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Augen zu und durch: Nuhiu (li.) gegen Ortlechner.

Ein semi-feuriges Jubiläum.
Wien - Der große Gewinner des 300. Wiener Derbys war der ORF, er musste es nämlich nicht übertragen. Was Rapid und die Austria am Samstagabend im Ernst-Happel-Stadion boten, war fad bis grausam. Den Grünen gelang fast nichts, die Violetten konnten noch ein Schauferl nachlegen, bei ihnen klappte nämlich gar nichts. Und so war Rapids Trainer Peter Schöttel mit "dem Punkt und der Leistung nicht zufrieden". Ivica Vastic, der Kollege von der Austria, verblüffte, als er sagte: "Ich bin zufrieden. Die Leistung war gut." Walter Meischberger könnte fragen: "Wo war mei Leistung?"
Die Angst zu verlieren war offensichtlich weit größer als der Mut zu gewinnen. Die Austria lehnte ihr Mitwirken am Spiel strikt ab. Kapitän Manuel Ortlechner stellte danach trocken fest: "Das war fußballerisch kein Leckerbissen, die Passsicherheit hat gefehlt." Roman Kienast: " Rapid hat uns keine Luft gelassen. Aber in der Defensive waren wir eh gut." Die Selbstkritik war bei Rapid ausgeprägter als bei der Austria, Schöttel beschrieb den Schrecken so: "Die Austria hat sich wenig beteiligt, und uns ist wenig eingefallen." Zwei Ideen in Form von zwei Kopfbällen hatte Christopher Trimmel, den einen wehrte Goalie Heinz Lindner bravourös ab, der andere streifte die Latte.
Außenverteidiger Markus Katzer gab der Zahl 300 keine Schuld, das Jubiläum dürfe nicht als Ausrede herhalten. "Das war mir so egal, wie ob es am Sonntag bei der Mama Schnitzel oder Faschiertes gibt." Das Match sei, so Katzer, "teilweise katastrophal gewesen". Anders ausgedrückt: Die Mama würde es nie wagen, so etwas aufzutischen. An keinem Wochentag.
Der Sekt bleibt warm
Rapid ist trotzdem Tabellenführer. Kapitän Steffen Hofmann nervt es, " sich dafür entschuldigen zu müssen". Die Rapidler sind seit elf Partien ungeschlagen, vier der vergangenen fünf endeten allerdings torlos. Schöttel: "Die Defensive ist stabil, wir sind schwer zu besiegen, gegen uns spielt keiner gerne. Im kreativen Bereich haben wir ein Problem. Die Chancen, die wir haben, bleiben ungenützt." Mit mangelnder Qualität habe das maximal am Rande zu tun. "Es stimmt sicher, dass unsere Stürmer und Mittelfeldspieler zu ungefährlich sind." Innenverteidiger Mario Sonnleitner sagte: "Hätten wir hin und wieder getroffen, könnten wir den Sekt schon einkühlen. Aber so bleibt die Meisterschaft spannend." Noch einmal Trainer Schöttel: "Ich will mich nicht rechtfertigen. Wir müssen halt noch näher zusammenrücken."
Die Rapid-Fans, gemeint sind die Ultras, bleiben mühsam, kindisch. Sie hatten zum Stimmungsboykott aufgerufen, weil der Klub nach Hütteldorf und nicht in den Prater gehöre. Es war gespenstisch still im Happel-Stadion, vielleicht sind die 29.400 Zuschauer aber auch nur eingeschlafen. Die Übersiedlung war bekanntlich eine der Folgen des Platzsturms im Hanappi. Rapid-Präsident Rudolf Edlinger: "Die Fankultur ist etwas Spezielles, daran muss man sich erst gewöhnen." Meischberger hat leider nie gefragt: "Muss man sich daran gewöhnen?"
Die Liga leidet generell an einem Qualitätsverlust, deshalb ist sie total offen. Die besten Spieler werden ins Ausland verkauft, man darf von der Austria auch nicht verlangen, die Abgänge von Zlatko Junuzovic und Nacer Barazite sofort zu kompensieren. Rapid verlor bereits im Sommer die Internationalen Veli Kavlak und Yasin Pehlivan. Die steigende Zahl an Legionären spricht andererseits für die gute Nachwuchsarbeit der Vereine. Sie freut Teamchef Marcel Koller, der am 29. Februar in Klagenfurt im Test gegen Finnland eine Söldnertruppe aufbieten wird. Das Derby hat sich Koller trotzdem angeschaut. Einen Kommentar lehnte er ab.
