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Bilanzierende Anmerkungen zum Ausklang des Krisenjahrs in der Eurozone im Zeichen optimistischer "Wende"-Prognosen: Warum ein rigoroses Festhalten an der Budgetkonsolidierungspolitik ebenso verhängnisvoll wäre wie eine abrupte Kurskorrektur.
Seit Ende November sieht Olli Rehn, Vizepräsident der EU-Kommission, zuständig für Wirtschaft und Finanzen, "Licht am Ende des Tunnels". Der Wendepunkt sei geschafft (er meint den unteren Wendepunkt!). Europa oder jedenfalls die Eurozone, müsse am Kurs festhalten: Die Konsolidierung der Staatsfinanzen, der sich nahezu alle Mitglieder der Währungsunion verschrieben haben, müsse Vorrang behalten. "Austerity wirkt". Immerhin sei der Euro bisher nicht zusammengebrochen, sei Vertrauen wieder aufgebaut worden, die Leistungsbilanzen der Defizitländer seien durch scharfes Bremsen der Importe etwas mehr ins Gleichgewicht gebracht worden, und Italien sein bereits in der Lage gewesen, Staatsanleihen zu einem weit niedrigeren Zins als noch vor drei Monaten auf den Märkten anzubringen. Das war allerdings Anfang Dezember. Zwischenzeitlich hat die unerwartete Ankündigung Berlusconis, wieder in den Ring zu steigen, italienische Banken, Aktien und Anleihen heftig durchgeschüttelt.
Olli Rehn sah einen ähnlichen Schimmer am Horizont auch schon zu Jahresbeginn 2011: "Europas Aufschwung wird gerade selbsttragend". Immerhin hätten sich nun auch Griechenland und Spanien den notwendigen Einsparungen verschrieben. Darüber sind allerdings beide Regierungen und noch ein paar andere bald darauf gestürzt. Schlimmer aber: Der vorgesehene Aufschwung brach ab, Europa geriet in eine neue Rezession 2012 und die Aussichten für 2013 wurden gerade drastisch reduziert. Einige übel zugerichtete Schuldnerländer befinden sich im freien Fall, die europäische Krise belastet die Weltwirtschaft, die Arbeitslosigkeit, vor allem von Jugendlichen, hat in mehreren Ländern untragbare Werte erreicht.
Wo Rehn Signale zunehmenden Vertrauens gesehen haben will, erläutert er nicht. Wie der neuerliche Rückschlag 2011/2012 anders erklärt werden kann, als mit der synchronisierten Sparpolitik ganz Europas, dafür bleibt er Belege schuldig.
Deutschland und in seinem Schlepptau Österreich geht es nach wie vor leidlich. Aber das ist gerade das Problem der Peripherie. Dort verläuft die Reduktion der Defizite der Staatsfinanzen nicht nach Plan. Die budgetären Multiplikatoren werden größer, je stärker die Konjunktur sich abschwächt. Sensationell, dass der bisher stets für rigide Austerity eintretende Währungsfonds unter Führung von Christine Lagarde und von Chefökonom Olivier Blanchard diese Hypothese mutig ins Auge fasst. Herr Rehn jedenfalls und viele Politiker in der Eurozone sind noch nicht bereit anzuerkennen "wir haben uns geirrt". Nicht zufällig stehen die USA, die die beinharte Budgetsanierungspolitik nicht mitgemacht haben, heute konjunkturell besser da als Europa.
Einzuräumen ist allerdings: Herr Rehn - wie andere Verantwortliche auch - darf in seiner Funktion nicht Pessimismus verbreiten. Er kann auf einen vagen Lichtschein verweisen, wenn er einen zu sehen vermeint. In der Tat wäre auch eine Umkehr auf dem eingeschlagenen Weg sehr bedenklich. Manche Reformen, die unter dem massiven Druck der Krise in Europa mühsam durchgesetzt werden konnten, verbessern tatsächlich die Aussichten auf längere Sicht.
