Ein Sozialdemokrat

Einserkastl | Hans Rauscher
12. März 2012, 19:29

Was ist mit den internationalen Spekulanten und den "G'stopften"?

Das hat soeben ein Sozialdemokrat gesagt: "Der Großteil der heutigen Schulden ist leider jahrelanger Klientelpolitik zuzuschreiben (...). Damit ihr mich richtig versteht: Es war richtig, das Sozialsystem auf zubauen, aber wir haben dabei auch mit Wahlzuckerln unglaublich hohe Schulden produziert, alle Parteien. Diese verantwortungslose Politik darf es nicht mehr geben."

Hey, was ist mit den internationalen Spekulanten und den "G'stopften"? Geduld, kommt noch, wenn auch nicht ganz genauso, wie es die Freunde von Attac und der Arbeiterkammer und dem ÖAAB gern hätten: "Schuld an der Misere ist die Politik in den USA und Europa, die die Finanzmärkte nicht reguliert hat."

So sprach Franz Voves, SP-Landeshauptmann der Steiermark. Früher war er für "Reichensteuern", wird er auch jetzt noch sein, aber er hat vielleicht ein bisschen was gelesen und sich die Strukturen der Landes- und Staatsausgaben etwas genauer angeschaut und wagt es nun - beim Parteitag -, die Wahrheit auszusprechen: Natürlich haben wir eine Finanzkrise der Spekulation, aber wir haben auch eine Schuldenkrise der Staatsausgaben.

Außerdem sagte Franz Voves noch, die Zukunft sei Europa, und mit einer extrem rechten, europafeindlichen Partei wie der FPÖ sei einfach nichts zu machen. Und eine mutige rot-schwarze Reformpolitik sei möglich. Ein Sozialdemokrat ohne Realitätsverweigerung. (DER STANDARD, 13.3.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 116
1 2 3

Ah, der RAU hat sich ein neues Thema gefunden. Upps, nein, das Thema "Reichensteuer" hat ja Omnipräsenz in der Welt des RAU. Der Umstand, dass der Standard im politischen Spektrum angeblich dort zu verorten ist, wo "soziale Gerechtigkeit" noch nicht zum ur uncoolen Schlagwort verkommen ist, gereicht in Verbund mit der Ideologie eines RAU einmal mehr zu Verwunderung und leichte Übelkeit verursachender kognitiver Dissonanz. Hinzu kommt das Unvermögen des RAU, vom weder neuen noch originellen noch argumentativ irgendwie substantiellen Trick des Diskreditierens einer Idee mittels jargon- und millieubezogener Assoziation zu lassen. Die G'stopfn! Insinuiert werden soll natürlich: Na eine so eine Proletenidee! Hui! Stammtischgerülpse! Cheesy, RAU.

Lieber -rau-, drei Gegenargumente

1. "Von 1970 bis 2007 ist die Sozialquote von 21% des BIP auf gut 28% gestiegen. Gleichzeitig erhöhte sich die Abgabenquote von 34 auf 42 Prozent des BIP."
Das hat Ihnen Bruno Rossmann hier geschrieben: http://tinyurl.com/7su9qgu

Der Ausbau des Sozialstaats war durch Einnahmen gedeckt. Der Sozialstaat ist _nicht_ Grund der Staatsverschuldung.

2. Österreich hatte jahrzehntelang keine Probleme, seine Schulden zu refinanzieren. Die "Schuldenkrise", von der Sie schreiben, gibt es erst, seit die deregulierten Finanzmärkte sich in die Luft gesprengt haben.

3. Verbesserungen bei den öffentl Aufgaben sind immer möglich. So wie Verwaltungsreform & Co heute diskutiert werden, geht's aber nicht um Verbesserungen, sondern um Kürzen und Kaputtmachen.

Woher kommen die hohen Staatsschulden?

Richtig, durch die Rettung der Banken!

nein, durch klientenpolitik. beweis siehe

http://derstandard.at/124654166... Rekordwert

ich kann mich nicht erinnern, dass banken schon 1994 (überschreiten der maastrichtgrenze) gerettet werden mussten.

Du übersiehst, dass die Staatsschulden

ab Mitte der 90er Jahre kontinuierlich gesunken sind. Erst seit der Bankenrettung und der von den Finanzmärkten verursachten Wirtschaftskrise gehen die Schulden wieder nach oben.

Die 60% des BIP sind im übrigen sowieso kein "Beweis" für irgendwas - sie sind ein willkürlich festgelegter Wert.

Gerettet wurden auch ......

