Zernatto: "Jahr 2012 war für ÖVP-Kärnten eine Katastrophe"

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  • Exlandeshauptmann Christof Zernatto bittet um sauberes Lobbying - und um Wähler, die sich nicht abwenden.
    foto: apa/eggenberger

    Exlandeshauptmann Christof Zernatto bittet um sauberes Lobbying - und um Wähler, die sich nicht abwenden.

Kärntens Exlandeshauptmann Christof Zernatto fordert ÖVP und SPÖ auf, Mut zu unterschiedlichen Positionen zu beweisen

STANDARD: Das vergangene Jahr bescherte Kärnten einige politische Skandale. Wieso scheint dieses Bundesland besonders tief im Korruptionssumpf zu stecken?

Zernatto: Tatsächlich konnte der Eindruck entstehen, Kärnten ist das Zentrum korrupter Aktivitäten. Was passiert ist, ist nicht mehr erträglich. Bei den kommenden Wahlen wird die Bevölkerung ein Zeichen setzen, dass sie Politik, wie sie gang und gäbe war, nicht mehr akzeptiert. Ich hoffe, dass es Alternativen geben wird, durch die der Wähler seinen politischen Unmut artikulieren kann.

STANDARD: Ist das eine Wahlempfehlung an neue Kleinparteien?

Zernatto: Das Jahr 2012 war für die ÖVP-Kärnten eine Katastrophe. Ich stehe absolut hinter den neuen Repräsentanten. Doch es wird der Demokratie nicht schaden, wenn kleine Parteien das Feld aufmischen. Eine Demokratie, die von sich behauptet, gefestigt zu sein, wird solche Entwicklungen aushalten müssen.

STANDARD: Also begrüßen Sie das Team Stronach in Kärnten?

Zernatto: Jeder, der bereit ist, politische Verantwortung zu übernehmen, soll eine Chance bekommen - auch wenn Stronach ein eigenartiges Verständnis von Politik hat. Er kann zumindest als Zwischenablage für heimatlosgewordene Wählerstimmen dienen. Denn das einzig Fatale wäre doch, wenn die Leute gar nicht mehr wählen gingen.

STANDARD: Was müssen ÖVP und SPÖ tun, um zu bestehen?

Zernatto: Die ehemaligen Großparteien sollten wieder den Mut haben, unterschiedliche Positionen zu vertreten. Denn wenn sie sich auf ihre ideologischen Grundlagen rückbesinnen, wird auch Stronach da landen, wo er hingehört: im politischen Archiv.

STANDARD: Also Schluss mit rot-schwarzem Kuschelkurs?

Zernatto: Wer Demokratie will, muss auch Auseinandersetzungen wollen, denn sie sind ihr Salz. Politische Ideen gehören gegeneinander aufgestellt und diskutiert, dann kann ein tragfähiger Kompromiss gefunden werden. Der Bevölkerung wird nicht zugetraut, schwere Entscheidungen mitzutragen. Das ist ein Fehler.

STANDARD: Was bräuchte es, damit die Politik wieder sauberer wird?

Zernatto: Die Politik wurde in den vergangenen Jahren nicht unsauberer. Was sich verändert hat, ist die öffentliche Wahrnehmung. Was früher Normalität war, wird heute kritisch hinterfragt. Transparenz entsteht durch medialen und öffentlichen Druck.

STANDARD: Aufgrund des Drucks wird am 1. Jänner ein neues Lobbyistengesetz in Kraft treten. Wird es Korruption zukünftig verhindern?

Zernatto: Ich halte das Gesetz für eine absolut richtige Maßnahme, auch wenn es für manche Betroffene im ersten Moment unangenehm sein sollte. Endlich wird die Branche rechtlich legitimiert. Es wird anerkannt, dass es diese Form der Unternehmensbetreuung gibt und geben darf. Denn für alle, die sich mit Lobbyismus seriös auseinandersetzen, ist, was in den vergangenen Jahren aufkam, eine absolute Geschäftsstörung.

STANDARD: Es wird kritisiert, weil es laschere Auflagen für Lobbying der Arbeiter- und Wirtschaftskammer als für Unternehmen vorsieht.