Aber eine Lockerung der Bremsen ist Voraussetzung dafür, wieder lenken zu können. Bremsen lockern, nicht Gas geben. Dazu werden umfassende Konzepte und strategische Wegmarken benötigt. Die Lage Europas ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Zu den unverzichtbaren Bausteinen einer zukunftsweisenden Wirtschaftspolitik in dieser Situation zählt:
Über Ziele und Prioritäten Europas und seiner institutionellen Strukturen sind vor dem Hintergrund einer vielstimmigen Kakofonie klare Leitbilder zu erarbeiten. Die erkennbaren Herausforderungen der Zukunft dürfen nicht durch politisches Wunschdenken verdrängt werden. Über Jahre entstandene Versteinerungen und "vested interests" mit Folgen für den Staatshaushalt sind infrage zu stellen. Der gefährlichen Bedrohung des Zusammenhalts zwischen auseinanderdriftenden Bevölkerungsschichten und der Fairness zwischen den Generationen muss gegengesteuert werden. Umweltprobleme sind ernst zu nehmen, verschüttete Kreativitätspotenziale frei zu setzen. Und last but not least: Das Bildungssystems ist qualitativ zu stärken und ins 21. Jahrhunderts herüberzuholen (in Österreich einschließlich Lesen und Rechnen!).
Wenn daran ernsthaft, kompetent und überzeugend- unter gebotener Zurückhaltung gegenüber oberflächlichem Tamtam und PR-Spektakel - gearbeitet wird, sollte die Gunst der Finanzmärkte nicht mehr die erste Sorge sein. (Helmut Kramer, DER STANDARD, 31.12.2012./1.1.2013)
Helmut Kramer war von 1981 bis 2005 Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo).
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Nicht nur Griechenland, auch Portugal, Spanien oder Irland sind an ihrer Krise weitgehend selber schuld. Es geht daher in diesen Ländern nicht um einen "Sparkurs", sondern um notwendiges Rückführen auf realistisches Budgetieren, so wie es Tschechen, Slowaken, Schweden, Polen oder - Österreicher (!!) immer getan haben.
Das witzige ist, dass alle Merkel die Schuld geben. Merkel hat aber selbst gar nichts gemacht, Deutschland profitiert von den Sozialreformen des Gerhard Schröder h
Hartz IV rettet die EU, so siehts aus...
Spanien hatte eine Verschuldung von 56 %, davon haben Österreich und Deutschland nur träumen können, Irland war auf ähnlihcem Niveu und mußte sich zwecks Bankenrettung massiv verschulden.
Zuerst lies man die Staaten ausbluten indem massiv STeuergeschenke an die Reichen verteilt hat, dann kam nochmals der Aderlass um die Finanzspekulationen eben er Schicht die praktisch nichts zum Gemeinwohl beiträgt zu retten. Und jetzt soll nochmal durch vermehrtes Sparen alles wieder gut werden - funktioniert ja auch super wie man am Beispiel Griechenland sieht.
Ich hoffe das wenigstens die Historiker die wahren Ursachen dieser Krise benennen werden - und nicht die Lügen die uns von Poltikern und Medien täglich präsentiert werden.
Und heftigst auf Kredit (Zweit-)Wohnungen gekauft, die nun keiner braucht...
Und Spaniens Gemeinden und Provinzen haben noch heftiger Autobahnen und Flughäfen gebaut, die ebenfalls niemand braucht.
Wenn das GANZE VOLK also, das Geld MIT BEIDEN HÄNDEN und zu REIN SPEKULATIVEN ZWECKEN beim Fenster rauswirft, hält sich mein Mitleid in Grenzen ...
Politisches Wunschdenken war ja letztlich die Ursache der Krise. Man hat sich Europa schön gedacht - aber so kann es nicht funktionieren. In ihren Grundstrukturen gleichen die EU und im Konrekten die Eurozone dem 2002 gestarteten und sofort wegen egoistischer Benutzung, gepaart mit Vandalismus und Fahrraddiebstahl, gescheiterten Projekt Viennabike. Man sollte sich niemals auf etwas einlassen, ohne den Menschen zu kalkulieren, mit dem man es dabei zu tun hat.
das ist NUR in einem diktaturähnlichen system möglich.
solange es wähler und wahlen gibt und solange deren entscheidungen auch nur ein klein wenig einfluss haben, wird das politische wunschdenken immer die mehrheit bekommen.
das LFBD der Piratenpartei ist nur parteiibtern zurzeit, außerdem gibt dort Expertentaskforce zu Themen, die Vorschläge zum Abstimmen mal ausarbeiten und auf externe Experten auch hören. Keine Steuer für alle würde nie, als Auswahl geboten werden!
der muss auch akzeptieren, dass am ende des tages nicht eine ordentliche mahlzeit vor ihm steht, die ihm kraft für den nächsten arbeitstag gibt, sondern er ein stück gammelfleisch auf den teller bekommt.