....die Sparkonten.

Alles egal, das System wackelt ohnehin!

Der Bürger wird kalt enteignet: http://bit.ly/yqH3F8

Und wann folgt die Auslieferung des SPÖ-Abgeordneten Kurt Gartlehner,
der ja ebenfalls massig Geld vom Telekom-Lobbyisten Peter Hochegger erhalten hat???!!!!111

sie haben recht da war auch 1 sp-abgeortneter unter den 20 fpö/bzö-politikern und 10 vp-politikern, welche in die telekomaffäre verwickelt sind

einen rau ohne realitätsverweigerung wird's wohl nie spielen.

wurscht

zumindest belebt er regelmäßig den kreislauf.

Es ist trotzdem

ärgerlich wenn auf Seite 1 der selbsternannten Qualitätszeitung jeden Tag ein Schmarren auf Hauptschulniveau veröffentlicht wird, ich frage mich immer warum Rau die FPÖ derart zuwieder ist wenn sie doch geistig ziemlich auf einer Ebene befinden...

"zuwider" muss es heißen, ihre Syntax im letzten

... Satz ist atemberaubend mies. Überhaupt gestatte ich mir die Empfehlung einen Kurs "Sinnerfassendes lesen" zu absolvieren. Was die FPÖ betrifft: das ist nun mal ein Sammelbecken für stumpfsinnige Protestwähler, Braunblütler - akdemisch, als auch nichtakademisch - und daher von RAU mit Fug und Recht mit Acht und Bann bestraft!

- rau -
710
13.3.2012, 15:21
Sogar in der Hauptschulde schreibt man

"zuwieder" als "zuwider"

das ist ja heiter...

ein bissl gar viel auf "schulde(n)" fixiert? :)

Sitzen´s heut´grad

selber in der Zensi Herr RAU? Frag ja nur....

Meingott rau

anders derwehren sie sich nicht mehr, wenn jemand einfach Recht hat mit dem was er sagt, so wie der Bioberni31??

Ihre Zeit ist um. Sie haben die Deutungshoheit über die Ereignisse verloren. ich weiss, das tut einem Journalisten wie ihnen sehr weh. Nehmen sie sich ein Beispiel an Hugo Portisch. Der hat s erkannt und sich in die Pense begeben, bevor es zu peinlich wurde.

Naja, in der Schulde ist man vielleicht nicht so genau ;-)

hast deine berufung wohl verfehlt - als lektor wärst du gut geeignet - der braucht nämlich auch keine inhalte zu produzieren....

die FPOe

hat recht ?

Preisfrage

"Schuld an der Misere ist die Politik in den USA und Europa, die die Finanzmärkte nicht reguliert hat."

WARUM wurden die Finanzmärkte nicht reguliert?
A) Korruption / organisierte Kriminalität
B) Dummheit / Faulheit
C) Unmöglich, weil ... (Antwort erbeten)
D) Sonstiges (Antwort erbeten)

Die Antwort eines Insiders:

Finanzmaerkte sind sehr sehr stark reguliert, jedoch sind alle Regulierungen auf historische/vergangene Ereignisse bezogen. Die neuen Regulierungen werden eine neue Kreditkrise verhindern, jedoch nicht die naechste - unvorhersehbare - Krise nicht abwenden koennen.

Wer wirklich glaubt, dass die Finanzmaerkte nicht reguliert sind, hat wenig Ahnung. Die Kreditkrise der USA hatte den sozialen Gedanken als Ausloeser, jederman sollte sich ein Eigenheim leisten koennen. Das war der eigentliche Zweck von Freddy Mac und Fannie Mae. Die Euro-Krise wurde von der sozialen Utopie geschaffen, auch armen Laender wie Griechenland Zugang zum Euro zu verschaffen.

In beiden Faellen war es KEINE Frage der Bankenregulierung

Wir reden hier von Politikern, also wird es wohl eine Kombination aus a) und b) sein mit starker Gewichtung des letzteren.

@TAO, zu Punkt C:

Als Sandra Maischberger in ihrer ARD-Sendung verzweifelt fragte, warum denn niemand etwas gegen den Finanzwahnsinn unternimmt, antwortete ihr Altbundeskanzler Helmut Schmidt hanseatisch kühl:
"Weil das in NYC und London privat organisierte kapital dies nicht will!".
Alles klar?

Danke

Naive Frage: Gibt es keine Gegenkräfte?

Naive Antwort:

Doch, aber zuwenige.

Posting 1 bis 25 von 116
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.