"Wir folgen unsichtbarem Glaubenssystem"

  • Wer wird gegessen und welche Spezies ist tabu? Unterschiedliche Kulturen haben andere Sichtweisen. Die Psychologin Melanie Joy hat sich mit den Mechanismen beschäftigt, nach denen Gesellschaften über diese Frage entscheiden.
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    Wer wird gegessen und welche Spezies ist tabu? Unterschiedliche Kulturen haben andere Sichtweisen. Die Psychologin Melanie Joy hat sich mit den Mechanismen beschäftigt, nach denen Gesellschaften über diese Frage entscheiden.

Wie entscheiden wir, welche Tiere wir essen? Was ist ekelhaft oder köstlich? Melanie Joy beschäftigt sich mit der Psychologie des Fleischessens

Was wir essen und was nicht, sei oft keine individuelle Entscheidung, sondern durch Erziehung und Kultur geprägt, sagt die Psychologin Melanie Joy. Sie hat dafür einen eigenen Ausdruck: "Karnismus". Das sei eine Art Glaubenssystem, das Menschen darauf konditioniert, einige Tiere zu lieben und andere zu essen. Joy erklärt im Interview, wie es funktioniert und durch welche Abwehrmechanismen es aufrechterhalten wird.

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derStandard.at: Wieso ist es gesellschaftlich akzeptiert, Beine von Lämmern zu essen, während kleine Katzen in Europa seltener am Teller landen? Es handelt sich in beiden Fällen um junge Tiere.

Melanie Joy: Das war die Frage, die ich mir gestellt habe, als ich meine Doktorarbeit in Psychologie geschrieben habe. Ich bin mit einem Hund aufgewachsen, den ich wie ein Familienmitglied geliebt habe. Andererseits wuchs ich auch mit Fleischkonsum auf. Ich habe nie darüber nachgedacht, wie widersprüchlich es eigentlich ist, dass ich mit einer Hand meinen Hund streichle und mit der anderen ein Stück Schwein esse - ein Tier, das genauso klug wie ein Hund ist.

derStandard.at: Sie haben in diesem Zusammenhang den Begriff "Karnismus" geschaffen. Können Sie erklären, was er beinhaltet?

Joy: Im Laufe meiner Arbeit habe ich Veganer, Vegetarier, Fleischesser, Schlachter, Fleischhauer und auch Menschen, die ihre eigenen Tiere aufziehen und schlachten, interviewt. Meine Erkenntnis war, dass wir es mit viel mehr zu tun haben als nur mit individuellen Meinungen, wenn es um das Thema Fleischindustrie geht. Wir folgen einem unsichtbaren Glaubenssystem.

Wenn wir aber einer Sache keinen Namen geben, bleibt sie unsichtbar und wir können sie auch nicht hinterfragen. Ich habe das im Rahmen meiner Arbeit "Karnismus" genannt. Wir neigen dazu, nur Ideologien zu benennen, die abseits des Mainstreams liegen. Doch auch hinter dominanten Kulturen liegt eine Ideologie verborgen. Es ist diese Mentalität von Dominanz und Unterwerfung, die es ermöglicht, "jemanden" in "etwas" zu verwandeln. Oder ein Leben in eine Produktionseinheit zu verwandeln.

derStandard.at: Warum sollte es Menschen interessieren, über diese Ideologie nachzudenken?

Joy: Karnismus ist auch eine gewalttätige Ideologie, denn Fleisch kann nicht ohne Töten produziert werden. Da die meisten Menschen Gewalt ablehnen, haben wir eine Reihe psychologischer und emotionaler Verteidigungsmechanismen entwickelt. Karnismus lehrt einen, wie man nicht fühlt, indem Tiere in "essbar" und "nicht essbar" eingeteilt werden.

Dadurch wird auch unser Ekelgefühl unterdrückt. Die meisten Fleischesser wählen zwischen sechs oder sieben, wenn man abenteuerlustig ist, vielleicht etwas mehr Arten, die gegessen werden. Dabei findet immer eine Kultur die eigenen Entscheidungen vernünftiger als jene anderer Kulturen. In vielen westlichen Kulturen sind Hunde zum Beispiel eher Haustiere als Mahlzeiten. Andere Kulturen essen Lebewesen, die wir vielleicht als Schädlinge ansehen.

derStandard.at: Bei Diskussionen über Fleischkonsum fühlen sich einige Fleischesser schnell beleidigt. Auch in den Foren geraten Diskussionen schnell unter die Gürtellinie. Wodurch entsteht die aggressive Abwehrhaltung einer Gruppe, die sich eigentlich in der Überzahl befindet und auch gesellschaftlich akzeptiert wird?

