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Kurt Neuwirth-Riedl ist Facharzt für Hals-, Nasen- Ohrenkrankheiten in Klosterneuburg.
Standard: Sobald die Tage kurz und kälter werden, beginnt die alljährliche Schnupfensaison. Die krankheitserregenden Viren gibt es jedoch ganzjährig. Warum also haben wir vor allem im Herbst und Winter schnell die Nasen voll?
Neuwirth-Riedl: Dazu gibt es noch keine sichere Theorie. Eine These ist, dass es eine immunologische Umstellung von Sommer auf Winter gibt. Während dieser Phase ist die Nasenschleimhaut vielleicht zeitweilig nicht so gut durchblutet, wodurch dann die Viren Platz greifen können. Auch könnten die häufigen Wetterwechsel im Herbst unsere Empfänglichkeit für die Infektion erhöhen. In stabiler Kaltwetterlage gibt es weniger Erkrankungen.Wenn das Wetter stabil ist, auch im Winter, sind wir gesünder. Das wäre eine mögliche Erklärung für die Schnupfenwelle im Herbst, wenn die Witterung häufig unbeständig ist. Wir werden allerdings viel öfter von solchen Erregern infiziert, als wir tatsächlich erkranken. Die Viren nutzen den Schnupfen und den Husten nur als Verbreitungsmechanismus, zum Beispiel über die Tröpfcheninfektion, und befallen im Wesentlichen eher gesunde Menschen, die sich gut für die Virenvermehrung eignen. Schwerkranke Krebspatienten mit einem wirklich geschwächten Immunsystem bekommen eher keine Erkältungen.
Standard: Was ist dann die beste Prophylaxe gegen solche Erkrankungen?
Neuwirth-Riedl: Ein bisserl mehr Bewegung, ein bisserl Sport und gesunde Ernährung. Abgesehen davon: Wenn man Einsiedler ist, bekommt man natürlich auch keinen Schnupfen, weil man sich nicht anstecken kann. Aber das ist selbstverständlich keine Lösung, also sollte man sich häufiger die Hände waschen.
Standard: Und wenn es einem trotzdem erwischt? Medikamente, Antibiotika nehmen oder doch lieber nur Kamillentee?
Neuwirth-Riedl: Die Einnahme von Antibiotika ist bei Erkältungen sinnlos, weil sie gegen Viren wirkungslos sind. Der Verlauf dieser grippalen Infekte ist nicht zu beeinflussen. Der übliche Gang ist: Es beginnt mit Halsweh, Abgeschlagenheit und Frösteln. Danach kommt der Schnupfen, eventuell mit Heiserkeit und Husten, und dann folgt die Heilung. Mittels Medikamenten kann man nur die Symptome lindern. Nasentropfen und Paracetamol. Das wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend. Die Wirksamkeit von Schleimlösern gegen den Husten ist dagegen sehr umstritten.
Standard: Manche Menschen leiden allerdings unter Nasenverstopfungen, ohne dass Krankheitserreger im Spiel sind. Was sind in diesen Fällen auslösende Faktoren?
Neuwirth-Riedl: Ein ganzjähriger Nasenverschluss kann allergisch bedingt sein, aber sehr häufig gibt es auch den nichtallergischen chronischen Schnupfen. Ich sehe das oft in meiner Ordination. Die Leute bekommen durch die Nase keine Luft und leiden darunter. Vermutlich ist die Ursache in vielen Fällen eine Hyperreaktivität der Schleimhäute, zum Beispiel beim Eintritt aus der Kälte in einen warmen Raum. Die Schwellkörper werden durch parasympathische Nerven gesteuert, und diese lösen die Überreaktion aus. Der Reiz ist dann jedoch ein unspezifischer und keine konkrete Substanz. Die Mechanismen sind wahrscheinlich sehr unterschiedlich und individuell. Manche Menschen haben sogar bei sexueller Aktivität verstärkt die Neigung zu niesen. Chronische Nasenverstopfungen können zwar auch durch Nebenhöhlenentzündungen, mit oder ohne Polypen, verursacht werden, aber das ist wiederum gar nicht so häufig. (Kurt de Swaaf, DER STANDARD Printausgabe, 28.11.2011)
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Ja, es gibt sowas (leider) wirklich. Es gibt aber auch Menschen, die daheim Antibiotika horten und sie dann bei jedem kleinen (viralen!) Infekt einnehmen. Die liegen dann oft irgendwann mit einer Pneumonie im Spital und die Ärzte suchen verzweifelt nach einem AB, das Wirkung zeigt.