Felix Gasselich, die Ikone der Austria, sagte: "Das war nicht einmal Not gegen Elend." Trotzdem giert er nach dem 301. Stück: "Es wird besser." Der ORF zeigt es live. (DER STANDARD, Printausgabe, 20. Februar 2012)
Das Remis im 305. Wiener Derby ist für die Austria ein doppelter Schaden. Der Vorsprung auf Verfolger und Meister Salzburg beträgt nur noch sechs Punkte, außerdem wurde Historisches verpasst
Stimmen zum 2:2 im Wiener Derby am Sonntag
2:2 beim Aufeinandertreffen der Stadtrivalen Austria und Rapid
Die Austria gewinnt zum Jahresauftakt das Derby gegen Rapid mit 2:1. Hosiner erzielt Doppelpack, Rapids Boskovic schmeißt früh die Nerven weg
Gorgon beim 2:0 mit zwei Toren Matchwinner gegen indisponierte Rapid, Gelb-Rot für Prager - Vermummte Rapid-Randalier zettelten vor dem Stadion Ausschreitungen an
Bei Rapid will man das Derby so schnell wie möglich hinter sich lassen. Unterdessen ist Matchwinner Roman Kienast endgültig am Verteilerkreis angekommen
Die Wiener Austria hat das 302. Derby sehr souverän gewonnen. Noch dazu im Hanappi-Stadion. Der Ex-Rapidler Roman Kienast hat dabei zwei Tore erzielt
Die Austria und Rapid trennten sich torlos, beide wahrten zumindest ihre Titelchancen. Das 301. war unwesentlich besser als das 300. Derby
Die Jubiläumsausgabe des Duells zwischen Rapid und Austria endet vor beinahe 30.000 Zuschauern mit einer enttäuschenden und unansehnlichen Nullnummer
Das Derby verzichtete auf einen Sieger. Für die Austria traf Jun, für Rapid scorte Burgstaller. Das Spiel war nicht außergewöhnlich, aber doch intensiv und spannend
Die Austria dominierte das friedliche Derby nach dem traurigen Derby klar. Im Happel-Stadion wurde Gastgeber Rapid durch Tore von Barazite, Junuzovic und Linz ins sportliche Elend gestürzt
Das Derby wurde nach 26 Minuten abgebrochen. Zum Teil vermummte Rapid-Hooligans stürmten das Spielfeld des Hanappi-Stadions
Das 300. Derby zwischen Rapid und der Austria steht an. Das Jubiläum zwang die Legenden Karl Brauneder und Felix Gasselich an den Stammtisch. Christian Hackl und David Krutzler lauschten.
Helmut Weigl spielte Anfang der siebziger Jahre im Mittelfeld der Wiener Austria, im Großen Wiener Derby traf er besonders gerne - eine Zeitreise in Violett
als rapidler muss ich mir über die taktik der austria nicht den kopf zerbrechen.
daher frage ich mich mal lieber, was schöttel mit seinem konzept bezwecken will. nach 36 runden mit 54 punkten der seltsamste meister aller zeiten werden?
ich schätze die art des p.s. sehr. aber ich frage mich immer mehr, wie sein offensiv-plan aussieht. er sagt immer, er braucht, schnelle, dynamische kicker... aber wofür denn? damit wir hinten den ball 5 mal quer spielen und vorne alle rumstehen und schauen, was passiert.
was passiert ist dann meist ein weiter langer ball von sonnleitner oder pichler ins nirgendwo.
das soll ein konzept sein? ich kann nicht erkennen, dass rapid versucht sich schnell nach vorne zu kombinieren o.ä.
man sieht nur angst.
Unabhängig vom Derby, aber man könnte mal andenken bei einem 0:0 für beide Mannschaften null Punkte zu vergeben. Was meint ihr dazu?
Verstehe schon, ein Teil des Spiels ist halt die Verhinderung von Toren. Aber der Sinn von dem Ganzen geht dann doch verloren.
rapid hat sicher nicht gut gespielt, trotzdem hätten sie das spiel locker mit 2:0 gewinnen müssen. burgstaller und trimmel hätten treffen müssen.
daß aber vastic meint, die austria hat gut gespielt, ist reine chuzpe! nur aufs zerstören aus und ohne interesse selbst mal kreativ zu werden, hat sich die austria selbst ein armutszeugnis ausgestellt.
a: von dem begriff mini barca hat Euer Chaostheoretiker oft geschrieben, ich hab den Begriff nie gebraucht.
b: hast Du meine Entschuldigung gelesen?
