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Griechenland steht vor dem Bankrott. Die griechische Regierung hat in einer dramatischen Nachtsitzung ein neues Kürzungsprogramm beschlossen. Die entscheidende Sitzung der EU, in der über das Hilfspaket von umzig Fantastilliarden entschieden wird, steht kurz bevor. Der deutsche Finanzminister...der griechische Präsident...Gähn.
Im Zusammenhang mit Griechenland ist so etwas wie Katastrophenmüdigkeit entstanden. Man sollte dennoch wieder genauer hinschauen. Bei den schwersten Ausschreitungen seit Beginn der Krise wurden von ein paar hundert Anarchisten 40 Gebäude abgefackelt. Bei einem entschlossen und technisch perfekt ausgeführten Einbruch in einem Waffengeschäft wurde unte anderem eine Maschinenpistole erbeutet. Griechenland hatte in den 70er- und 80er-Jahren einen ernst zu nehmenden Linksterrorismus ("Gruppe 17.November"), der etliche Morde verübte.
Griechenland ist ein dysfunktionaler Staat. Das reicht von der Tatsache, dass fast niemand Steuer zahlt (auch die "Kleinen" nicht), dafür aber jeder seinen Neffen im aufgeblähten Staatsapparat (eine Million, über 20 Prozent der Beschäftigten) unterbringen will, bis zu strukturellen Defiziten wie dem fehlenden Grundbuch.
Gleichzeitig tritt immer klarer zu Tage, dass man Griechenland nicht retten kann, in dem man noch mehr Beamte entlässt, Pensionen kürzt und Gehälter streicht. Diese Gesellschaft, die ihren relativen Wohlstand auf gigantische Schulden gebaut hatte, ist nicht mit einer "Schocktherapie" zu reformieren. In Wahrheit ist Griechenland wie Russland 1998, das die dort wirklich "neoliberale" Schocktherapie nach dem Zusammenbruch des Kommunismus auch nicht verkraftete und den Staatsbankrott anmelden musste.
Russland hatte damals allerdings Öl und Gas. Griechenland exportiert Schafkäse.
Bei allen Gesprächen mit seriösen Leuten über Griechenland klingt daher durch, dass es wohl in irgendeiner Form einen Staatsbankrott geben wird - allerdings innerhalb des Euro, weil ein Austritt unkalkulierbare Folgen auf die Euro-Zone hätte.
Griechenland muss aber auch auf die Beine geholfen werden, einerseits mit einer Art Marshallplan, mit dem eine halbwegs wettbewerbsfähige Wirtschaftsstruktur (wieder) und Staatsstrukturen hergestellt wird; andererseits mit politischer Erneuerung.
Die Griechen hassen es, das zu hören, aber auch die Türkei war bis vor wenigen Jahren ein dysfunktionaler Staat und hat sich unter der Führung einer wertkonservativen Partei beachtlich erholt (die Regierung Erdogan zeigt jetzt allerdings mehr und mehr autoritäre Züge). In Athen ist leider keine politische Bewegung in Sicht, die Vernunft, Mäßigung und Verantwortungsbereitschaft zeigen würde. Sie spielen ihre Spielchen. Deshalb sollten die Wahlen auch verschoben werden. Europa (Merkozy) sollte darauf dringen.
Die Idioten-Parolen ("Griechenland rausschmeißen") umzusetzen, wäre selbstbeschädigend. Aber diese Ecke des europäischen Gebäudes hat Baumängel. Sie zu beheben wird lange dauern und teuer sein. (DER STANDARD, Printausgabe, 18./19.2.2012)
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Die Türkei war niemals in der Geschichte weniger autoritär geführt als unter Erdogan und ist eine lupenreine Demokratie, wenn man z.B. auch Ö. als eine solche betrachtet.
dass die griechen falsch wählen, soll man sie zwingen es später zu tun?
sollen nicht gleich merkel, sakro, ezb einen statthalter einsetzen?
