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Länder, die international wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen nicht billig produzieren: Dieses Ergebnis einer Studie spanischer Ökonomen nährt die Zweifel an der Antikrisenstrategie von EU und IWF in Europa.
Wien - In Griechenland wurden die Mindestlöhne gesenkt, in Spanien dürfen Unternehmen Kollektivverträge umgehen, in Portugal können Arbeitnehmer leichter gekündigt werden: Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds (IWF) verfolgen in den angeschlagenen Euroländern eine klare Strategie. Damit die Südländer aus der Krise kommen, sollen sie ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit steigern. Im Klartext: Die Löhne in Spanien, Griechenland und Portugal sind zu hoch und sollen runter.
Doch eine eben erst publizierte Studie weckt Zweifel daran, ob die Strategie von EU und IWF aufgehen kann. Rafael Doménech, Chefökonom bei der spanischen Großbank BBVA und Professor an der Universität Valencia, hat sich gemeinsam mit zwei Kollegen die Bedeutung von Produktpreisen in der Exportindustrie angesehen. Dabei kommen die Forscher zu einigen bemerkenswerten Ergebnissen: Für den Erfolg westlicher Industrieländer am Weltmarkt spielen Warenpreise eine untergeordnete Rolle. Konkret haben die Ökonomen rund um Doménech die Anteile einzelner Länder am Weltmarkt seit 1999 untersucht. Da in dieser Zeit China, Indien und andere aufstrebende Länder ihre Exportraten steigern konnten, haben alle europäischen Staaten seit 1999 Marktanteile verloren.
Wie gut sich die einzelnen Länder inmitten der globalen Konkurrenz behaupten konnten, ist aber von der Preisdeterminante völlig losgelöst. Im Gegenteil: Vielfach sind sogar jene Länder am Markt erfolgreich, deren Güter sich kräftig verteuert haben. Obwohl zum Beispiel die spanischen Güterpreise aufgrund der Lohnentwicklung stark gestiegen sind, hat Spanien nur moderate Anteile am Weltmarkt verloren und sich sogar besser behaupten können als Deutschland (siehe Grafik). Dagegen war der Verlust an Marktanteilen für Frankreich dramatisch (minus 40 Prozent), obwohl die Produktpreise nahezu stabil geblieben sind. Interessant ist auch Österreich, wo trotz stabiler Preise Marktanteile verlorengingen (siehe Grafik). Das einzige Land, in dem der Exporteinbruch den Preissteigerungen entspricht, ist Griechenland.
"Wir wollen mit der Studie nicht sagen, dass Lohnkosten und davon abhängig Warenpreise gar keine Rolle spielen, das wäre Unsinn. Aber im Vergleich zu anderen Dingen wie der Produktqualität ist das ein untergeordneter Faktor", sagt Doménech im Standard-Gespräch. So hätten die Befragungen spanischer Unternehmen gezeigt, dass große Firmen, die kräftig in Forschung und Entwicklung sowie in die Weiterbildung von Mitarbeiter investiert haben, zu den größten Stützen im Exportgeschäft gezählt haben.
"Die Lehre für uns ist daraus, dass der Fokus auf die Lohnfrage in Südeuropa unverhältnismäßig stark ist. Ohne Investitionen in Ausbildung und Qualität wird sich Südeuropa nicht dauerhaft erholen", so der Spanier. Dabei sind viele Faktoren noch gar nicht untersucht. So ist den Forschern etwa unklar, warum ausgerechnet im Falle Griechenlands die Produktkosten doch die entscheidende Rolle im Wettbewerb spielen.
Der Einschätzung der Spanier teilen dennoch viele Experten. "Preise spielen eine Rolle. Aber die Lohnkosten machen den Unterschied im Wettbewerb sicher nicht aus", sagt Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaftsabteilung in der Wirtschaftskammer. Heimische Konzerne seien besonders in Nischen erfolgreich, "wo Kunden die Qualität der Produkte schätzen, und zwar selbst dann, wenn sie ein wenig teurer sind". (András Szigetvari, DER STANDARD, 31.12.2012./1.1.2013)
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Die Wirtschaft dient nur als Finanzierungsmelkkuh und Schuldenbock.
Erst wenn der Einfluss des Staat abnimmt und er sich auf wenige, nur wirklich notwendige Aufgaben konzentriert wird die Wirtschaft wieder wachsen und sich weiterentwickeln.
Deutschland zb. ist die zwei komplexeste Exportindustrie nach Japan (Komplexität wird gemeint, wie weit entwickelt die Exportgüter sind. Griechenland zb ist extrem in-komplex und deshalb anfällig für Preiskämpfe mit anderen Billigproduzierende Länder) Auch die Niederlande zählen zu den Tops wie auch Skandinavien.
In Griechenland, Spanien etc gibt es massenweise arbeitslose, gut ausgebildete Facharbeiter und Akademiker.
