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Stazione Porta Garibaldi, 8.19 Uhr in der Früh. Am Bahnhof tummeln sich um diese Zeit Pendler aus den Vororten Mailands. Von Luxus keine Spur. Beim Fahrkartenschalter der Staatsbahnen gibt es keine Tickets für den neuen Luxuszug Italo. "Das ist die Konkurrenz", sagt der grauhaarige Herr in grüner Uniform. Weitere Auskunft gibt es nicht. Auch beim Zeitungskiosk will man nichts von der Existenz des neuen Hochgeschwindigkeitszuges wissen. "Italo? Noch nie gehört."
Nur ein bescheidenes Schild zeigt an, dass "Italo" im Tiefgeschoß losfährt. Auf Gleis 16 am hinteren Ende des Bahnhofs. "Nichttarifäre Handelshemmnisse", murmelt ein Fahrgast. Keine Rolltreppe führt zum modernsten Zug Europas. Immerhin versuchen freundliche Hostessen in dunkelroten Jacken und grauen Hosen, die Gäste zum Zug zu begleiten. Sie machen mit ihrer Hilfsbereitschaft das schmuddelige Ambiente weitgehend wett.
Fahrkarten sind über Internet, an meterhohen Touchscreens in der Bahnhofshalle oder per Telefon erhältlich. Auch im Zug kann man Karten kaufen, mit einem Aufschlag von 15 Prozent. Die Preise Mailand-Rom variieren je nach Klasse. Derzeit gibt es Aktionspreise, für die 500 km lange Strecke, die der Zug in drei Stunden 20 Minuten schafft, zahlt man derzeit zwischen 30 und 133 Euro.
Mit WiFi als Konkurrenz zur Staatsbahn
Die Luxusbahngesellschaft NTV will mit Service und Pünktlichkeit den "Frecciarossa" der Staatsbahnen ausstechen. Es geht pünktlich in Mailand los. Bis zu 300 km/h fährt der Zug, ohne dass die Geschwindigkeit die Fahrbequemlichkeit in irgendeiner Weise beeinträchtigt. Die dunkelblauen Lederstühle des Edelmöbelherstellers Poltrona Frau (Thonet) verleihen dem Ganzen einen Hauch von Luxus - in der Club-Klasse mehr als in den Smart-Wagons. Dort gibt es individualisierten Service und eigene Monitore. In der Smart-Klasse muss man den Laptop mitbringen, um das TV-Programm zu sehen. WiFi ist kostenlos und funktioniert. "Das ist ein Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Frecciarossa der Staatsbahnen", sagt Sitznachbar Carlo Gherardini, ein Rechtsanwalt.
"Hier sind alle so freundlich. Das ist man von Trenitalia nicht gewohnt" , lobt der Avvocato. "Ich drücke Italo die Daumen, dass er langfristig Erfolg hat."
Fliegen dauert länger
Gut eine Milliarde Euro haben die NTV-Gründer investiert, damit in Italien die Liberalisierung des Bahnverkehrs umgesetzt werden und der dunkelrote Ferrari-Zug starten kann. Hinter NTV stehen nicht irgendwelche Investoren, sondern der Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo, der auch als Präsident von NTV firmiert, sowie Diego della Valle, Gründer des Edelschuhhersteller Tod's. Beteiligt sind auch die Großbank Intesa Sanpaolo, der Versicherer Generali und die französische Staatsbahn SNCF. Der Break-even ist Ende 2014 geplant.
Es ist 11.45 Uhr, als der Zug in Rom einläuft. Allerdings nicht im Hauptbahnhof, sondern in Tirburtina. Das ist der einzige Wermutstropfen der Reise. Dabei bräuchten sich die Staatsbahnen gar nicht so viel Sorgen wegen der Konkurrenz machen. Denn der Wettbewerb heißt nicht Luxuszug gegen Hochgeschwindigkeitszug. Verlierer ist eindeutig die Flugverbindung, die Zeit- und kostenaufwendiger ist und mit den langen Anfahrten zu den Airports auch wesentlich unbequemer. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, 14.5.2012)
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Trotzdem Sie hier nichts als rot sehen - leider nicht das von Ferrari - schließe ich mich mit einer ähnlich "dämlichen" Frage an: wird bei Geschwindigkeiten von jenseits der 250 km/h für diese Züge nicht der Seitenwind zum Problem? Die werden doch nicht nur in Tunneln geführt.
Der Seitenwind ist bei allen Schienenfahrzeugen ein Thema, selbst die Wiener U2 hat im engen Bogen vor der Station Donaumarina zwei Windfangzäune erhalten. Auch die NBS Frankfurt Köln musste nachträglich an besonders gefährdeten Stellen mit Windschutzwänden adaptiert werden. Die Triebköpfe der ICE3 z.B. erhielten nachträglich je 1,5t Ballast am führenden Drehgestell...
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Na endlich!
Habe mich schon gewundert: Seit über zwei Wochen kein Werbeartikel für den Italo im STANDARD...
Aber man schreibt ja sicher genausooft und genauso positiv über TGV, ICE, AVE, Shinkansen, etc...
Ich nehme an, diese Strecken werfen auch mit Subventionierung durch die Länder keinen (ordentlichen) Gewinn ab, sonst hätte sich doch sicher schon ein Privatisierungsbefürworter gefunden ;)
Am Beispiel Großbritannien hat man ja gesehen, was komplette Liberalisierung bringt. Nämlich ein marodes Bahnnetz und ein ein Milliardenloch im Budget.
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