"Fäulnis im Herzen von Indiens politischem System"

30. Dezember 2012, 18:10

Nach dem Tod einer vergewaltigten Studentin entlädt sich in Indien die Wut auf das politische Establishment

Der Fall symbolisiert nicht nur die alltägliche Gewalt gegen Frauen, sondern auch das Versagen des Staates.

 

Bis heute kennt niemand ihren Namen. Doch ihr Leid hat Indien so erschüttert, dass über Tage zehntausende Menschen auf die Straße gingen. Die 23-jährige Medizinstudentin, die von sechs Männern vergewaltigt und gefoltert wurde, war Samstagfrüh verstorben, 13 Tage nach der Tat. Am Sonntag wurde ihr Leichnam in Delhi eingeäschert. Ihren Peinigern droht nun die Todesstrafe.

Indien steht unter Schock. Mit Schweigemärschen und Kerzenlichtern, Gebeten und Gesängen erwiesen Tausende "Damini", wie die Demonstranten sie nach dem Vorbild einer Filmheldin, die für ein Vergewaltigungsopfer kämpft, getauft hatten, die letzte Ehre. "Wir werden nicht ruhen, bis sich dieses Land ändert", sagte der 19-jährige Student Amit. Die Hindustan Times wandelte ihre ganze Titelseite in eine Traueranzeige um.

Sonia Gandhi, Chefin der regierenden Kongresspartei, und Premier Manmohan Singh nahmen den Leichnam der Toten am Flughafen in Empfang. Zuvor hatte sich Gandhi im Fernsehen ans Volk gewandt. "Ihr Kampf wird nicht umsonst gewesen sein", versicherte sie und sagte einen besseren Schutz für Frauen zu: "Eure Stimmen sind gehört worden."

"Blut deiner Töchter"

Auch Bollywood zeigte sich geschockt. "Weine, Indien. Deine Hände sind getränkt mit dem Blut deiner eigenen Töchter", schrieb der bekannte Regisseur Mahesh Bhatt. Superstar Shah Rukh Khan meinte: "Vergewaltigung verkörpert Sexualität, wie unsere Kultur und Gesellschaft sie definiert. Ich schäme mich, Teil dieser Gesellschaft und Kultur zu sein."

Zwar dünnen die Proteste in Delhi aus, doch die Wut und der Ärger schwelen weiter. Das Schicksal der jungen Frau wurde nicht nur zum Symbol für die verbreitete Gewalt gegen Frauen. "Damini" ist zum Symbol für den Kampf gegen ein System geworden, das die Mächtigen schützt und die Schwachen schutzlos lässt.

Die Ereignisse hätten die "Fäulnis im Herzen von Indiens poli tischem System" offengelegt, schreibt der Kolumnist Meghnad Desai. Die Mail Today kommentiert: "Die Jugend dieses Landes ist wütend. Ob Korruption, Recht und Ordnung oder Staatsleistungen - die Jungen fühlen sich hoffnungslos von ihren gewählten Repräsentanten verraten."

Aus Angst vor neuen Unruhen und Massenprotesten verschanzte sich die Politik hinter Barrikaden. Das Regierungsviertel in Delhi glich am Wochenende einer Festung und war abgesperrt. Zehn Metrostationen wurden geschlossen. "Es scheint, dass sie Angst vor ihrem eigenen Volk haben", meinte die 19-jährige Neha, die sich mit einem Tuch vermummt hat, um nicht erkannt zu werden. "Meine Eltern haben mir verboten, hierherzukommen. Aber ich bin trotzdem gekommen. Wir können nicht länger schweigen."

Die Bestialität der Tat hat das Land traumatisiert. Dabei trifft der Begriff Vergewaltigung nicht das Ausmaß der Gewalt, die von unbändigem Hass auf Frauen zeugt. Die Studentin war am 16. Dezember in einem Bus vor den Augen ihres Freundes von sechs Männern vergewaltigt und dann mit Eisenstangen gefoltert worden, bis ihr Darm und ihr Unterleib zerfetzt waren. Danach wurden beide wie Müll auf die Straße geworfen.

Fassungslose Ärzte

Der Freund kam mit leichteren Verletzungen davon, doch das Mädchen trug so schlimme Wunden davon, dass selbst die Ärzte fassungslos waren. "Ich habe noch nie so schlimme Verletzungen gesehen. Ich konnte nicht mal ihren Magen finden", sagte der Notarzt.

