Mehrere Verletzte bei Neujahrsfeiern in Österreich

1. Jänner 2013, 13:29

Verirrte Raketen, Detonationen am Boden, vermeintliche Blindgänger und ein Fehlalarm wegen eines Heiratsantrages

Goldegg/Innsbruck/Wien - Die Silvesterknallerei hat in der Nacht auf Dienstag in Österreich mehrere Verletzte gefordert. Beim Versuch ein Feuerwerk zu zünden ist ein 35-jähriger Mann in Goldegg im Salzburger Pongau von einer Rakete schwer am Auge verletzt worden. Der Mann zündete gegen Mitternacht in der Nähe seinen Wohnhauses die Lunte für eine Feuerwerksbatterie und beugte sich dazu mit dem Oberkörper über die Abschussbox.

Bevor er sich entfernen konnte, zündete das Feuerwerk. Der 35-Jährige wurde von zumindest einer Rakete im Bereich des rechten Auges getroffen. Nach der Erstversorgung durch den Notarzt wurde der Verletzte in der Augenklinik Zell am See am Auge operiert. Er erlitt durch den Feuerwerkskörper schwere Verletzungen beim rechten Augapfel, eine Rissquetschwunde an der Stirn und einen Bruch des linken Mittelfingers.

"Einsatzreiche" Nacht in Tirol

Der Start ins Jahr 2013 hat auch für einen 57-jährigen Mann in Tirol mit schweren Kopfverletzungen geendet. Beim Entzünden einer Feuerwerksbatterie in Jenbach (Bezirk Schwaz) explodierte diese. Er und ein 49-jähriger Kollege wurden einige Meter weggeschleudert. Nach Angaben der Polizei von Dienstag wurde der Ältere von mindestens einer Rakete im Gesicht getroffen und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Nach der Erstversorgung wurde der Mann in die Uni-Klinik Innsbruck eingeliefert. Auch der 49-Jährige wurde dabei im Gesicht verletzt, allerdings leicht.

Allgemein verlief der Beginn des neuen Jahres in Tirol aus Sicht der heimischen Leitstelle "einsatzreich". Insgesamt wurden nach deren Information von 20.00 bis 6.00 Uhr landesweit 439 Alarmierungen und sogenannte Dispositionen verzeichnet, wovon 361 auf den Rettungsdienst Tirol fielen.

Das Rote Kreuz registrierte im Zuge des Bergsilvesters in Innsbruck 22 Versorgungen, teilte die Organisation in einer Aussendung mit. Über 23.000 Menschen tummelten sich in der Innenstadt und erlebten das Feuerwerk. Im Vergleich zum Vorjahr wurde mit den Einsätzen in den Sanitätsdienstzelten eine leichte Steigerung der Versorgungszahlen verbucht, hieß es. Elf Patienten seien zur weiteren Behandlung in die Klinik Innsbruck transportiert worden.

Die Feuerwehr von Kössen im Tiroler Bezirk Kufstein rückte indessen am Montag nach einem Fehlalarm aus. Eine Zeugin hatte aus der Ferne ein Feuer vermutet, deshalb rief sie den Notruf, teilte die Polizei am Dienstag mit. In Wahrheit handelte es sich um in der Form eines Herzens aufgesteckte Fackeln, mit denen der Grundbesitzer am Silvesterabend seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht hatte.

Gesichtsverletzungen auch in Kärnten

In Ebenthal bei Klagenfurt wurde ein 31 Jahre alter Mann aus Steindorf am Ossiacher See (Bezirk Feldkirchen) schwer verletzt. Er hatte in einem Lokal gefeiert, als ein Unbekannter an der Theke eine sogenannte Luftschlangen-Kanone zündete. Ein Teil des Knallkörpers traf den 31-Jährigen im Gesicht. Er musste mit einer schweren Netzhautverletzung ins Klinikum Klagenfurt gebracht werden.

In der Gemeinde Zell Pfarre (Bezirk Klagenfurt) feierte eine Gruppe aus der Steiermark den Jahreswechsel in einem Wochenendhaus. Als ein 19-Jähriger aus dem Bezirk Voitsberg gegen Mitternacht vor dem Haus eine Rakete abschießen wollte, kam es zu einem Zwischenfall. Der in einem Kunststoffrohr stehende Feuerwerkskörper hob nicht ab, sondern detonierte am Boden. Der Steirer wurde im Gesicht und an einer Hand verletzt, er wurde von der Rettung ins Spital gebracht.

