Jahresrundschau: Heaven and Hell's Bells

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coverfoto: night shade books

W. G. Marshall: "Enormity"

Broschiert, 270 Seiten, Night Shade Books 2012

Best-ofs sind grundsätzlich subjektiv, also fange ich einfach mit meinem Lieblingsbuch des Jahres an: Durch einen "Quantenunfall" wird das männliche Mauerblümchen Manny Lopes derart vergrößert, dass er Godzilla als Nippelpiercing tragen könnte. So unvorstellbar groß ist er nun, dass er vom Boden aus nicht einmal mehr als Mensch erkannt, sondern für ein atmosphärisches Phänomen gehalten wird. Und zwar ein verheerendes - jede seiner Körperfunktionen (und der Autor vergisst auf keine) hat nun das Ausmaß einer Naturkatastrophe.

Und während Manny verständnislos über die Welt trampelt und dabei ganze Landschaften einebnet, krallen sich auf dem wandelnden Himmelskörper verzweifelt einige winzige Menschen fest - gefangen im irrwitzigsten Trip des Jahres. Weil der Autor dabei auch auf die menschliche Seite nicht vergisst, ist "Enormity" insgesamt tragikomisch. Aber das dafür zum Brüllen.

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:)

Da hast Du Dir IMHO schon fast einen Klassiker ausgesucht!
Dieser frühe 'Simmons-Roman' ist wirklich ein Meisterwerk (die späteren von ihm fand ich nicht mehr so gut).
Der Aufbau nimmt massiv Anleihe bei Chaucer's "The Canterbury Tales"
http://en.wikipedia.org/wiki/The_... bury_Tales
und es schadet nicht, wenn man das beim Lesen weiß/bemerkt/überdenkt.

Meine Lieblingsteile sind übrigens "The Priest's Tale" und "The Soldier's Tale".

Viel Spaß noch beim fertig Lesen!

mich hat von ihm nachher auch nichts mehr wirklich begeistert.
Paar Sachen hab ich gelesen aber war nie mehr als blos ein: ganz nett.

Ähnlich gings mir nur bei Andreas Eschbach mit den Haarteppichknüpfern. Das verblasste auch alles was danach kam. Nur sprachlich merkte man noch, dass es eher ein Erstlingswerk war.

Wenn jemand beim ersten Roman mit Geschichten in Geschichten oder aus vielen kleinen Geschichten wird ein großes Ganzes was vorlegt, kann er nur verlieren, wenn er das später nicht mehr verwendet.

Die Haarteppichknüpfer habe ich gestern zum ersten Mal gelesen. Von der Geschichte her ziemlich beeindruckend, bei der Ausführung merkte man allerdings das Erstlingswerk.

Nichtsdestotrotz sehr lesenswert.

Wegen der Postings von 'jMor' und Dir habe ich "Die Haarteppichknüpfer" jetzt doch auch noch gelesen und muß Euch recht geben:
Die Story ist super, aber etwas schade fand ich z.B. die beiden Kapitel, die mit der eigentlichen Kerngeschichte kaum etwas zu tun haben. Das hätte man IMHO weglassen können.

Mir kommt halt vor, dass mit dem Erfolg oft auch der Schlendrian einkehrt ... am Anfang strengt man sich noch an, damit man einen Verleger findet - hat man einmal ein Publikum, dann muss man eigentlich nicht mehr so viel Zeit investieren. Ist leider bei vielen Autoren so, aber auch verständlich. Wenn man immer 3 Jahre an einem Roman bastelt wird's schwierig davon zu leben (zumindest im deutschsprachigen Raum).

von rainer erler ist auch der film "die delegation" (mit walter kohut in der hauptrolle) sehr empfehlenswert.

hab die Jänchen/Aurora (bild 14) heuer meiner Reisekameradin geschenkt und auf besagter Reise gleich selbst gelesen und hoffe nun (trotzdem/deshalb), es selbst unterm Christbaum zu finden. Sind schöne (?) Geschichten ...

Josefson (Standard) jedenfalls danke für die Rundschau (in ein Bücheruniversum, wo ich zahlreiche Spiralarme nicht einmal vom Namen her kenne)

Trotz einiger Längen und überstrapazierten Zufällen kann ich *Die Fahrt des Leviathan* empfehlen. Vielleicht auch nur, weil ich Alternativweltgeschichten mag ;-)

Für Kinder der 70er und/oder Nerds: *Ready Player One*. Schon mal 5 Schilling in einen Spielautomaten gesteckt? Wenn ja - lesen.

Seicht aber lustig, ähnlich wie seine Todtstelzer-Reihe, hat Simon R. Green die Geschichten aus der Nightside angelegt. Strandlektüre.