Über Tage hatten Zehntausende im ganzen Land gegen die wachsende Gewalt gegen Frauen demonstriert. An der Spitze standen Studentinnen und Studenten, also die künftige Mittelschicht, die ein neues Indien einfordert. Das Ausmaß der Proteste hatte Politik und Polizei kalt erwischt. Sie hatten den Unmut offenbar völlig unterschätzt. Über Tage schwieg die Regierung.

Die Polizei setzte Knüppel, Tränengas und Wasserwerfer ein. Ungeschickt versuchten Politiker, die Demonstranten als Volksfeinde darzustellen. Der Politiker Abhijit Mukherjee, Sohn von Indiens Präsidenten, bezeichnete die Demonstrantinnen gar als "angeknackste, aufgetakelte Frauen". Erst nach einem Aufschrei in den Medien entschuldigte er sich.

Gewalt gegen Frauen ist in Indien derart allgegenwärtig, dass die Autorin Arundhati Roy von einer "Kultur der Vergewaltigung" spricht. So kommen die allermeisten Vergewaltiger völlig ungeschoren davon. Die Politik hat zwar nun schnelle Prozesse versprochen, um die sechs Peiniger der jungen Frau zu verurteilten. Doch das ändert wenig an den strukturellen Missständen.

Viele Frauen trauen sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr vor die Tür, selbst am helllichten Tag werden sie auf offener Straße begrabscht. Offiziell wird alle 20 Minuten in Indien eine Frau vergewaltigt - die Dunkelziffer dürfte vielfach höher sein.

Die Politik täte gut daran, den wachsenden Ärger der Jugend ernst zu nehmen - ansonsten werde der Unmut weiter wachsen, warnte die Mail Today. Düster fasst der politische Analyst Brahma Chellaney die Lage Indiens zur Jahreswende zusammen: "Regierung: gefühllos; Oppositionspartei BJP: gehirntot; Polizei: eine öffentliche Gefahr; Bürger: zynisch; Zukunft: unsicher." (Christine Möllhoff aus Neu-Delhi /DER STANDARD, 31.12.2012)

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Artikel in der "Emma" von Gabriele Venzky - Begründerin von "LIFT" -Hilfe für indische Mädchen : http://www.emma.de/ressorts/... gestorben/

Danke für den Link!

Beim Anblick des Fotos fliessen die Tränen wieder.
Und der Zorn, sowie der Ekel auf eine Weltgesellschaft, die aus wirtschaftlichen Gründen zusieht, steigt ins Unermessliche.

Vermutlich werden

diese Veränderungen in relevanten indischen Gesetzen eher wenige wirkliche Verbesserungen bedeuten für die weibliche Menschen in diesem Lande. Ob diese dann tatsächlich angewendet werden, steht auf einem ganz anderem Blatt. Wenn es stimmt, was jetzt bei dieser furchtbarer Tragödie in den Medien bekannt wurde, dann dürfte sich wenig in der "Kultur" des Landes ändern.

Wenn tatsächlich Polizisten wegen dem Ereignis nun tatsächlich Druck auf die Ermittelrichterin ausgeübt haben sollen, dann erwarte ich ohnehin wenige reale Besserungen hinsichtlich der Rechte von Frauen in Indien.

Da muss sich in einigen Bereichen des Landes grundsätzlich etwas ändern. Nicht in wenigen Monaten oder Jahren, eher in Generationen dann. Ob die Paschas sich ändern?

Nach dem in manchen Bundesstaaten Indiens (zb Haryana) ein ratio von 830 Mädchen für 1000 Buben herrscht und die desperaten 4-5Söhne-Familien bitterarme Mädchen für den Ältesten (wenn sie "Glück" hat) oder gleich als Braut für alle 4-5 (wenn sie eben Pecht hat) aus anderen Teilen des Landes "zukaufen" UND DANN DIE TRADITION DES FEMALE INFANTICIDE FORTSETZTEN, würde ich mal sagen die Natur erledigt auf kurz oder lang das "Pascha-Problem".

Allerdings werden bis dahin noch sehr SEHR viele Frauen und Mädchen ver*gewaltigt, gefoltert, getötet und versklavt werden...

In Indien gibt es erstens keine Polygamie, und zweitens werden nicht die Bräute "gekauft", sondern - so skurril es klingt - der Bräutigam.