Joy: Eine Form, wie Systeme wie Karnismus funktionieren, ist, dass es Verteidigungsmechanismen gibt. Veganismus und Vegetarismus sind eine Bewegung, die zwar gerade erblüht, aber dennoch von einer Minderheit gelebt wird. Leute können abfällige Bemerkungen über Vegetarier und Veganer machen, die völlig inakzeptabel wären, wenn es um das Thema Religion oder Geschlecht gehen würde.

Eine Art und Weise, wie auch historisch gesehen dominante Systeme sich selbst erhalten haben, war, andere Meinungen zu bagatellisieren und deren Vertretern Radikalismus zu unterstellen. "Shoot the messenger" - dann muss man die Schlussfolgerungen ihrer Aussagen nicht ernst nehmen.

derStandard.at: In Ihren Vorträgen weisen Sie darauf hin, dass nicht nur Tiere Opfer der Fleischindustrie sind.

Joy: Die Nutztiere sind nur die offensichtlichsten Opfer. Doch auch die menschlichen Opfer werden außerhalb des öffentlichen Bewusstseins gehalten. Auch die Arbeiter in Schlachtbetrieben sind teilweise Opfer. In den USA sind es zum Beispiel sehr oft Immigranten. Die Arbeit ist sehr riskant und so gefährlich, dass Human Rights Watch im Jahr 2005 in einem Bericht einen einzigen Industriezweig kritisiert hat, dessen Arbeitsbedingungen so entsetzlich sind, dass grundlegende Menschenrechte verletzt werden. Es handelte sich um die Fleischindustrie.

derStandard.at: Auch wenn die Mechanismen vielleicht vielen Menschen klar sind, werden kaum alle aufhören, Fleisch zu essen. Was wollen Sie mit Ihrer Arbeit erreichen?

Joy: Es geht mir nicht nur darum, dass die Menschen über die Bedingungen der Fleischproduktion aufgeklärt werden, sondern auch darum, dass ihnen klar wird, nach welchen Mechanismen sie ihre Entscheidungen treffen. Ohne Bewusstsein darüber können wir unsere Entscheidungen nicht wirklich frei treffen.

Wenn wir es nicht schaffen, die Mechanismen zu erkennen, die allen gewalttätigen Ideologien zugrunde liegen, sind wir dazu verdammt, die Gräuel in anderen Erscheinungsformen immer wieder zu reproduzieren. Wir können Gerechtigkeit überall praktizieren, auch auf unseren Tellern. (Julia Schilly, derStandard.at, 22.3.2012)

Zur Person

Melanie Joy ist Autorin des Buches "Why We Love Dogs, Eat Pigs and Wear Cows". Sie studierte in Harvard und ist derzeit Psychologin, Lebenstrainerin und Professorin für Psychologie und Soziologie an der Universität von Massachusetts in Boston. Joy ist zudem seit mehr als 20 Jahren im Tierschutzbereich aktiv.

Link

carnism.com

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Posting 26 bis 75 von 967
hmmmm

vielleicht so: eine Ignoranz, die nur durch Überfluss möglich ist - nach dem Prinzip: beides notwendig, aber nicht hinreichend...

Ich verstehe auch nicht warum wir manche Tiere nicht essen. Uns entgeht kullinarisch bestimmt einiges.

Erstaunlich, dass man eine so schlichte Tatsache wie "je nach kultureller Prägung essen Menschen manche Tiere und andere nicht" zu einer wissenschaftlichen Arbeit aufblasen kann.

Denke es geht eher um das Warum im psychologischen Sinne. Außerdem finde ich das Thema z.B. spannend.

Wenn alle so gedacht hätten wie Sie, wären wir mit der Wissenschaft noch nicht weit gekommen ...

Ich finde das sehr interessant - gut, dass sie das gemacht hat. Wenn es anderen Leuten nicht passt, muss man es ja nicht lesen und kann das nächste tote Tier verköstigen.