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Apropos "Quo vadis, Menschheit"

Wo gehst hin?
Ins Kino.
Wos schaust da an?
Quo vadis?
Wos hast des?
Wo gehst hin?
Ins Kino
Wos schaust da an?
Quo vadis?
...

danke wiederum für den tip. da ich vor 2 jahren in Charleston wahr, stell ich mir das jetzt immer preußisch umgewandelt vor. *hilfe*

Mein persönliches Highlite des Jahres;

Lukianenko als Schriftsteller für mich entdeckt, und mit Steven Eriksons Spiel der Götter einen wirklich sehr guten F Zyklus gefunden.

Die Enttäuschung des Jahres geht ganz klar an "Und übrigens noch was". Es war ein Versuch, war dann aber auch schon alles.

Mir scheint, mit der 'Dezember-Rundschau' und den entsprechenden Postings dazu wurde das Startsignal für ein 'persönliches best-of 2012' eröffnet?

Da kann ich natürlich nicht widerstehen:
Mein Favorit für dieses Jahr ist die Neuausgabe eines Romans von Robert L. Forward: "Das Drachenei"

Bereits etwas ältere (was beim Lesen durchaus auffällt) 'Hard-SF' vom Feinsten. Man merkt halt, daß der Autor (Astrophysiker) vom Fach war.
:)

Hier die, wie immer lesenswerte, Josefson-Rezension' dazu:
http://derstandard.at/134516532... 10&_seite=

Der steht bei mir auch noch in der Wunschliste. Wieso noch, weiss ich eigentlich selbst nicht. Nachdem ich mich durch alle bisher erschienenen Pip und Flinx Romane durchgelesen habe wäre etwas Hard-SF wirklich wieder mal was schönes.

Gute Idee!

.. nachdem ich nochmal schnell durch die 2012er Rundschauen geklickt habe (alles was ich mir notiert hatte hab ich allerdinggs noch nicht gekaut/gelesen) habe ich zwei Favoriten:

Paolo Bacigalupi: "Der Spieler"
James Tiptree Jr.: "Zu einem Preis"

denjenigen, die sich etwas nicht SF/F-mäßiges unter den Weihnachtsbaum legen wollen empfehle ich wärmstens die deutschen Erstveröffentlichungen von Jim Thompson Romanen im Heyne Verlag.

merry x-mas

Mein Buch 2012:

"Die Hölle ist die Abwesenheit Gottes" von Ted Chiang.

Danke für den Hinweis. Das habe ich bisher offenbar übersehen.

Ich Glücklicher habe es also noch vor mir:-)

Ui, stimmt!

Offiziell kam das ja erst 2012 raus. Ich hatte es schon vorher und hab's daher jetzt übersehen. Das war allerdings eines der allerbesten Bücher des Jahres.

Nachgebessert!

Sehr schön!

Ich bin auch drauf reingefallen, dass es in der Dezember -Rundschau 2011 war ;-)

Lustig. Das wolte ich auch nehmen, dann habe ich bemerkt, das die dazugehörige Rundschau von 2011 ist.
Ändert natürlich nichts ander Großartigkeit des Buches ;-)

Meins auch!

wobei

"geschcihte eines lebens" (oder des lebens, oder...?) die mit abstand beste geschichte des bandes war imho. gaaaaanz groß.

meine highlights heuer:
leviathan wakes/caliban's war - krachbumm soap-opera, lässt sich auch im original sehr gut lesen (yiddish policemen ist zwar auch super, aber ich komm einfach immer nur ein paar seiten weit).

Dirk van den Boom - Tentakel - was-auch-immer
noch mehr krachbumm. aber auch ein paar ganz ernste ideen die durchschimmern. da wär' noch viel mehr drinn, aber der boom ist ein bisserl ein kindskopf.

Tentakelkriege ist wirklich Krach-bumm-schnetzel. Es unterhält aber ehrlich gesagt will ich dann lieber gleich richtiges KRACH-BUMM-SCHNETZEL-EINGEWEIDESPRITZ und les Asher :D

danke für die rundschau!

ich persönlich fand heuer die vampirreihe von justin cronin lesenswert. "the passage" hat nach der apokalypse wenig handlung, aber dichte atmosphäre. "twelve" ist von der konzeption her eher durchschnittlich, aber handwerklich gut, mit einigen pageturner-passagen.

SInd immer schöne cover arts dabei. ^^

@josefson

als stiller genießer einfach Danke für die rundschau, auch wenn meine ausgaben für bücher dadurch gestiegen sind. mein persönlicher favorit 2012 war "the company of the dead" von david j. kowalski. alternative history | zeitreise | rund um die zentrale katastrophe der neuzeit.

meine beiden Lieblinge sind sogar vertreten -

die Kultur-Bücher sind einfach wunderbar, ich kann allerdings nur empfehlen sie auf englisch zu lesen

Die Übersetzung der Heyne-Ausgabe von "Bedenke Phlebas" durch Rosemarie Hundertmarck war sicher suboptimal, spätere Übersetzungen von Banks' Romanen sind deutlich besser geraten. "Surface Detail" ist nicht schlecht übersetzt, nur: die wirklich feine Ironie und der Humor kommen im Original -- no na -- besser, gar keine Frage.