Zernatto: Natürlich ist es für Agenturen nicht nachvollziehbar, dass nicht überall mit denselben Maßstäben gemessen wird. Doch momentan weiß noch niemand, wie sich das Gesetz umsetzen lässt. Wir müssen das Pilotjahr auf uns zukommen lassen.

STANDARD: Was wünschen Sie der heimischen Politik für 2013?

Zernatto: Wir sind eines der letzten Länder in Europa, in denen es ein Tabu ist, Koalitionsvorstellungen kundzutun. Der Wähler sollte wissen, was er mit seiner Stimme kauft. Das trauen sich aber nur die Grünen.

STANDARD: Was ist Ihre Wunschkoalition für kommenden Herbst?

Zernatto: Eine, in der die ÖVP eine tragende Rolle spielt. Als Partner wäre jede Partei abgesehen von der FPÖ absolut akzeptabel. (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD, 31.12.2012)

CHRISTOF ZERNATTO (63) war zwischen 1991 und 1999 Landeshauptmann von Kärnten, danach drei Jahre Nationalratsabgeordneter. Heute ist er mit Zernatto Consulting als Lobbyist tätig.

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Nicht FÜR die ÖVP Kärnten eine Katastrophe - die ÖVP Kärnten IST einen Katastrophe !

.
Und das nicht erst seit 2012 ...

Die Katastrophe für die ÖVP

war weit weit vor 2012!

Das begann irgendwo mit Jörg und dem tlanen Woifi am Beifahrersitz im Porsche....

2012 ist bloß ein wenig aufgeräumt worden.

Und viel Schmutz unter den Teppich.gekehrt ...

fuer oevp insgesamt und nicht nur fuer kaernten

wuerde ich meinen -

..der neue Kulturreferent Dr.Waldner

hat zumindest ein wichtiges Zeichen gesetzt und lässt ein Mahnmal am Loiblpass/Ljubelj errichten...Rolf Holub hat mit seinem Team(Dr.Leupold) das Unmögliche möglich gemacht.......eine Morgenröte lässt sich erkennen....

Ausgerechnet der erfolgloseste, blamabelste Landeshauptmann

aller Zeiten erlaubt sich über andere zu urteilen.

also, der "blamabelste Landeshauptmann" ist schon immer noch der amtierende...

oder kennen sie sonst IRGEND JEMANDEN, egal ob politiker oder nicht, dem praktisch offiziell vom gericht bestätigt wurde, das er ein geistig umnachteter vollidiot ist?

Dr. Zernatto...

...kann das Verdienst, jahrzehntelanger SPÖ-Hegemonie in Kärnten gemeinsam mit dem Mundwerksburschen aus dem Salzkammergut ein Ende bereitet zu haben, für sich und für Kärnten verbuchen. Er hat sich auch anständig benommen und keine Skandale verursacht.

Rückgrat

Vor allem hatte Zernatto das Rückgrat, eine bereits mit der FPÖ paktierte Koalition aufzukündigen, nachdem sich deren Exponenten im Machtrausch wie Rabauken benommen hatten. Parteibuch-Exzesse wie unten Wagner/SPÖ und Haider/FPÖ sind auch nicht bekannt.

im gegenteil, das war ein äußerst erfolgreiches jahr für die övp-kärnten

sie existiert nämlich noch immer - wider alle erwartungen und gegen jede vernunft.

SCHMARREN !

Politiker werden von Menschen, von den Staats-Bürgern gewählt. Es sind Stellvertreter, die für das Volk in die Parlamente gewählt werden. NICHT für Firmen, Unternehmen, Konzerne, oder andere Interessensgruppen.
Genau DA, fängt kriminelle Machenschaft an -
Punktum !
Schreibt euch das hinter die Ohren, ihr Pflaumenpolitiker.

Jahr 2012 war für alle politischen Parteien eine Katastrophe, weil sie weiter an Vertrauen seitens der Bevölkerung eingebüßt hat. Auch 2013 ist keine Trendwende erkennbar, weil die Wehrpflichtdebatte stümpferhaft geführt wird und die Bevölkerung entscheiden soll ohne die notwendigen Informationen dafür zu bekommen.

http://www.wienerzeitung.at/meinungen... -2013.html

man stelle sich vor

die regierungsparteien hätten 2008 die Legislaturperiode nicht verlängert.