Sie verköstigen tote Tiere ? Das muss aber eine frustrierende Beschäftigung sein :)

ja genau ...

Es ist wirklich immer wieder interessant zu beobachten,

dass Nicht-Veganer/-Vegetarier sich so oft persönlich angegriffen fühlen von Arbeiten, wie der von Joy. Es gelingt ihnen einfach nicht, solche Auffassungen, als gegenteilige zu werten und nichts sonst. Ich persönlich habe meinen Konsum an tierischen Nahrungsmitteln geschätzt um derzeit ca. 90 % gesenkt gegenüber füher. Ich bin recht froh damit einen wirksamen Beitrag für meine Gesundheit zu tun , für meine "innere" Hygiene und für den Umweltschutz zu leisten. Ich empfehle jedem, sich einmal 2 Wochen NUR von tierischen Nahrungsmitteln und anschließend 2 Wochen NUR von pflanzlichen Nahrungsmittel zu ernähren. Die Posts von den meisten Karnisten, Omnivoren, Fleischessern (Eitketten sind mir Wurst) belegen leider nur Joy's Thesen beeindruckend.

warum sollte man das tun? das kann doch niemals gesund sein. die wahrheit liegt in der balance - z.b.: ein schnitzerl MIT reis oder kartoffelsalat.

Wenn Reis oder Kartoffelsalat das Gesündeste ist, was Ihnen zum Thema einfällt, wird klar, wie verzerrt unsere Wahrnehmung bezüglich gesundem Essen ist.

(Weißer) Reis ist von nahezu sämtlichen Nährstoffen "befreites", praktisch reines Kohlenhydrat, der mit dem Getreide selbst nur noch wenig zu tun hat. Außerdem ist er natürlich - wie auch die Kartoffeln - erhitzt worden, um etwaige doch verbliebene Vitamine und Enzyme auch noch zu killen, und stattdessen karzinogene Verbindungen zu erschaffen (siehe Maillard-Effekt). Was aber kein Wunder ist, dass wir es erhitzen (müssen), weil wir Getreide im Rohzustand nur sehr schwer verdauen können.
...das können Sie alles als Blödsinn abtun - in den folgenden Jahren werden Sie es aber immer öfter zu hören bekommen. ;-)

es gab die zeit als viele selber getreide gemahlen haben - hat sich wieder aufgehört, genauso wie der vollkornreis - unsere vorfahren wussten schon warum sie das aussortierten. experten wie willi dungl und j.gradwohl waren stars in meiner studienzeit.
kartoffeln roh - da würd ich dringend abraten. mit schale in scheiben geschnitten ins backrohr - geht beim niedrigen solaningehalt der neuen sorten aber gut. vieles ist erst durch erhitzen und fett aufschliessbar (karotten mit ein paar tropfen weizenkeimöl z.b.). unsere normalkost ist schon sehr ok. für uns menschen. schlacken gibts nur im hochofen, nicht im körper!

"kartoffeln roh - da würd ich dringend abraten."
Ich auch - ein Argument, es gar nicht zu essen... :-)

Wobei, junge Süßkartoffeln sollen roh recht gut schmecken. Aber wie gesagt, Wurzelgemüse sollte sowieso in Maßen genossen werden (und nicht wie bei uns die Kartoffel in MASSEN), da sehr stärkereich.

Das mit den Schlacken und dem Hochofen-"Argument" find ich immer wieder witzig. Demzufolge könnte man auch sagen: Sehnen gibt's nur am Bogen, nicht im Körper!
"Schlacke" ist ein WORT. Natürlich gibt's das nicht im Körper, so wie das Wort "Herz" auch nicht... mit Schlacken sind neutralisierte Säuren gemeint, die mittels hauseigener (basischer) Mineralstoffe zu Salzen neutralisiert und eingelagert werden.

aha, man pökelt sich selber ein und wird dadurch ewig haltbar - super!
glauben sie bitte nicht alles von den esoseiten - machen sie sich erdäpfl mit butter und salz und trinken sie ein glasl milch dazu - das schmeckt und ist gesund!

Erdäpfel mit Butter: Stimmt, schmeckt großartig.

(Milch: Uäh)

Gesund ist es deshalb noch lange nicht.

