Kapellari rügt Pfarrerinitiative

Scharfe Worte in Hirtenbrief an jene, die "eigenmächtig Steuer ergreifen wollen" - "Vom Gashebel heruntersteigen"

Graz - Eine scharfe Warnung hat der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari in einem am Mittwoch veröffentlichen Fastenhirtenbrief an die Pfarrerinitiative und andere Reformgruppen gesandt, "eigenmächtig das Steuerrad des Schiffes Kirche ergreifen zu wollen". Diesen Kräften müsse auch "ein klares Nein gesagt werden", so der Bischof lauf Kathpress.

"Ich will alles mir Mögliche tun, damit Katholiken, die auf Veränderungen drängen, im Boot, im großen Schiff der Diözese und der Weltkirche verbleiben können", schreibt Kapellari in dem Hirtenbrief, der im steirischen "Sonntagsblatt" abgedruckt wurde. Es müsse aber auch "ein klares Nein gesagt werden", wenn Vertreter der Pfarrerinitiative oder andere Gruppen "in der Überzeugung, dafür eine historische Sendung zu haben, eigenmächtig das Steuerrad dieses Schiffes Kirche ergreifen wollen".

"Ein klares Wort"

Weiters betont der Bischof: "Das führt zur Spaltung oder ist schon Spaltung, auch wenn man es in einer weit verbreiteten öffentlichen Meinung anders sieht. Hier droht ein Weg in eine Sackgasse, auf dem schließlich alle nur Verlierer wären." Er hoffe daher, "dass in der Diskussion darüber allseits auf Polemik verzichtet werden wird". Die Bischöfe hätten zur Vorgangsweise der Initiativen klar ablehnend Stellung genommen und zugleich das Gespräch mit deren Verantwortlichen begonnen. Er hoffe daher, dass diese "vom Gashebel heruntersteigen" und "im Boot der Kirche bleiben".

Wenn das Gegenteil der Fall wäre, "dann bin ich als Bischof entsprechend meinem Gewissen und meiner schwerwiegenden Verantwortung für die Einheit und Wahrheit der Kirche verpflichtet, dazu ein klares Wort zu sagen", so der Grazer Bischof. (APA, 14.3.2012)

Share if you care