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Wütende Jugend: Demonstranten überrennen in Indiens Hauptstadt Delhi am Sonntag eine Polizeibarrikade.
Der Fall symbolisiert nicht nur die alltägliche Gewalt gegen Frauen, sondern auch das Versagen des Staates.
Bis heute kennt niemand ihren Namen. Doch ihr Leid hat Indien so erschüttert, dass über Tage zehntausende Menschen auf die Straße gingen. Die 23-jährige Medizinstudentin, die von sechs Männern vergewaltigt und gefoltert wurde, war Samstagfrüh verstorben, 13 Tage nach der Tat. Am Sonntag wurde ihr Leichnam in Delhi eingeäschert. Ihren Peinigern droht nun die Todesstrafe.
Indien steht unter Schock. Mit Schweigemärschen und Kerzenlichtern, Gebeten und Gesängen erwiesen Tausende "Damini", wie die Demonstranten sie nach dem Vorbild einer Filmheldin, die für ein Vergewaltigungsopfer kämpft, getauft hatten, die letzte Ehre. "Wir werden nicht ruhen, bis sich dieses Land ändert", sagte der 19-jährige Student Amit. Die Hindustan Times wandelte ihre ganze Titelseite in eine Traueranzeige um.
Sonia Gandhi, Chefin der regierenden Kongresspartei, und Premier Manmohan Singh nahmen den Leichnam der Toten am Flughafen in Empfang. Zuvor hatte sich Gandhi im Fernsehen ans Volk gewandt. "Ihr Kampf wird nicht umsonst gewesen sein", versicherte sie und sagte einen besseren Schutz für Frauen zu: "Eure Stimmen sind gehört worden."
Auch Bollywood zeigte sich geschockt. "Weine, Indien. Deine Hände sind getränkt mit dem Blut deiner eigenen Töchter", schrieb der bekannte Regisseur Mahesh Bhatt. Superstar Shah Rukh Khan meinte: "Vergewaltigung verkörpert Sexualität, wie unsere Kultur und Gesellschaft sie definiert. Ich schäme mich, Teil dieser Gesellschaft und Kultur zu sein."
Zwar dünnen die Proteste in Delhi aus, doch die Wut und der Ärger schwelen weiter. Das Schicksal der jungen Frau wurde nicht nur zum Symbol für die verbreitete Gewalt gegen Frauen. "Damini" ist zum Symbol für den Kampf gegen ein System geworden, das die Mächtigen schützt und die Schwachen schutzlos lässt.
Die Ereignisse hätten die "Fäulnis im Herzen von Indiens poli tischem System" offengelegt, schreibt der Kolumnist Meghnad Desai. Die Mail Today kommentiert: "Die Jugend dieses Landes ist wütend. Ob Korruption, Recht und Ordnung oder Staatsleistungen - die Jungen fühlen sich hoffnungslos von ihren gewählten Repräsentanten verraten."
Aus Angst vor neuen Unruhen und Massenprotesten verschanzte sich die Politik hinter Barrikaden. Das Regierungsviertel in Delhi glich am Wochenende einer Festung und war abgesperrt. Zehn Metrostationen wurden geschlossen. "Es scheint, dass sie Angst vor ihrem eigenen Volk haben", meinte die 19-jährige Neha, die sich mit einem Tuch vermummt hat, um nicht erkannt zu werden. "Meine Eltern haben mir verboten, hierherzukommen. Aber ich bin trotzdem gekommen. Wir können nicht länger schweigen."
Die Bestialität der Tat hat das Land traumatisiert. Dabei trifft der Begriff Vergewaltigung nicht das Ausmaß der Gewalt, die von unbändigem Hass auf Frauen zeugt. Die Studentin war am 16. Dezember in einem Bus vor den Augen ihres Freundes von sechs Männern vergewaltigt und dann mit Eisenstangen gefoltert worden, bis ihr Darm und ihr Unterleib zerfetzt waren. Danach wurden beide wie Müll auf die Straße geworfen.
Der Freund kam mit leichteren Verletzungen davon, doch das Mädchen trug so schlimme Wunden davon, dass selbst die Ärzte fassungslos waren. "Ich habe noch nie so schlimme Verletzungen gesehen. Ich konnte nicht mal ihren Magen finden", sagte der Notarzt.