Genau deshalb sind Töchter für viele ein Problem - man muss sehr viel Mitgift zahlen, um einen Bräutigam für sie zu bekommen.

Ich ergänze: Traditionell verdiente nur der Mann Geld. Die Töchter gingen mit der Heirat in die Familie des Mannes über, sodass Eltern nur durch Söhne mit einer Versorgung im Alter rechnen durften.

Der Tochter müssen die Eltern bei der Hochzeit und damit Ausscheiden aus der eigenen Familie eine Mitgift mitgegeben, die sie absichern soll, wenn z. B. der Mann stirbt etc., auch die extrem hohen Hochzeitskosten müssen die Brauteltern zahlen. Noch heute ist es so, dass die Brautfamilie umso mehr bezahlen muss, umso gebildeter der Bräutigam ist, damit versuchen die Eltern, ihrer Tochter eine abgesicherte Zukunft zu erkaufen.

Nebeneffekt ist, dass verbrecherische Familien ihre Schwiegertöchter ermorden, um den Sohn nochmals gegen Mitgift verheiraten zu können.

Diese Mitgift-Unsitte wird sich wohl durch die steigende Berufstätigkeit der indischen Frauen ändern, was aber die Versäumnisse der Politik nicht entschuldigt.

erstaunlich ist: da es wesentlich weniger Frauen als Männer gibt, müsste es ja mittlerweile ziemlich attraktiv sein für die Frau Mitgift zu zahlen...

2/2

Nona! ist Polygamie verboten, genauso wie Kinderehen oder Mitgift oder 7jährige Devadasis oder, oder...
aber Sie werden ja hoffentlich nciht glauben, dass das Leben von "Bräuten" für mehrere Brüder so abläuft wie die indische Löwinger Bühne: " Lalitah und ihre 5 Ehemänner. Heute: Wer trägt nun den Müll raus?!"
DAS SIND NATÜRLICH KEINE NORMALEN EHEN. Nochnichtmal irgendwie Ehen.

Zu Nummer 2 gibts deshalb aufgrund der Grausamkei der Sache an sich und der Komplexität des Themas (zb auch die wiederverkauften Bräute, die ausgeliehenen Bräute....) von mir nur eine Filmempfehlung, dafür aber eine sehr gute und sehr wichtige:

http://en.wikipedia.org/wiki/Matrubhoomi

http://www.youtube.com/watch?v=-WnY5xhOuEE
(der Film, keine Untertitel)

1/2

Polieren Sie Ihr Wissen über Indien ein bisschen auf, bevor Sie posten. Das was Sie 1974 in der Hauptschule gesagt bekommen haben, könnte sich ein KLEINES BISSCHEN REGIONAL ABGEÄNDERT haben... und hat es auch.

Haryana (um beim Beispiel zu bleiben) ist jener Staat mit dem höchsten Anteil an "bachelor villages", hat eine der geringsten Mädchengeburtenraten Indiens und nun natürlich ein Riesenproblem: Hier einige gute Artikel direkt live vom Geschehen quasi (englisch können Sie ja hoffentlich)

http://www.bbc.co.uk/news/worl... a-13331808

http://news.bbc.co.uk/2/hi/sout... 862434.stm

http://bringtoanend.blogspot.co.at/2010/07/h... tates.html

PS: Nächstes Mal kurbeln Sie mal selbst Google an!

Eben las ich, dass die indische Regierung der Familie der jungen Frau etwa. EUR 20.000,00 Unterstützung

sowie einen Beamtenjob für ein Familienmitglied angeboten hat.

Die (verständliche) Reaktion macher Poster war im Sinne von:

15.000 lakh for the live of your sister?

Inzwischen melden die Agenturen einen neuen Fall aus der Nähe von Kalkutta:

Eine 23-jährige Studentin ist von einer Gruppe Männer vergewaltigt und anschließen ermordet worden.

Indien...

Dieses Verbrechen ist unfassbar. Trotzdem galube ich, dass sich in Indien genausowenig etwas ändern wird, wie in der USA nach dem neuesten Massaker. Leider.

Nirgends ändert sich "nichts", nichts währt ewig.

Auch in Indien wird es früher oder später Veränderungen geben.

Frei nach Paul Watzlawick:

Man kann nicht nichts ändern!

Indien, die größte Demokratie der Welt ??