Und das ohne Volksbefragung (solche gibts für demokratiepolitisch wichtige Sachthemen wie "zurück zum Hausmeister?").

Sehr schade, ÖsterreicherInnen vergessen zu schnell (kein Wunder bei der medialen "Beeinflussung" - wiederum durch Steuergeld).

Für ein Inserier/Plakatier/Kugelschreiber-verschenkerei-Verbot für alle Parteien 2013, das Geld in die Bildung, der Bürger steht halt in der Pflicht sich zu erinnern was war... ohne Feuerzeug und Co.

Ausgerechnet der Stopherl spielt sich auf!

Sein einziges Verdienst: Er hat die ÖVP bei den Wahlen in nie gesehene Tiefen geführt.

What else

Zernatto Consulting - that fits, now you will close the constition bow from beforearlmountain to lower austria and there famous suns/dotters. But we are watching you, if you are in the inner circle of trust , se family

Jaa? dann wartet mal 2013 ab, dasss wird eine Katastrophe....

bleib in der versenkung

zernatto bleib in der versenkung. jetzt kommt kurt, äh
franki boy

Ich bin schon gespannt, ob die ÖVP die FPK noch einmal zur Landeshauptmann-Partei macht oder doch darauf schaut, dass es nicht mehr zu solchen Verbrechen kommen kann. Hoffe auf Rot-Grün, aber eine Dreiervariante ist da rechnerisch (zumindest laut der letzten Humaninstitut-Umfrage) wahrscheinlicher - hier kommt die Volkspartei ins Spiel.

Ausgerechnet Zernatto, der mehrmals seine Versprechungen gebrochen hat ...

... der den Landeshauptmann Haider und alles, was danach kam, erst möglich gemacht hat, erdreistet sich jetzt, die Pappn aufzureißen und die FPö plötzlich ganz ganz böse zu finden.

Rot-Grün in Kärnten täte sooo gut.

Nur alleine, um die Schwarzen so richtig blöd aus der Wäsche schauen zu lassen.

Zernatto redet, wie ein Kärntner redet.

Was soll in dem kleinen Land an der SPÖ oder ÖVP an ideologischen Unterschieden groß sichtbar werden? Salz in der Suppe?!
Die Parteien sollen sich zusammentun um endlich die FPK loszuwerden.
Die Leute haben genug von diesen Scheingefechten!

Ceterum censeo: die Bundesländer gehören genauso wie der Bundesrat abgeschafft. Das erspart Milliarden und tut niemandem weh (ausser vielleicht emotional)

Irrtum!

Die Katastrophe war, dass die FPK mit dem erpressbaren Martinz einen willfährigen Mehrheitsbeschaffer gehabt hat. Dies hat Kärnten immens geschadet und wir werden noch viele Jahre hier auf Übel riechendes stoßen.

Wie sich die Bilder gleichen:

So wie die FPÖ mit dem erpressbaren Schüssel einen willfährigen Mehrheitsbeschaffer gehabt hat. Die übelriechenden Folgen konnten wir jetzt grad in mehreren U-Ausschüssen bestaunen!

Pippi, bist du's?

Mach mir meine Welt
wie sie mir gefällt..?
Der Schüssel hat sich vom Haider alles Mögliche ins Koalitionsübereinkommen schreiben lassen - und dann nix davon gehalten. Drum gabs ja Knittelfeld, wo die FPÖ-Basis die Einhaltung des Koalitionsübereinkommens einforderte. Um ein A****ch zu sein und Kanzler zu werdenist Herr Schuxelles nicht auf Erpressung angewiesen gewesen.

In Kärnten jedenfalls kein Haider ohne Zernatto...

primärsind kärntner politiker eine katastroph e für das land!

die vorarlberger deponieren ihre katastrophen ganz gerne in wien, so halten sie das eigene land halbwegs sauber.
... gehrer
... gorbach
... kopf

Lass einfach das '-Kärnten' weg und schon hast eine gültige Aussage für das Jahr 2013!

Hoffentlich!

Und hoffentlich vernichtend!

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