Über Tage hatten Zehntausende im ganzen Land gegen die wachsende Gewalt gegen Frauen demonstriert. An der Spitze standen Studentinnen und Studenten, also die künftige Mittelschicht, die ein neues Indien einfordert. Das Ausmaß der Proteste hatte Politik und Polizei kalt erwischt. Sie hatten den Unmut offenbar völlig unterschätzt. Über Tage schwieg die Regierung.
Die Polizei setzte Knüppel, Tränengas und Wasserwerfer ein. Ungeschickt versuchten Politiker, die Demonstranten als Volksfeinde darzustellen. Der Politiker Abhijit Mukherjee, Sohn von Indiens Präsidenten, bezeichnete die Demonstrantinnen gar als "angeknackste, aufgetakelte Frauen". Erst nach einem Aufschrei in den Medien entschuldigte er sich.
Gewalt gegen Frauen ist in Indien derart allgegenwärtig, dass die Autorin Arundhati Roy von einer "Kultur der Vergewaltigung" spricht. So kommen die allermeisten Vergewaltiger völlig ungeschoren davon. Die Politik hat zwar nun schnelle Prozesse versprochen, um die sechs Peiniger der jungen Frau zu verurteilten. Doch das ändert wenig an den strukturellen Missständen.
Viele Frauen trauen sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr vor die Tür, selbst am helllichten Tag werden sie auf offener Straße begrabscht. Offiziell wird alle 20 Minuten in Indien eine Frau vergewaltigt - die Dunkelziffer dürfte vielfach höher sein.
Die Politik täte gut daran, den wachsenden Ärger der Jugend ernst zu nehmen - ansonsten werde der Unmut weiter wachsen, warnte die Mail Today. Düster fasst der politische Analyst Brahma Chellaney die Lage Indiens zur Jahreswende zusammen: "Regierung: gefühllos; Oppositionspartei BJP: gehirntot; Polizei: eine öffentliche Gefahr; Bürger: zynisch; Zukunft: unsicher." (Christine Möllhoff aus Neu-Delhi /DER STANDARD, 31.12.2012)
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"Rape Culture": Wenn sogar Behördenvertreter Vergewaltigungen rechtfertigen
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"I would term the protests in Delhi as what is popularly known as Pink Revolution. It is becoming fashionable to land up on the streets with candle in hand. Such people are completely disconnected from reality. They go to discotheques. I am very well versed with student activism and I can bet on it that most of the protesters are not students. They are dented and painted women chasing two minutes on fame, giving interviews on TV. The protesters do not fall in the age group of students," Abhijit told a news channel in Kolkata.
http://www.ibtimes.co.in/articles/... icians.htm
Die regierende Congress-Partei ist nebenbei bemerkt jene Partei, die jetzt die chemische Kastration von Tätern fordert.
Auch eine Art, die Sache zu erledigen: Man nimmt selektierend nach Gesellschaftsschicht nur ganz wenige Täter aus den untersten Kasten fest und beschwichtigt den Volkszorn mit Kastration.
"Ich würde die Proteste in Delhi als das, was man als „Rosarote Revolution“ kennt, bezeichnen.
Es ist modern geworden, mit Kerzen in der Hand auf die Straße zu gehen. Solche Leute sind völlig realitätsabgehoben, es sind Discothekenbesucher. Ich bin betreffend Studentenaktivismus erfahren und wette, dass die meisten Demonstranten keine Studenten sind, sie sind angemalte Frauen, die einen Knacks haben und nach zwei Minuten Berühmtheit gieren und TV-Interviews geben. Die Demonstranten fallen nicht die die Altersgruppe von Studenten."
Vergewaltigung nur ein Bagatelldelikt
Vergewaltigungen sind eine Bagatelle, sonst würde der Staat Österreich Frauen das tragen von Waffen zum Selbstschutz erlauben. Tut er aber nicht, weil die Selbstverteidigung mit einer Waffe bei Vergewaltigungen laut unseren Wertvorstellungen nicht gerechtfertigt ist. Die Frau hat es über sich ergehen zu lassen und kann das danach anzeigen. Eine Alternative ist nicht vorgesehen.
In Österreich gibt es jährlich knapp 1000 "gemeldete" Vergewaltigungen. Die Dunkelziffer ist deutlich höher.
2011 wurden in Österreich 977 Übergriffe angezeigt.