Ad ewig HALTBAR: Genau das ist das Problem - je länger etwas haltbar gemacht wird, desto weniger Leben ist drin. ;-)

Ad Esotherik: Hasse ich wie die Pest. Ich bin Pragmatiker, und habe beide Seiten bereits ausprobiert.
Kein Vergleich. :-)

...dass bei der Erhitzung wertvolle Inhaltsstoffe verloren gehen, haben Sie sicher schon mal gehört, oder?

Übrigens ist der Geschmack etwas höchst Subjektives und auch Wandelbares. Vor 10 Jahren mochte ich noch nichtmal Äpfel - heute steh ich auf die Dinger. Ich behaupte: Sie haben aufgrund Ihres versalzen und verzuckerten Geschmacks keine Ahnung, wie gut einem frische Erdbeeren schmecken können. Selbst wenn Sie glauben, es zu wissen. ;-)

Ein Kartoffel mit nem Stück Butter ist ducrhaus sehr gesund....viele Vitamine, z.B. Vit. C,etc...nicht alle Vitamine werden durchs Kochen sofort und vollständig zerstört! mehrere Stunden totkochen ist halt nicht so ideal

Koch kann sogar bei vielen Lebensmitteln wie Karotten dazu beitragen, dass Vitamine besser aufgenommen werden.

Das mit der Karotte wird wohl noch 100 Jahre vorgetragen werden... :-)

ODER wir lassen die Karotte weg und essen einfach eine Paprika, oder Rucola, oder Löwenzahn. :-)

"Gesund" gilt als Wert immer nur vergleichsweise. Butter ist z.B. gesünder als Margarine (obwohl die vegan ist).
So wie Bier gesund ist - im Vergleich zu Schaps.

Wenn Sie sich fragen "was ist gesünder als X?", und dies auch recherchieren, werden Sie irgendwann bei veganer Rohkost ankommen.

1000e machen es bereits vor, und es werden immer mehr. Einfach nur die Erfahrungsberichte googeln. :-)

(wobei, zugegeben, da sind schon ein paar esotherische Halbspinner mit dabei, die einen abschrecken können *g*)

nur ist das leben dass sie anderen wegessen für sie lebensfeindlich - denn auch pflanzen schützen sich gegen das gefressenwerden - mit giftstoffen, hormonen usw.
abgesehen dass sie just durch erhitzen bestimmte stoffe/pflanzen erst verdaulich machen. darum hat der mensch es ja auch erfunden das kochen. es geht um beides - den mix aus gekocht und roh, aus pflanzlich und tierisch.
mehr leben - das ideale wär also aus noch zappelnden tieren rausschneiden und direkt von der wiese essen? ich bin der überzeugung dass man durch affenhirn und hohen zelluloseanteil nicht klüger wird.

"Erfunden" haben wir es tatsächlich, um eigentlich für uns ungeeignete Nahrungsmittel geeignet(er) zu machen, richtig. :-)

Wir sind aber auch davor hervorragend klar gekommen. Übrigens ist unser Hirn vor einer Million Jahre "ausgewachsen" gewesen - lange bevor wir zu kochen begannen.

Sie übersehen bei Ihrer grundsätzlich richtigen Auflistung, dass Kochen opioide Peptide entstehen lässt. Wir "kochen" uns also unsere Drogen zurecht. Ein Grund, warum die Kochnahrung auch mit Händen und Füßen verteidigt und "gesund" rationalisiert wird.

Dasselbe kann man bei Nikotin- und Alkohol-Verfechtern beobachten. Wein soll ja schließlich auch das Herzinfarktrisiko senken... :-)

Ok, hätte ich diesen Betrag von Ihnen gelesen, dann hätte ich mir oben nicht mehr die Mühe gemacht Ihnen zu antworten...

ehrlichgesagt glaub ich mittlerweile dass sie ein megatroll sind - denn sowas von weltfern (dumm) trau ich ihnen nicht zu. werde daher die diskussion beenden, weil es schade um die zeit ist. mit ausschliesslich nüssen, obst und rohem gras wären sie heut gar nicht auf der welt.

Interessante Wahrnehmung haben Sie da - derjenige, der mittlerweile weitgehend ohne Argumente operiert, sich dafür immer öfter mit der (ach so praktischen) "Troll-Karte" behilft, sind nämlich Sie... :-)

Ein Troll ist jemand, der provoziert, indem er behauptet, dass Schwarz eigentlich Weiß ist. Treff ICH einen Troll, heble ich ihn innerhalb weniger Postings argumentativ aus.

