Streit um Gefängnis: Karzai kritisiert USA

Präsident: US-Truppen inhaftieren weiter unschuldige Menschen am Stützpunkt Bagram - "Bruch der gemeinsam getroffenen Vereinbarung"

Kabul/Washington - Im Streit um das Militärgefängnis am US-Stützpunkt Bagram hat der afghanische Präsident Hamid Karzai den USA einen Bruch der gemeinsam getroffenen Vereinbarung vorgeworfen.

Auch nach Ablauf der vereinbarten Frist zur vollständigen Übergabe an die Afghanen würden US-Truppen dort weiterhin Menschen inhaftieren, die das Gericht für unschuldig halte, hieß es am Montag in einer Mitteilung des Präsidentenpalastes in Kabul. Nach Angaben von Karzais Sprecher Aimal Faisi handelt es sich um mehr als 70 Häftlinge.

Karzai betrachte das amerikanische Vorgehen als "ernsten Bruch der Absichtserklärung", wonach das Gefängnis vollständig unter afghanische Kontrolle gestellt werden müsse. Offiziell war es bereits im September übergeben worden.

Nach Angaben des Sprechers von Karzai hatte US-Präsident Obama wegen der Wahl in den USA um einen Aufschub von zwei Monaten gebeten. Diese Frist sei nun ebenfalls abgelaufen. (APA, 19.11.2012)

  • Der afghanische Präsident kritisiert die USA.
    foto: ap/jamshid

    Der afghanische Präsident kritisiert die USA.

  • Im Militärgefängnis in Bagram würden immer noch Menschen festgehalten deren Unschuld bereits bewiesen sei, sagt Karzai. Das Militärgefängnis ist offiziell bereits im September an die Afghanen übergeben worden.
    foto: reuters/omar sobhani

    Im Militärgefängnis in Bagram würden immer noch Menschen festgehalten deren Unschuld bereits bewiesen sei, sagt Karzai. Das Militärgefängnis ist offiziell bereits im September an die Afghanen übergeben worden.

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