einen der garantiert, dass neben dem kaputtsparen der griechischen wirtschaft, das griechische militär die milliarden schweren aufträge an die (europäische) rüstungsindustrie fortsetzt
http://www.tagesschau.de/ausland/g... ng100.html
ja es ist auch naiv, wenn jemand regelmaessig in konkurs geht von ihm zu erwarten auf externen beschluss der oberchecker zu werden... das beruht darauf, dass selbst bei uns das mahnwesen nicht funktioniert und privatschulden eigentlich nicht eintreibbar sind, ausser man sit ein konzern, der die politik schmiert... natuerlich kann man beim notar vorstellig werden, diesen verklagen, dann die formulare ausfuellen, die gerichte verklagen und sowas...
griechenland importiert schafskäse, vornehmlich aus dänemark, weil das dem komplikationsbedürfnis der finanzindustriell gesteuerten EU-bürokratie entspricht. seit sich diese eingehender mit griechenland beschäftigt, haben sich die probleme erst zur unlösbarkeit gesteigert.
nicht griechenland sondern die finanzindustrie ist das problem europas und der welt. sie hat die krise verursacht, weil sie von ihr profitiert wie sie noch nie profitiert hat. und das soll sich mit dem eskalierenden krieg noch steigern.
santa fe95 antwortenpermalink
17.02.2012 15:28meldenbewerten
[7]
der kopf der krake ist die finanzindustrie (FI), die sich hinter einem riesigen medienschirm versteckt, auf dem
"VERSCHWÖRUNGSTHEORIE!!!"
steht.
die demokratie liegt in den letzten zügen, während der von der FI angezettelte welt(bürger)krieg sich immer weiter ausbreitet, auf china und russland zu, wo es noch neue ausbeutungsressourcen gibt. unterwegs wird so viel erdöl wie möglich "demokratisiert". diese bürgerkriegswelle beginnt bereits auf das südöstlichste europa zurückzurollen.
angesichts des unausweichlichen Elends, das noch weiter auf Griechenland und seine meisten Bürger zukommen wird.
Oder glaubt irgend wer ernsthaft, dass sich das Land - aus eigener Kraft - innerhalb der nächsten Jahrzehnte wirtschaftlich erfangen kann?
Ohne die Hunderten Milliarden Euro, die von einigen (Super-)Reichen ins "sichere Ausland" verfrachtet wurden, wird das nichts werden ...
Auf die "neoliberale Schocktherapie" wird wohl ein ernst zunehmender Linksterrorismus kommen, wobei die Beschaffung von Maschinenpistolen u.ä. eine leichte Übung ist. Waffen - und Lieferanten - gibt's genug auf der Welt.
Dann kommt eine rechte Militärdiktatur.
Die Geschichte wiederholt sich immer wieder ...
ja es ist auch nicht die elite und auch nicht die besitzenden die haeuser abfackeln, auch in oesterreich haelt sich die politik und justiz eine schicht der nichtverfuegenden um ihre einlagen und machtbeduerfnisse und machbarkeiten abzusichern, hier ist es genauso strafbar, man denkt immer, dass die anderen schuld seien, es sind aber beide schuld, der eine schuldet geld, aber der andere beratung... nur schon mal hier gesehen wie sich ein schuldner beratung abholt? na also...
nicht mit diesen Sparmaßnahmen. Diese erlauben keine wirtschaftliche Erholung oder gar Ankurbelung, sondern ein Abwürgen bzw. den Beginn einer Negativspirale (vgl. deflationäres Umfeld).
Imho wäre ein "geordneter Bankrott" das Mittel der Wahl. Kein schlechtes Geld dem Guten hinterherwerfen und die Großfinanz bluten lassen. Es stehen zuviele Existenzen dahinter. Demokratie kommt von Demos (griech. das Volk) und Kratía (griech. Herrschaft), in der Antike herrschte die direkte Volksherrschaft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich die Griechen ihrer Wurzeln besinnen.
1. Das in Griechenland keiner Steuern zahlt ist ein blödsinniges Vorurteil. Ein einfacher Angestellter hat dazu kaum Mögichkeiten.
2. Der Staatsapparat ist etwas aufgebläht, aber ohne das Militär durchaus vergleichbar mit dem anderer europäischer Staaten.
