Karte zeigt Wahrscheinlichkeit von Internet-Blackouts

Österreich "resistent", viele gefährdete Staaten in Asien, Afrika und Südamerika

Das Sicherheits- und Intelligence-Unternehmen Renesys hat eine Weltkarte erstellt, die verdeutlichen soll, wie wahrscheinlich ein Internet-Blackout in einzelner Länder ist, wie es etwa zuletzt in Syrien geschehen ist.

"Kann es auch in Ihrem Land passieren?", so die Leitrage der Untersuchung. Wenn das Internet dezentral gestaltet ist, um Kriege und Katastrophen zu überdauern, wie kann ein ganzer Staat binnen kürzester Zeit auf einmal "offline" sein?

Dezentralisierung: große Unterschiede auf nationalem Level

Diese Dezentralisierung findet sich eben nicht in jedem Land. In vielen Teilen der Welt ist der Zugang zu Telekommunikationsdiensten erschwert und strengen Regeln unterworfen. Dort gibt es nur eines oder sehr wenige Unternehmen, die den Datenverkehr nach Außen abwickeln, und diese sind oft gesetzlich verpflichtet in diesen kontrollierend oder zensierend einzugreifen.

Ein oft genanntes Beispiel wäre etwa die "Great Firewall of China". In China ist der Zugriff auf eine Reihe "westliche" und der Führung in politischer Hinsicht unliebsame Seiten nicht möglich. Der Zugang zu vielen sozialen Netzwerken ist ebenfalls nur eingeschränkt oder gar nicht möglich, stattdessen setzt man auf ein nationales Alternativangebot wie den Kurznachrichtendienst "Weibo".

Sicherheit vs. Kontrolle

In solchen Ländern ist das komplette Kappen der Internetverbindung zum Rest der Welt möglicherweise nur eine Frage von wenigen Anrufen oder des Umlegens von ein paar Schaltern bei zentralen Institutionen. Auf diese Weise macht sich eine Regierung aber auch verwundbarer, kann doch die Infrastruktur mit erfolgreichen Angriffen auf nur wenige Ziele großflächig lahmgelegt werden.

Viele Länder haben sich, auch aus dieser Überlegung heraus, dazu entschieden, mehr Diversität zuzulassen. Mancherorts benötigte es dazu dezidierter politischer Entscheidungen, an vielen Orten entwickelte sich ein vielfältigeres Angebot an Dienstleistern und Services jedoch als Nebeneffekt wirtschaftlichen Wachstums.

Und trotzdem dauert so eine Entwicklung mitunter lange, da sich ehemalige Monopolisten mitunter heftig gegen die wachsende Konkurrenz und den damit verbundenen Bedeutungs- und Einnahmenverlust wehren. Hier kommt es darauf an, wie ein Staat mithilfe einer Regulierungsbehörde lenkend eingreift.

Österreich ist "resistent"

Die Karte von Renesys erfasst nun den "Status Quo". Sie soll abbilden, wie vielfältig und fortgeschritten die Internet-Infrastruktur in einzelnen Nationen ist und wie hoch die daraus resultierende Wahrscheinlichkeit eines Blackouts durch Eingreifen der Regierung oder auf anderem Wege ist.

In der Einteilung in "resistent", "geringes Risiko", "signifikantes Risiko" und "hohes Risiko" spiegelt sich die Anzahl der Internetprovider wieder, die ihre Kundschaft mit dem weltweiten Netz verbinden. In letztere Kategorie fallen weltweit 61 Länder. Als "resistent" gelten dagegen 32 Staaten, ein großer Teil davon sind "westliche" Länder der Nordhalbkugel, darunter Österreich, Deutschland und die USA.

Sorgenkinder

Freilich gibt es aber auch Abweichungen, etwa in Europa. Sie betreffen unter anderem das Baltikum sowie das autoritär geführte Weißrussland, aber auch einige Balkanstaaten, als auch Griechenland und Portugal, bei denen ein "geringes Risiko" besteht.

