Afghanistan: Antike Buddhistenstadt muss Kupfermine weichen

Ansichtssache
20. November 2012, 11:56
Bild 1 von 7»
Dieses Bild darf aus Gründen von Copyrightbestimmungen nicht im Archiv angezeigt werden.
foto: dusan vranic/ap/dapd

Kabul - In Mes Ainak, etwa 50 Kilometer südlich von Kabul in der afghanischen Provinz Logar, legen Archäologen ein weitläufiges buddhistisches Siedlungsgebiet aus dem vierten Jahrhundert frei, mit tausenden Häusern, Tempeln und Statuen. Die archäologische Schätze bringen nicht nur Wissenschafter zum Staunen, doch es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Bald will ein chinesisches Unternehmen in dem afghanischen Ort mit dem Abbau von Kupfer beginnen. Die Kulturstätte wird dabei völlig zerstört werden.

weiter ›
Share if you care
Posting 26 bis 42 von 42
1 2

AT könnte bei den Afghanen insofern entwicklungshilfe leisten - als sie vorrechnen, wieviel man mit erhaltener kultursubstanz umsatz machen kann

Mit Tourismus hätte die Bevölkerung dort mehr als mit der Mine. Von dem Minengeld sehen die keinen Cent!

Tourismus? In Afghanistan? Selbstmord kann man billiger begehen!

Sorry, aber solange die Sicherheitslage nicht DRASTISCH besser ist, wird es nicht mal rudimentären Tourismus geben.

Und die religiösen Fanatiker arbeiten daran, dass dem nie so wird.

Afghanistan wird noch auf Jahrzehnte hin kein Tourismusland. Leider. Das bleibt viel zu unsicher. Ich würde mich nicht mal zu wetten trauen, dass die Mine abgesichert werden kann.

Ende 2013? Auch wenn das zur Verfügung gestellte Kapital und die Zahl der Mitarbeiter hoch erscheint - da wird enorm viel zu Grunde gehen, das nicht ausreichend, oder gar nicht untersucht wurde. Ob das Gebiet jemals erforscht oder zumindest unter Schutz gestellt worden wäre, wenn sich da kein Megakonzern breit gemacht hätte, ist wieder eine ganz andere Problematik ...

Weg mit der Kultur

Her mit der Illusion von Arbeitsplätzen und Wohlstand und der Naivität, dass die Region davon profitiert.

...und abgesehen von den folgenden Umweltschäden.

Think again ...

Der unwiederbringliche Verlust von Kulturgut ist tragisch und das Risiko, dass das meiste Geld außer Landes wandert ist hoch, doch ist es leicht als Westeuropäer zu kritisieren wenn man nach dem Frühstück in der U-Bahn gemütlich mit dem Tablet Zeitung liest, während Menschen in Afganistan sich an jeden Strohhalm klammern und sich aussuchen können welche Mahlzeit sie denn heute auslassen.
Und was den Umweltschutz anbelangt sollte man als Europäer eher ganz leise sein wenn deutscher und französischer Atommüll irgendwo in Russland ungeschützt rumliegt und unser Elektroschrott in Afrika Grundwasser verseucht. Von unseren Produktionsbetrieben die gerade wegen der geringen Umweltauflagen im Ausland produzieren will ich gar nicht anfangen.

während Menschen in Afganistan sich an jeden Strohhalm klammern und sich aussuchen können welche Mahlzeit sie denn heute auslassen.

Was aber schon auch zum Teil daran liegt, daß Sie jahrelang einem Regime nachgelaufen sind, welches sie ganz bewusst mit religiösen Wahvorstellungen zurück in die Steinzeit bewegt hat.

Das bestreitet ich ja garnicht. Ich wollte nur verdeutlichen dass die Europäer erstmal mit gutem Beispiel voran gehen sollten bevor sie anderen Ratschläge erteilen. Mal abgesehen davon macht den Europäern auch keiner etwas vor wenn es darum geht irgend einem Regime nachzulaufen. Gottseidank war das für uns recht heilsam.

Ja es ist immer wieder traurig, so etwas zu lesen...

kapitalisten sind auch nix anderes als taliban.

Und Kommunisten hätten das Kupferlager in Ruhe gelassen? (Rhetorische Frage)

Ernsthaft: Die Taliban zerstörten aus reinem Hass. Auf der Plusseite stand da fast nichts. Bei der Ausbeutung (egal ob durch Kapos, Kummerln oder wen auch immer) kann man zumindest hoffen, dass auch für die örtliche Bevölkerung irgendein Vorteil rausspringt, sei es Infrastruktur (Erz braucht Abtransport, das heißt Straße oder Bahn) oder Arbeitsplätze, oder zumindest Konzessionsgelder für den Staat Afghanistan. Das muss nicht so sein, keine Frage, oft genug profitieren nur ein paar Obere. Aber allein das ist schon mehr, als bei den Taliban rauskam.

"...erhielt das chinesische Unternehmen MCC eine Konzession..."

Glauben Sie im Ernst, das afgh. Volk wird von der Mine profitieren ?? Voraussichtlich ungefähr so wie einst die Bolivianer vom Silber und heute die Nigerianer vom Öl und die Kongolesen vom Coltan...

Bei aller Antipathie gegen die Taliban, aber das ist bitte Doppelmoral. Aus Profitstreben ists gut, aus Hass ists bös. Naja.

Die Bolivianaer haben daraus gelernt und bauen ihr Litium jetzt ganz alleine ohne Hilfe ausländischer Großkonzerne ab. ;)

"...bauen ihr Litium jetzt ganz alleine..."

Bis jetzt haben die kein Gramm Li abgebaut, trotz grossartiger Pläne seit Jahren. So einfach ist das nämlich nicht. Das Beispiel zeigt, dass solche Projekte für Entwicklungsländer praktisch immer Abhängigkeit von reichen Ländern impliziert.

Dann warten wir mal ...

wie lange sowas gut geht dort.

natürlich nicht - es gibt auch keinen unterschied zw. kapitalismus und kommunismus - im endeffekt müssen in beiden systemen alle buckeln, damit ein paar in saus und braus leben können - das alles auf kosten der lebensqualität, der umwelt, der freiheit usw.

und das die kupfermine dem land geld bringt ist wie immer eine blanke lüge - es bringt maximal dem berteiber der mine, also irgendeiner profitsüchtigen heuschrecke geld - den menschen bleiben maximal almosen, für die sie auch noch schuften dürfen und die anschließende verwüstung wenn das ding mal unrentabel geworden ist

Posting 26 bis 42 von 42
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.