In einem Klagenfurter Wohnhaus kam es zu einem Balkonbrand durch eine verirrte Rakete. Das Feuer konnte aber schnell gelöscht werden. Es entstand nur geringer Sachschaden.

Auch in Wien hat einen "verirrte" Rakete in einer Wohnung in der Hamburger Straße in Wien-Margareten einen Brand ausgelöst: Mehrere Personen wurden kurz nach Mitternacht von der Feuerwehr aus dem verrauchten Haus in Sicherheit gebracht, da ihnen der Fluchtweg abgeschnitten war. 20 Patienten wurden von der Rettung versorgt, acht davon kamen mit schweren Rauchgasvergiftungen ins Spital. Insgesamt wurden in der Neujahrsnacht 21 Personen nach Bränden in Krankenhäuser eingeliefert. Am Montagnachmittag fiel ein Feuerwehrmann im Dienst aus einem Fenster.

Blindgänger in Vorarlberg aufgesammelt

Feuerwerkskörper forderten auch in Vorarlberg Verletzte. In Gaschurn im Montafon erlitt ein 13-jähriger Bub Verletzungen an den Händen und im Gesicht. Der 13-Jährige hatte nach dem Silvesterfeuerwerk diverse Blindgänger von der Straße aufgesammelt. Als er sie anzünden wollte, explodierte ein Feuerwerkskörper in seinen Händen. Der Schüler wurde ins LKH Feldkirch eingeliefert. In Feldkirch wurde eine Frau durch einen Knallkörper am Kopf verletzt. Insgesamt wurden von der Polizei in Vorarlberg 16 Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz erstattet und drei Organmandate ausgestellt.

Ob der Fall von fünf komplett ausgebrannten Fahrzeugen auf einem Parkplatz nahe der Haupteinfahrt der Saline Ebensee (Bezirk Gmunden) im Zusammenhang mit gezündeten Feuerwerkskörpern steht, konnte die Polizei am Dienstag noch nicht bestätigen. Verletzt wurde dabei niemand, berichtete die FF Ebensee in einer Pressemitteilung am Dienstag. Die brennenden Fahrzeuge waren unter einem Flugdach geparkt. Während die Flammen mittels Schaumteppich gelöscht wurden, kühlte und belüftete die Feuerwehr ein daneben liegendes Gasventil, um eine Explosion zu verhindern. (APA/red, 1.1.2012)

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grenzdebile knallerei

gestern zwischen 18 und 2 in der früh ist unser hund fast durchgedreht.
heute morgen im park überall der einschlägige verpackungsdreck, bauhaus-sackln, etc..
und zur aktuellen stunde scheinen ein paar grenzdebile noch immer nicht genug zu haben-wobei sie vielleicht geistige schwierigkeiten mit dem erfassen von tag und uhrzeit haben.

irgendwo hats eh einer schon geschrieben:
in ballungszentren knallerei am 31.12. zwischen 22 und 2 erlaubt, bei verstoss rigorose geldstrafe
plus
50% mwst. auf knallkörper ergibt mehreinnahmen von 12mio-damit ein jahr lang
die gruft oder andere soziale einrichtungen versorgen.

ich

Ich würd mehr als 50% draufschlagen: 100% Öko/Zusammenräumsteuer plus 100% Krisensteuer plus 100% Einsatzkräftesteuer.
Das war ja wieder gemeingefährlich gestern Nacht, was diverse Mitbürger da aufführten.

ein echtes feuerwerk von profis ist etwas schönes.

aber diese knallerei war nur unnötig. bei uns sind eine menge mistkübel gesprengt worden, sehr sinnvoll.

irgendwie ist ein teil der menschheit degeneriert.

Beobachtung:

die Lautstärke (und Menge) der Böller ist umgekehrt proportional zum Intelligenzquotienten des Zündlers.

Ich freue mich über jeden Schuß der abgefeuert wird.

Weil dann weiß ich es geht Herrn und Frau Österreicher noch gut. Leider ist dieses Jahr sehr wenig geschossen worden und ich hatte beinahe eine Eindruck Silverster in einem Kurort zu verbringen.

...bin stolz, zu ihrer freude beigetragen zu haben.

(heuer war mein großes schweizerkracher-jahr, ich hab auf teufel komm raus gezündet; wer weiß auch, wie lang man diesen edlen silvesteraufputz noch käuflich erwerben kann?)