Werde mir den nächsten Banks mal auf englisch kaufen. Vielleicht liegt mein Eindruck, dass er die letzten 2-3 Bücher schwer nachgelassen hat, an der Übersetzung.

Ich lese in der Muttersprache zwar lieber, aber was tut man nicht alles für gute SF.

ich hab ihn auf Englisch kennengelernt und kann die deutschen Übersetzugen gar nicht haben...

sein Englisch ist halt nicht jedermanns Sache, weil er lange und oft recht komplizierte Sätze schreibt, aber da kommt man recht rasch rein.
Ob er nachgelassen habt, kann ich nicht beurteilen - ich mag vor allem die Mitte seines Werks (Player of Games, the Excession, the Algebraist), weder frühe Sachen wie Consider Phlebas noch jüngere wie World oder Surface Detail haben mich so vom Hocker ghaut. Was man von ihm mag auf Englisch zu lesen ist die Mühe auf jeden Fall wert!Cordialement

Das halte ich für eine gute Idee. Die letzten zwei Bücher Banks' sind meiner Meinung nach gelungen. D

Das allerneueste Werk "The Hydrogen Sonata" ist für Kenner der Kultur-Romane Pflicht, wobei eine gewisse Dominanz von Minds & Avataren als Protagonisten vielleicht nicht alle Leser gleichermaßen zu begeistern vermag.

Hier findet sich eine flüchtige Rezension zum Roman in Deutsch:

http://www.scifinet.org/scifinetb... _p__237543

Naja. Auf Deutsch halte ich "Krieg der Seelen" für Durchschnitt, und "Die Sphären" liegen noch etwas weiter drunter. Seit "Der Algebraist" hat er doch etwas nachgelassen,

Aber halt alles Geschmackssache. Kann nach nochmaligen Durchlesen, den Hyperiongesängen immer noch nichts abgewinnen. Zwar nicht so schlecht wie vor Jahrzehnten abgespeichert, aber mmn kein wirkliches Highlite des SF Generes.

gerade die art und weise wie die AIs miteinander interagieren und jede für sich und alle in kleinen gruppen aber nie wirklich gegeneinander...

ich mag das :-)

Schade das Fantasy so massiv zu kurz kommt.

Statistisch -- siehe

http://derstandard.at/3377024/U... ikaGroup=1

-- ist Fantasy bei der Rundschau eigentlich durchaus spürbar behandelt. Vielleicht liegt es auch an der (meine persönliche Ansicht) noch immer vorhandenen Flut von Tolkien-Epigonen, die qualitativ eher "na ja" sind.

;-)

die tolkien-epigonen überschwemmen vielleicht die regale, aber gerade im bereich der dark epic fantasy (eine blöde schublade, i know) gäbe es doch ein paar bemerkenswerte namen, die fehlen: steven erikson und scott bakker etwa, die neben martin die eigentlich innovativeren ansätze zeigen.
aber auch so ist die rundschau ein fantastischer service, und das lesepensum ist ja so schon beachtlich. danke für diese serie - für jedes buch, das "fehlt", sind drei dabei, die man noch nicht kannte.

Die Rundschau gehört für mich zu den Beiträgen von derstandard.at, auf die man sich schon im Voraus freuen darf. Auch diesmal ist die Auswahl sehr gut gelungen.

Das Splitten in eine Kurz- und Langversion der Rezensionen halte ich übrigens für eine gute Idee. Man kann schnell durchblättern und sich die ausführliche Variante quasi für später "aufheben".

Für einen kurzen Moment hab ich mich gefreut, dass endlich mal jemand das Splitten ausdrücklich unterstützt ... und dann war doch nicht das Binnen-I gemeint :)

Splitten

Das Aufteilen fände ich auch eine gute Sache.

Das Splitting liegt aber mMn daran, dass es sich hier (zum größten) Teil um ein best of handelt und Jo deshalb einfach zu älteren Rezensionen verlinkt.

Ich für meinen Teil schätze Anfangssätze wie: "Das richtige Buch für alle, die auf Humor à la Douglas Adams stehen"
(Für mich heißt das weiterklicken zur nächsten Rezension, dann ist auch egal wie lang die erste ist ;-)

An dieser Stelle:

Viele Dank für diese einzigartige, beeindruckende, großartige und einflussreiche (wenn ich so meinen Lesestoff betrachte) Rundschau Serie.

Kann mich da nur anschließen - großartig

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