Sie haben das bislang nicht geschafft.
Was Sie vermutlich erheblich beunruhigt. Deshalb muss wohl auch die "Troll-Lösung" herhalten...

Inhaltlich haben Sie sich zu meinem letzten Beitrag, der jede Menge Angriffsflächen bietet (voller "Behauptungen", die Sie offenbar LOCKER widerlegen können, so wie Sie klingen), jedoch überhaupt nicht geäußert.

Und dabei höre ich immer zu. Habe Ihnen sogar schon mehrmals Recht gegeben.
Ich stelle die Thesen der Rohkost auf den Prüfstand. Widerlegen Sie sie.

Oder aber ruhen Sie sich weiterhin auf Ihrer Troll-Ausrede aus.

Äh, nein

Sie hüpfen von Thema zu thema, verdrehen und agieren ansonsten merkbefreit bis beleidigt, wenn gar kein "Ausweg" mehr da ist.
Argumentativ ausheben ist das nicht.
En Troll? HUNDERTE!

Lieber "Voice" - grade Sie habe ich schon mehrmals gefragt, mir Beispiele Ihrer (stets auf persönlicher Ebene laufenden) Behauptungen zu liefern.

So auch jetzt: Bitte um ein Beispiel, wo ich "beleidigt" reagiert haben soll.

Sollte dieses Beispiel ausbleiben, wissen wir, wer von uns der Troll ist, nicht wahr? ;-)

Dass Sie auf ein Gespräch anderer reagieren, als wären meine Fragen an Sie persönlich gestellt worden, macht die Optik übrigens auch nicht wirklich besser.

Nichts für ungut! Keine Ahnung, wie emotional SIE vor dem Rechner sitzen - mir sind Sie emotional gesehen völlig wurscht.

...genau deshalb interessiert mich ja auch, wo Sie bei mir Beleidigt-Sein rein interpretieren. :-)

Wenn Sie nicht antworten, bin ich übrigens auch nicht beleidigt. Sie dürfen es mir also gerne ersparen.

@gute Laune.. lassen Sie sich von manchen Usern hier bitte nicht Ihre gute Laune verderben ;-)

ich stimme Ihnen vollends zu: pflanzliche Nahrung in ihrer ursprünglichen Form, also nicht gekocht oder sonst irgendwie behandelt, ist mit Sicherheit das Beste… ich versuche täglich den Rohkostanteil in meiner Ernährung so hoch wie möglich zu halten, es gelingt mir aber leider nicht immer...

Ich selbst bin übrigens immer in "Phasen" unterwegs...

Monatelang perfekt auf Rohkost, und dann knicke ich für ein, zwei Wochen ein, wo ich täglich "sündige". :-)

Diese Phasen verschieben sich aber immer mehr in Richtung Rohkost. So wie es einige schon (sehr ehrlich) festgestellt haben: Es ist normal, zu pendeln - eben weil diese Umstellung eine der schwierigsten überhaupt ist.

Aber ich denke, der zu erwartende Gewinn rechtfertigt eine gewisse Hartnäckigkeit, es immer und immer wieder zu versuchen. ;-)

Wie auch immer: Viel Erfolg!

Nach welchen "Vorlagen" gehen Sie denn? Mehr in Richtung "Rohkost-Cuisine" (mit Trockengerät und Mixer, viel mit Nüssen), oder mehr in Richtung Urkost, mit Wildkräuter- und "Unkraut"-Anteil? :-)

:-) da ich in der Küche talentfrei agiere, bevorzuge ich stets einfache Speisen, wie diverse Rohkostsalate, Nüsse, frische Kräuter, Trockenobst u. natürlich frisches Obst, alles bio u. regional, wenn möglich. Ich verwende einen Mixer u. Hobel, ein Trockengerät besitze ich nicht. Ich lebe vegan (primär aus ethischen Gründen) u. koche u. esse sehr einfach (selten Tofu, Seitan oder irgendwelche vegane Fertigprodukte), hauptsächlich Kartoffeln, Linsen u. Naturreis und dazu so viel wie möglich Rohköstliches! Damit bin ich zufrieden, wobei ich natürlich öfter auf den Kochtopf verzichten könnte. Mir ist wichtig, dass meine Nahrung frei von tierischen Produkten u. so gesund wie möglich ist, gut schmeckt u. ich dabei nicht allzu viel „herumhantieren