Um Arbeitsplätze zu schaffen braucht es vor allem Unternehmer mit Durchsetzungskraft und Ideen, die bereit sind Ihr Vermögen zu riskieren und Investoren überzeugen Ihr Geld in das Unternehmen zu investieren. Nur dann kann gut gebildetes Personal excellente Produkte entwickeln und fabrizieren.
Ja, da Unternehmer und Investoren in manchen Ländern geradezu so etwas wie ein Feindbild sind will es der Markt eben so, dass diese Spezies einen Bogen um solche Länder schlägt.
Übrig bleibt dann Triestesse.
Und was Griechenland angeht: Ich würde dort nicht investieren.
Das Land wurde gerade destabilisiert, die Menschen dort haben Probleme ihre Grundbedürfnisse zu decken - dass sind keine Bedingungen unter denen man gute Leistungen erbringen kann.
Außerdem ist die Infrastruktur dort nicht gesichert und der griechische Markt praktisch nicht vorhanden (die haben kein Geld um irgend etwas zu kaufen). Wenn, dann müsste man also auf Export setzten - und für Exzellenz die am Weltmarkt bestehen könnte ist Griechenland momentan einfach nicht geeignet.
Das Unternehmer als Feindbild betrachtet werden halte ich übrigens für Humbug, auch nicht von den Linken. Ich bin links und habe selbst vor Unternehmer zu werden.
wenn man den artikel liest fragt man sich aber warum dann ganz europa das senken der lohnstückkosten (auf kosten der arbeiter und angestellten) für den stein der weisen hält.
natürlich muss europa auf high-tech setzen. und das ist mmn der gravierende standortvorteil europas ggüber dem rest der welt. aus den usa kommt ja kaum noch etwas aus dem produzierenden gewerbe und wenn, sind es beiprodukte von nasa und militär. mehr noch als auf die universitäten muss die sekundäre bildungsstufe gestärkt werden. und damit meine ich nicht mal monetäre mittel. wir sollten alles tun damit der ansehen fachspezifischer ausbildung, sei es über eine lehre oder schulen in unserer gesellschaft gehoben wird.
Die Perversion des derzeitigen Roller-Coaster Kapitalismus zeigt sich an den Extremen: Chinesische Unternehmen produzieren Schuhe in Ethiopien (Lohnkosten/Monat um die 75 US $) mit billigem Leder der halb verhungerten Kuehe, und verkaufen die Produkte dann nach Europa, wo sie mit einem der berühmten Labels versehen werden und für Preise > 150 Euro an modebewusste, sonst aber ahnungslose verhökert werden. Richtig reich werden die Händler, die Produzenten müssen sehr wohl um Cent-Betraege kämpfen!
da übersiehst einiges. die europäischen high-tech produkte sind nur noch in nieschen vorhanden. selbst auf gebieten, wie medikamenten und chemie verliert europa zunehmend an boden. die anderen sind ja auch ned blöd. aber was komplett übersehen wird, sind die energiepreise, wenn es dumm läuft, kann sich europa die energie kaum noch leisten. das könnte sogar russland ausnutzen, und die firmen mit billiger energie locken.
Die rel. hohen Preise haben wir halt weil wir grad auf eine regenerative Energieversorgung umstellen.
Wenn das aber erstmal umgestellt ist, dann werden wir hier in Europa die mit der billigen Energie sein.
Das Problem ist, dass das halt bis 2050 dauern soll - und bis dorthin kann man wohl davon ausgehen, dass energieintensive Industrie abziehen wird.
für einen Wirtschaftstreibenden ist es nichts neues, dass ich mit Produkten die dem Kunden einen höheren Mehrwert liefern, einen höheren Preis und Gewinn erziele. Die erhöhte Wertschöpfung kann aber nur jemand liefern, der diese aufgrund seiner Bildung erkennen, planen und umsetzen kann. Worin die höhere Wertschöpfung steckt ist immer eine Frage der investierten Intelligenz. Sie kann in der Rohstofferschliessung sein, in der Fertigung, in der Ästhetik, im Kundennutzen, in der Markterschliessung. Daher sind Bildung, Wissen und Forschung das Um und Auf für den Wohlstand. Und wer dieses Wissen hat, der hat einen sehr hohen Lohn. Österreich hat sich global offenbar gut geschlagen. GB, USA,.. sind sichtlich die Looser: Export- und Preiseinbruch
schlecht und teuer, das ist irgendwie eine seltsame strategie.... aber wenn man genug geld in werbung und patentklagen invenstiert und genug dumme findet, kann man auch so geld verdienen, offensichtlich!
btw: auch bmw muss ein rabattieren um seine stückzahlen zu machen - also ganz ohne bedeutung ist der preis nicht.
der preis spielt meistens eine rolle, aber eben manchmal nur eine sehr untergeordnete (deutsche druckmaschinen, schweizer uhren), in vielen international stark umkämpften märkten und segmenten aber eine oft entscheidende.
bei öffentlichen großaufträgen (infrastruktur, transportwesen, rüstung..) geht es meistens um ein ganzes package und da ist die entscheidung oft vielschichtig: politische beziehung zwischen 2 ländern, offsets, einbindung der heimischen wirtschaft in das projekt, lieferfristen, ev. technologietransfers. natürlich muss das produkt entsprechen und letztendlich die kosten.
und nicht nach getroffenen Maßnahmen durchgeführt werden.