c: mein Team war nicht das Heimteam, allerdings hasst Du mit der Leistungsbeschreibung recht. Allerdings war ich ja nicht vor Ort.
d: ein wenig harmloses Stänkern is doch ned schlimm, oder?
nein, hab ich nicht (weil wenn ich alles lesen würd, bliebe mir keine zeit für irgendwas sonst). akzeptier ich hiermit gern. bissl stänkern und spotten - gern akzeptiert. gibt 2-3 fakler mit denen das geht.
mir hat das derby auch nicht gefallen + ich war live dort. ad heimteam: gilt im happel nicht, mmn. und - ich hab seit ganz vielen jahren keine so destruktive (und zwar nur destruktive) austria gesehen. soll eh sein, so werden´s 5. oder 6. verstand nur einige postings null, die meinten dass rapid sowieso nur schlecht spiele und zu unrecht 1. sei. das gilt einfach nicht - wir hatten auch sehr gute spiele. hätten gut + gern auch 8-10 punkte mehr haben können. in diesem sinne. wir werden in 3 wochen schlauer sein...
Sollte es tatsächlich einen Heimvorteil bei einem Lokalderby geben, kann man davon ausgehen, das Rapid diesen im Happelstadion sicher nicht hat. Wäre ungefähr so, als würde die Austria ihr nächstes Heimderby auf der Hohen Warte austragen, und man würde behaupten, sie hätte Heimvorteil.
ich schrieb nicht von Heimvorteil und irgendwer muss die Verantwortung für die Eskalation des 297. Derbys tragen. Frag nach bei Eurem Präsidium. Heimteam heisst nicht Heimvorteil! Kann mich nicht erinnern, dass das Violette Vollpfosten waren, die da eingeladen wurden, einen Platzsturm zu veranstalten. Beim besten Willen nicht.
Wir ham mit dem rechten Gesindel genug zu tun, Ihr offenbar mit dem Unverständnis für Konsequenzen dieses Spiels. Welche Alternative hattte Edlinger, nachdem die Strasse, respektive die Vollpfosten das Heft in die Hand nahm?
1. kurzfristig bekommt man keine Gegentore
2. mittelfristig erreicht man damit gerade noch das Saisonziel EC-Startplatz
3. langfristig eine Offensive aufbauen
Punkt 1 wird voll erfüllt, es widerspricht aber der bisherigen Austria-Philosophie kurzfristig zu denken.
Punkt 2 wird auch erfüllt, so wie es derzeit aussieht - aber was dann? Mit dieser Spielweise wird man schon in der Quali untergehen, da diese Defensive nur für Österr. Verhältnisse kompakt ist. International hat man mit reinem Zerstören und ohne jeglichem Pressing oder modernem Stellungsspiel keine Chance!
Punkt 3 ist nicht möglich, wenn man mit zeitweise 6 Verteidigern und 2 Sechsern spielt.
Ist das der Anspruch der Austria? Ist das ein langfristiger Plan?
1. war dringend notwendig, ohnehin wenn man sich die bisher kassierten gegentore zu gemuete fuehrt; aber v.a. weil man nach den abgaengen von junu+bara weniger scoren wird (fakt.)
2. wichtig fuer sponsorvertraege (und fuer vastic's vertragsverlaengerung)
3. siehe 1; wieder-aufbau hat man in ansaetzen gegen ried gesehen; ein derby (gegen den tabellenfuehrer!) ist wohl kaum das geeignete pflaster fuer experimente: es wird dauern bis wieder schoen gekickt wird - in the meantime, augen zu und durch
was ich echt nicht versteh, dass du nach 2 spielen (und 4 punkten! das war die ausbeute er letzten 6 spiele vor der winterpause, glaub ich) schon den stab ueber vastic brechen willst (genau wie der sog. ' qualitaetsjournalist' - wtf
du hast mich falsch verstanden. ich will nicht jetzt schon "den stab ueber vastic brechen", sondern ich Frage mich, wohin das führen soll, wenn das einzige, das einem aus der Not heraus einfällt, eine Mattersburgsche Abwehrschlacht ist !? ist ja nicht so, dass Vastic erst seit 2 Wochen Austria-Trainer ist: er hat die gesamte Vorbereitung mit der Mannschaft gemacht, deshalb lässt sich nach den zwei Spielen schon ein gewisser Trend herauslesen.
Ja, das Match war nicht schön anzusehen. Aber immhin müssen wir die zwei wichtigsten Offensivspieler ersetzen, und auch sonst hat sich in der Mannschaft einiges getan.