Mein tiefes Beileid den Familien und Angehörigen in Indien, die derart bestialische Verbrechen an ihren weiblichen Angehörigen erleben.

Beigefügter Link zu einem Artikel aus „Zeit Online“ vom März 2012 „Der mörderische Makel Frau“ zeichnet ein düsteres Bild der gegenwärtigen Lage von Indiens Frauen.

http://www.zeit.de/2012/12/I... echtermord

Indien feierte 2007 seine 60 jährige Unabhängigkeit und sich selbst als größte Demokratie der Welt.

Wenn Rechtsstaatlichkeit und der Schutz verfassungsmäßiger Grundrechte wesentliche Merkmale einer Demokratie sind, hat Indien noch einen weiten Weg zu einem demokratischen Staat zurückzulegen.

Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen (Mahatma Ghandi).

Dieses System MUSS krank sein..

Das dort herrschende System des Kastensystems ist einfach nur der soziale Sprengstoff der Gesellschaft.

Diese soziale Asymmetrie ist für uns nicht nachvollziehbar.

Und dieser tragische Zwischenfall ist nun der Anlassfall, daß das System ins Wanken gerät.

Solange sich die dortigen Eliten nicht damit befassen, daß es wirklich auch noch ETWAS anderes gibt als ihr jahrhunderte dauerndes krankes System, solange wird hier der soziale Sprengstoff vor der Tür liegen.

Auch wir könnten davopn lernen:

Ein System, welches die Reichen immer reicher macht und ihnen Privilegeien zuerkennt, welche andere nicht haben (die juristischen Möglichkeiten durch das Nehmen von Top-Anwälten..) wird immer mehr konfrontiert werden von sozialem Zorn.

>Diese soziale Asymmetrie ist für uns nicht nachvollziehbar.

Ah so?

Inwiefern herrscht bei uns realiter eine soziale Gleichheit?

ungleichheiten bestehen natürlich auch bei uns. die maßstäbe sind aber sicherlich nicht vergleichbar. für naive EuropäerInnen die glauben dass alle Menschen gleich viel wert sind wartet in Indien eine harte Lektion

"Offiziell wird alle 20 Minuten in Indien eine Frau vergewaltigt "

Ich glaube leider nicht dass diese Angaben stimmen.
Wenn dann gilt diese Zahl ausschließlich für Delhi.

Das glaube ich auch. So schlimm jeder einzelne Frall ist, hochgerechnet auf ein Volk von etwa einer Milliarde Menschen wären das sicherlich weniger Vergewaltigungen als etwa in Österreich stattfinden.

in Neu Dheli lt. Presse alle 18 Stunden

es geht um offizielle Zahlen (!), nicht um die in Indien wohl sehr hohe Dunkelziffer (darauf wird auch explizit im Artikel hingewiesen)

10.000e auf den Straßen - und es hört jetzt schon auf...

in einem 1,24 Mrd Land ein "Lercherlschass"...

so unfassbar diese Tat auch ist - ändern wird sich gar nichts...

Wäre vielleicht auch in Wien angebracht, auf die Straße zu gehen. Damit auch hierzulande Frauen und Mädchen besser gegen Vergewaltigung in öffentlichen Verkehrsmitteln geschützt würden.

>Wäre vielleicht auch in Wien angebracht, auf die Straße zu gehen.

Ist LÄNGST überfällig!

Indien, und vor allem Neu Delhi

scheinen da doch etwas anders -

bis Ende November dieses Jahres in Neu Delhi 635 Fälle betreffend Vergewaltigung -

und nur 1 Verurteilung!

http://www.ndtv.com/article/c... 4?ndtv_rhs

Der Arme! Entweder keine Beziehungen oder kein Geld?

Vermutlich hat der Verurteilte eine mutige Frau aus einer Familie mit Beziehungen vergewaltigt, bei armen Frauen wird die Anzeige oft nicht einmal aufgenommen.

Aber ernsthaft - gerade in Indien sind die Anzeigen nur eine winzige Spitze des Eisbergs, denn erstens bringen sie nicht viel - die Polizei ist korrupt und schert sich um so etwas nur, wenn Geld fließt - und zweitens sind sie mit großen Demütigungen für die Frau und ihre ganze Familie verbunden.

Und davor schrecken die meisten zurück.

Wirklich?