für extrem unglaubwürdig. Jeder, ich wiederhole jeder, Arzt weiß, daß Antibiotika gegen Viren nutzlos sind.
Wenn also Antibiotika verschrieben werden, so zum Beispiel im Zusammenhang mit starkem Husten bei dem der Auswurf gelblich-grün ist, was auf Bakterien schließen läßt. Deshalb die Antibiotika.
Wegen eines viralen Infekts allein verschreibt sicher kein Arzt ein Antibiotikum.
ein bisschen entzündungshemmend ist paracetamol schon, vor allem aber ist es leberschädigend.
sehr enttäuschend, dass der arzt nicht selbst darauf hinweist: der entzündungshemmende effekt diverser schmerzmittel ist vielleicht bei rheuma von nutzen, bei erkältungen aber überhaupt nicht! unabhängig von der art des schmerzmittels ändert sich genau NICHTS an einer laufenden nase, kratzendem hals oder am husten im vergleich zu placebogruppen.
schmerzmittel sollte man bei erkältungen nur dann nehmen, wenn man wirklich schmerzen hat.
auch mexavit, neocitran und ähnliche "erkältungsmittel" enthalten übrigens hauptsächlich schmerzmittel.
Die Viren besiegt das Immunsystem mit oder ohne Fieber. Mir ist es lieber es geht mit gut (habe keine oder wesentlich weniger Symptome), während mein Organismus dafür sort, dass die Attacke bald vor bei ist. habe keinen besonderen Spass daran mit Kopfweh wie ein Zombie im Bett zu liegen.
antibiotika killen alle bakterien (außer multiresistente, die sich dann besonders gut vermehren können), also auch die "guten" bakterien, die zB im darm eine wichtige rolle für ein gesundes immunsystem spielen (weshalb menschen, die oft sauerkraut, joghurt und kefir essen, eher seltener krank werden).
es dauert sehr lange, bis nach einer antibiotikaeinnahme die darmflora wieder hergestellt ist.
sofern man nicht sehr anfällig für nebenhöhlenentzündungen oder eine schlimme verschleppte bronchitis ist, sollte man deshalb bei "normalen" infektionen der atemwege prinzipiell keine antibiotika nehmen, auch wenn nachweislich bakterien beteiligt sind.
damit wird der körper normalerweise ganz alleine fertig.
deswegen ist homöopathie oder meinetwegen phytotherapie bei erkältungskrankheiten angezeigt.
der hustensaft fürs kind lindert.
das inhalieren mit zb ätherischen ölen tut gut.
omas zitronesaftwasser mit honig ist gut für den hals.
apis d6 mit belladonna d6 sind exzellent bei halsweh mit fieber.
pfarrer kneip hatte eine reihe von anwendungen die bei fieber helfen.
es geht gut ohne antibiotika.
Antibiotika sind natürlich nur in schweren, kritischen oder komplizierten Fällen angezeigt. Phytotherapie und Hausmittel sind in unkomplizierten Fällen das Beste: "Ein Schnupfen dauert eine Woche und mit Medikamente 7 Tage."
Antibiotika als Prophykaxe einzusetzen, ist höchst unverantwortlich! Damit züchten wir uns multiresistente Keime. In Ausnahmefällen (bei Menschen mit krankheitsbedingt stark herabgesetztem Immunsystem) ist der prophylaktische Einsatz von Antibiotika üblich...aber nur in diesen Ausnahmefällen!
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