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Beim Reycling von Computern, Handys und anderen Elektro- und Elektronikgeräten sind Umweltschutz und Industrie aufeinander angewiesen, sagt Carbajosa.
STANDARD: Kann man die Massen alter Handys, PCs oder Tablets im Recycling bewältigen?
Carbajosa: Je höher der Wohlstand, desto höher ist die Zahl derartiger Altgeräte. Jeder Konsument aus der europäischen Mittelschicht besitzt bis zu 20 elektrische und elektronische Geräte, angefangen von Digitalkameras über Smartphones und Fernseher bis zum Geschirrspüler. Wir sind es, die viel verantwortungsvoller mit derartigen Abfällen sein müssen, nicht nur der Umwelt wegen, auch aus wirtschaftlichen Gründen.
STANDARD: Wie sieht der wirtschaftliche Nutzen aus?
Carbajosa: Die meisten Geräte bestehen aus Plastikarten auf Erdölbasis, die ohne großen Aufwand wiederverwendet werden können. Wirtschaftlich interessant sind Seltene Erdmetalle. Einige davon sind zugleich hochtoxische Abfälle. Da sie für die Industrie von hohem Wert sind, kann ihr Recycling kostendeckend sein. Beide, Umweltschutz und Industrie, sind aufeinander angewiesen. Nur so können wir unsere gewohnten Lebensqualität erhalten und bestenfalls steigern.
STANDARD: Noch gibt es natürliche Ressourcen.
Carbajosa: Es ist ein Problem des Zugangs. Die Herstellernationen könnten uns nach Belieben den Zugriff verwehren. Europa sollte strategische Reserven anlegen.
STANDARD: Sollten wir länger mit unseren Geräten zufrieden sein?
Carbajosa: Es ist ein Teufelskreis. Wenn wir den Konsum bremsen, bremsen wir damit die Innovation und schädigen eine Industrie, die zum Wohlstand beiträgt. Wir sollten uns bewusster werden, dass wir die Kapazitäten unserer elektronischen Helfer, seien es Laptops oder Smartphones, lediglich zu 15 Prozent nutzen. Nach zwei Jahren ist es für uns alt geworden, ohne dass wir es je wirklich genutzt hätten. Man sollte ein Produkt wählen, das auf die Bedürfnisse zugeschnitten ist.
STANDARD: Wie viel wird illegal entsorgt oder nach Afrika verschifft?
Carbajosa: Es ist viel, aber ich habe noch keine exakte Zahlen. Wir wollen mit Hilfe Interpols erheben, wie groß der illegale Markt ist. Der illegale Export ist verboten, doch häufig wird der Müll als Gebrauchtware getarnt verschifft. Senegal hat das Problem sehr effizient lösen können, indem es den Zoll von gebrauchten Geräten auf jenen neuwertiger anglich.
STANDARD: Die Müllberge sind damit in andere Staaten wie Ghana gewandert.
Carbajosa: Traurig, aber wahr.
STANDARD: Sollte man EU-weit die Strafgesetze für illegale Entsorgung und Export verschärfen?
Carbajosa: Das ist absolut notwendig. Man muss unbedingt verhindern, dass der Müll die EU verlässt. Schon aus industriepolitischer Sicht dürfen wir es uns nicht erlauben, dass die Rohstoffe für uns verloren gehen. Aus moralischer Sicht dürfen wir es uns nicht auflasten, dass wir den gesamten Planeten damit verpesten.
STANDARD: Sind die Österreicher gut im Recycling?
Carbajosa: Sie sind fleißig. Mit fast zehn Kilo pro Kopf liegen sie vor Deutschland. Die Schweiz war ein Pionier bei der Gesetzgebung für Elektronikabfälle. Sie ist bereits seit über 20 Jahren in Kraft ist. Österreich zog wenig später nach. Die EU ließ sich bis 2005 Zeit.
STANDARD: Welche EU-Staaten sind schwarzen Schafe?
Carbajosa: Griechenland, Spanien, Italien und Portugal, gefolgt von Ländern in Zentral- und Osteuropa. Unschärfen resultieren aus schwankenden Lebensstandards. Portugal konsumiert nun weniger, darum fällt weniger Abfall an, ganz zu Schweigen von Griechenland.
STANDARD: Kann das Ziel einer 85-prozentigen Recyclingquote bis 2020 erreicht werden?
Carbajosa: Die neue EU-Richtlinie ist noch nicht publiziert worden, obwohl sie im März angekündigt war. Anstelle von einem Richtwert von vier Kilogramm Elektronikabfall pro EU-Bürger gilt es dann einen Prozentsatz zu erreichen. Es wird sehr schwer werden, 85 Prozent zu erreichen. (Jan Marot, DER STANDARD, 18.5.2012)
José Ramón Carbajosa: Der 48-jährige Spanier ist seit Anfang Mai Direktor des WEEE-Forums, eines EU-weiten Verbands von Elektronikrecyclern und 17.000 Produzenten. Das Ziel der Organisation ist, die Anforderungen für die Branche in der EU zu harmonisieren. Carbajosa ist Finanzmanager, verheiratet und hat zwei Kinder.
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Würde man endlich mit geplanter Obsoleszenz die Lebensdauer von Produkten absichtlich gering zu halten, würde man sich keine Sorgen über Müllberge und Urban Mining machen müssen.