Rest: muss ;-)

Mmm. Linsen.
Eine meiner ganz großen Schwächen. :-)

Danke für den Zuspruch... :-)

Keine Sorge - da ich aus der psychologischen Ecke komme, können mich emotionale Befindlichkeiten nicht wirklich aus der Reserve locken. Ich kenne den Mechanismus, demzufolge Menschen ihre Gewohnheiten beibehalten möchten (Sicherheit geht vor!), und ich kenne die Suchtkoeffizienten unserer Kochnahrung, der es noch sehr viel schwieriger macht, Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Immerhin sind die meisten von uns - ich inklusive - von Kleinkindbeinen an auf gekochte Nahrung hin "konditioniert" worden...

Ich bin vor allem in Foren unterwegs, weil ich Menschen besser verstehen will. Mit all ihren Eigenheiten. Bin ja auch nicht soooo sehr anders. ;-)

Ich empfehle jedem, sich einmal 2 Wochen NUR....

und dann wundern sie sich, dasz man sich persoenlich angegriffen fuehlt ?

"Leute können abfällige Bemerkungen über Vegetarier und Veganer machen, die völlig inakzeptabel wären, wenn es um das Thema Religion oder Geschlecht gehen würde."

Das ist doch Blödsinn. Bei Bedarf tätige ich ähnliche Komentare wie über Veganer und Vegetarier auch zum Thema Religion oder Geschlecht (den auch dort wehre ich mich gegen radikale und extremistische Ansichten - mit normalen Vegs habe ich auch kein Prob.). Sonst bringt mir das Interview keine Erkenntnisse die ich nicht schon wüsste - und es ist mir durchaus bewusst, dass das mein nicht Essen von Hunden eine emotionale Entscheidung ist. Das ist aber auch die einzige Tierart die ich nicht essen würde.

Wer an fundierten Gegenpositionen interessiert ist:
"www.antiveganforum.com"

Hallo Jamie,
ich habe schön langsam das Gefühl, Sie haben Angst vor vegan lebenden Menschen? … aber keine Sorge, wir „fressen“ Sie nicht, da wir ja Fleisch ablehnen ;-)

na, den könnt ich schon fressen ;-)

Oh je, der arme Jamie…

… jetzt leidet er sicherlich an Albträumen, in denen er von einer veganen Sekte verfolgt wird, die auf Grund ihrer Mangelerscheinungen nicht mehr zurechnungsfähig ist ;-)

"www.antiveganforum.com"

Diese Seite liest sich irgendwie wie eine fpö-Seite ... "fundiert" ist hier echt purer Sarkasmus ;-)))

*g* über die Seite bin ich heute auch gestolpert...

Fundiert?

Wer sich ein wenig mit manipulativen Sprachmustern auskennt: Dort findet sich ein Meisterstück nach dem anderen.
Ich habe mir einige Sätze raus kopieren müssen, fürs nächste "Schwarzbuch Rethorik"-Seminar.

Fundiert... danke für den Lacher. ;-)

Wie deine Art

von Diskurs ausschaut kann man ja hier und im Gesundheitsforum gut sehen.

Und: wer ist Ihrer Meinung nach "man"?

Die, die Ihre Anfeindung gelesen haben, sehen das offenbar eher anders. Zumindest differenziert.

...das Du-Wort muss ich übrigens ablehnen. Aber danke fürs Angebot. ;-)

Ein Beispiel, bitte.
Danke. ;-)

Sie können sich ja vegan o. vegetarisch ernähren, KEIN Problem - nur bitte üben Sie es als persönliche Lebensform aus und nicht als religiösen Wahn, von dem Sie auch andere bekehren wollen bzw. müssen...

Religiöser Wahn setzt Überzeugung voraus.
Bei mir (in Sachen Ernährung) nicht vorhanden. Ich gebe Argumente von Rohköstlern wider, gestützt von meiner eigenen Erfahrung (auch so ein Kontrapunkt, welche Gottgläubige kann sich schon auf handfeste Empirik berufen?)

...das Problem ist eher, dass Normalköstler aufgrund der - auch stark emotionalen - Abhängigkeit zur Kochkost dementsprechend emotional reagieren.
Diesen Teil sollten Sie nicht übersehen, wenn Sie die oft hitzigen Diskussionen bewerten.

