Mensdorff-Prozess: "Ich habe ungeschickt geantwortet"

  • Alfons Mensdorff-Pouilly bestreitet die mehrfache falsche Zeugenaussage in Untersuchungsausschüssen.
    foto: ap/zak

    Alfons Mensdorff-Pouilly bestreitet die mehrfache falsche Zeugenaussage in Untersuchungsausschüssen.

Mensdorff verteidigte sich in den Anklagepunkten gefälschtes Beweismittel und mehrfache Falschaussage in U-Ausschüssen

Wien - Kurzer Prozess am dritten Verfahrenstag in der Causa Mensdorff: Nach 43 Minuten war am Mittwoch der Tagesfahrplan abgearbeitet - es standen Beschuldigteneinvernahmen am Programm. Während sich Alfons Mensdorff-Pouilly kurz in den Anklagepunkten gefälschtes Beweismittel und mehrfache Falschaussage in U-Ausschüssen verteidigte, nahm der Zweitangeklagte Kurt D. sein Recht auf Entschlagung in Anspruch.

Richter Stefan Apostol konfrontierte Mensdorff mit dem vermeintlich gefälschten Dokument. Der Angeklagte hatte es selbst vorgelegt, um sich zu entlasten. Es soll belegen, dass 4,7 von den 12,6 Millionen Euro, die Mensdorff laut Strafantrag verwendet haben soll, um Rüstungsgeschäfte in Mittel- und Osteuropa zugunsten des Waffenkonzerns British Aerospace (BAE) zu beeinflussen, eigentlich in ein Geschäft in Dubai flossen. "Ich habe den Zettel nie überprüft, wenn die Herren mit ihren kriminalistischen Fähigkeiten feststellen, dass er getürkt ist, werde ich dem nicht widersprechen."

Stress mit Zahlen

Was Mensdorff jedoch vehement bestreitet, ist die mehrfache falsche Zeugenaussage in Untersuchungsausschüssen: "Bei dem Stress dort hat man eben nicht alle Zahlen parat." Er war nach Geldflüssen von Brodmann-Konten befragt worden und bestritt, mit der Firma zu tun gehabt zu haben. Im Zuge der Verhandlung stellte sich heraus, dass er als deren Treuhänder fungierte. "Ich habe vielleicht ungeschickt, aber nicht unwahr geantwortet", sagt Mensdorff.

Und zu Österreich: "Ich habe mit dem Eurofighter nichts zu tun gehabt. Das stimmt." Mensdorff war zur Zeit der Beschaffung für den EADS-Konkurrenten Saab tätig. Ob das nicht eine wichtige Information zur wahrheitsgemäßen Beantwortung gewesen wäre, will Apostol wissen. "Der intelligente Abgeordnete hätte wohl nachgefragt, hätte er es genauer wissen wollen", sagt Mensdorff.

Am Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt. (Katharina Mittelstaedt, DER STANDARD, 20.12.2012)

Share if you care
Posting 26 bis 39 von 39
1 2
der hat net ungeschickt geantwortet...

..der is einfach mal ungeschickt vom wickeltisch gefallen!!

ich korregiere mich: der hat wohl zuviel schwarzpulver eingeatmet..

oder viel zu oft

an seinem Stammtisch für Fischer, Jäger und andere Lügner verweilt.

Weil er so patschert ist,

ist er dem Rüstungskonzern BAE auch so viele Millionen wert. Ungeschicklichkeit wird eben belohnt. "Graf Ali", ein täppischer Untam.

Irgendwie kommt ma des bekannt vor

4,7 Mio oder 12,6 Mio, was waß i.
Kauf i ma an BMW oder a Wurstsemmel, mei, des derf ma net so eng sehn.

oje. das kleine patscherl !

demnächst wird er noch a berufsunfähigkeitspension beantragen ...
da gäbs auch vorbilder ...

Mensdorf sagte ...

... "Ich habe vielleicht ungeschickt, aber nicht unwahr geantwortet". Was immer wieder fasziniert, welche Worthülsen diesen Personen einfallen. Nein, ich habe nicht gelogen, ich habe nur ungeschickt formuliert. Ich glaube, ich würde als Richter manchmal fürchterlich auszucken.

Mensdorff war zur Zeit der Beschaffung für den EADS-Konkurrenten Saab tätig darum hat er nichts mit EADS zu tun.

Lobbysten ist es egal wo das Geld herkommt.
Ausserdem laufen die meisten Geschäfte im Hintergrund und sieht keiner.

der letzte satz ist aber auch großartig: eine horde angriffgeiler abgeordneter erfragen nicht einmal den zeitraum wann er für eads tätig war? fundierter untersuchungsausschuß war das, zweifelsfrei.

Das leider nicht erinnern Können,

wenn es eng wird, hat sich ja schon beim UA bestens bewährt.

Mensdorff hat ja fast so phantasiereiche Begründungen und Erklärungen wie Ernst Strasser:

Er habe ja nur Millionen für seinen reichen und leider leider verstorbenen Verwandten verteilt, auf dessen ausdrücklichen Wunsch in bar und an Leute, die ihm von diesem geschickt worden seien. Wozu und für wen sei ihm egal, es sei ja nicht sein Geld gewesen.

Die Geschichte ist fast so glaubwürdig wie die Agentenstory von Strasser. Man wird ja sehen, was die Beweiswürdigung in beiden Fällen ergeben wird.

In der Urteilsbegründung könnte stehen, die behaupteten Abläufe entsprächen nicht der Lebenserfahrung erwachsener Menschen oder, profaner ausgedrückt, das kann kein Mensch glauben.

Ist Kurt D. Angeklagter oder Zeuge?

Wenn er Angeklagter ist, müsste er dann nicht während dem Prozess anwesend sein, auch wenn er nichts sagen will?

wenn der Kasperl

keine bobobrille hat, sieht man erst den tatsächlichen IQ!

armes absurdistan
^^

Der gehört ja entmündigt, wenn der Richter ihm seine Verteidigungslinie abnimmt!

der richter aber auch...gell

Posting 26 bis 39 von 39
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.