jahrzehnten werden die lehrer deppat sterben gelassen, wer aufmuckte, war ein nazi. seit jahrzehnten werden/wurden die muttersprachlichen zusatzlehrer gestrichen - nannte sich reform - und jetzt kommes drauf, dass bis zu 90% nix vastehn?

während dem jugokrieg bekamen wir mitten unterm jahr traumatisierte, null deutsch sprechende kinder aus den kriegsgebieten... wo waren die gscheiten da? hab ich ghört nix von denen. jetzt winselns um die wette? ich kann mich nur an "alles voll super" statements erinnern.

sie bringen es auf den Punkt.

Ja, wir leben in einer Hochglanzgazetten-PR-Gesellschaft.

Ich krieg jedesmal an Krampf, wenn in Wien wieder so ein Konvolut von Werbezetteln im Postkastl liegt mit dem Konterfei von der Brandsteidl und dutzenden Artikeln in irgendwelchen inoffiziellen Parteilblattln dazu. Das ist nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt ist. nebstbei, ich komm von der Elternseite....

was in GB gut funktioniert:

kommt ein kind mit nichtenglischer muttersprache in die schule (ab 5), wird der sprachstand erhoben. dann gibts eine individuelle sprachlehrerin, die täglich mit dem kind (in der schule oder zu hause) übt. je nach fortschritt reduziert sich das dann auf unterricht 1x wöchentlich bis die kinder muttersprachenniveau erreicht haben. das geht erfahrungsgemäß innerhalb eines jahres.
tja, geld müsste man schon reinstecken. dann wüssten die leute endlich auch wieder, wozu die geisteswissenschaften nicht alles gut sind....

je früher angesetzt wird, umso besser. das heißt, im kindergarten (verpflichtender kindergarten ab 4 für kinder mit sprachproblemen) und nicht mittels ghettoklassen in der schule.

mag sein

Aber, lieber Byron, vermeide doch bitte diese idelogischen Kampfwörter/ Totschlagargumente wie "Ghettoklassen", wie sie die zuständige Frau BM halt noch vor ein paar Wochen als Argument verwendet hat.

Ghettoklassen sind längst Realität - übrigens auch laut Frau Brodnig im Falter letzte Woche.

Besser ein zusätzliches Vorschuljahr (Vorschule GIBT es übrigens bereits) zwecks Spracherwerb, als danach ein Leben lang benachteiligt.

Ja und?
Ist doch gut wenn die Kinder multikulturell aufwachsen, hab selten soviel rassismus gesehen wie er hier in österreich anscheinend an der tagesordnung steht.
Nunja die alten Krokodile werden aussterben und eine neue tolerantere wird diese hoffentlich ersetzen.
Und @sprachprobleme: dann sollen halt diejenigen kinder die probleme aufzeigen verstärkten deutschunterricht bekommen. Die kleinen rabauken lernen ja eh so schnell, das dürfte kein problem sein.

O_o

e kloa. mochma scho. de klanen rotzpipn pockn des scho. passt eh.

@Sprachprobleme: Was halten Sie (als nicht-Rassist) von Gleichbehandlung?

MAn könnte auch einfach ALLE Kinder genau gleich behandeln. Wer die Sprache kann schafft die Schule, we sie nicht kann hat Pech gehabt und darf sich bei den Eltern bedanken.

Nicht dass ich so ein System befürworte, aber jegliche besondere Förderung läuft wiederum auf Rassismus oder Diskriminierung raus.

Der Trend geht halt dazu, dass Bildungseinrichtungen in Wien einen hohen Anteil an Kindern nachweisen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Dies sollte als Chance wahrgenommen werden, denn diese Kinder können sich nur in deutscher Spracher verständigen, wenn sie alle aus verschiedenen Kulturkreisen stammen. Um Defizite zu vermeiden, sollten Kinder so früh wie möglich in Betreuungseinrichtungen geschickt werden. Man sollte jegliche Sozialleistungen diesbezüglich streichen und das Geld in frühkindliche Bildung investieren, sprich kostenlose Betreuungsplätze, Mahlzeiten und Lernprogramme. Deutsch sollte ausnahmslos gesprochen werden, jedoch der Bezug zu der Muttersprache hergestellt werden.

was bitte sollen denn mahlzeiten

mit dem spracherwerb zu tun haben? sprachunterricht kriegen heißt nicht automatisch, dass man die kinder in eine mittelprächtige kindertageseinrichtung zwangseinweisen muss. solche massnahmen sind total ineffektiv, weil sie nicht richtig auf den zweck abzielen, sondern auch noch ideologisch unterfüttert sind.

Mahlzeiten = zur Gewöhnung an die Ö. Eßkultur, und nicht umgekehrt !

was is die ö-esskultur?

bei mir: chili, ratatouille, spaghetti armatricana, stew,...... ;)))) DAS ist österreich *fg*

Nur wird die Weiber-an-den-Herd-Partei ÖVP mit einiger Sicherheit alles unternehmen, um weitere Kindergärten zu verhindern.

Noch dazu wäre es kurzsichtig, ausschließlich Deutsch zu lehren: Dass es in Wien heute Kinder gibt, die schon Brocken von Serbisch und Türkisch und so weiter beherrschen, könnte man nämlich auch als Chance sehen und gezielt _auch_ Unterricht in den Erstsprachen der Kinder anbieten.

Erstens würde dies den Kindern das Deutschlernen wesentlich erleichtern, zweitens hätten wir dann - anstelle von Leuten, die weder Deutsch noch Türkisch annähernd gut beherrschen - Nachwuchs mit guter Sprachkompetenz in mehreren Sprachen.

Dass es in Wien heute Kinder gibt, die schon Brocken von Serbisch und Türkisch und so weiter beherrschen, könnte man nämlich auch als Chance sehen und gezielt _auch_ Unterricht in den Erstsprachen der Kinder anbieten. Darin sehe ich keine Chance

für die Massen, sondern eine extrem fokussierte Nischenstrategie für eine winzig kleine Minderheit, kurzum: eine Mittelverschwendung.

Serb und Türk sind für 95% der Schüler im späteren Leben völlig irrelevant (außer für etwaige Verwandtenbesuche oder anderweitige Freizeitvergnüngen). Welche Chance besteht darin die vorhandenen knappen Ressourcen auf 5% der Schüler zu konzentrieren?

Als Ausgangssprache taugen diese ebensowenig, da in Österreich sämtlicher Unterricht, das Geschäftsleben, die Kultur usw. you name it auf "deutsch" erfolgt. Kurzum, mit einer Kombination deutsch/englisch deckt man wiederum 98% der langfristigen Bedürfnisse von 95% der Schüler.

Zudem - wozu braucht ein 3,4,5 jähriger eine andere 'Muttersprache' als deutsch?...

"wozu braucht ein 3,4,5 jähriger eine andere 'Muttersprache' als deutsch?..."

Wie dumm kann man sein?

Das is "links" ungewünscht!

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