Kinderbetreuung vor Geld: Was Eltern wollen

  • Die Österreicherinnen und Österreicher wünschen sich mehr und bessere Kinderbetreuung.
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    foto: apa/herbert neubauer

    Die Österreicherinnen und Österreicher wünschen sich mehr und bessere Kinderbetreuung.

Nicht einmal jedes fünfte Kind unter sechs Jahren hat einen Betreuungsplatz, der mit Vollzeitarbeit vereinbar ist - Viele Eltern wünschen sich mehr Flexibilität der Arbeitgeber

Einer aktuellen Umfrage des Forschungsinstituts SORA zufolge wünschen sich Eltern in Österreich mehr und bessere Kinderbetreuung. Konkret wollen 53 Prozent der Befragten mehr Betreuungsplätze und 54 Prozent längere Öffnungszeiten. 36 Prozent wünschen sich qualitativ bessere Kinderbetreuungsplätze.

67 Prozent fänden laut SORA eine Umschichtung von Steuerleistungen hin zu mehr Kinderbetreuung gerecht. 27 Prozent sind gegen eine derartige Umschichtung. Das Institut hatte rund 1.000 Frauen und Männer befragt.

In Österreich hat derzeit nicht einmal jedes fünfte Kind unter sechs Jahren einen Betreuungsplatz, der mit einer Vollzeit-Erwerbstätigkeit vereinbar ist. Daraus ergibt sich, dass 141.000 Eltern gar nicht oder nur Teilzeit arbeiten können. 86 Prozent davon sind Frauen.

Frauen gegen Fachkräftemangel

Dem gegenüber steht ein Fachkräftemangel. So weist die Wirtschaftskammer darauf hin, dass in den kommenden sechs Monaten hierzulande 150.000 Fachkräfte fehlen werden. Die Arbeiterkammer ortet vor allem bei den Frauen Potenzial in diesem Bereich, hätten doch 20,3 Prozent der Frauen zwischen 25 und 34 Jahren eine Hochschulausbildung. Bei den Männern sind es 15,5 Prozent.

Auch bei den Abschlüssen an einer berufsbildenden mittleren Schule haben die Frauen die Nase vorne: 14,9 Prozent versus 10,6 Prozent bei den Männern.

Mehr Bewegung im Betrieb gewünscht

Die Bereitschaft von Betrieben, sich für eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie einzusetzen, halten 55 Prozent der befragten Eltern für zu gering. Ein Drittel aller Eltern ist nach eigenen Angaben von zu wenig Flexibilität im Betrieb betroffen.

Um zumindest das EU-Ziel von 33 Prozent Betreuungsquote zu erreichen, müsste es in Österreich 26.000 zusätzliche Betreuungsplätze geben, heißt es von der Arbeiterkammer. Dieses Ziel werde derzeit nur in Wien erfüllt. In den anderen Bundesländern gebe es nicht einmal für jedes fünfte Kleinkind einen Platz. (red, derStandard.at, 18.12.2012)

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