Repräsentativen Umfragen zufolge war ca. jede 7. Frau in Deutschland in ihrem Leben bereits sexualisierter Gewalt ausgesetzt - die Zahlen werden für Österreich nicht viel anders sein.

Und dabei handelt es sich nur um die protokollierten.

Jene Fälle die von korrupten police officers garnicht erst aufegenommen und weitergemeldet werden sind unzählbar höher. Jene die überhaupt garnicht erst zu einer Anzeige gelangen noch um ein Vielfaches häufiger.

Du kannst die Lage hier aber sicher nicht mit der Lage in Indien vergleichen...

Nein? Erzählen Sie mal:

Anzahl der Vergewaltigungen in Indien und in Österreich, jeweils im Verhältnis zur Einwohnerzahl?

wenn sie tatsächlich die verhältnisse in indien mit denen in österreich gleichsetzen,

haben sie ein derartiges wahrnehmungsproblem, dass sich jede weitere diskussion erübrigt...

lesen sie mal artikeln in den indischen medien...

ich glaube sie unterschätzen die Lage im Indien schon sehr....frauen und teilweise kinder werden mit 1 euro säure lebenslang verstümmelt usw.... frauen werden von polizisten vergewaltigt wenn sie die vergewaltigung melden usw... usw..... indien ist niemals mit österreich zu vergleichen.... leider... für die frauen und kinder die dort leben.....

...

reduzieren sie den Materiellen Wohlstand in Österreich auf indische Verhältnisse und dann schaun wir mal was vom "zivilisierten" Verhalten ihrer Mitbürger noch übrig bleibt...

das politische establishment stützt sich auf die

mehrheitsmeinung in der bevölkerung. und in dieser gilt frau - sowohl im hinduismus als auch im islam - als mensch zweiter klasse. es rächt sich also das system der abgetriebenen weiblichen föten und der verkauften kindfrauen und des nach wie vor -trotz gesetzlichen verbotes- bestehenden kastensystems.
es muss also sehr tief angesetzt werden, damit gesellschaftlich umgedacht wird. gesetze gibt es bereits. sie sind das papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. eine lichtgestalt wie gandhi könnte vielleicht einen umschwung bewirken. aber die ist mW. nicht in sicht!

Bitte hören Sie endlich damit auf, unter verschiedenen Nicks die Schuld an diesen Zuständen auf die indischen Religionen zu schieben.

Es ist ein politisches Problem, nämlich dass die Polizei korrupt ist und deshalb viele Straftaten (mit weiblichen und männlichen Opfern, ganz besonders aber Vergewaltigungen) nicht verfolgt werden.

Dies hängt wieder damit zusammen, dass Reiche in Indien relativ niedrig besteuert werden und durch die niedrigen Mindestlöhne und die Korruption der Stadt zu wenig Einnahmen hat, um ein funktionierendes Sicherheitssystem zu gewährleisten.

Mit Religion hat das absolut gar nichts zu tun, wirklich religiöse Menschen - egal welcher Religion - vergewaltigen, rauben und morden nicht.

....

doch denn böse Menschen tun böse Dinge aber es braucht die Religion damit gute Menschen böse Dinge tun...

Sie haben recht - wenn sie im letzten Satz das meinen:
Menschen werden seit jeher mittels Glauben gefügig gemacht. Glauben ist die wirkungsvollste Waffe gegen eigenständiges Denken - und verhindert, dass die Armen die Reichen berauben und umbringen. War immer so gedacht.

schauen sie sich mal

satyamev jayate an... 12 episoden.... mit englischen untertiteln... You tube.... das ganze ist sehr sehr komplex

Sowohl im Islam als auch im Hinduismus,

wenn man die Überzeugungen und Verhaltensregeln genauer betrachtet, haben die Frauen sehr wohl Rechte.

Allerdings gibt es Gruppen im Hinduismus, die der Überzeugung sind, dass Frauen zur Strafe für ihren vorhergehendes schlechten Lebensstil als Frau auf die Welt kamen und im jetzigen aktuellen Leben als Abschluss nicht in das sogenannte Nirwana gehen können.

Bitte nicht relativieren! Was sie meinen ist der "moderne" Islam, das "moderne" Christentum usw. (eigentlich etwas was es nicht gibt...)
Tatsache ist aber, dass die Hinduismus, Buddhismus, und die drei monotheistischen semitischen Religionen von Beginn an als lebens- und frauenfeindliche Ideologien unters Volk gebracht wurden.
Die Fundamentalisten dieser Ideologien vertreten heute noch - besonders erfolgreich bei bildungsfernen Bevölkerungsschichten - die Lehren und Gesetze ihrer Gründer. Egal wo.

