Chelsea droht in Turin unrühmlicher Rekord

Titelverteidiger bei Niederlage gegen Juventus vor Aus - Bayern, Valencia, Barca und Celtic vor Achtelfinal-Einzug

Turin - Chelsea steht in der Champions League vor einem umrühmlichen Rekord. Bisher ist in der Fußball-Königsklasse noch kein Titelverteidiger bereits nach der Gruppenphase gescheitert. Ebendies blüht jedoch den "Blues" aus London. Am Dienstag (20.45 Uhr/live Puls 4) geht es im Schlager gegen Juventus Turin aber auch für Italiens Meister ums Ganze. Nur einer der beiden Großclubs wird es wohl in die K.o.-Phase schaffen.

Schachtar Donezk steht in Gruppe E nach vier Runden mit sieben Zählern an der Spitze, Chelsea hält als Zweiter ebenfalls bei sieben Punkten, Juventus hat sechs zu Buche stehen. Schachtar gastiert am Dienstag bei Schlusslicht Nordsjälland (1), mit einem Erfolg sind die Ukrainer unabhängig vom Parallelspiel in Turin im Aufstiegsrennen voll auf Kurs. Am Wochenende kassierte Donezk mit einem 0:2 gegen Arsenal Kiew jedoch die erste Niederlage seit mehr als einem Jahr.

Formkurve spricht gegen Chelsea

Chelsea stünde mit einem Auswärtssieg ebenfalls im Achtelfinale. Jedoch spricht die Formkurve nicht unbedingt für die Mannschaft des italienischen Trainers Roberto di Matteo. In der Premier League warten die Londoner seit vier Spielen auf einen vollen Erfolg, am Wochenende setzte es ein 1:2 gegen West Bromwich. Di Matteo war vor allem mit der Defensivarbeit unzufrieden und kündigte eine vorsichtigere Aufstellungsvariante an. "Vielleicht ist es Zeit, unseren Spielstil wieder etwas zu ändern. Unsere Möglichkeiten im Angriff etwas zugunsten der Abwehr zu opfen." Ein Platz auf der Bank droht dabei Fernando Torres.

Juventus will eine Wiederholung der Champions League-Saison 2009/10 vermeiden. Vor drei Jahren verabschiedete sich Italiens Rekordmeister bereits nach der Gruppenphase. Mit einem Erfolg gegen den Titelverteidiger - der erste Vergleich endete an der Stamford Bridge mit einem 2:2 - wäre die Tür zum Aufstieg jedoch bereits vor dem Gruppenfinale in Donezk im Dezember weit offen.

Vor den Engländern habe Juve laut Torhüter Gianluigi Buffon Respekt, aber keine Angst. "Sie sind seit einem Jahrzehnt Spitze, aber wir sind jetzt auf dem selben Niveau", sagte der Kapitän der Turiner. Verteidiger Leonardo Bonucci stellte klar: "Am Dienstag müssen wir das Spielfeld voll auf Sieg eingestellt betreten." Entgegenkommen könnte Juve, dass Chelseas John Terry wegen Kniebeschwerden ausfällt und mit Frank Lampard ein weiterer in der Champions League gestählter Profi aufgrund von Muskelproblemen fraglich ist.

Drei Teams bereits im Achtelfinale

Zwei Runden vor Ende der Gruppenphase stehen mit Manchester United, FC Porto und Debütant Malaga drei Teams bereits im Achtelfinale. Am Dienstag nachziehen könnten neben Schachtar und Chelsea auch der FC Bayern und Valencia in Gruppe F sowie der FC Barcelona und Celtic Glasgow in Gruppe G.

Die Bayern und Valencia treffen dabei im direkten Duell in Spanien aufeinander. Punktegleich führen die beiden Favoriten die Gruppe an. Drei Zähler hinter ihnen lauert noch immer BATE Borisow, auch die gegen Lille spielenden Weißrussen haben nach wie vor Chancen aufs Weiterkommen. "Wir kennen die Tabelle und wissen, dass wir dort mindestens einen Punkt holen müssen", sagte Bayern-Torhüter Manuel Neuer.

Im Flieger nach Valencia saßen neben David Alaba auch Mario Gomez und Franck Ribery. Vor allem in den beim 1:1 in Nürnberg aufgrund einer Rippenprellung geschonten Franzosen setzen die Münchner ihre Hoffnungen. "Das ist eine nicht einfache Verletzung, aber ich muss spielen. Das ist ein sehr wichtiges Spiel", sagte Ribery. Auch Jupp Heynckes will diesmal keinesfalls auf seinen Wirbelwind verzichten. "Ich denke, dass es geht", äußerte sich der Trainer.

Barcelona und Celtic können Sack zumachen

Barcelona und Celtic könnten auswärts alles klar machen. Die auf ihren nach langer Verletzungspause zurückgekehrten Kapitän Carles Puyol zählenden Katalanen (9 Punkte) gastieren in Moskau bei Spartak, die zuletzt gegen Barca 2:1 erfolgreichen Schotten (7) in Lissabon bei Benfica. Mit einem Sieg würde Celtic den Sprung ins Achtelfinale realisieren, die Portugiesen sind mit vier Zählern aber ebenfalls noch im Rennen. "Wir müssen gegen Celtic gewinnen und dann auch in Barcelona noch ein Wörtchen mitreden", sagte Benficas Trainer Jorge Jesus mit Blick auf den Gruppenabschluss im Camp Nou.

Nach vier Siegen in vier Spielen zum Testen verwenden kann Manchester United in Gruppe H den Auftritt in Istanbul. Hausherr Galatasaray hofft im Kampf um den zweiten Platz auf unmotivierte Gäste. Die Türken halten wie CFR Cluj bei vier Punkten, dem Duo folgt der SC Braga mit drei. Klar ist immerhin schon, dass United mit einem B-Team anreist. Sir Alex Ferguson verzichtet unter anderem auf Wayne Rooney, Robin van Persie, Rio Ferdinand, Ryan Giggs, Paul Scholes, Patrice Evra und David de Gea. Der Ausfall der verletzten Nani, Shinji Kagawa und Jonny Evans wa schon länger festgestanden. (APA/Reuters; 19.11.2012)

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