Erwartet ihr euch wirklich dass Vastic mit Abstimmungsproblemen, und einer zur Zeit noch qualitativ schlechteren Mannschaft, auswärts gegen Rapid offensive spielen lässt?
Das ganze Werkl muss sich doch erst einspielen, danach wird man von den Veilchen sicher auch wieder schönere Spiele sehen.
Die Austria gibt die zwei wertvollsten Offensivspieler ab (Junozovic - der sich in Bremen ja ganz gut macht und Barazite).
Vastic erklärt bei Amtsantritt (völlig zurecht - 30 erhaltene Tore in 21 Runden prechen ja eine deutliche Sprache), dass sich die Austria massiv in der Abwehr verbessern muß.
Man holt als Ersatz für Barazite und Junozovic einen technisch eher limitierten Mann wie Kienast, der eher den Typ Brecher entspricht.
Daher kann man der Austria eigentlich nur gratulieren - kein Gegentreffer in den ersten beiden meisterschaftsrunden und 4 Punkte, zweiter in der Tabelle.
Auch wenn der Kick selbst grausam war - aber effektiv. Voriges jahr sind wir oft genug in Schönheit gestorben.
Effektiv waren wir gegen Ried, aber sicher nicht im Derby. mit nur einer Spur Risiko wäre gegen Rapid locker ein Sieg drinnen gewesen (das gleiche gilt umgekehrt). und das sage ich wirklich selten, aber mir ist es tatsächlich lieber in Schönheit zu sterben, als mir SO EINE Spielweise anschauen zu müssen. nur zur Erinnerung: auch wenn man zwei ganz wichtige Spieler verloren hat, die Austria ist weiterhin nicht Kapfenberg...
Aus Sichtweise von Vastic jedoch, der bekanntlich bei der Austria sein erstes Bundesligatraineramt inne hat, auch verständlich, dass er sich bemüht nicht zu verlieren.
Vastic war weder als Spieler noch als Trainer ein sondericher Defensivapostelt, ich nehme mal an, er will die ersten Spiele - oder vielleicht auch das ganze Früherjahr - mehr oder weniger unfallfrei überstehen, um sich dann voll auf die nächste Saison konzentrieren zu können.
Daher vielleicht die Fokussierung auf die Defensive, die ja unser Schwachpunkt war (und wahrscheinlich auch ist).
Allerdings sollten die Vereinsverantwortlichen zügigst einen wirklich schlagkräftigen (schnell & technisch stark) Offensivmann auftreiben.
wenn der Fokus eh schon auf nächster Saison liegen sollte, wieso baut man dann nicht schon was für nächste Saison auf? Diese Spielweise ist meiner Ansicht nach ausschließlich auf kurzfristige Schadensbegrenzung angelegt. das kann weder die Philosophie einer Austria sein, noch läßt sich darauf nächste Saison aufbauen...
dann läuft sein Vertrag aus und er kann gar nicht für nächstes Jahr planen und aufbauen.
Vielleicht empfindet er es aber auch nur so.
Jetzt müssen die Punkte gemacht werden, die wir in den letzten Jahren sträflich liegen gelassen haben, dann kommt manches vielleicht auch von ganz allein.
Leider haben wir Spieler, die ihr Potential nicht abrufen können (etwa Lindl, der mich immer mehr an Andi Lasnik erinnert - ein typischer öst. "Hättiwari"), Spieler, die divenhaft agieren und glauben, sie sind der Mittelpunkt der Welt (Linz) und Spieler, deren technische Möglichkeiten nicht mit ihren fußballerischen Phantasien mithalten können (Tadic, Dilaver).
Aber - das ist meine Austria, und man muss das Beste drauß machen.
Forza Viola
"Jetzt müssen die Punkte gemacht werden, die wir in den letzten Jahren sträflich liegen gelassen haben, dann kommt manches vielleicht auch von ganz allein."
das ist keine Philosophie, sondern typisch Österreichisches "wird scho werdn..."
und wie ich schon oben geschrieben habe, was bringt ein EC-Platz, wenn man kein international konkurrenzfähiges System hat?
Tatsache ist, dass die jetzt erreichten Punkte Vastic die Zeit und Ruhe geben, seine Pläne in die Realität umzusetzen.
Auch in Österreich zählt der Erfolg und nur in eine erfolgreiche Mannschaft kann ich potentielle Verstärkungen holen - sonst habe ich dasselbe Problem wie jetzt die Salzburger, oder wie es wir schon in den Stronachzeiten hatten.
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