Kim Jong-il starb angeblich wegen Leck in Staudamm

Laut südkoreanischer Zeitung starb Diktator nach Wutanfall an Herzinfarkt

Pjöngjang - Der Tod des früheren nordkoreanischen Diktators Kim Jong-il am 17. Dezember 2011 bleibt rätselhaft. Allerdings gibt es jetzt eine neue Version, wie "Spiegel Online" unter Berufung auf die Zeitung "Choson Ilbo", eines der wichtigsten und auflagenstärksten Blätter in Südkorea, am Sonntag berichtete. Demnach habe Kim Jong-il nach einem gewaltigen Wutanfall einen Herzinfarkt erlitten, nachdem er über Mängel an einem Staudammprojekt informiert worden war.

Nordkoreas offizielle Version zum Tod des Diktators lautet: Der "geliebte Führer" starb an Bord seines persönlichen Zuges nach "großen mentalen und physischen Leiden". Sein Herz habe auf dem Weg zu einer "intensiven Feldinspektion" versagt. Demgegenüber schreibt das südkoreanische Blatt unter Berufung auf eine nicht genannte Quelle, der Ärger über die Rückschritte bei dem Staudamm-Prestigeobjekt habe letztlich den Herzinfarkt ausgelöst.

Leck im Staudamm

Die schlechten Nachrichten ereilten Kim laut dem Bericht bei einem Briefing mit seinen engsten Mitarbeitern. Darin sei von einem Leck am Huichon-Staudamm die Rede gewesen, der die Hauptstadt Pjöngjang mit Strom versorgen soll. Wie "Choson Ilbo" berichtet, habe Kim seine Untergebenen angeherrscht, den Mangel sofort zu beheben. Zudem habe er die Baustelle unverzüglich besichtigen wollen und Strafen für die Verantwortlichen angekündigt. Wenig später habe sich der Gesundheitszustand des Diktators rapide verschlechtert.

Aus Pjöngjang, wo nach Kim Jong-ils Tod dessen Sohn Kim Jong-un die Macht übernommen hat, gibt es keine Stellungnahme zu der neuen Version. Das Regime hatte mit einer pompösen Trauerfeier vor knapp zwei Wochen des verstorbenen Oberhaupts gedacht. (APA, 30.12.2012)

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