3. Eine wertekonservative Partei ist das letzte das Griechenland jetzt noch verkraften könnte...
Griechenland hat eine Steuerquote von 20%. Siehe http://de.statista.com/statistik... echenland/
Auch das sagt nicht viel, weil der Anteil der Schattenwirtschaft entsprechend groß ist und daher die Relevanz der Steuerquote in dieser Argumentation gar nicht gegeben ist.
http://www.oecd-ilibrary.org/taxation/... 510-table2
die steuerquote ist in diesem zusammenhang wegen der "steuerhinterziehung" von angestellten angefuehrt.
vergleicht man schattenwirtschaft in DE und GR, korrigiert durch den anteil an selbstaendigen, ist sie IMHO ziemlich vergleichbar.
ist das so? Die dt. und die öst. Quote ist hier nicht korrigiert? Und auch diese Ländern haben ihre Schattenwirtschaftsseiten.
Abgesehen davon, dass die Steuerquote per Definition nicht korrigiert sein sollte!
Ich glaube viel eher, die Griechen haben da wieder ein wenig bei der Statistik getrickst. ;)
der hauptunterschied besteht in der zusammensetzung der steuerquote. in GR ist der anteil der indirekten steuer hoeher (nona;)
in DE (und seine Filiale aka OE) haben wir erstens eine hoehere beschaeftigungsquote und zweitens einen hoeheren anteil an abhaengigen arbeitnehmern.
IMHO machen diese makro-groessen viel mehr aus als irgendwelche "tricks"
wo gibt ein durchschnittsbuerger sein geld aus?
Wohnung: Erfasst meistens
Nahrung: 99% ueber supermakrt, erfasst
Auto: Treibstoff erfasst, ab und zu geht eine reparatur schwarz
Handys etc.: erfasst
Kinder (KiGa usw.): groesster teil erfasst.
Untehaltung: nicht erfasst
Das sind die hauptausgaben. die sind groesstenteils alle erfasst. Bei den Mieten kann man vielleicht noch was machen. Beim fortgehen kostet es einfach zu viel um genau zu rechnen. man geht sowieso zum wirtn und macht eine schaetzung.
das ist schon so falsch, fuer Gr noch viel mehr, Whg ueberigens auch, Handy, die € 20/Monat sind wurscht, Tschik gibts am Schwarzmarkt, sei es in Neapel, sei es in Saloniki. Eben, Reperatur, Friseur, Greissler, alles nicht wirklich erfasst
aber in athen und saloniki wo 70% der bevoelkerung leben und die hoeheren einkommen vorkommen, kannst Du davon ausgehen, dass es dort vom supermakrt eingekauft wird.
beim greissler kauft man halt die 1/2 liter milch am sonntag.
Griechen nicht viel vom essen verstehen ist auf der anderen Seite der Adria bekannt. Ich war jetzt "ewig" nicht mehr unten, aber gr. Supermaerkte hab ich nie betreten. Auch in Gytheon gab es einen ordentlichen Fleischer, Fischertandelr, Gemuese sowieso. Ich vergleich halt Gr immer mit dem Mezzogiorno, mag sein, dasz das essen wirklich nicht so wichtg ist, in Hellas.
also ich gehe immer zum wochenmarkt und bin ganz zufrieden mit preisen und ware. aber wenn in GR habe ich zeit. ich glaube dass ein arbeitendes eherpaar in athen hat nicht die zeit.
der vergleich mit Mezzogiorno ist auch logisch. aber vom essen verstehen die leute schon was. ist halt eine cuccina povera, von denen die touristen eh nichts zu sehen bekommen.
Mittlerweile wird seh viel in Supermärkten gekauft, aber 99% sinds nicht, das stimmt.
Die Wohnung steuerfrei zu kaufen/mieten halte ich für sehr schwer, das macht vll. eine kleine Minderheit. Tschik gibts natürlich am Schwarzmarkt, aber nicht an jeder Ecke in Athen bekommt man die auch. Das ist ebenfalls eine kleine Minderheit.
Und die Dienstleister werden teilweise schon ein bischen was hinterziehen, aber wohl kaum zum Vorteil der Angestellten.
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