Denn Produkte zu entwickeln die eine immer kürzere Lebensdauer haben (knapp über gesetzlicher Gewährleistungszeit) und die dann teuer und aufwändig zu recyclen ist keine Lösung und alles andere als Umweltschonend oder nachhaltig.
Und auch die Autoindustrie wird von mir angesprochen. Denn mit modernen Korrossionsschutzmaßnahmen kann man die Lebensdauer eines Fahrzeuges um mind. 50% erhöhen was mehr Energie spart als der rießige technische Aufwand um dem Verbrauch zu senken.
http://de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz
was genau macht sie glauben da kommt nichts mehr?
der nächste schritt sind mikroprozessoren mit einer spezifischen hardware zur problemlösung die in unser leben einsickern wird. die kosten für diese mikroprozessoren sind durch massenproduktion sehr weit gesunken. was früher nur für den fertigungsbereich interessant war ist nun für alle haushalte leistbar.
die produkte werden nicht lange auf sich warten lassen. ich persönlich hätte einige konkrete ideen was man mit diesen dingern im haushalt, nahrungsmittelproduktion und industrie alles anstellen könnte. (und natürlich eine unzahl diffuser ideen)
was bis jetzt den unis und R&D der konzerne vorbehalten war nimmt massencharakter an.
Und da wird im Zukunft durch die Miniaturisierung nur mehr ein Bruchteil an Elektroschrott anfallen.
Sie haben aber recht, dass der Fortschritt in der Elektronik- und Informatikbranche zurückgehalten wird, um die Kaufkraft stufenweise abzusaugen.
Trägt da auch noch schön dazu bei:
http://www.stern.de/tv/sternt... 24016.html
http://www.murks-nein-danke.de/murksmelden/
nein, denn sie deklarieren ihre tätigkeit nicht als recycling, sondern als gebrauchtwarenhandel. da der markt derzeit gesetzlich nicht reglementiert ist mag es sein, dass sie als unternehmenszweck auch recycling angeben, aber das ist unerheblich. im falle einer reglementierung wären selbstverständlich nachweise zu erbringen und kontrollen durchzuführen.
die kühlschrank mit der plakette findens ja auch normalerweise nicht in der lobau wieder. also bevors mir in blockbuchstaben unterstellen, dass ich die probleme nicht verstehen will, nehmen sie sich einmal eine minute und denkens darüber nach wie das problem lösbar wäre.
Aber dagegen ist die Recycling- und Entsorgungslobby.
Und es soll ja sogar schon Gammelfleisch gegeben haben, obwohl es eigentlich keinen Gebrauchtfleischhandel gibt!
Es gibt keinen Recycler, der alles selber zerlegt und wiederverwertet. Und VERKAUFT wird eben an den meistbietenden.
generelles verbot der ausfuhr von gebrauchtcomputern kannst vergessen, das verstößt gleich mal gegen EU-recht. und sogar wenn, wie willst das kontrollieren.
mit plaketten liegt der nachweisaufwand bei konsumenten/händlern. und natürlich ist das kontrollierbar. und natürlich gibt es solche recycler, nur haben die halt noch nicht das nötige volumen.
Es ist bei den beschriebenen Elektromüll ja bis zu einen gewissen Grad ja auch noch ein Nutzen zu erkennen. Nicht aber bei den Unmengen von Verpackungen die von vornherein schon Müll sind. Plastikflaschen in allen größen, Farben und formen, wo mit Garantie die Verpackung ein vielfaches von Inhalt kostet. Das ist Ressourcen Verschwendung von feinsten!
für die müllverbrennung wird ein gewisser teil an kunststoffen gebraucht, ansonsten müsste man noch zusätzlich öl verheizen, um den prozess am laufen zu halten.
mmh.. seltsam. die von uns gekauften verpackungen subventionieren also die energie, die wir dann kaufen.
naja, solang sich CO2 abgaben sparen lassen...
http://www.heise.de/tp/blogs/2/150332
In der Muellverbrennung wird schon jetzt Oel und Gas zugeheizt, hauptsaechlich deshalb weil zumindest in Wien fast kein Kompost getrennt wird und damit das enthaltenen Wasser mit hohem Energieeinsatz verdampft werden muss. Wenn wir ALLES ordentlich trennen und wieder Recyclinggebinde einfuehren koennten wir sicher 90% vom Restmuell einsparen. Es waere z.B. so einfach bei der Verpackung von elektronischen Geraeten auf Kunststoffe zu verzicheten. Karton tuts z.B. auch.
Nein, es wird in Wien kein Öl und Gas zugeheizt. Zumindest nicht in der neusten Müllverbrennungsanlage Pfaffenau. Und ich bin mir relativ sicher, dass es auch in den anderen MVAs nicht anders aussieht.
Informieren Sie sich, bevor Sie falsche Behauptungen aufstellen!
Nur zur Info: Ich habe gerade bei der Fernwärme nachgefragt.
Es wird KEIN Erdgas oder Erdöl zugeheizt (auch nicht saisonal), lediglich beim Anfahren wird Erdgas zum Einhalten der Emissionswerte verwendet.
Damit hatte ich Recht und Sie sollten sich in Zukunft vorher informieren. Denn Ihr Irrtum trägt dazu bei, dass Leute glauben, es müsse nicht Müll getrennt werden.
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