Wer mich überzeugen kann, dass Fleisch und Co. in der Nahrung gesünder sind (als keins) und glücklich machen, hat mich sofort auf seiner Seite. Die Argumente der Gegenseite sind allerdings überzeugender. Vor allem: Ich kenne beide Seiten.
Sie auch?

Ich kenne die Argumente von Rohköstlern vom regelmäßigen Mitlesen auf besagtem Forum. Die Argumente von Rohköstlern, die ich kenne, sind ideologisch verblendet und durchaus mit religiösem Wahn gleichzusetzen.

Ich nehme an sie sind roh-vegan? So oder so - ich kenne keine seriösen, wissenschaftlich fundierte Argumente für Rohkost - aber wenn sie sich so ernähren wollen halte ich sie nicht davon ab. Anderen diese Ernährung aufzuzwingen zu wollen, kann ich aber nicht akzeptieren.

Ich muss nicht vom 5. Stock runterspringen um zu erkennen, dass der Mensch nicht fliegen kann. Mir brauchens über so verrücktes Essverhalten nichts erzählen - hatte wie schon gesagt in den 80ern einen ersten Höhenflug. Damals waren Darmspülungen (á la indischer Lehren) en vogue.Schlacken - haha, ich habe mich immer abgehaut, aber ich habe auch ein bissl Ahnung von Chemie und Ernährungslehre. Der Körper ist kein Heizkörper, der verschlackt.

Ich nehme ihnen diese Form ja auch nicht weg, ernst nehme ich sie allerdings auch nicht, dazu habe ich zu viele dieser Spinnereien erlebt.

Kürzlich habe ich gehört (bei den Sience-Busters?) dass das "Entschlacken" nur bei Hochöfen funktioniert und sich menschliche Körper dadurch nicht "stählen" lassen ;-)))

Fundiert - ja

Das Niveau ist sehr fundiert und auf jeden Fall fundierter als die üblichen Lügen vegetarischer/veganer Organisationen über Ökologischen Einfluss der Fleischproduktion, Wasserverbrauch (wissen sie nicht, dass für ein Kilo Rindfleisch 12 000 000 Liter Wasser unwiderruflich verloren gehen), CO2, die Nichterwähnung von wenig fruchtbarem Land das für den Anbau von Nutzpfanzen gar nicht geeignet wäre, die Unterernährung in der dritten Welt usw.

Sprich - neben vielen sarkastischen Beiträgen enthält dieses Forum auch sehr fundierte Beiträge.

Fundierte Beiträge gibt es dort und die weiß ich persönlich auch zu schätzen. Die gehen aber leider in gefühlten 99% sarkastischen Troll- und Witzel-Beiträgen unter, was es für mich völlig sinnlos macht, dort überhaupt mitzulesen.
Eigentlich schade, da es einem konstruktiven Gedankenaustausch leider nicht hilft.

Ich brauche kein Fleisch

ich esse auch gerne Wurst...

Nochmal zum Thema "Wie Biologen die Sache sehen":

"Das Beurteilen von Formen, organischen Funktionen, Gewohnheiten und Ernährungsarten zeigen klar, dass die normale Nahrung des Menschen aus Früchten besteht, wie es bei Anthropoiden und Menschenaffen der Fall ist, und dass unsere Eckzähne weniger stark entwickelt sind als ihre. Wir sind nicht dazu bestimmt, uns mit wilden Bestien und fleischfressenden Tieren zu messen."

- Charles Darwin.

Weitere Biologen-"Meinungen":
http://www.vegetarismus.ch/pdf/b08.pdf

Hochinteressant: Der Anatomievergleich auf der letzten Seite.

Als jemand der Darwin hoch einschätzt und auch mit veganer Lebensweise (bei anderen!) gut klar kommt, sage ich Ihnen aber, dass sich frühe Menschen sicher nicht ausschließlich von Früchten ernährt haben- das wurde eher alles genommen, was zu kriegen war: z.B. auch Insekten und Maden, manche Wurzeln, Samen bis hin auch zu anderem Fleisch. Auch unser Darm ist nicht auf pflanzliche Kost spezialisiert.

Ist aber völlig wurscht, weil heute sich das jeder in unserer westlichen Welt aussuchen kann, was er essen will.

Posting 26 bis 75 von 967

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