Was im Buddhismus.....

als Frauen- und Lebensfeindlich unters Volk gebracht wird bedürfte schon einer näheren Erläuterung ...

Über den Frühbuddhismus, der die Frau als die "Verkörperung des Bösen und Schlechten" darstellte, brauchen wir, so denke ich, nicht reden.
Doch auch im "reformierten" "Buddhismus des grossen Weges" konnten Frauen nie die volle Erleuchtung erfahren und nur mit einem "männlichen Körper" ins Paradies" kommen. Sie waren zweitklassig, unvollkommen.
Erst seit etwa 50! Jahren gibt es die "frauenfreundliche" Variante, den "Diamantenwegbuddhismus".

So ein Blödsinn.

Ich verstehe ja, dass nicht jeder alles wissen kann, aber wenn man über ein Thema - wie hier den Buddhismus - nicht viel weiß sollte man sich informieren, bevor man den Mund aufreißt.

Nur zu behaupten, mein Wissen bzw meine Quellen sind Blödsinn, ist zu wenig - ich werte ihre Entgegnung daher als billige Polemik.

Welche Quellen?

Sie haben behauptet das Frauen im (Frueh)Buddhismus "Verkörperung des Bösen und Schlechten" sind. Woher haben sie das?

Habe weite Teile des Pali-Kanon gelesen und kann nichts dergleichen finden. Moenchen wird der Umgang mit Frauen mehr oder weniger untersagt, was aber in einer Praxis, die sich mit dem Ablegen von Verlangen beschaeftigt, nicht unbedingt verwunderlich ist. Das "Problem" sind nicht "boese" Frauen sondern die Ablenkung die dadurch auftritt.

Man kanns seltsam finden das Gautama Frauen urspruenglich nicht ordinieren wollte, er hats aber dann schlussendlich doch getan.

Und Mahayana als "reformierten" Buddhismus zu bezeichnen ist auch etwas seltsam.

Wo finden sich also ihre fruehbuddhistischen Darstellungen?

Die Literatur der Theravada-Schule ist reine Auslegungssache. Ich sehe in den Texten Buddhas, dass Frauen sich - in Übereinstimmung mit der gesellschaftlichen Hierarchie - Männern bzw Mönchen unterordnen müssen und ihre geistigen Fähigkeiten geringer als die der Männer sind (denken sie an Samsara). Und auch später im Mahayana muss die Frau erst zum Mann werden, bevor sie die Erleuchtung anstreben könne.

Ich sehe Religionen generell differenzierter, und damit natürlich auch den Buddhismus. Beispiel: das buddhistisch-shintoistische Japan wütete grausam in China und Korea und war NS-Deutschlands Achsenverbündeter.

Ins Paradies kommen ???

Na da schau her...Nirwana als ins Paradies kommen ??? UNd deshalb gibts u.a. weibliche Bodhisattvas ??? Sinnlos - guten Rutsch...

Buddha selbst hat den Frauen....

den Weg zu Frauenorden eröffnet....und von Bösem und Verkörperung des Bösen ....bitte wo samma ?? Jedenfalls ned beim Buddhismus...

Falsch!

Sie relativieren!

der "moderne" Islam ist z.B. auch der Wahhabismus. Aber dieser ist das genaue Gegenteil dessen, was der Prophet brachte!

Es ist uninteressant "Überzeugungen und Verhaltensregeln" gewisser Religionen schönzureden. Denn wer hinterfragt? Atheistisch/agnostisch denkende Menschen. Und Hinterfragen gleicht nun Mal schon Ketzerei weil es ein Gegenpol zu Glauben ist. Daher kann man durchaus sagen, dass es religiöse Richtungen gibt die einfach noch in der Verhaltenssteinzeit verharren. Selbst in der christlichen Religion gibt es solche rückständigen Strömungen noch. Man halte sich nur die amerikanischen Fundamentalisten vor Augen. Es hat lange gedauert christliche Menschen so weit aufzuklären, dass nicht mehr jeder Müll in der Bibel einfach geglaubt wurde. Aber das ging nur über Bildung. Die fehlt vielfach in besonders religiösen Ländern der Masse der Menschen.

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