Aber bei der EU sind ja bekanntlich nur die wegen Unbequemlichkeit oder Unfähigkeit aus ihren Heimatländern weggelobten *Spezialisten* tätig.
Da dürfen solche Kleinigkeiten nicht verwundern. Es geht ja um nix.;)
Siehe Vernon (1966) product life cycle
oder Narula & Dunning (2000) investment path development
Ist schon lange bekannt, dass bildung F&E zu starken unternehmen führt, welche durch technologie vorsprung exportstark sind.
Aber sowas dauert jahrzehnte. Bei diesen "lohn muss runter" programmen handelt es sich um kurzfristige impulse die schnell greifen.
Wie lange dauert es bis griechenland od. spanien konzerne wie siemens oder bosch aufbauen könnten?
Für mich ist diese studie zwar nett und bestätigt die oben genannten aber kein argument dafür löhne oben zu halten um den export anzukurbeln. Das wär schwachsinn. Spanien GR haben die letzten jahrzehnte in F&E verpennt.
Europa hat im Vergleich zu China doch maßenmässig wenig Industrie. Inzwischen ist der Mittelstand in China durchaus breiter und will durch zeigen von Status sich abheben. Ein teurer BMW oder Mercedes oder ein Keller mit österreichischen Weinen ist dazu gut geeignet. Ist das Produkt zu billig, ist es kein Statussymbol mehr.
Bei Medikamente für die Masse von Bayer kommt im Vergleich zu Thompson&Thompson schon meiner Meinung nach wieder auf den Preis an, aber auch auf das Verhältnis von €:$ Kurs für den Großeinkäufer in Asien.
Bezieht sich nur auf das B2C Trading, beim B2B gelten mehr die Werte, aber auch die Handelsbeziehungen und die möglichen Abhängigkeiten und Gegengeschäfte. [Wer liefert wem, wo ist win-win gegeben, wer ist Konkurrenz?]
ein circulus viciosus
und wenn sie einmal weg ist, dann kommt sie
schwer wieder zurück
oder warum glaubt man, baun die
deutschen gleich 4 der weltbesten
autos und den airbus und schnelle
züge und große schiffe, ... weil man
ihrer kreativen qualität bei komplexen
produkten vertraut.
da reicht es nicht, den produzierer
(menschen) einfach durch große rechner
zu ersetzen, da braucht man jemand
der die komplexen anforderungen erkennt,
versteht, koordiniert und umsetzt.
chapeau
Ein Industriefacharbeiter in China liefert, sofern er genauso gut ausgebildet ist, genauso gute Qualität wie ein Industriefacharbeiter in Europa, bei einem Zehntel an Lohnkosten.
Wer in Bildung, Forschung und Entwicklung investiert, dem gehört die Zukunft, denn der hat die Produkte in der Schublade, die morgen gekauft werden.
Leider wurden in Europa in einigen Ländern diese Investitionen zugunsten von kurzfristigem Konsum vernachlässigt.
Wer nich mehr wie ein Entwicklungsland in die Zukunft investiert, wird auf dem Level von einem Entwicklungsland enden.
Bei der Binnennachfrage braucht man zahlungskräftige Käufer im eigenen Land. Das heißt es muß den Leuten im eigenen Land gut gehen. Beim Export braucht man neben allen anderen Kriterien auch die billigsten Arbeitskräfte aber keine inländischen Kunden. Also ein weiterer Schritt in einen Kapitaldarwinismus.
sondern die
- Sicherheit der Versorgung mit Ersatz- und Ergänzungsteilen
- Einflußmöglichkeit auf Produktlebenszyklus, da Produzenten "auf Augenhöhe" ansprechbar
- Reklamationen und Anregungen kommunizierbar
- Nachfragen, Anleitungen, Reparaturanweisungen in Landessprache oder qualifizierter Übersetzung
macht es. Sogar und gerade beim Diskonter (das unterscheidet ihn vom Ramschladen).
Nein die Lohnkosten nicht, aber die Lohnstückkosten.
Ist doch etwas anderes.
Und wenn Frankreich Anteile verliert dann wohl vorzugsweise deshalb weil man dessen Haupthandelspartner beinharte Austeritätsmaßnahmen verordnet.
Es herrscht derzeit schlicht ein Wirtschaftskrieg, vornehmlich im Euroraum.
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