Sven Regener holt zu Rundumschlag gegen Youtube und Downloads aus

"Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert"

Sven Regener ist wütend - auf Leute, die illegal Musik downloaden, auf Videoplattformen wie Youtube, die von fremden Inhalten profitieren, und auf jene, die seine Wut nicht ernst nehmen. "Das Rumgetrampel darauf, dass wir irgendwie uncool seien, wenn wir darauf beharren, dass wir diese Werke geschaffen haben, ist im Grunde genommen nichts anderes, als wenn man uns ins Gesicht pinkelt und sagt: 'Euer Kram ist nichts wert'", sagte der Frontmann der Band Element of Crime gegenüber dem Radiosender Bayern 2. Es werde stets so getan, als würden Musiker "Kunst als exzentrisches Hobby machen": "Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert."

"Frage des Respekts"

Laut Regener ist es auch "eine Frage des Respekts und des Anstands", Musik nicht illegal aus dem Internet zu beziehen. "Genauso wie es eine Frage des Respekts und Anstands ist, im Supermarkt nichts zu klauen, auch wenn man wüsste, dass man nicht erwischt wird." Die negativen Vorurteile gegenüber mächtigen Plattenfirmen lässt er nicht gelten, schließlich mache die Band ja keine Verträge mit Universal, "weil wir doof sind oder Dinge zu verschenken haben, sondern weil wir sonst keine Musik machen können".

Nichts zu verschenken

Verschenken wollen Element of Crime auch nichts an die dem Riesenkonzern Google unterstehende Plattform Youtube. Die Videos gebe es auf der offiziellen Band-Website zu sehen und nicht auf Youtube, solange diese nicht "bereit sind, auch dafür zu bezahlen". "Wir sehen nicht ein, warum Milliardengeschäfte damit gemacht werden, und wir kriegen nichts ab", so Regener. "Wir sind da die Penner in der letzten Reihe, das ist eine Unverschämtheit." Dass sich nicht mehr Musiker in dieser Deutlichkeit ausdrücken, könne daran liegen, dass es "das Letzte, was man als Indierocker gebrauchen kann, ist, uncool dazustehen". "Deshalb halten alle schön die Füße still und die Schnauze und schauen zu, wie die Sache immer weiter den Bach runtergeht." (APA, 22.3.2012)

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