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vergrößern 800x533Eine Schau in Osaka zieht Parallelen zwischen Österreich und Japan - links der Prunkharnisch für einen Adeligen, gefertigt von Michael Witz d. J., Innsbruck um 1550, rechts eine japanische Rüstung.
vergrößern 1200x456Die acht Bahnen des auf Schloss Eggenberg entdeckten Paravents zeigen Schloss und Stadt Osaka um 1600.
Graz - Historische Rüstungen und Waffen aus dem Landeszeughaus in Graz sind seit dem vergangenen Wochenende in der japanischen Stadt Osaka zu sehen. An den ersten drei Tagen wurden in der Schau, die neben 31 Objekten aus dem Zeughaus auch Leihgaben aus Schloss Eggenberg, der Alten Galerie und dem Steiermärkischen Landesarchiv zeigt, rund 3.000 Besucher und Besucherinnen gezählt, hieß es am Montag vonseiten des Universalmuseums Joanneum.
Bis zum 6. Mai sind im Historischen Museum der drittgrößten Stadt Japans erstmals Leihgaben aus mehreren Sammlungen des Universalmuseums - vor allem aber aus dem Zeughaus - zu sehen. Auf rund 600 Quadratmetern wird mit Kupferstichen (Andreas Trost und Georg Matthäus Vischer) die Entwicklung der Stadt Graz im 16. und 17. Jahrhundert beleuchtet und mit jener der Stadt Osaka verglichen. Daneben wird der Kriegsführung zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ebenso Raum gegeben wie dem Turnierwesen. Rüstungen des Landeszeughauses, darunter auch der Prunkharnisch des Michael Witz (um 1550), werden japanischen Rüstungen gegenübergestellt.
Japanischer Paravent
Den Hintergrund der Ausstellung bildet die 2001 im Schloss Eggenberg gemachte Entdeckung eines japanischen Paravents aus dem 17. Jahrhundert, der eine der ältesten Ansichten von Osaka darstellt. Sie zeigt die Stadt zur Zeit des japanischen Reichseinigers Toyotomi Hideyoshi (1536 - 1598). Seit 2009 gibt es eine Schwesternschlosspartnerschaft zwischen Schloss Osaka und Schloss Eggenberg, das zum Universalmuseum Joanneum gehört.
Für die Geschäftsführer des Universalmuseums Joanneum, Peter Pakesch und Wolfgang Muchitsch, ist die Zusammenarbeit etwas Besonderes: "Die Beziehungen nach Japan sind nicht nur aufgrund des touristischen Werbeeffekts für die Steiermark und insbesondere für Graz großartig."
Das in den Jahren 1642 bis 1645 im Auftrag der Landesstände erbaute Zeughaus in Graz war die wichtigste Waffenkammer im Südosten des Habsburger-Reiches. Zum Schutz des Landes wurden in erster Linie Rüstungsstücke für einfache Fuß- und Reitsoldaten des 16. und 17. Jahrhunderts eingelagert, mit denen noch heute eine Armee von 5.000 Mann ausgerüstet werden könnte. (APA, 26.3.2012)
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Die Entwicklung in Japan direkt mit der Entwicklung in Europa zu vergleichen ist teilweise sehr interessant. Im Hinterkopf sollte man definitiv die unterschiedlichen Randbedingungen behalten.
Das Angebot an brauchbaren Eisen war immer sehr begrenzt. Sie haben demnach das Beste aus dem gegebenem Material herausgeholt.
In Europa war diese Notwendigkeit bei weitem nicht so stark gegeben.
Genauso darf man die Kampfweise eines Samurais mit dem eines Ritters nicht vergleichen.
Inwieweit ein Katana, das zum Schneiden gedacht ist, Auswirkungen gegen eine Plattenrüstung hat, sei dahingestellt.
Ich ein großer Fan Japanischer Schwerter. Sie schaffen es Gefährlichkeit und Eleganz zu verbinden, Vielleicht auch wegen dem Mythos der sie umgibt.
Den Vergleich würden die Japaner gewinnen. Die japanischen Rüstungen halten das Gleiche oder mehr bei geringerem Gewicht aus und bieten den Trägern ungleich mehr Bewegungsfreiheit als die europäischen Gegenstücke. Und das japnische Schwerter aus der Hochblüte der Schwertschmiedekunst (von Schwertfegern wie Murasama und Masamune zum Beispiel) die besten Schwerter der Welt sind, ist allgemein anerkannt.
@GANDALFino: bitte nicht Hollywood als Quelle nehmen!! die spätmittelalterlichen Rüstungen stören wenig bis kaum den Bewegungsapparat, außer man spricht von der Turnierrüstung.
Man kann Berichte von Handstand bis Salto Rückwärts, die Männern in gotischer Rüstung vollbringen, in spätmittelalterlichen Quellen finden.
Es kommt immer darauf an, von welcher Art Rüstung man redet.