Laut Schätzungen wird nur jede "zehnte" Tat zur Anzeige gebracht. Und von diesen angezeigten Vergewaltigungen werden wiederum nur 13 Prozent gerichtlich verurteilt.
Vorsätzliche Körperverletzungen wurden 2011 insgesammt 40.400 Fälle angezeigt.
Einbrüche wurden um die 15.000 gemeldet.
Bei den ermittelten Tätergruppen handelte es sich zu 72,8 Prozent um fremde Tatverdächtige vor allem aus Serbien, Rumänien und Ungarn.
Man muss auch berücksichtigen, dass es für indische Frauen äußerst revolutionär ist, an so einer Demonstration teilzunehmen, und dass da für die Frauen ziemlicher Mut dazugehört.
Entsprechend ist die hohe Zahl demonstrierender Frauen auch zu bewerten.
Ich glaube auch, dass man frauenhassende Männer - wie sie manchmal auch hier posten - nicht verallgemeinern darf. Der durchschnittliche, "normale" Mann ist nicht weniger abgestoßen von Gewalt gegen Frauen als die durchschnittliche Frau.
Da meine Solidaritätsposts für Ingrid Goeschl betreffs der Ungeheuerlichkeiten von "PRO Vorratsgedankenspeicherung" nicht freigeschalten wurden, Sie somit feminine Solidaritätskundgebungen totschweigen, stelle ich hiermit aus Protest bis auf weiteres des posten ein.
dieses land ist simply dazing. ganz egal wie oft ich schon dort war, die ersten tage sind immer wieder aufs neue ein sprung ins kalte wasser. wer land & leute nicht nur als tourist kennen lernen durfte, der weiß, dass indien derzeit den spagat zwischen tradition & westlichem life-style vollzieht.
Aber ich habe mir selbst verboten, europäische Maßstäbe in Indien anzulegen.
In dem Land ist ein zu langer Filmkuss schon einen Artikel in der Zeitung wert, bei uns war das in den 1960er etwa so. Seit Jahrzehnten arbeiten wir an der Gleichstellung der Frau und sind immer noch nicht am Ziel. Ich finde es einfach unverschämt, auf Grund unserer Errungenschaften von einem anderen Land zu verlangen, sich in kürzester Zeit zu ändern.
Ich kenne das Land seit 15 Jahren und halte mich auch immer wieder für längere Zeiträume dort auf. Man kann die Fortschritte sehen und ich finde, die Regierung gibt sich ernsthaft Mühe, es noch besser zu machen. Aber es braucht eben seine Zeit genauso wie wir unsere brauchten und noch brauchen.
Ich denke, dass jeder Mensch selbst, egal, wo er aufgewachsen ist, ein Gefühl dafür haben müsste, was gut und was böse ist.Vwi den technischen Errungenschaften waren sie ja auch - vergleichsweise - blitzschnell. Bei den Menschenrechten muss das nicht sein? Und die Regierung hat genug getan? Das möchte ich lebhaft bezweifeln. Jetzt, unter dem Druck dieser abscheulichen Verbrechen bewegt sich die Regierung - vielleicht! Das wird sich erst in Zukunft weisen.
das Problem lässt sich nicht politisch lösen. Es ist ein kulturelles Problem, und Kultur muss man doch bewahren, muss man nicht? Meine traurige Vorhersage: Die sechs Schlächter werden in einem medienwirksamen Schauprozess abgeurteilt und in drei Monaten ist alles wieder beim alten. Das ist bei uns auch nicht anders.
Dass manche Menschen keine moralischen Grenzen haben und daher durch Polizei und Verwaltung in Ihrem Tun eingegrenzt werden müssen, ist nicht von der Kultur oder vom Land abhängig, sondern gab es in allen Kontinenten und allen Jahrhunderten. Ich wage zu behaupten, dass es auch bei uns nicht weniger Vergewaltigungen als in Delhi gäbe, würden Polizei und Justiz ähnlich arbeiten wie dort.
Selbstverständlich beeinflussen Wertvorstellungen und persönliche Prägungen (z. B. schwere Kindheit) den Menschen, irgendwo ist aber dann doch der Punkt, wo der Eine zum gnadenlosen Sadisten wird und der Andere, der unter ähnlichen Voraussetzungen großwerden musste, eben nicht.
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