Obwohl das Silvesterfeuerwerk für mich als Kind natürlich auch das Größte war, wird mir der Blödsinn (wie Silvester an sich) jährlich mehr und mehr zuwider...

In Fussballstadien darf man nicht mal mehr kontrolliert eine Fackel anzünden (bitte keine Pyro-Debatte), aber am 31.12. wird regelmäßig alles in Grund und Boden geschossen.

Zum Glück sehen meine Haustiere das relativ entspannt, aber bei dem ganzen Schaden und Unheil, die damit einhergehen... Steht das noch dafür?

Zumindest ganze Feuerwerks-Batterien sollte man gleich ganz professionalsieren, dem gemeinen Bürger werden 1-2 Packerl Raketen ja hoffentlich reichen... Wenn das jeder zweite Nachbar macht, ist es immer noch ein veritables Inferno.

wien ist tatsächlich nicht von schlechten eltern..

war gestern kurz nach mitternacht mit dem auto unterwegs, in einigen einschlägigen bezirken waren die zustände irgendwie bürgerkriegsähnlich.

da fragt man sich schon, was der reiz daran ist, sein vermutlich eh schon nicht im überfluss vorhandenes bares in böller zu investieren. ich hab nicht gegen ein feuerwerk, aber diese sinnlose knallerei ist einfach nur debil.

hier im 12ten, viele abfallbehälter sowie hundesackerl behälter gesprengt, der rest der böller, verpackungen und tragtaschen überall auf der strasse.
was soll das bitte?
wäre dafür die an der allgemeinheit entstandenen kosten entweder dem produkt draufzuschlagen oder die strafen so anheben der keiner mehr im traum dran denkt stupid in der gegend herumzuböllern.

Für die tausenden toten Tiere

gibt es keine Erwähnung.

die unnötige knallerei und schiesserei

muss endlich verbotenwerden.

am einfachsten durch ein verkaufsverbot derartiger unnötiger üprodukte!

Einfuhr-, Verkaufs- und Besitzverbot.

Damit es keine Schlupflöcher (wie bisher) mehr gibt. Und jetzt an alle, die hier vor Silvester gegen diesbezügliche Verbote argumentiert haben: Was der Allgemeinheit in einem derartigen Ausmaß schadet, dieweil sich einige Deppen dran freuen, ist sehr zurecht zu verbieten. Es ist ja allgemein bekannt, wo die Freiheit des Individuums innerhalb einer Zivilgesellschaft ihre Grenzen haben muss. Man kackt ja auch nicht aus Jux und Tollerei dem Nachbarn vor die Tür. Mich widern Verbote ebenso an, aber offensichtlich sind manche doch erforderlich.

Prosit Neujahr Ihnen und Ihren Lieben.

Ich schätze es wird zu Verboten kommen, da es einfach total übertrieben wird und immer mehr passiert. Und das ist auch richtig so, wenn Menschen nicht von selbst Mass und Ziel erkennen. Feuerwerke sind ja schön nur die sinn- und hirnlose Knallerei ist was sie eben ist - hirnrissig und völlig sinnentleert durchgeführt von dumpfen Leuten, die damit offensichtlich zumindest einmal im Jahr auf sich aufmerksam machen wollen.

Die Grünen sollten das mal konsequenterweise zum Thema machen - mich würde interessieren wieviel Verkehr es bräuchte um diese Luftqualität (die Luft war gestern Abend zum Schneiden) in Wien zu erzeugen, die um Silvester herum herrscht.

Bonne annee!

http://www.youtube.com/watch?v=ClfGNmRJvRA
Sehr vielen Dank, sehr geschätzte Lectrice!
Sie ahnen gar nicht, wie sehr mich Ihr post gefreut hat (wie auch jedes von Baroli, biensur)!
Denn eigentlich mag ich sonst nicht mehr. Posten. Es ist so ermüdend, wenn die größte Resonanz fast nur noch von Idioten kommt, die wir vordem in diesem Forum nicht hatten.
Dieweil glaub ich, dass auch die Grünen zum Thema ein Problem haben (abgesehen davon, dass sie nach meinem Dafürhalten politisch sowieso stark überschätzt sind). Von dieser Seite ist leider gar nichts bzgl. Vernunft zu erwarten. In meinem Umfeld gelten Kinder gar nix mehr, Radfahrer dürfen hingegen alles, auch wenn es noch so asozial ist.