@Ma RO: ein gutes einhändig geführtes Schwert kann auch schon mal unter 900g wiegen (für die Unlangen), ein gutes spätmittelalterliches Langschwert kommt auf ca 1,2 bis 1,4 kg
waren in ihrer Machart den japanischen deutlich überlegen. Da gab es erst vor kurzem mehrere wissenschaftliche Analysen. Ich werde diese nachreichen, sollte ich sie finden.
Ein gutes europäisches Einhand-Schwert wiegt übrigens weniger als 2 kg.
AAAlso.. das mit den Schwert ist mehr oder minder nur ein Mythos. Die europäischen waren ebenwürdig, sowohl was die Eigenschaften als Waffe angeht, als auch jene als Kunstgegenstand, letzteres war in Europa aber nicht annähernd so wichtig wie in Japan.
Was die Japanischen Schwerter abgesehen vom künstlischen Aspekt so besonders macht ist die tatsache, das sie es schafften aus miesem Ausgangsmaterial (Eisensand) qualitativ gute Schwerter herzustellen.
Und die Rüstungen, hier würde ich den Punkt eher an die Europäer geben, die Plattenrüstungen bieten einen sehr guten Schutz, und die Beweglichkeit ist nicht halb so eingeschränkt wie man glauben mag.
Was das angeht ist da sehr viel Romantik vertreten :)
Ich hatte schon Plattnerrüstungen und die japanischen Gegenstücke an - glauben sie mir - kein Vergleich! Und Originalrüstungen aus Japan haben alle "Schussmarken", mit denen sie auf ihre Taiglichkeit getestet wurden (Musketen auf 30-40 Schritt Entfernung,Kaliber .50)
Was die Schwerter anlagt: testen sie mal selbst, ob ein Schwert (eigentlich Säbel) mit 0,75-1 kg oder eine Breitschwert mit 2-3 Kilogramm leichter zu führen sind (Bei gleicher Durchschlagskraft). Vor allem auf Dauer.Was Mythos ist, ist die Fähigkeit meterdicke Holzstücke oder andere Schwerter zu durchschlagen, aber die Kombination aus Härte und Biegsamkeit ist bei den japanischen Schwertern einzigartig.
Bezüglich den Rüstungen kann ich von der bequemlichkeit nicht viel sagen, da es bei meiner körpergröße (und in Europa allgemein) schwer ist hier eine originale zur Verfügung zu bekommen die passt und die man auch anziehen darf, und ev damit etwas trainieren/üben.
Und nein, nicht jeder Yoroi hat diese Schußmarken (insbesondere nicht jene die vor den Musketen waren)
Schwerter hatte ich beide bereits in der Hand, mit den japanischen übe ich regelmässig (und es sind Schwerter keine Säbel). Diese haben übrigens auch mehr als 0,75-1kg eher 1,25-1,5kg, wobei 1,25 eher bei leichteren die nur für Tameshigiri geschmiedet wurden.
Europäische Schwerter sind anders zu führen als japanische, aber ich würde hier keines besser als das andere werten.
ich kenn mich auf dem gebiet nicht aus, aber ist es möglich, dass diesen unterschiedlichen fertigungstechniken auch unterschiedliche militärische gesamtkonzepte zu grunde liegen? die armeen des europäischen mittelalters waren ja zumeist heere aus rekrutierten bauern oder soeldnern. einem "billigen" soldaten wird man kaum ein teures schwert in die hand drücken und 5 oder 10 schlechte kämpfer mit minderwertigen waffen werden es mit einem gut ausgebildeten berufssoldaten mit exzellenten waffen auch aufnehmen können.
Schwerter sind Duellwaffen und nie die Primärwaffe in der Schlacht. In beiden Kulturen ist der Speer die Primärwaffe im Nahkampf und der Bogen bis in die frühe Neuzeit die Fernwaffe.
In einer Feldschlacht hätte ein japanische Armee gegen eine europäische nicht gut ausgesehen, wegen der Feuerwaffen und wegen der Kavallerie.
Und damit ich nicht als europäischer Kulturchauvinist da stehe:
Gegen die Mongolen hätten sie auch verloren, genauso wie die Chinesen, Araber und Europäer, trotz der Super-Schwerter...
Diese schnell ausgehobenen Soldaten aus dem Volk hatten meist gar keine Schwerter, auch keine billigen, und auch keine Rüstung, sondern waren sogenannte mobile, schnell bewegliche Plänkler mit Lanzen/Speeren, Pfeil und Bogen, Schleudern oder bäuerlichen Werkzeugen als Waffen.
Plänkler gabs in Europa und in Asien.
Trotzdem gehörten sie zur Kriegsführung...als Ablenkung für den Gegner, als Arbeitskräfte und auch im Versorgungseinsatz gegen die Zivilbevölkerung.
naja, das wa eiss ich nicht so genau, es sind halt Schaustücke, die im 16. Jahrhundert im Zuge erster Kontakte offenbar ausgetauscht wurden (also an zumindest 2 Prunkrüstungen kann ich mich erinnern - angeblich Hideyoshizeit - ein paar Fächer, und einige Schwerter).... Bitte genaueres in den Museen erfragen; u.a die Waffenkammer ist ja nicht so winzig.
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