In Afrika, Asien und beträchtlichen Teilen Südamerikas sieht die Situation anders aus. Dort findet sich nicht selten eine Kombination aus politischer Instabilität und kaum existierender Infrastruktur. (red, derStandard.at, 01.12.2012)

Link:

Renesys

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Posting 26 bis 58 von 58
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es gab ein Leben vor dem Internet,

es wird ein Leben nach dem Internet geben.

das ist eine Nullaussage.

Es gab auch ein Leben vor den Wechselstromnetzen. In einer modernen Gesellschaft wird es sobald kein Leben nach dem Internet geben. Und länger anhaltende Stromausfälle würden zu Zuständen wie nach einem Krieg führen; das wurde in der Literatur schon mehrmals bearbeitet. (sogar schon vor dem 2. Weltkrieg; zB. der Franzose Barjavel mit dem Buch "Ravage")

hmmmm

Wechselstrom mit dem Internet zu vergleichen ist nicht O.K.
Wechselstrom oder generell Strom kann ich z.B. auf meiner Almhütte selbst erzeugen.
Das Internet nicht - Es dient nur zur Kommunikation.
Meine Firma in der ich arbeite, kann bei einem Stromausfall nicht produzieren. Geht das Netzwerk mal nicht, wird schnell auf Zettel umgestellt, aber der Laden läuft weiter.
Eigentlich wäre es ein Segen wenn das Internet zusammen brechen würde. Dann müssten sich Banken wieder verstärkt auf ihr lokales Kerngeschäft konzentrieren.

Dir ist offenbar nicht bewusst

dass das Internet nicht nur aus Webseiten und eMail Verkehr besteht. Ganz viele Dienste sind längst vom Internet abhängig (teilw. auch betrifft es die Stromversorgung), Banken betrifft es allemal. Ein guter Teil des Telefonnetzes wäre auch betroffen. Bestellsysteme, justintime Lieferungen, Logistik. Das Internet ist längst ein zentraler Bestandteil der heutigen Welt. So zentral dass man es IMHO sehr wohl mit dem (Wechselstrom)Netz vergleichen kann.

Dir ist offenbar ebenso nicht bewusst

das ich ohne Strom keinen Kühlschrank hätte. Ohne Internet könnte ich jetzt mit dir nicht hin und her schreiben. Könnte mir aber den Artikel in der Zeitung durch lesen.
Strom und Internet ist definitiv keine Henne und Ei Diskussion

Das Leben vor dem Internet war Scheisse!

und noch scheisserer war das Leben vor den Wechselstromnetzen.

made my day :D

Jo, hatte maximal 256 Farben, kann mich noch erinnern. Und die kleinen Kinder mussten in Mono nach ihrer Mama schreien.

Das war ja schon Luxus!
Früher haben die Leut ja nur s/w gesehen!

Klar, es wird auch ein Leben nach dem Atomkrieg geben.

wollen sie das wirklich miteinander vergleichen? Internet ist ein erste-Welt-Luxus, nach ein paar Wochen "ohne" fehlt einem sicher nichts mehr.

das kann man sehr wohl vergleichen!

Längere Internetausfälle und v.a. natürlich längere Stromausfälle führen definitiv zu Zuständen, die mit jenen nach einem thermonuklearen Krieg vergleichbar sind!

Was du meinst, ist das WWW.

Vom Internet in Sinne von hochvernetzten Kommunikationsstrukturen sind wir für die gesamte Versorgung schon derart abhängig, dass es ein völliger plötzlicher Zusammenbruch von der Größenordnung der Folgen her durchaus mit der einen oder anderen thermonuklearen Auseinandersetzung aufnehmen kann.

sehr naiv ihre einstellung. das internet an sich wird einem privat sicher nicht fehlen. aber alles was damit heutzutage geregelt wird.

Ich hoffe, sie haben genug Lebensmittel, Getränke, Geld (Anwendung fraglich), Strom zu hause gelagert.
Denn die Verteilung all dieser Dinge wird heute über das Netz gesteuert und wird bei einem Ausfall eher unrund laufen.
Da ist es völlig irrelevant, wie Herr Franz nun liest oder nicht.

Außerdem glaube ich. dass das Internet, wenn auch nicht in der jetzigen Form, nur durch einen schlimmen Krieg komplett ausfallen wird. Da einfach die komplette Wirtschaft daran hängt, gibt es kaum einen anderen Grund wieso es dazu kommen sollte.