Wer heute glaubt, dass die Krise bereits überwunden wurde bzw. kurz vor dem überwinden steht muss wohl Politiker sein und braucht eine Begründung dafür, warum soviel Steuergeld faktisch wirkunglos verbrannt wurde.
http://www.wienerzeitung.at/meinungen... -2013.html
Wenn Hr. Kramer soviel von Ökonomie versteht wie vom Autofahren ist mir alles klar. Wenn man in einem Auto mit ABS sitzt und auf eine kritische Situation stoßt, heisst es voll auf die Bremse, durch die Krise links rechts durchsteuern und wenn die Verhältnisse wieder klar sind, Gas geben. Von klarer Lage sind wir weit entfernt. Wenn es Deutschland und Österreich etwas besser zu gehen scheint, dann nur weil sie Gott sei Dank ein bisserl sparen. Hier wird Geld unsinnigerweise noch weiterhin rausgeschnmissen.
Die anderen EU Staaten haben nach keinen Millimeter Reduktionsprogramme gefahren, deswegen müssen sie sich ja ungeheurlich weiterverschulden - das Geld fliesst dort ja weiter in sonderbare Kanäle und Investitionen.
Tja, ganz einfach: Maximal soviel, wie andere ausgeben.
Man kann eben nur einnehmen was jemand anderes ausgibt.
In einem starken Moment können Sie ja mal überlegen, was passiert wenn jeder versucht mehr einzunehmen als auszugeben (also wenn jeder versucht zu sparen).
Sparen schadet der Wirtschaft. Es führt zu einem Rückgang der Nachfrage, die Produktion wird zurückgefahren, Mitarbeiter müssen entlassen werden, Unternehmen geraten in Schwierigkeit.
Die Konsequenz daraus ist, dass wir unter unseren Verhältnissen leben. Wir könnten mehr leisten, sitzen aber Arbeitslos rum weil das Geld fehlt und wir Sparen müssen. Wir nehmen unseren Kinder die Chancen auf Bildung, weil das Geld fehlt und wir Sparen müssen. Wir nehmen unseren Kindern die Chance auf eine bessere Zukunft, weil das Geld fehlt und wir sparen müssen.
Gleichzeitig schadet nicht sparen dem Staat. Verschuldet sich der Staat weiter wird die Zinsbelastung irgendwann nicht mehr tragbar sein.
Es gibt eben kein richtiges Handeln im falschen System.
Ihr letzter Satz trifft den Kern des Problems.
In unserem System ist "sparen" nicht vorgesehen, weil es Wachstum zum Überleben braucht.
Es fällt vielen verdammt schwer, zur Kenntnis zu nehmen, dass die wirklich "großen Schulden" - egal, ob staatlich oder privat - niemals zurückgezahlt werden (können). Im Gegenteil: aufgrund des Zinssystems müssen sie explodieren (Exponentialfunktion).
Unser - dieses - System hat keinen "Ewigkeitsanspruch", es ist nur die Frage, wann es kollabiert und nicht ob.
und die eigenen Theorien zu hinterfragen.
Ist das System, in dem Geld immer nur durch Schulden ensteht wirklich das optimale System?
Ist es wirklich optimal, dass eine Gesellschaft sich verschulden muss, alleine um Geld zu haben dass es braucht damit die Wirtschaft funktionieren kann?
Wäre es nicht vielleicht doch besser, wenn man das Geld das die Gesellschaft braucht damit die Wirtschaft funktionieren kann über einen anderen Weg als Kredite (Schulden) in Umlauf bringt?
...und sich selektiv nur auf deren Nachteile konzentriert und daran herummäkelt sollte nicht an Ökonomen, die von der Sache zweifelsfrei mehr verstehen, appellieren zu den Basics zu gehen.
Mach sie das zuerst - dann lösen sich - möglicherweise - auch ihre Bedenken gegen "das System" in Luft auf.
Ihre Kritik entspringt ihrem Halbwissen über die Gesetze des Marktes. (Daher ist ja auch ihr Nick so absurd und überheblich!)
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