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Paris - Kinostar Gérard Depardieu meinte am Sonntag trotzig wie immer, das Urteil des französischen Verfassungsgerichts werde für ihn "nichts ändern" - er bleibe in seinem belgischen Steuerexil. Fußballstars und andere Großverdiener atmen hingegen auf, nachdem der "Conseil constitutionnel" die schärfste je geplante Reichensteuer gekippt hat. Das höchste Landesgericht bezeichnete die Supersteuer von Präsident François Hollande für verfassungswidrig, weil sie nur Einzelpersonen, nicht aber ganze Haushalte betreffe. François Hollande hatte die Steuer als "außerordentliche Solidaritätsmaßnahme" bezeichnet und ausdrücklich auf zwei Jahre - gemeint war: Krisenjahre - beschränken wollen. Nach Schätzungen von Steuerexperten waren 1500 Millionäre betroffen. Sie müssten etwa 150.000 Euro zusätzlich an den Fiskus abliefern, da der Steuersatz von 75 Prozent erst ab einer Million gilt. Insgesamt rechnete die Regierung mit Mehreinnahmen von nur etwas mehr als 200 Millionen Euro.
Die Rot-Grün-Koalition gibt sich aber nicht geschlagen. Premierminister Jean-Marc Ayrault erklärte am Wochenende, er wolle 2013 die gleiche Steuer dem Parlament von neuem vorlegen. Als Ausweg zirkuliert in Regierungskreisen die Idee, statt Privateinkommen Kapitalgewinne wie etwa Stock Options schärfer zu besteuern. Dies hätte aber mit Hollandes Wahlversprechen nicht mehr viel zu tun. Die 75-Prozent-Abgabe ganz fallenzulassen kann sich Hollande aber politisch derzeit nicht leisten. (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, 31.12.2012./1.1.2013)
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Auch wenn gleich einer sagen wird: Es ist ja erst ab einer Million. Aber wenn jemand bereit ist jemandem so ein Einkommen zu bezahlen, dann ist es ungehörig, ja ich würde sogar sagen, es ist staatlicher Finanzterror sich anzumaßen, diesen Betrag um 3/4 zu kürzen. Und außerdem ist es saudumm. Denn gerade die 1500, die in Frankreich das verdienen, verdienen das deswegen, weil sie es auf der ganzen Welt verdienen würden, man sie aber in Frankreich haben will. Wenn sie gehen, wird Frankreich nicht nur um die Steuern ärmer, sondern auch um das, was diese Leute für Frankreich leisten.
... die Sozialdemokraten sind "linke Konservative". Aber nicht nur denen geht das fremde Geld aus. Ich bin mir sicher, dass Leute wie Thatcher und ihre Sympathisanten wesentlich mehr Steoergeld versenkt haben wie alle Sozialisten, die es je gegeben hat, zusammen.
Na, wenn's sowieso abhauen können, warum dann das ganze Geschrei, wenn eine Wiedereinführung der Vermögensteuer auch nur zart angedeutet wird?
Ob's wohl daran liegen könnte, dass man Immobilien, Grundbesitz und gewisse andere Pretiosen nicht im Aktenkoffer auf die Bahamas ausfliegen kann?
Wenn die Nr.1 in Frankreich nicht alleine deutlich über 200 Mio mehr Steuern zahlen muss, dann ist entweder das französische Steuersystem genauso ungerecht wie unseres oder der liebe Holland wusste genau, dass er hier nur einen Rohrkrepierer produziert hat.
Lächerlich sowas! Auch in Frankreich gibt es Leute, die Milliardeneinkommen haben, nur versteuern tun sie die offensichtlich nicht, weil man sonst nciht so einen Unfug schätzen könnte.
Tja, das ist interessant. Und genau dort findet sich auch des Rätsels Lösung, warum der Mittelstand meint, selbst fast schon zur Oberschicht zu gehören und folglich deren Interessen als die seinen ansieht.