Ja, das möchte ich vergleichen. Das Internet und die Datenleitungen sind mitlerweile das Herzstück unserer Zivilisation und Wirtschaft. Wenn das Zusammenbricht bricht die Wirtschaft zusammen.
Keine Bestellungen mehr möglich, keine just in Time Lieferung mehr, usw. Die Produktion bricht zusammen. Die Verteilungslogistik bricht zusammen. Das Bankwesen bricht zusammen usw. Es geht ja nicht nur darum ob Susi Müller Fotos bei Facebook hochladen kann.

[nach ein paar Wochen "ohne" fehlt einem sicher nichts mehr]

Ihnen vielleicht nicht, aber einige haben sich mit dem Medium schon angefreundet und gründen z. B. ihren Job darauf. Das Internet gehört genauso wie Strom mittlerweile zum Leben dazu. Klar kann man auch ohne Strom leben...

Internet ist ein erste-Welt-Luxus,

Das ist so ganz sicher nicht mehr wahr.
Internet ist auch in dritte Welt Ländern etabliert, die arabischen Revolutionen würden ohne Internet nicht dort stehen, wo sie stehen um nur ein Beispiel zu nennen.

Das ist auch sicher einer der Gründe, warum in Syrien das Netz abgedreht wurde. Es hemmt die Kommunikation ganz erheblich.

Eritrea - NULL Risiko

Eh klar. Haben zwar eine Top-Level Domain, aber kein Internet. Das hätte man vielleicht auch mal einbringen können: Es gibt Länder ohne Internet.

Es ist schlecht zu sehen, aber Eritrea hat die Farbe #ffffff (weiß), nicht die Farbe #e0f1c5, die für "resistant" steht. Diese Farbe fehlt zwar in der Legende, aber ich vermute mal, dass sie für "keine Daten verfügbar" steht.

250.000 Internet-User in Eritrea, laut dieser Seite:

http://www.unhcr.org/refworld/... 828,0.html

Das ist bei einer Einwohnerzahl von über 5 Millionen zwar wenig, aber eindeutig kein "Land ohne Internet".

Das könnte man beim Franz-Josephs-Land ähnlich sehen ;-)

Etwas einäugig.

Wenn, wie zuletzt erst vor wenigen Wochen in München geschehen, wegen eines einzigen Trafohüttels eine halbe Stadt ohne Strom ist, dann hilft die beste Netzwerkinfrastruktur nichts.

Doch. Die Netzinfrastruktur muss einen solchen Blackout überstehen. Die großen Knotenpunkte müssen dafür mit ausreichend Stromgeneratoren gerüstet sein.

Nur gibt es diese Notstromaggregate nicht, und selbst falls es sie gäbe, hätte niemand was davon, weil die USVs in den meisten Firmen ein schlechter Witz sind UND weil die privaten und kleingewerblichen Anwender nichts davon haben.
Wenn der Router/DSLAM/das Modem keinen Strom hat, gibt's kein Netz. Und die wenigsten Zellen der mobilen Netzwerke sind mit USV ausgestattet.

Es muss ja nicht alles am laufen gehalten werden. Aber die wichtigeste Infrastruktur halt. Was am wichtigsten ist weiß ich nicht. Dazu muss man eben Katastrophenpläne ausarbeiten und die "wichtigen" Knotenpunkte identifizieren. Mein Modem daheim wird wohl nicht als wichtig identifiziert werden.

Iceland - significant risk ROFL !

die kennen sicher gaaanz genau die IT-Infrastruktur von Island, welche uebrigens ausgezeichnet und auf per capita umgerechnet, eine hoehere Dichte als Oesterreich hat.

Ich vermute, Sie bringen gerade Island und Grönland durcheinander.

Wenn ich nicht farbenblind bin, dann hat Island Low Risk.

Das hat doch mit der Dichte nichts zu tun.

Aber wenns nur 1 Leitung ins Land haben, sind die eben störungsanfälliger als wenn 20 unterschiedliche Zugänge ins Land existieren.

Philippinen, Indonesien resistant, Thailand low risk halte ich für

eine gewagte Aussage.

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