Danke!

Na ja - erst wurde das dieStandard-Forum ruiniert und offensichtlich schwappt das jetzt auch hier rüber.

Ist manchmal ganz witzig - mit so extremen Radlern, Vegetariern usw. - da tun sich neue Welten auf und ich verstehe manche Aussagen von Kind und deren Freunde besser, wie absurd manche heute ticken. In der Anonymität blühen halt manche auf und offensichtllich hört einigen im realen Leben keiner mehr zu und sie missionieren halt hier bzw. andere laden ihren Müll halt nier ab. Immerhin kann man sich aussuchen wie weit man so eine Diskussion mitspielt und aufhören wann man will.

Stimmt natürlich, aber...

auch "derStandard" hat (nach meinem Dafürhalten) den großen Fehler gemacht, online viel zu viel (gratis) anzubieten und damit das eigene Printmedium zu gefährden. Und irgendwann setzt dann halt Panik ein, der "Sparstift" wird bemüht und letztlich entsteht für alle Betroffenen eine "No-win-Situation".
So gern ich "derStandard.at" lese (weil die Online-Redaktion v. a. in den Kommentaren die beste weit und breit ist), so sehr schlägt mein Herz doch auch für print - 40 Arbeitsjahre in diesem Bereich gehen ja nicht spurlos an einem (= mir) vorüber.
Dennoch: Von allen Deppenposts nerven mich am meisten jene, die den Anspruch an online erheben, apa-Meldungen red. aufbereitet serviert zu bekommen. Und zwar gratis, natürlich.

Ich wäre so u. so dafür (und auch bereit) für die "Mitgliedschaft" in so einem Forum etwas zu bezahlen, wie eben für die Printausgabe auch. Das würde schon mal einige hier raushalten,

weil Geld für's trollen auszugeben ist diesen dann doch zuwiderund bei den Parteipostern (die ja unter jeder Kritik sind und noch jeden Prawda-Artikel-Schreiber in Inhalt und Stil übertreffen) - nun ja, es wären auch weniger, hoffe und denke ich.

Ich habe da glücklicherweise etwas mehr berufliche Distanz zum Journalismus, schreibe nur aus Spass manch literarischen Text (und geniere mich auch nicht mehr für meine zahlreichen rechtschreiberischen Flüchtigkeitsfehler hier) und die Deppenposts treffen mich jetzt nicht so schlimm - im Gegenteil, manchmal macht es mir Spass und meine kätzische Natur verleitet mich zum Spiel mit so manch "Mäuschen" hier ;-)

Volle Zustimmung!

Bin ebenso dafür und zum Zahlen bereit, nicht nur, weil uns dann Deppenposts und in der Folge die "Zensur" erspart blieben. Mir geht es v. a. um den Erhalt der Qualitätsmedien, in meinem Fall neben dem "derStandard" der "Falter" sowie speziell das "Datum", das ich kürzlich wieder abonniert habe, weil es eine Qualität hat, die schier unglaublich ist (überhaupt in Österreich).
Hingegen völlig unfassbar - und ich hoffe, dass da jetzt jemand Zuständiger mitliest! -, ist, dass es seit einem Jahr keine Kolportage in meiner Wohngegend (Wieden/Naschmarkt) mehr gibt. Also weder "Standard" noch "Falter", da offensichtlich nur noch Abos erwünscht sind. Pfeif auf die Kolporteure und die Wuensche der Kundschaft sowie auf das entgangene Geld...

Ich schätze es wird zu Verboten kommen

rein theoretisch gibt es die

Sie werden auch praktisch geahndet werden.

Und ? Wer hat jetzt die Darwin-Meisterschaft gewonnen?

unglaublich wieviel geld man bereit ist den ganzen sylvester-tag in die luft zu schießen: AT - ein sehr reiches land.

*kopfschüttel*

Am Montagnachmittag fiel ein Feuerwehrmann im Dienst aus einem Fenster

Könnte dazu noch eine Erklärung folgen???

das kommt davon, wenn sich die redaktionelle arbeit darauf beschränkt aus mehreren APA meldungen einfach soviele (ab)sätze rauszulöschen damit sie dann zusammengestückelt in die zeilenvorgabe passen.

mehr gibts hier:
http://wien.orf.at/news/stor... s/2565283/

Posting 26 bis 50 von 50
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