Aber man wird ja noch mal träumen dürfen, auch wenn man an der Hamburger Elbchaussee nicht einmal durch den Lieferanteneingang käme.
Die unschöne Wahrheit ist allerdings: Die Mittelschicht ist in weiten Teilen Äonen näher an der Unterschicht dran, als an der Upper class.
Es leasst sich einfach nicht daran ruetteln. Jedes Kind versteht den einfachsten Deal der Welt. Wenn zwei sich was teilen sollen (Gutverdiener und Staat), dann ist 50/50 der fairste Deal. So sollte es auch mit der Steuer fuer hohe Einkommen bleiben, alles andere ist Enteignung. Der Staat muss verstehen, dass er dieses Limit nicht ueberschreiten kann, sonst will keiner mehr Karriere machen. Noch schlimmer - die Leute bringen dann alles ins Ausland (Depardieu & Co). Das von grossen Umverteilern nicht versteandene Problem ist jenes, dass viele Grossverdiener auch die 50% nicht zahlen und das sollte in Angriff genommen werden, bevor Frankreich nur mehr aus streikenden Arbeitern besteht, die nirgends mehr technologische Fuehrerschaft haben.
es bringt real nicht viel, wie oben erwähnt, aber es schaut gut aus.
genauso wie seine aktion die pensionen auf 60 runter zu setzen - alle? nein, natürlich nur gaaanz wenige.
für die optik passts dann - weil er sagen kann, schaut her ich hab das und das eh umgesetzt.
75% steuern auf einkommen ist wirklich einfallslos 50% sollt die obergrenze sein.
aber es geht um was ganz anderes frkr. industrieanteil ist unter 20% gefallen! und die sozialquote auf rund 55% gestiegen - jetzt vergleich das mal mit österreich, dtld oder der schweiz.
glaubt man manchen analysten hat frkr. hier ein massives problem - 75%-steuern sind nicht unbedingt die richtige antwort darauf.
Och, da gab's aber schon ganz andere Erscheinungen. Gucken wir einfach ein paar Jahrzehnte zurück, ins gelobte Land des Kapitalismus, die USA. Und da finden wir ein paar Namen, etwa F.D.R., Hoover, Eisenhower und Nixon.
Tja, und dann schauen wir uns einfach einmal an, was da weiland so an Steuersätzen auf Spitzeneinkommen abgedrückt werden musste.
Und was stellen wir da fest? - Zu unserem Erstaunen stellen wir fest, dass der Spitzensteuersatz über all die vielen Jahrzehnte niemals unter 70% rutschte, aber bisweilen gar bei knapp über 90% lag.
Und noch viel mehr versetzt uns in Erstaunen, wenn wir lesen, dass jene Jahrzehnte gerade diejenigen waren, welche zur Herausbildung einer breiten US-Mittelschicht führten.
Ich hab noch mal nachgeschlagen, aber soviel ich auch blättere: Mir will es einfach nicht gelingen, einen Fall zu finden, wo ein Mitglied der damaligen US-Oberschicht bei der Salvation Army anstehen oder unter den Brücken von San Francisco schlafen musste.
Ob's wohl daran liegen könnte, dass es wurscht war, ob man nun, nach damaliger Kaufkraft, sagen wir 20 Mille auf dem Konto hatte oder 40, weil man's sowieso nicht ausgeben konnte?
Und da man ja zum Jahreswechsel immer gern etwas besinnlich wird:
Wie krank im Kopf muss eigentlich einer sein, der x-mal mehr auf dem Konto hat, als er in drei Leben ausgeben könnte, aber dennoch findet, es sei nicht genug?
Eigentlich ja ein Fall für den Psychiater, genau genommen.
nicht jedes geld liegt nur am konto rum - viele kleinunternehmer reinvestieren das meiste davon oder haben eben auch noch einen kredit abzubezahlen...
und wenns jetzt daher kommen, dass die unternehmer sowieso und überhaupt - dann bitte selbstständig machen - danke
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